Sold Out! - Volume 11

 

Ein Jahr nach dem Start der Reihe bringt Pyriamid im Dezember 2021 den nunmehr elften Teil von Sold Out! - The Ultimate 8mm Collection auf den Markt.

Wie gehabt bekommen wir zwei DVDs mit einer Laufzeit von ca. 2 Stunden und 40 Minuten in einem doppelt aufklappbaren Digi-pak. Die Liner Notes stammen von Mindi Miller, schlauerweise erfolgt die Fortsetzung des Textes im Rahmen des zwölften Teils der Reihe. Da hat Pyramid offenbar vom guten, alten Colonel Parker gelernt.

 

8. November 1971: Philadelphia/Pennsylvania

Teil 11 beginnt mit knappen neun Minuten aus Philadelphia. Der Kameramann stand auf dem Main Floor, kam aber nicht wirklich nahe an Elvis heran. Zudem ist das Bild auch etwas unscharf. Wir sehen das Konzert quasi aus der Sicht eines Fans, der zwar einen guten Sitzplatz ergattern konnte, aber leider seine Brille zuhause vergaß.  Der Clip deckt mit seinen Ausschnitten die gesamte Show ab, der King ist wie immer in diesen Tagen gut drauf und wirkt sehr dynamisch. Es gibt sicherlich schlechtere 8mm-Filme als diesen, grundsätzlich halte ich ihn im Rahmen einer solchen Serie allerdings für verzichtbar.

 

13. November 1971: Dallas/Texas (Abendshow)

Fünf Tage später befand sich der filmende Fan an einer ähnlichne Stelle der Arena, kam dem King aber wesentlich näher und auch das Bild ist deutlich detailreicher. An die ganz großen 8mm-Filme kommt dieser nicht heran, aber zweifellos gehört er in diesem Bereich zum oberen Drittel. In Ausschnitten wird auch hier das gesamte Konzert abgedeckt, der King bewegt sich viel, präsentiert ein paar zackige Karate-Moves und ist ganz offensichtlich voll in seinem Element. Diese 14 Minuten machen Spaß.

 

7. April 1972: Dayton/Ohio

Auch aus Dayton bekommen wir eine knappe Viertelstunde zu sehen, hier gelangen sogar Nahaufnahmen des Meisters. Leider ist das Bild sehr unscharf und der Ton auch nicht besonders gut. Insofern halte ich den Clip -ähnlich wie den ersten- für Füllmaterial.

 

19. Juni 1972: Wichita/Kansas

In Wichita wurden fünf Minuten gefilmt, die Kamera war direkt vor der Bühne positioniert. Elvis selbst trägt diesmal keinen seiner üblichen Jumpsuits, sondern eine Kombination aus Hemd, Hose und Jackett. Überdies gibt es auch noch etliche Close Ups zu sehen. Das alles klingt nach einem Highlight, doch leider ist das Bild sehr unscharf und der Ton schlicht und einfach eine Zumutung. Im Endergebnis hätte sich Pyramid auch dieses Filmchen sparen können.

 

23. Juni 1973: Uniondale/New York (Abendshow)

Nach zwei schwachen Filmen kehren wir hier wieder zum Niveau des 1971er Dallas-Clips zurück. Der zehnminütige Ausschnitt aus der Uniondale-Show ist sogar noch etwas besser, weil es mehr Nahaufnahmen gibt. Im direkten Vergleich fällt auf, dass Elvis in den vergangenen Jahren etliche Pfunde zugelegt hat, mit der Musik geht er aber nach wie vor mit und scheint durchaus Gefallen an dem zu finden, was er da tut. Der Clip deckt ebenfalls das komplette Konzert ab und ist nett anzuschauen.

 

24. Juni 1973: Uniondale/New York (Nachmittagsshow)

Am folgenden Tag wurden nur fünf Minuten gefilmt, die Qualität ist aber ähnlich gut. Obgleich das Konzert aus der Sicht des Kings zu nachtschlafender Zeit stattfand, ist auch auch hier wieder recht aktiv und wirkt deutlich vitaler als während der im Januar aufgezeichneten TV-Show Aloha From Hawaii Via Satellite.

 

21. Juni 1974: Cleveland/Ohio

Der Film beginnt mit einer Szene, in der Elvis in seine Limousine steigt, dann geht's zur Cleveland-Show. Der Film wurde mit einer Soundboard-Aufnahme unterlegt, die Kamera befand sich links auf dem Mainfloor. Der nahezu 20minütige Clip deckt die Show vollständig ab, ist aber auch wieder recht unscharf und hat damit auf einer ultimativen Sammlung nichts zu suchen.

 

27. April 1976: Spokane/Washington

Die dreieinhalb Minuten aus Spokane zeigen einen korpulenten Elvis...und das auch noch in unscharfer, verpixelter Form. Da hilft es auch nichts, die Bilder mit einer Soundboard-Aufnahme zu unterlegen.

 

23: Juni 1974: Philadelphia/Pennsylvania (Nachmittagsshow)

Wir sehen Elvis beim Verlassen des Hotels. Den Peacock-Jumpsuit hat er bereits an, darüber liegt ein Ledermantel. Er steigt in die Limousine und macht sich auf dem Weg zum Auditorium. Hier kommt er beim Betreten der Bühne direkt an der Kamera vorbei, so dass der Film mit großartigen Closeups beginnt. Die fast 13 Minuten wurden aus mehreren Quellen zusammengeschnitten, eine Kamera fingt das Geschehen von der Rückseite ein, eine weitere vom Mainfloor. Dem letzteren Filmer gelangen ebenfalls schöne Nahaufnahmen, denen allerdings wieder jene Schärfe fehlt, die die Clips der absoluten Oberliga auszeichnet. Dennoch haben wir es hier mit einem weit überdurchschnittlichen Film zu tun, der angenehm anzuschauen ist und einen die 1974er Presley-Show gut nachvollziehen lässt.

 

23: Juni 1974: Philadelphia/Pennsylvania (Abendshow)

Am Abend, hier trug Elvis den American Eagle Suit, wurden ebenfalls annähernd 13 Minuten gefilmt, die Bildqualität ist vergleichbar. Wir sehen also abermals einen Film, den man mit Fug und Recht qualitativ zum oberen Drittel der 8mm-Clips zählen darf. Elvis liefert eine gute Show, wenn er die typischen Oldies a' la All Shook Up auch nur noch nebenbei singt und sich bei Songs wie Polk Salad Annie längst nicht mehr so wild bewegt wie noch drei Jahre zuvor. Im Vergleich mit dem 1971er Philadelphia-Auftritt wirkt der King deutlich gesetzter. Das soll allerdings nicht heißten, dass seine Darbietung nicht sehenswert wäre.

 

25. Juni 1974: Columbus/Ohio

Weiter geht es mit einem Stummfilm, der uns einen zweieinhalbminütigen Ausschnitt aus dem Konzert des folgenden Tages zeigt. Die Bildqualität entspricht den beiden vorangegangenen Clips.

 

5. Oktober 1974: Indianapolis/Indiana

Zu Beginn sehen wir, wie Elvis in einer schwarzen Limousine zur Halle gefahren wird. Dann wird es übel, denn die Bildqualität ist schlecht. In weiten Teilen ist der Film unscharf und verwackelt, die unterlegte Soundboard-Aufnahme kann das Ganze nicht retten. Überdies macht sie deutlich, dass sich der King damals in keinem guten Zustand befand. Selbst die schlechte Qualität des Films kann nicht verdecken, dass Elvis seit dem Sommer des Jahres fülliger geworden ist und deutlich abgebaut hat.

 

4. Mai 1975: Lake Charles/Louisiana (Abendshow)

Aus Lake Charles bekommen wir sechs Minuten und vierzig Sekunden zu sehen, die Kamera befand sich auf der rechten Seite des Mainfloors. Elvis trägt ein dreiteiliges Kostüm mit gold/roten Applikationen. Unterlegt wurde der Film mit Soundboard-Aufnahmen. Es ist interessant, den Meister bei der Kommunikation mit seinen Fans zu beobachten und ihn -trotz seines erkennbaren Übergewichts- in guter Verfassung mit mit Spaß an der Arbeit zu erleben. Leider ist das Bild ählich verpixelt wie beim Clip aus Spokane, so dass man die Aufnahmen nicht wirklich genießen kann.

 

5. Mai 1975: Jackson/Mississippi

Dass nahezu 11 Minuten von der Benefiz-Veranstaltung in Jackson zu sehen sind, sorgte vor Veröffentlichung dieser Folge für Aufsehen in der Fan-Welt. Der mit einer Soundboardaufnahme unterlegte Film ist leider dermaßen unscharf und verpixelt, dass man die Präsentation auf einer Sammlung wie dieser schon fast als Unverschämtheit bezeichnen kann.

 

31. Mai & 1. Juni 1975: Huntsville/Alabama (jeweils Nachmittagsshow)

Weshalb Pyramid die beiden Clips nicht auf zwei Tracks verteilt hat, bleibt ebenso rätselhaft wie die Veröffentlichung des gnadenlos schlechten Jackson-Clips. Zunächst sehen wir Elvis' Ankunft im Hotel, dann wird der Meister auf dem Weg zum lokalen Civic Center gezeigt. Gefilmt wurde auf der rechten Seite des Mainfloors, unterlegt wurden die Bilder mit einer Soundboard-Aufnahme. Im direkten Vergleich mit dem Sommer 1974 fällt auf, dass Elvis deutlich zugenommen hat und sich gerade während des Oldie-Blocks mehr mit den Damen am Bühnenrand beschäftigt als dass er singt. Zwar liefert er bei den neueren Songs auch vokal noch ab, die gesamte Veranstaltung ist allerdings inzwischen mehr Show als Konzert. Die Bildqualität ist ordentlich, kann aber nicht mit den Highlights der Sold Out-Serie mithalten. Beide Huntsville-Filme kommen zusammen auf eine Laufzeit von ca. 25 Minuten.

 

19. Juli 1975: Uniondale/New York (Abendshow)

Die DVD schließt mit knapp 3 Minuten aus Uniondale, gefilmt vom Balkon leicht rechts. Der Abschied des Kings wurde aus einer anderen Perspektive aufgenommen, hier sehen wir jede Menge großartiger CloseUps. Diese Sequenzen sind allerdings schon von anderen Teilen der Reihe bekannt.

 

Fazit & Bewertung

Die besten Clips sind "ganz nett", die meisten mittelmäßig und einige wirklich schlecht. Mit einer ultimativen Sammlung hat das hier nichts zu tun.

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte Cover bei Pyramid.