Sold Out! - Volume 8

 

Anfang September 2021 bringt das Pyramid Label die Doppel-DVD Sold Out! - The Ultimate 8mm Collection Volume 8 heraus. Die Veröffentlichung hat das bekannte Format, zwei Datenträger mit einer Gesamtspielzeit von etwa 2 Stunden und 40 Minuten, verpackt in einem doppelt ausklappbaren Digipak mit Bildern, Inhaltsangabe und Liner Notes. Diesmal wurde Jim Murray, ein damaliges Mitglied der Imperials, gewonnen.

 

15. November 1970: San Diego/Kalifornien

Der siebeneinhalb minütige Clip beginnt mit Aufnahmen der Halle, was ich immer sehr interessant finde. Das "Drumherum" ist ja immer wichtig, wenn man den Zusammenhang eines Auftritts verstehen möchte. Hier sehen wir also die San Diego International Sports Arena, einen hässlichen, runden Betonklotz, der seinerzeit als modern empfunden wurde. Dann geht es in medias res, der mit dem Chain Suit bekleidete Elvis betritt die Halle. Das Bild ist einen Tick zu dunkel, grundsätzlich ist die Qualität für einen 8mm-Film aus dem Jahr 1970 sehr gut. Der King ist gertenschlank und sprüht vor Energie. Wir sehen Ausschnitte von You Don't Have To Say You Love Me, You've Lost That Lovin' Feeling und Polk Salad Annie. Letzteres bot 1970 natürlich jede Menge Body Action. Elvis imitiert dabei auch Tom Jones und Glen Campbell. Zu den weiteren Highlights gehören eine frühe Live-Version der Hymne How Great Thou Art sowie das actiongeladene Suspicious Minds. Kurz und gut: Der Einstieg in die achte Folge der Sold Out-Reihe ist mehr als gelungen!

 

10. November 1971: Boston/Massachusetts

FastForward ein Jahr. Vom Auftritt in Boston bekommen wir nur zweieinhalb Minuten zu sehen. Das ist auch vollkommen ausreichend, denn der mit einer Soundboard-Aufnahme unterlegte Film ist dunkel, verwackelt und vergleichsweise unscharf. Reines Füllmaterial.

 

13. November 1971: Dallas/Texas (Nachmittagsshow)

Wieder bekommen wir einen Blick auf die Location, aber leider auch wieder einen qualitativ schlechten Film. Wieder ist alles dunkel, verwackelt und unscharf. Zwar bietet Elvis augenscheinlich eine grandiose Show, aber mit einem Clip dieser Qualität werden die ganz schön lang.

 

23. Februar 1972: Las Vegas/Nevada (Dinnershow)

Auch dieser Film ist etwas dunkel, aber immerhin nicht verwackelt und ein wenig schärfer. Zu sehen gibt es einen gut einminütigen Einblick in die erste Show des 23.02.1972

 

23. Februar 1972: Las Vegas/Nevada (Midnightshow)

Mit einer Minute und 43 Sekunden dauert der Ausflug in das zweite Konzert des Tages ein wenig länger, qualitativ ist er dem ersten Film sehr ähnlich. 

 

15. April 1972: Macon/Georgia

In Macon stand der Kameramann etwas rechts von der Bühne und filmte das Konzert in der Totalen. Der Clip dauert etwa zehn Minuten, die Qualität ist aber recht mittelmäßig. Aus meiner Sicht stellt der Film reines Füllmaterial dar.

 

09. Juni 1972: New York/New York

In New York hingegen kam die Kamera richtig schön nahe an Elvis heran. Das Bild ist zwar etwas dunkel, aber man bekommt die Opening Show im Madison Square Garden gut mit. Insgesamt läuft der Film 13 Minuten und gehört sicherlich zu den Highlights der DVD. Das gesamte Konzert wird dokumentiert, der King wirkt dynamisch und liefert eine höchst gelungene Vorstellung.

 

10. Juni 1972: New York/New York (Nachmittagsshow)

Vom nachfolgenden Konzert gibt es nur eine Minute zu sehen. Wir sehen den mit einer Stereo-Aufnahme unterlegten Opening-Block, gefilmt vom Balkon leicht links der Bühne. Die Aufnahmen selbst sind eher mittelmäßig.

Der nächste Clip entstand während derselben Show, diesmal gefilmt von einem Fan auf dem Mainfloor, rechts der Bühne. Hier kommt die Kamera deutlich näher ran, das Bild ist etwas dunkel, aber durchaus ordentlich. Gute drei Minuten bekommen wir zu sehen, abermals unterlegt mit der professionellen RCA-Aufnahme.

 

10. Juni 1972: New York/New York (Abendshow)

Diese Filmaufnahmen sind natürlich interessant, denn während dieser Show entstand die LP Elvis As Recorded At Madison Square Garden. Geboten wird das mit ebendieser Aufnahme unterlegte Opening, der Hobbyfilmer stand direkt vor der Bühne und liefert ein paar tolle Nahaufnahmen. Elvis ist mit vollem Herzen dabei, dreht während des gefakten Gitarren-Solos sein Instrument kurzerhand um und gibt auch gesanglich ordentlich Gas.

Der zweite Film setzt an, wo der erste aufhörte. Elvis gibt seine Gitarre ab und singt Proud Mary. Auch während des Oldie-Medleys wurden kurze Sequenzen gefilmt. Auch hier hatte der Kameramann eine gute Position, leicht links direkt vor der Bühne. Beide Clips dauern jeweils ca. 2 Minuten.

 

12. Juni 1972: Fort Wayne/Indiana

Weiter geht es mit einem echten Highlight, achtzehneinhalb Minuten der Show in Fort Wayne. Die Kamera ist etwas rechts von der Bühnenmitte positioniert, kommt also nahe an Elvis heran. Dieser trägt den Lucky Suit mit einem verspiegelten Gürtel. Als der King sich wie gewohnt die Gitarre umhängen will, stellt er aber fest, dass der Gürtel das Instrument verkratzen würde und verzichtet auf sein Markenzeichen. Während James Burton allerdings das Gitarrensolo spielt, holt sich Elvis dann doch die Gerätschaft und tut so, als würde er spielen. Im Laufe des Konzerts entledigt sich der King dann von dem Gürtel. Auch in Fort Wayne bot Elvis eine großartige Show, die man mit einem Film in dieser Qualität natürlich perfekt nachvollziehen kann.

 

10. November 1972: El Paso/Texas

Die erste DVD endet mit einem 14minütigen Ausschnitt aus der 1972er November-Tournee. Der filmende Fan stand direkt vor der Bühne und kam sehr nahe an Elvis heran. Leider ist der Film etwas überbelichtet und das Bild nicht wirklich scharf. Im Ganzen ist der Clip dann aber doch zu gut, als dass ich ihn als Füllmaterial bezeichnen wollte. Es ist halt doch faszinierend, so nahe an Elvis heranzukommen.

 

29. April 1973: Seattle/Washington (Nachmittagsshow)

In Seattle trug Elvis dasselbe Outfit wie in Fort Wayne, diesmal allerdings mit einem neuen Ledergürtel im üblichen Stil. Gefilmt wurde knapp 11 Minuten direkt vom Mainfloor, leicht rechts von Elvis. Die Kamera kommt also nahe an den King heran, Bild und Ton sind für Material dieser Art sehr gut.

 

20. Juni 1973: Mobile/Alabama

Auch die Mobile-Show wird mit etwa 11 Minuten in Ausschnitten komplett präsentiert, der Kameramann war allerdings etwas weiter von Elvis entfernt und das Bild ist auch nicht wirklich gut. No killer, just filler!

 

10. März 1974: Roanoke/Virginia

Der Roanoke-Clip ist quasi ein Zwischending der beiden vorangegangenen Filme. Die Kamera kommt nicht so schön nahe heran wie in Seattle, ist aber näher dran als in Mobile. Hin und wieder gibt es Nahaufnahmen zu sehen. Der Clip läuft zehn Minuten und deckt die gesamte Show in Ausschnitten ab. Wie es sich für diese Tournee gehört, liefert der King eine dynamische Performance.

 

13. März 1974: Greensboro/North Carolina

Hier wurde aus den hinteren Rängen gefilmt, wir erleben den zweiminütigen, mit einer Soundboardaufnahme unterlegten Ausschnitt also aus Sicht eines Fans im Publikum. Aufgrund der Bildqualität wäre dieser Eindruck allerdings verzichtbar gewesen.

 

15. März 1974: Knoxville/Tennessee

In Knoxville hingegen kam die Kamera wieder nahe an Elvis heran, man kann echte Details erkennen und den Film entsprechend genießen. Fünf Minuten dauert er und gehört sicherlich zu den besten 8mm-Filmen, die von Elvis zu dieser Zeit gemacht wurden.

 

23. Juni 1974: Philadelphia/Pennsylvania (Nachmittagsshow)

Der nächste Clip kann die Qualität halten, auch hier kann man den King in guter Qualität aus der Nähe beobachten. Die vier Minuten zeigen unter anderem Ausschnitte aus Polk Salad Annie, Fever und Why Me Lord.

 

28. September 1974: College Park/Maryland

Wer die Soundboard-Aufnahme kennt, weiß, dass Elvis in College Park unter dem Einfluss starker Medikamente stand und eine peinliche Vorstellung lieferte. Der 8minütige, mit ebenjener Aufnahme unterlegte Clip zeigt nicht das wahre Ausmaß des Schreckens, sondern lässt den Mann aus Memphis recht gut aussehen. Allerdings wirkt er deutlich träger als in den vorangegangenen Filmen, als er die Bühne betritt, trägt er übrigens eine Sonnenbrille!

 

01. Oktober 1974: South Bend/Indiana

Von derselben Tournee stammt dieser Film, abermals unterlegt mit einer Soundboard-Aufnahme. Elvis war in besserem Zustand als in College Park, wirkt aber auch hier ein wenig neben der Spur. Der Film selbst, er dauert etwa zehn Minuten, ist allerdings sehr gut. Wir bekommen Nahaufnahmen zu sehen, zudem singt Elvis mit Titeln wie etwa It's Midnight auch ein paar Songs, die nicht über all die Jahre zum Standartprogramm gehörten. Überdies bildet der 10minütige Clip die gesamte Show ab. Insofern würde ich ihn, wenn auch nicht aufgrund der Performance des Kings, als echtes Highlight bezeichnen.

 

24. April 1975: Macon/Georgia

Der Tournee-Auftakt in Macon wurde etwa sieben Minuten lang dokumentiert. Elvis hatte inzwischen sichtbar zugenommen, bot allerdings eine deutlich bessere Show. Gefilmt wurde direkt vor der Bühne, das Bild ist nicht ganz so gut wie das des South Bend-Films, aber dennoch mehr als ordentlich.

 

01. Mai 1975: Atlanta/Georgia

Die zehn Minuten aus Atlanta halte ich für das Highlight dieser Sold Out-Ausgabe! Der Kameramann stand direkt vor der Bühne, leicht links von Elvis. Während des Konzertes gelangen ihm grandiose Nahaufnahmen vom King. Wir bekommen hautnah die Kommunikation mit den Fans mit, sehen, wie er den Text seiner neuen Single T-R-O-U-B-L-E von einem Blatt abliest und erleben die Body-Action zum Finale von Burning Love. Ein absolut phantasitischer 8mm-Film!

 

19. Juli 1975: Uniondale/New York (Abendshow)

Die DVD endet mit einem qualitativ ebensoguten Film von der zweiten Uniondale-Show des 19.07.1975. Auch hier kommt die Kamera hautnah an Elvis heran und auch hier ist die Qualität für Amateurfilme dieser Zeit nahezu sensationell. Allerdings enthielt auch der erste Teil dieser DVD-Serie einen Clip dieser Show in ebendieser Qualität.

 

Fazit & Bewertung

Fraglos finden sich hier etliche Highlights, aber die durchschnittlichen oder gar unterdurchschnittlichen Filme überwiegen.

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte Cover bei Pyramid.