Elvis - The Movies

Mit Elvis - The Movies  veröffentlicht Alan Hanson im Dezember 2017 sein zweites Buch über den King.

Nachdem er sich in Elvis '57  den bis dato zumeist ignorierten 1957er Konzertreisen seines Idols gewidmet hat, nimmt er nun die Leinwandabenteuer des Kings unter die Lupe.

Dies geschieht im Rahmen eines 432seitigen, auf Glanzpapier gedruckten Hardcover-Buches, das bei KJ Consulting im Rahmen der Gold Standard Series veröffentlicht wurde.

Verantwortlich für die Reihe ist der norwegische Presley-Fan Erik Lorentzen, der unter anderem auch die Buch-Serie The Elvis Files  auf den Markt gebracht hat.

 Alan Hanson selbst ist seit den frühen 1960er Jahren ein Fan des Kings und arbeitete dreißig Jahre lang als Lehrer für Englisch, Geschichte und Journalismus an der North Central High School in Spokane, Washington.

Wie bereits erwähnt, verfasste Hanson zuvor das Buch Elvis '57  und betreibt zudem den Elvis History Blog.

Die Einleitung wirft zunächst Schlaglichter auf einige ausgewählte Filme des Kings, dann stellt sich der Autor kurz vor und beschreibt seine persönlichen Eindrücke von den Leinwandabenteuern.

Bevor er auf die einzelnen Filme eingeht, schreibt Hanson ganz grundsätzlich über die Hollywood-Karriere des Kings und gibt den Inhalt der Film-Verträge zwischen Elvis und den Hollywood-Studios aus den 1950er Jahren wieder.

Dasselbe tut der Autor auch im weiteren Verlauf des Buches, so dass der Leser immer informiert ist, aufgrund welcher Bedingungen Elvis bei welchem Studio tätig wurde.

Auch gibt es Artikel über die Beziehung zwischen Colonel Parker und Hal Wallis, Elvis' Spende an den Motion Picture Relief Fund, etc.  

Die Filme selbst beschreibt Hanson subjektiv, gibt aber auch die Meinung der zeitgenössischen Kritiker wieder. Er geht auf Nebendarsteller und besondere Begebenheiten während der Dreharbeiten ein und lässt auch die wirtschaftlichen Erfolge nicht unerwähnt.

Wie bei einem Lehrer für Englisch, Geschichte und Journalismus zu erwarten, ist der Schreibstil des Autors sachlich fundiert und angenehm lesbar.

Auch KJ Consulting bleibt dem Stil des Hauses treu und liefert eine Vielzahl bis dato unbekannter und hervorragend gedruckter Bilder. Dabei handelt es sich um Fotos aus den Filmen selbst, aber auch um Promo-Bilder oder Schnappschüsse von den Dreharbeiten.

Zu den Highlights gehören zum Beispiel Farbfotos von den Arbeiten an Love Me Tender  und King Creole

Nun legen Thema und Umfang des Buches natürlich einen Vergleich mit Das Grosse Elvis Presley Filmbuch  von Helmut Radermacher nahe.

Ohne Frage ist Elvis - The Movies  das hochwertigere Produkt - die Qualität von Papier, Druck und Einband ist um Längen besser.

Inhaltlich punktet aber Radermacher, denn er führt deutlich mehr Daten und Fakten ins Feld und geht zudem ausführlich auf die Soundtracks ein. Hinzu kommt, dass Das Grosse Elvis Presley Filmbuch  natürlich auch die deutschen Kinoplakate zeigt und auf die hiesigen Besonderheiten (z.B. die jeweilige Synchronstimme des Kings) eingeht.

Ist Elvis - The Movies  also das schlechtere Buch? Nein, es verfolgt lediglich einen anderen Ansatz. Hanson geht es nicht um die "technischen Daten", sondern um das Gesamtprodukt und die zeitgenössischen und aktuellen Bewertungen. Er setzt die Filme in den Kontext und liefert nur jene Daten, die zum Erfassen des Gesamtbildes notwendig sind. Drehorte, Laufzeiten oder das Produktionsteam interessieren ihn dabei nicht.

Schlussendlich enthalten beide Bücher Daten und Geschichten, die man im jeweils anderen Werk vergeblich sucht. Insofern sehe ich Das Grosse Elvis Presley Filmbuch  und Elvis - The Movies  als Ergänzung. Müsste ich mich allerdings für ein Produkt entscheiden, so fiele die Wahl eindeutig auf das Werk von Radermacher.

 

Fazit & Bewertung

Das Buch ist hochwertig produziert, optisch schön gestaltet und fundiert geschrieben. Ein Standardwerk ist es aufgrund der fehlenden Details aber nicht.