Sold Out! - Volume 7

 

Nachdem die im Juni 2021 herausgebrachten Teile 5 und 6 gerade einmal drei Wochen auf dem Markt sind, schiebt Pyramid Anfang Juli bereits die nächste Ausgabe hinterher. Sold Out! The Ultimate 8mm Collection Volume 7 besteht wie die Vorgänger aus zwei DVDs und hat eine Spielzeit von etwa 2 Stunden und 40 Minuten. Auch die Verpackung entspricht dem bekannten Format, die Datenträger stecken in einem zweifach ausklappbaren Digi-pak, das mit passenden Fotos, einer Inhaltsangabe und Liner Notes gestaltet wurde. Letztere stammen diesmal von Michael Jarrett, dem Komponisten der Ballade I'm Leavin'.

 

09. Juni 1972: New York City/New York

Quasi als Intro serviert uns Pyramid eine halbe Minute Backstage-Aufnahmen aus New York. Nach der Pressekonferenz nahm der King Auszeichnungen entgegen und ließ sich mit diversen Leuten ablichten. Die Bildqualität würde ich als durchschnittlich bezeichnen. Interessant ist, dass solche Termine damals nicht in speziell hergerichteten Räumen, sondern in Katakomben mit Heizungskeller-Charme abgehalten wurden. Jeder Micro-Influencer würde sich da heute als Mobbing-Opfer fühlen.

 

August 1972: Las Vegas/Nevada

Der undatierte, 1:11 Minuten lange Clip beginnt mit Impressionen des nächtlichen Las Vegas. Dann sehen wir den King im aus dem Film Elvis On Tour bekannten Blue Nail Suit, den er hier mit einem Makramee-Gürtel kombiniert. Nach der kurzen Live-Sequenz endet der Clip mit weiteren Eindrücken aus Vegas.

 

19. August 1972: Las Vegas/Nevada

Dreizehneinhalb Minuten bekommen wir hier zu sehen, Elvis trägt eine Kombination mit Hemd und Jackett. Gefilmt wurde vom rechten Balkon, Bild und Ton sind ordentlich. Inhaltlich gefällt mir hier besonders die Performance von You Gave Me A Mountain, die ungleich stärker ist als die Fassungen der Jahre 1974-1977. Wie üblich zieht Elvis nach einiger Zeit die Jacke aus, statt der üblichen Hemden im Paisley-Design hat er sich heute für ein weißes Exemplar entschieden. Kurioserweise wirft er die Stoffhunde diesmal nicht nur bei Hound Dog, sondern auch während er All Shook Up singt in den Showroom.

 

25. August 1972: Las Vegas/Nevada

Der nächste Clip wurde ebenfalls vom Balkon aus gefilmt, diesmal schaute der Kameramann aber direkt frontal auf Elvis. Der trägt auch hier wieder eine Kombination aus Jackett und Hemd, letzteres wieder im typischen Paisley-Design. Das Bild ist zuweilen etwas unscharf, grundsätzlich ist es für Material dieser Art aber in Ordnung. Insgesamt sehen wir fünfeinhalb Minuten aus der Show.

 

09. November 1972: Tucson/Arizona

Vom Tourneekonzert in Tucson werden 2,5 Minuten gezeigt, der Kameramann befand sich in der Mitte des Mainfloors, hatte also direkten Blick auf den King. Wie die vorangegangenen Clips, so hat auch dieser eine ordentliche Bildqualität, ist aber kein Highlight. Elvis trägt ein Outfit, das er auch schon während der November-Tour des Vorjahres anhatte. Im direkten Vergleich stellt man fest, dass sich der Meister wesentlich weniger bewegt und auch nicht mehr 100%ig in seinem Tun aufgeht. Zu den Ausnahmen gehört sicherlich die Ballade I'll Remember You, die ich als Höhepunkt dieses Films ansehe.

 

24. April 1973: Anaheim/Kalifornien

Abermals hat der Kameramann beste Sicht auf den King, die Bildqualität kann auch hier als OK eingestuft werden. Der sechsenhalbminütige Film zeigt das Opening, eine Performance der damals aktuellen Single Steamroller Blues und endet mit Suspicious Minds.

 

16. März 1974: Memphis/Tennessee (Evening Show)

Jetzt springen wir ein Jahr nach vorn, der King gastiert erstmals seit 1961 in seiner Wahlheimatstadt Memphis/Tennessee. Die Qualität von Bild und Ton entspricht den vorangegangenen Clips. Betont lässig betritt der King die Bühne, deutet mehrere Verbeugungen an und begibt sich in medias res. Der zweiminütige Film zeigt im Wesentlichen das Intro, den ersten Song und den Abgang des Kings.

 

10. Mai 1974: San Bernadino/Kalifornien

Dieser Film dauert nur eine halbe Minute, punktet aber mit (für 8mm Aufnahmen dieser Zeit) sensationeller Bildqualität und Nahaufnahmen. Wir sehen die letzten Sekunden der Show, Elvis verlässt die Bühne...und kommt dabei passenderweise der Kamera ganz nah.

 

23. Juni 1974: Philadelphia/Pennsylvania (Abendshow)

Von diesem Konzert bekommen wir gleich zwei Filme zu sehen, der Hauptteil dauert 22 Minuten, dann gibt es nochmal vier Minuten aus anderer Quelle. Die Kamera befindet sich leicht links von Elvis, filmt also etwas von der Seite. Weil mit dem Zoom gearbeitet wurde, ist auch hier das Bild nicht gestochen scharf. Dennoch schlägt die Qualität weite Teile dessen, was der Sammler typischerweise in seiner Collection hat. Ich betone das immer wieder, denn inzwischen erwarte auch ich bei dieser Serie eine optische Offenbarung nach der nächsten - und die kann nunmal niemand liefern. Der Film skippt durch die komplette Show und zeigt einen Sänger, der es schon etwas gemächlicher angehen lässt, aber offenkundig Freude an seinem Tun hat. Mit dem zweiten Clip erleben wir das Konzert aus der Perspektive eines Fans in den mittleren Rängen der Halle. Einen Zoom nutzt der Filmer nicht, Videowände waren noch nicht erfunden. Die Zeiten waren wirklich ganz anders als heute.

 

24. Juni 1974: Niagara Falls/New York (Abendshow)

Von der Show des folgenden Tages sehen wir acht Minuten, die Qualität ist vergleichbar mit dem ersten Philadephia-Clip. Natürlich weicht auch Elvis weder beim Inhalt, noch in der Art der Präsentation vom Vortag ab.

 

25. Juni 1974: Columbus/Ohio

Abermals präsentiert uns Pyramid zwei Filme derselben Show. Der erste dauert dreieinhalb Minuten, der zweite fast zwölf. Überraschenderweise entpuppt sich der kürzere Clip als das Highlight der ersten DVD, denn die Bildqualität hat schon fast professionelles Niveau. Wir sehen Elvis, wie er die Bühne betritt und See See Rider singt. Als er zu Beginn der Show einem Fan die Hand gibt, kommt er der Kamera ganz nahe und auch während er (also Elvis, nicht der Fan) singt, gibt es immer wieder CloseUps zu sehen. Absolut großartig! Der zweite Columbus-Film leidet gewissermaßen unter der Qualität des ersten, denn auch er punktet mit weit überdurchschnittlicher Bildqualität. Durch den vorangegangenen Wow-Effekt verblasst er jedoch zu Unrecht ein wenig.

 

11. Mai 1974: Los Angeles/Kalifornien (Nachmittagsshow)

Die zweite Scheibe beginnt dem Finale der Nachmittagsvorstellung in LA. Der Clip dauert nur eine halbe Minute, die Kamera war leicht rechts von der Bühne positioniert. Bild und Ton sind ordentlich.

 

26. April 1975: Tampa/Florida (Abendshow)

Auch der zweite Film ist nicht lang, er dauert nur eine Minute und neun Sekunden. Wir sehen die Dive Bomb-Routine und wie Elvis die Gitarre ins Dunkel wirft - dann geht ein Spot an und enthüllt, dass Charlie das Instrument sicher aufgefangen hat. Nach einigen Impressionen von Love Me endet der Clip schon mit Szenen des Finales. Der Kameramann stand auf der rechten Seite des Mainfloors, das Bild ist etwas überbelichtet und vergleichsweise detailarm.

 

24. Juli 1975: Ashville/North Carolina

Nun bekomen wir dreizehn Minuten aus der legendären Abschlussvorstellung der 1975er Sommertournee zu sehen, während der Elvis Raritäten wie Wooden Heart, Return To Sender, Something, etc. vortrug. Dumm nur, dass unser Hobbyfilmer all diese Dinge nicht aufnahm. Sehr wohl aber bekommen wir das  seit drei Jahren nicht mehr genutzte Intro mit That's All Right sowie Ausschnitte aus den ebenfalls raren Performances von Shake A Hand und Pieces Of My Life zu sehen. Schön ist auch, dass Elvis während Can't Help Falling In Love der Kamera ganz nahe kommt und uns somit ein paar Close Ups geboten werden. Positioniert war die Kamera leicht rechts von der Bühnenmitte, Bild und Ton sind sehr gut.

 

17. März 1976: Johnson City/Tennessee

Mit einer Laufzeit von mehr als 46 Minuten bildet dieser Film quasi den Kern der zweiten DVD. Gefilmt wurde von einem Balkon links der Bühne, Nahaufnahmen gibt es daher nicht zu sehen. Mit der Qualität des Clips aus St. Louis (vom vierten Teil der Sold Out-Reihe) können diese Aufnahmen nicht mithalten, grundsätzlich gehören aber auch sie zu den besseren ihrer Art. Im direkten Vergleich mit dem Film aus Ashville wirkt Elvis hier fülliger (obgleich ihm der dunkelblaue Phoenix-Suit schmeichelt) und träger. Gesanglich und programmatisch liefert er aber auch in Johnson City eine gute Show ab, die man aufgrund der Länge des Films auch schön nachvollziehen kann.

 

27. Juni 1976: Largo/Maryland (Nachmittagsshow)

Hier saß der Filmer auf einem Balkon auf der rechten Seite der Bühne. Somit konnte er aufnehmen, wie Elvis hinter seinen Musikern eine Treppe hochgeht und dann ins Sichtfeld der Zuschauer auf der Vorderseite kommt. Auf dem Weg dorthin stoppt er kurz, um einem Fan auf der Bühnenrückseite die Hand zu schütteln. Während der Show selbst, es wurden gute sechs Minuten gefilmt, sehen wir den King im Profil. Das Bild ist detailreicher als beim vorangegangenen Film, selbst als die Kamera nahe ranzoomt, wirken die Aufnahmen nicht grobkörnig. Elvis kommuniziert viel mit dem Publikum, setzt sich zum Beispiel auch einen ihm überreichten, riesigen Zylinderhut auf.

 

27. Juni 1976: Largo/Maryland (Abendshow)

Bei der Abendvorstellung war die Kamera vor der Bühne, leicht links vom Zentrum positioniert. Dadurch kam unser Hobbyfilmer dem King richtig schön nahe. Letzterer hatte sich übrigens für die weiße Variante des Egyptian Bird Suits entschieden, am Nachmittag hatte er die blaue Ausgabe getragen. Grundsätzlich unterscheidet sich die Show, es wurden übrigens sieben Minuten und zwanzig Sekunden mitgeschnitten, nicht vom Auftritt am Nachmittag. Während Polk Salad Annie deutet der King etwas Action an, wirkt aber eher linkisch und kommt auch beim Knee Bend nicht mehr wirklich weit nach unten. Grundsätzlich wirkt er aber bei beiden Largo-Konzerten aktiver als in Johnson City. Qualitativ gehört dieser Film übrigens zu den Highlights unter den 8mm-Aufnahmen.

 

26. Oktober 1976: Dayton/Ohio

Die dreieinhalb Minuten aus Dayton zeigen uns einen deutlich schlankeren Elvis, der überdies auch noch den höchst selten getragenen Flame Suit anhat. Mitgeschnitten wurden Teile von You Gave Me A Mountain, Jailhouse Rock und Help Me. Weil der Kameramann quasi direkt vor Elvis stand, gelangen ihm gute Aufnahmen.

 

20. Februar 1977: Charlotte/North Carolina

Zum Abschluss serviert uns Pyramid 3,5 Minuten vom Auftritt in Charlotte/North Carolina. Hier war die Kamera vor der Bühne, leicht rechts von Elvis positioniert. Bild und Ton sind für Aufnahmen dieser Art mehr als in Ordnung. Verglichen mit dem Clip vom Oktober hat der Meister wieder etliche Pfunde zugelegt und trägt den für 1977 typischen Mexican Sundial Suit. Während Love Me nimmt er zahlreiche Geschenke entgegen, zu den eher selten gefilmten Songs gehören Little Sister und Love Letters.

 

Fazit & Bewertung

Zwar hat lediglich der 1974er Clip aus Columbus einen echten Wow-Effekt, aber nichtsdestotrotz punktet auch der siebte Teil der Reihe mit vielen, qualitativ weit überdurchschnittlichen 8mm-Aufnahmen.

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte Cover bei Pyramid.