Sold Out! - Volume 3

 

Zeitgleich mit dem zweiten Teil der Serie veröffentlicht Pyramid im März 2021 auch Volume 3. Wie üblich hier handelt es sich um zwei DVDs, die in einem einfach aufklappbaren Digi-pak untergebracht sind.

Geboten werden abermals mehr als zweieinhalb Stunden Fan-Footage. Natürlich ist nicht jeder Film ein Highlight, aber grundsätzlich ist die Qualität des hier gezeigten Materials besser als das, was in den Jahrzehnten vor dieser Veröffentlichung durch die Elvis-Szene geisterte.

 

27. Februar 1970: Houston/Texas

Der erste Clip dauert gerade einmal zehn Sekunden und ist wohl eher als Intro gedacht. Wir sehen den King bei seiner Ankunft in Houston, er winkt kurz in die Richtung der Kamera und das wars auch schon.

 

09. September 1970: Phoenix/Arizona

Wir bekommen stumm gefilmte Eindrücke des Vorprogramms, sehen die Sweet Inspirations und Jackie Kahane. Beim Presley-Teil der Show gibt es zwar Sound, aber der ist alles andere als gut. Gefilmt wurde vom Balkon schräg rechts von der Bühne, der Filmer arbeitete mit dem Zoom. Das Bild ist nicht spektakulär, aber ganz ok. Wir sehen den Anfang der Show mit That's All Right und auch das Finale mit Can't Help Falling In Love. Highlight ist sicherlich die lange gefilmte Sequenz von Polk Salad Annie, in der Elvis satte Body-Action auffährt. Insgesamt läuft der Clip fünf Minuten.

 

12. November 1970: Seattle/Washington

Von der Seattle-Show der folgenden Tournee gibt es fast eine halbe Stunde zu sehen. Diesmal befand sich der Kameramann auf dem Mainfloor, etwas links von der Bühne. Das Bild ist ein wenig überbelichtet, insgesamt aber noch in Ordnung. Der Ton ist deutlich angenehmer als beim ersten Konzertfilm. Zunächst sehen wir Szenen des Vorprogramms mit den Sweet Inspirations und Jackie Kahane. Unterlegt wird das Ganze mit Elvis' Performance von Sweet Inspiration. In geraffter Form bekommen wir quasi die ganze Show zu sehen. Das Programm beginnt mit That's All Right und I Got A Woman, Elvis macht seinen üblichen Scherz mit dem Getorade-Drink, den Neil Diamond-Hit Sweet Caroline untermalt er mit seinen typischen Tanzbewegungen. Zu den Highlights gehören frühe Versionen von How Great Thou Art und Funny How Time Slips Away. Zu den Oldies gehören Heartbreak Hotel und Blue Suede Shoes, aus denen der King heute analog zum eigenen Schuhwerk "white suede shoes" macht.

 

28. Januar 1971: Las Vegas/Nevada

Nach ein paar überbelichteten Impressionen von Las Vegas sehen wir den King, wie er zum Finale seiner Show The Impossible Dream singt. Das Bild ist s/w, aber sehr gut, der Ton kommt von einer entsprechenden Soundboard-Aufnahme. Der Clip dauert nur gute anderthalb Minuten und war bereits auf dem zweiten Teil der Reihe zu sehen.

 

05. September 1971: Las Vegas/Nevada

Dieser nur 32 Sekunden lange Film zeigt das Finale der Show. Der Vorhang hat sich bereits gesenkt, aber Elvis kommt nochmal raus. Charlie Hodge steht neben ihm und hält den Bühnenvorhang hoch. Der Ton ist lausig, aber das Bild ist für Material dieser Art extrem gut. Insofern haben wir hier tatsächlich ein echtes Highlight.

 

08. November 1971: Philadelphia/Pennsylvania

Auch bei diesem viereinhalbminütigen Clip ist der Ton extrem schlecht, das Bild ist ordentlich, kommt aber nicht an die Vegas-Aufnahme heran. Wir sehen Elvis' Performance von You've Lost That Lovin' Feeling.

 

12. November 1971: Houston/Texas

Nun kommen wir zum Höhepunkt der ersten Disc dieses Sets. Die Bildqualität erstaunlich gut, als besonderes Highlight werden auch viele Nahaufnahmen des Kings geboten. Und weil der Film auch noch 19 Minuten lang ist, bekommen wir von der Show auch richtig viel mit. Ich würde das Gebotene als eine bessere Version von Elvis On Tour beschreiben. Auch in diesem Film trug der King den White Pinwheel Suit, aber im November 1971 war er sichtlich schlanker, körperlich aktiver und hatte deutlich mehr Spaß an seinen Auftritten. Es ist wirklich eine Freude, Elvis hier zuzuschauen. Der Clip bietet quasi einen Schnelldurchlauf durch die Show, angefangen mit That's All Right, über Proud Mary bis hin zu Can't Help Falling In Love. Nach Blue Suede Shoes nimmt Elvis den Gürtel ab und hängt ihn sich über die Schulter. So ausgerüstet kniet er am Bühnenrand und streicht als Gag seinem Manager über den Kopf. Lawdy Miss Clawdy singt er dann ohne Gürtel, auch hier hat er sichtlich seinen Spaß und lässt die Band das Ende nochmal wiederholen. Auch das Finale von Bridge Over Troubled Water präsentiert Elvis zweimal, während Suspicious Minds zeigt der King eine kleine Karate-Demonstration. Am Ende der Show sehen wir den Meister dann wieder im vollständigen Kostüm. Der Gürtel ist wieder da, zusätzlich hat Elvis jetzt auch ein Cape. So verabschiedet er sich von seinem Publikum und lässt auch den Zuschauer dieses DVD-Sets begeistert zurück.

 

14. November 1971: Tuscaloosa/Alabama

Auch dieser Clip ist etwa 19 Minuten lang und zeigt den King in Bestform. Leider ist das Bild ein bisschen zu dunkel und der Ton kann ebenfalls nicht mit dem des vorangegangenen Films mithalten. Nichtsdestotrotz werden auch hier viele Nahaufnahmen geboten und auch die schwarze Ausgabe des Pinwheel Suits trug Elvis nicht häufig.

 

05. April 1972: Buffalo/New York

Die zweite Scheibe beginnt mit einem knapp 19minütigen Ausschnitt des Eröffnungskonzertes der ersten Tournee des Jahres 1972. Elvis bewegt sich viel weniger als im November des Vorjahres und agiert insgesamt deutlich zurückhaltender. Der Kameramann befand sich direkt vor der Bühne, das Bild ist allerdings etwas grobkörnig. Elvis hatte seine Show etwas verändert, begann jetzt mit See See Rider. Weitere neue Songs waren Never Been To Spain, Until It's Time For You To Go und An American Trilogy. Beim Flötensolo des letztgenannten Liedes endet dann auch der Film.

 

17. Juni 1972: Chicago/Illinois (Abendshow)

Vom der nächsten Tour bekommen wir sieben Minuten zu sehen. Das Bild ist besser als beim vorangegangenen Clip und auch Elvis wirkt aktiver. Im direkten Vergleich zum November des Vorjahres fällt allerdings auf, dass der King zwar noch in die alten Anzüge passt, aber dennoch ein paar Kilos zugelegt hat. Er beginnt die Show wieder mit That's All Right, während des Gitarrensolos dreht er sich zu den Zuschauern hinter der Bühne. Auch bietet er im Rahmen von Suspicious Minds eine Karate-Demonstration, wenn auch nicht mehr so wild wie 1971.

 

12. August 1972: Las Vegas/Nevada (Midnight Show)

Dieser Film zählt zu den Highlights des Sets, denn die Bildqualität ist mal wieder außergewöhnlich gut. Zudem trägt Elvis auch noch eines der raren dreiteiligen Outfits. Statt dem üblichen Jumpsuit also eine Kombination aus Hose, Hemd und Jackett. Der Kameramann befand sich direkt vor der Bühne, der Ton wurde von einer Soundboardaufnahme ergänzt. Wir sehen die Songs Proud Mary und Never Been To Spain. You Don't Have To Say You Love Me und Polk Salad Annie werden ohne die Jacke präsentiert, der Film endet beim Action-Teil  von PSA.

 

02. September 1972: Las Vegas/Nevada (Midnight Show)

Am Ende des Gastspiels kehrte Elvis wieder zu seinen typischen Jumpsuits zurück. Auch dieser Clip ist ein Highlight, denn abermals ist die Bildqualität erstaunlich gut. Diesmal wurde vom Balkon etwas seitlich der Bühne gefilmt, aber viel mit dem Zoom gearbeitet. Wir sehen unter anderem eine Performance von Johnny B. Goode (Elvis hatte die Nummer als zweiten Song in die Show genommen und trägt ihn mit Gitarre vor) und beobachten den King, wie er während Hound Dog einen Stoffhund ins Publikum wirft. Bei Fever bringt er den Saal mit seinen Bewegungen in Wallung, wir hören Kreischen, Jubel und Gelächter. Der Film liefert wirklich tolle Impressionen der Show und macht wirklich Spaß.

 

09. November 1972: Tucson/Arizona

Hier filmte der Kameramann direkt vor der Bühne, leicht rechts von Elvis. Das Bild ist etwas grobkörnig, nicht ganz so gut wie bei den vorangegangenen Vegas-Clips. Der zweieinhalbminütige Film liefert Eindrücke von See See Rider, You Gave Me A Mountain, Hound Dog und I'll Remember You.

 

15. November 1972: Long Beach/California

Wieder befand sich der filmende Presley-Fan auf dem Main-Floor, jetzt aber etwas weiter weg. Ein Zoom wird nicht benutzt, so dass wir hier eine Totale der Bühne sehen. Drei Minuten und sechsunddreißig Sekunden dauert der Film, er liefert Eindrücke des Openings und endet mit dem Action-Teil von Polk Salad Annie.

 

23. Februar 1973: Las Vegas/Nevada (Closing Show)

Von der Abschlussvorstellung des Vegas-Gastspiels gibt es fast 14 Minuten zu sehen. Gefilmt wurde in der Mitte des Saales, wir bekommen eine Totale der Bühne. Nahaufnahmen gibt es nicht, aber dennoch ist das Bild sehr gut. Von Elvis kann man das nicht behaupten, denn man merkt ihm an, dass er unter dem Einfluss irgendwelcher Substanzen steht. Etliche Zeilen betont er zu scharf, klingt dabei fast schon bösartig-agressiv und auch seine Bewegungen sind übertrieben und streckenweise unpassend. Der Film beginnt mit dem Opening, der Vorhang öffnet sich und Elvis kommt raus. Mit dem Ende von See See Rider albert er etwas herum, die Performance des Steamroller Blues wirkt aufgrund seines Verhaltens etwas merkwürdig. Während Fever steht der King auf der neu errichteten, ins Publikum führenden Rampe und albert mit seinen Bewegungen herum. Auch dabei übertreibt er es. Am Ende von Can't Help Falling In Love wirft der King sein Cape ins Publikum, nachdem sich der Vorhang bereits gesenkt hat, kommt er nochmal raus, um den Applaus entgegenzunehmen. Für mich gehört der Film zu den interessantesten dieses Sets, weil man hier erstmals bemerkt, dass die Dinge begannen, schiefzulaufen.

 

22. Juni 1974: Providence/Rhode Island (Nachmittagsshow)

Weshalb Pyramid diesen Film auf das Set gepackt hat, ist mir schleierhaft. Fünf Minuten lang filmte der Kameramann von seinem Platz hinter der Bühne, das Bild ist zu dunkel, der Ton bestenfalls akzeptabel. Zu sehen gibt es See See Rider, die Dive Bomb-Routine von I Got A Woman, Amen, Fever und Polk Salad Annie.

 

22. Juni 1974: Providence/Rhode Island (Abendshow)

Auch von der Abendvorstellung bekommen wir fünf Minuten zu sehen, diesmal wurde aber vor der Bühne gefilmt und die Bildqualität ist durchaus ansprechend. Elvis stellt sich als Wayne Newton vor, singt Love Me, bietet am Ende von I Can't Stop Loving You ein paar Vocal Gymnastics und überreicht einer Frau ein Halstuch. Am Ende der Veranstaltung schüttelt er zahlreiche Hände und verlässt die Bühne.

 

01. September 1974: Las Vegas/Nevada (Midnight Show)

Dieser Clip hätte das Highlight der DVD werden können, wenn das analoge Band keinen Wasserschaden hätte. Gerade am Anfang sind die Bildstörungen massiv, aber der Effekt nimmt mit jedem Film-Meter ab und grundsätzlich weist das Bild eine erstaunlich gute Qualität auf. Gefilmt wurde vom Balkon aus, der Kameramann arbeitet allerdings mit dem Zoom. Elvis trägt den Black Spanish Flower Suit, was optisch schon mal eine erfreuliche Besonderheit darstellt. Der Film beginnt mit dem Opening, Elvis betritt die Bühne, schüttelt zahlreiche Hände und legt dann mit See See Rider los. Wir bekommen Impressionen von It's Midnight, Big Boss Man und If You Talk In Your Sleep. Bei letzterem Song baute Elvis mal wieder eine Karate-Demonstration ein. Wir sehen auch, wie der King aus dem Buch seines Freundes John O' Grady vorliest und am Ende der Show, als sich der Vorhang bereits gesenkt hat, noch einmal auf die Bühne kommt und weitere Fan-Hände schütelt. Insgesamt bin ich froh, dass Pyramid den Film nicht aufgrund des Wasserschadens aussortiert hat, denn trotz der Bildstörungen ist der Clip interessant anzuschauen.

 

01. September 1974: Las Vegas/Nevada (Midnight Show)

Die DVD endet mit einem weiteren Film der Midnightshow vom 01.09.1974. Diesmal wurde vom Balkon gefilmt, wenn auch nur etwa zwei Minuten lang. Auch hier ist das Bild ansprechend, zumal der Film unbeschädigt ist. Wir bekommen Impressionen von der Karate-Vorführung während If You Talk In Your Sleep und vom Finale mit Can't Help Falling In Love.

 

Fazit & Bewertung

Hier und dort findet man Füllmaterial, aber insgesamt punktet auch dieser Teil der Reihe mit einer ordentlichen Anzahl guter bis sehr guter Fan-Filme.

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte Cover bei Pyramid.