Come What May / Love Letters

Die neuste Presley-Single heißt Come What May / Love Letters  und ist ab dem 8. Juni 1966 in den Geschäften erhältlich.

Im Gegensatz zu RCA Victor betrachtet Billboard Love Letters  als den Hauptsong und notiert ihn am 2. Juli in den Hot 100 auf Rang 57. Insgesamt ist das Lied sieben Wochen lang in der Hitparade zu finden und erreicht den 19. Platz.

Auch außerhalb der USA wird Love Letters  als A-Seite gehandelt und in den Top30 vieler Länder notiert, in Großbritannien landet der Song sogar auf Rang 5.

Zunächst verkaufen sich 450.000 Kopien, der weltweite Gesamtabsatz beläuft sich auf 1,25 Millionen.

Die Bildhülle wurde mit einem Promo-Foto zum Spielfilm Paradise, Hawaiian Style  geschmackvoll gestaltet. Natürlich darf auch der Hinweis auf das kommende Soundtrack-Album nicht fehlen.

 

Come What May

Hier verspricht der Sänger seiner Liebsten die Treue - komme, was wolle. Erneut wurde das Lied nicht speziell für Elvis geschrieben, sondern von diesem nur adaptiert. Das Original sang Al Casey im Jahre 1957, Elvis' Favorit dürfte allerdings die wenig später entstandene Aufnahme von Clyde McPhatter gewesen sein.

Der King spielte seine Version von Come What May  am 28. Mai 1966 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee ein und benötigte dafür acht Takes.

Elvis und seine Mannen lassen sich hier ein wenig gehen und liefern eine sehr lockere, fast schon ausgelassene Performance ab. Auch diese Aufnahme gefällt mir sehr gut, denn der Spaß, den die Beteiligten hier offenbar hatten, überträgt sich wunderbar auf den Zuhörer.

Geschrieben wurde Come What May  übrigens von Franklin Tableporter.

 

Love Letters

Bei der Ballade handelt es sich um die Titelmelodie des gleichnamigen Spielfilms von 1945. Geschrieben wurde sie von Victor Young, der im Januar desselben Jahres auch mit seinem Orchester eine Instrumentalversion aufnahm. Edward Heyman schrieb einen Text dazu, der einen Monat später von Dick Brown eingesungen wurde. Es folgten noch viele andere Interpreten, unter anderem auch Perry Como, der den Song gleich zweimal (1945 und 1958) aufnahm.

Elvis' Version entstand am 26. Mai 1966 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee, insgesamt benötigte er neun Takes. 1968 fand sich Love Letters  auch auf dem Album Elvis' Gold Records - Volume 4, eine Neuaufnahme vom Sommer 1970 wurde im folgenden Jahr auf der LP Love Letters From Elvis  herausgebracht.

Zwischen April 1976 und Februar 1977 sang der King Love Letters  auch regelmäßig live auf der Bühne. Hier nutzte er den Song, um seinen Pianisten David Briggs, der auch während der Studio-Aufnahmen Klavier gespielt hatte, dem Publikum vorzustellen.

Mir persönlich gefällt diese romantische Ballade sehr gut. Der Sänger ist von seiner Liebsten getrennt, so dass den Turteltäubchen nur der Schriftverkehr bleibt. Elvis' Stimme klingt einfach grandios und seine Interpretation strotzt nur so vor Gefühl.

Weder seine spätere Neuaufnahme im Studio, noch die zahlreichen Live-Versionen konnten mit der hier zu hörenden Darbietung mithalten.

 

Fazit & Bewertung

Welches Lied man auch immer als A-Seite betrachten mag, die Single bietet Abwechslung und enthält zwei großartige Darbietungen. Leider ist die Scheibe heute ein wenig in Vergessenheit geraten.