If I Can Dream / Edge Of Reality

Mit der am 5. November 1968 veröffentlichten Kopplung If I Can Dream / Edge Of Reality  bewirbt RCA Victor sowohl das kommende TV-Special SINGER presents Elvis, als auch den aktuellen Kinofilm Live A Little, Love A Little.

Billboard notiert die Scheibe am 30. des Monats auf dem 100. Platz der Singles-Hitparade Hot 100. Mit mehr als einer Million verkauften Kopien hält sich der Tonträger 13 Wochen lang in der Chart und erreicht den 12. Platz. Die RIAA würdigt diese Leistung 1992 mit einer Goldenen Schallplatte.

Im Ausland ist If I Can Dream  ebenfalls erfolgreich, lediglich die Australier bevorzugen Edge Of Reality  und machen den Song zum Top10-Hit. Insgesamt verkauft sich die Single zwei Millionen Mal und ist damit die erfolgreichste 45er des Kings seit drei Jahren.

Das Cover zeigt ein Werbe-Foto für die TV-Show SINGER presents Elvis. Der King sieht modern aus, erinnert aber mit seiner Frisur und den längeren Koteletten auch ein wenig an seine glorreichen Tage in den 1950ern. Somit unterstrich er auch optisch den ReLaunch seiner Karriere.

RCA Victor hatte ursprünglich eine zweite Single zum Film Live A Little, Love A Little  geplant. Aufgrund des mangelnden Verkaufserfolgs von A Little Less Conversation / Almost In Love  entschied man sich jedoch kurzfristig, einen Song des kommenden TV-Specials SINGER presents Elvis  auf die A-Seite zu nehmen.

 

If I Can Dream

In der TV-Show stellt If I Can Dream  das große Finale dar. Aufgenommen wurde der von W. Earl Brown verfasste Traum von einer besseren Welt am 23. Juni 1968 innerhalb von fünf Takes.

Elvis' Stimme klingt ungewöhnlich rau und er trägt den Song hochgradig emotional, ja fast schon unkontrolliert vor. Gesanglich orientierte er sich dabei übrigens an Tony Bruno, den er in den Monaten zuvor in Las Vegas gesehen hatte.

If I Can Dream  fand sich später auch auf den Alben Elvis  (1968) und A Legendary Performer - Volume 2  (1976) sowie der 4-LP-Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1  (1970).

 

Edge Of Reality

Als Komponisten zeichnen Bill Giant, Bernie Baum und Florence Kaye verantwortlich, die Aufnahme erfolgte am 7. März 1968 bei Western Recorders in Hollywood, Kalifornien. Elvis benötigte acht Takes für diese leicht psychedelisch angehauchte Nummer, die deutlich von den typischen Movie Tunes abweicht und mir recht gut gefällt.

Im Album-Format war Edge Of Reality  erstmals auf der CAMDEN-LP Almost In Love  (1970) zu hören.

 

Fazit & Bewertung

Nachdem sich der King mit der Fernsehshow SINGER presents Elvis  erneut ins Gespräch gebracht hatte, schien es auch wieder einen Markt für seine Musik zu geben. Mit seinem neuen Gesangsstil, dem modernen Arrangement und den sozialkritischen Untertönen traf der ehemalige Rock'n'Roll - König offenbar wieder den Geschmack des Publikums.