Sold Out! - Volume 14

 

Der Juli 2022 bringt uns zwei weitere Teile der Sold Out! - The Ultimate 8mm Collection, es handelt sich um die Ausgaben 14 und 15. Wie die Abbildung der Verpackung unschwer errraten lässt, wird hier Volume 14 beschrieben.

Zwei Datenträger stecken in einem doppelt aufklappbaren Digi-pak, die Laufzeit entspricht ca. zwei Stunden und vierzig Minuten. Die Liner Notes stammen von Laurens van Houten (von ihm stammen die auf dem Cover verwendeten Fotos) und Dick Grob, einem der Leibwächter des Kings. Der Fotograf schiebt sämtliche Versäumnisse von Elvis dem Manager in die Schuhe, der andere stellt seinen ehemaligen Arbeitgeber als beinharten Perfektionisten dar. Beide Aussagen sind kompletter Bullshit.

 

Las Vegas Scenery 1972

Quasi als Intro bekommen wir vier Minuten lang Impressionen des Las Vegas von 1972 zu sehen. Während der Fahrt in die damals noch längst nicht so glitzernde Metropole wird aus dem Fenster gefilmt, dann bekommen wir das Hilton Hotel bei Nacht zu sehen.

Ich bin ja bekanntermaßen ein großer Fan solcher Aufnahmen, weil sie uns die Welt von damals, also Elvis' Gegenwart, zeigen. Und die war nun einmal ganz anders als heute.

 

Summer Festival 1973

Weiter geht es mit einem dreiminütigen Clip des 1973er Sommergastspiels. Hier ist nichts wirklich chronologisch, alles wirkt zusammengewürfelt. Das Bild ist überbelichtet und der Ton eher mäßig. Trotzdem hat das Filmchen seine Berechtigung, denn bewegte Bilder dieses Engagements sind rar.

 

29. Juni 1974, Kansas City/Missouri

Den ersten "richtigen" Konzertfilm gibt es erst jetzt zu sehen, 31 Minuten lang wurde während der Nachmittagsvorstellung in Kansas City gefilmt. Der aufnehmende Fan befand sich etwas links von der Bühnenmitte, die Bilder wurden mit Soundboard-Mitschnitten unterlegt. Das Bild ist in Ordnung, Nahaufnahmen des Sängers, der übrigens den "Inca Gold Leaf Suit" trägt, gibt es keine. Ausschnittweise wird das gesamte Konzert wiedergegeben, die Show selbst entspricht dem Standard dieser Zeit. Am Ende von "Polk Salad Annie" gibt es etwas Body Action (allerdings kein Vergleich zu 1969-1971), zu den neuen Titeln im Live-Programm gehört "Big Boss Man", von dem wir ebenfalls einen Ausschnitt sehen.

 

 

 

26. April 1975, Tampa/Florida

Es folgen sieben Minuten und zwanzig Sekunden von der Afternoom Show in Tampa. Während wir "See See Rider" hören, sehen wir eine Limousine (vermutlich mit Elvis darinnen) vorfahren, dann folgt ein Schnitt und wir befinden uns im Konzert. Nach "Love Me" gelangt eine Bowlingkugel (?) auf die Bühne, was den King zu der Bemerkung veranlasst, eine der Sweet Inspirations habe wohl etwas verloren (gemeint ist Füllmaterial für das Top) und gibt den Ball Estelle Brown. Eine spaßige Szene! Zu den Höhepunkten gehört ein kurzer Ausschnitt von "It's Midnight", sowie ein fast komplett gefilmtes "Burning Love" sowie das Ende von "T-R-O-U-B-L-E". Obwohl der Meister im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen hat, bewegt er sich recht schwungvoll. Interessant ist auch ein kurzer Ausschnitt von "That's All Right", während dem Elvis nicht Gitarre spielt. Unterlegt wurden die Szenen mit Soundboard-Aufnahmen, der Kameramann befand sich etwas links von der Bühne. Close Ups gibt es auch hier nicht, insgesamt ist die Bildqualität ordentlich.

 

30. April 1975, Atlanta/Georgia

Die Position des filmenden Fans ist ähnlich, gleiches gilt für Bild und Ton. Elvis trägt in diesem 3minütigen Clip die weiße Ausgabe des oben beschriebenen Anzugs. Während "Love Me" nimmt er einen großen Stoff-Tiger entgegen, als ein BH auf die Bühne fliegt, legt der King ihn JD Sumner auf den Kopf. Wieder bietet Elvis während "Burning Love" und "T-R-O-U-B-L-E" etwas Body Action.

 

18. August 1975, Las Vegas/Nevada

Zum Abschluss der ersten Scheibe sehen wir 31 Minuten der Opening Show des "Elvis Summer Festival 1975" in Las Vegas. Nach kurzen Eindrücken von der Spielerstadt geht es direkt ins Konzert. Die Kamera befindet sich im Bereich der Bühnenmitte, dem aufnehmenden Fan gelangen auch ein paar schöne Nahaufnahmen. Bild- und Tonqualität sind für Aufnahmen dieser Art überdurchschnittlich gut. Elvis trägt den "Eskimo Totem Plole Suit", der mit seinem überladenen Design quasi das Gegenteil der Outfits vom März und Apirl des Jahres darstellt. Während "Love Me" bekommt der King eine überdimensionale Sonnenbrille und eine Krokodil-Handpuppe, die er natürlich gleich zum Einsatz bringt. Auch eine Federboa wird gereicht, die der King ebenfalls umlegt. Für einen guten Gag machte sich Elvis gerne mal zum Horst. Weiterhin sehen wir unter anderem eine der beiden 1975er Live-Versionen von "Suspicious Minds", sowie "My Boy", "Polk Salad Annie", "T-R-O-U-B-L-E" und "How Great Thou Art". Wirklich dynamisch wirkt der King nicht, aber seine Bewegungen als "sich herumschleppen" zu beschreiben, so wie es damals ein Kritiker tat, ist dann wohl doch übertrieben.

 

27. Juli 1976, Syracuse/New York

Weiter geht es mit elf Minuten aus Syracuse im Bundesstaat New York. Der filmende Fan saß auf einem der Balkone, etwas links von der Bühne. Nahaufnahmen gibt es keine, Bild und Ton sind durchschnittlich. Der Clip gibt in geraffter Form die gesamte Show wieder, der Sänger trägt den "White Egyptian Bird Suit" und wirkt noch etwas schwerfälliger als ein Dreivierteljahr zuvor in Vegas.

 

31. Dezember 1976, Pittsburgh/Pennsylvania

Dieser 43minütige Film darf mit Fug und Recht als Füllmaterial bezeichnet werden, denn das Silvester-Konzert 1976/77 ist bereits vielfach dokumentiert - und zwar mit deutlich besserem Material! Dass man uns mit einem so langen, qualitativ minderwertigen Clip belästigt, ist eine Frechheit.

 

27. März 1977, Abilene/Texas

Der nächste Film ist deutlich interessanter. Der Kameramann befand sich etwas rechts der Bühne, Bild und Ton sind in Ordnung. Nahaufnahmen gibt es nicht, aber man ist auch nicht zu weit vom Geschehen entfernt. Zwar ist der King von seiner alten Form weit entfernt, aber immerhin inkludierte er die Gitarren-Session (mit "That's All Right" und "Are You Lonesome Tonight") sowie das nur noch selten gespielte "Blue Suede Shoes". Das Highlight ist freilich die spontane und komplett gefilmte Fassung von "Lawdy Miss Clawdy". Hier ist der King wieder ganz der alte, wiegt seinen Körper im Takt der Musik und hat sichtlich Spaß an seinem Tun. Das hatte damals leider nur noch Seltenheitswert. Umso schöner, diesen raren Moment miterleben zu dürfen. Insgesamt läuft der Film 22 Minuten.

 

26. Mai 1977, Binghampton/New York.

Das Set endet mit einem 7minütigen Clip vom 26.05.1977. Der filmende Fan saß offenbar auf einem Balkon schräg links von der Bühne. Wir sehen Elvis nur aus der Entfernung und das auch noch in eher mäßiger Bildqualität. Der Ton ist in Ordnung, was aber nicht wirklich weiterhilft. Der Film arbeitet sich im Zeitraffer durch die komplette Show, zu den eher selten gesungenen Titeln gehört "Polk Salad Annie".

 

Fazit & Bewertung

Die 43 Minuten aus Pittsburgh sind nichts als Füllmaterial, ansonsten bietet das Set solide 8mm Filme. Highlights sucht man allerdings vergeblich.

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte Cover bei Pyramid.