The Memphis Record

Im Rahmen einer Serie von Veröffentlichungen zum 10. Todestag des Kings bringt RCA im Jahr 1987 die Doppel-LP The Memphis Record  auf den Markt.

Das aufklappbare Cover ist wie die Sonderausgabe einer Zeitung gestaltet, auf der Innenseite befindet sich ein Artikel von Peter Guralnick.

Produziert wurde das Album von Gregg Geller, für Mix und Mastering zeichneten Rick Rowe und Jack Adelman verantwortlich. Durch die damals neue digitale Nachbearbeitung klangen die Aufnahmen sauberer als jemals zuvor.

 

Stranger In My Own Hometown

Das Album beginnt gleich mit einem echten Highlight. Es heißt Stranger In My Own Hometown  und stammt aus der Feder von Percy Mayfield, der den Titel auch als erster aufnahm.

Nach einer vorherigen Probe spielte Elvis den Song am 17. Februar 1969 in nur einem einzigen Take ein und lieferte damit eine seiner besten Blues-Aufnahmen ab. Man kann dem King und seinen Musikern die Sanges- und Spielfreude förmlich anhören - ein absolut großartiger Track! Für Elvis' Verhältnisse recht ungewöhnlich kommt hier sogar eine Sitar zum Einsatz.

Die Nachbearbeitungen erfolgten übrigens am 7. Mai 1969 (Hintergrundgesang, Streicher und Blechbläser). Erstmals veröffentlicht wurde der Song auf dem Doppel-Album From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis.

 

Power Of My Love

Bernie Baum, Bill Giant und Florence Kaye sind heute vor allem als Lieferanten mittelmäßiger Filmschlager bekannt. Dass sie auch anders konnten, bewiesen sie mit Power Of My Love. Mit kraft- und testosteronstrotzender Stimme wirbt Elvis hier für seine Qualitäten und hat dabei hörbar seinen Spaß.

Aufgenommen wurde der Titel am 18. Februar 1969, Take 7 (tatsächlich war es der achte Durchgang) wurde zum Master-Take. Am 22. Februar nahm der King den Harmonie-Gesang auf, Blechbläser und Hintergrundgesang folgten am 19. und 25. März.

Die hier zu hörende Fassung läuft ein wenig länger als die Version auf dem Album From Elvis In Memphis.

 

Only The Strong Survive

Der Song stammt aus der Feder von Kenny Gamble, Leon Huff und Jerry Butler. Letzterer nahm ihn auch als erster auf und konnte1968 sogar einen Top5-Hit damit landen. Elvis' Fassung entstand am 19. Februar 1969, erst beim 29. Durchgang hatte der King die Nummer im Kasten. Vocal Repairs erfolgten am 22. Februar, einen Monat später wurden Blechbläser (18. März), Streicher (21. März) und Hintergrundgesang (25. März) hinzugefügt.

Den so entstandenen Master veröffentlichte RCA auf der LP From Elvis In Memphis,  auf dieser neuen Doppel-LP ist eine alternative Gesangsaufnahme des Kings zu hören.

In dem Lied erzählt der Sänger übrigens von seiner ersten, unglücklichen Liebe und der daraus resultierenden Botschaft seiner Mutter: Junge, Lass Dich Nicht Unterkriegen! 

 

Any Day Now

Tatsächlich auf eine 45er geschafft hat es dieser Song von Bob Hilliard und Burt Bacharach. Chuck Jackson nahm Any Day Now  als erster auf und erreichte damit 1962 den 23. Platz der Hot 100.

Elvis spielte den Titel am 20. Februar 1969 ein und benötigte dafür 6 Takes. Ein Vocal Repair erfolgte am 22. Februar, Geigen und Blechbläser wurden am 18. März hinzugefügt, der Hintergrundgesang wurde am 25. März eingespielt.

Der Sänger befürchtet in dem Lied, seine Frau könne ihn jederzeit verlassen und bittet sie inständig, dies nicht zu tun.

Für mich zählt Any Day Now  zu den ganz großen Songs der LP From Elvis In Memphis. Bei RCA Victor dachte man wohl ähnlich und veröffentlichte ihn vorab auf der Rückseite der Single In The Ghetto.

 

Suspicious Minds

Der Song wurde am 22. Januar 1969 im American Sound Studio in Memphis, Tennessee aufgenommen. Nachdem der achte Versuch zum Master-Take erklärt worden war, ergänzte Elvis am selben Tag den Harmonie-Gesang. Am 24. Januar wurde der Hintergrundgesang aufgenommen, die Streicher folgten am 7. Mai.

Um die Studio-Aufnahme der Konzertversion anzupassen, blendete Bill Porter am 7. August im United Recording Studio den Song am Ende mehrfach aus und wieder ein und fügte außerdem Blechbläser hinzu. Da alle acht Tonspuren bereits belegt waren, ließ er die Musiker während des Mixings live im Studio spielen - einmal für die Stereo-Version und einmal für die Mono-Ausgabe der Single Suspicious Minds / You'll Think Of Me.

Später fand sich die Aufnahme auch auf der 4-LP-Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1  (1970). Live-Versionen sind auf den Alben From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis  (1969), Elvis As Recorded At Madison Square Garden (1972) und Aloha From Hawaii Via Satellite  (1973) zu hören.

Geschrieben wurde Suspicious Minds  übrigens von Mark James, der den Song auch als erster aufnahm. Elvis vereinnahmte die Nummer aber so sehr, dass ich heute kaum noch jemand an die Originalversion erinnert.

Auf The Memphis Record  sind die später eingespielten Blechbläser nicht mehr zu hören und auch auf das verlängerte Ende mit den Aus- und Einblendungen wurde verzichtet.

 

Long Black Limousine

Die Autoren heißen Vern Stovall und Bobby George, erstmals aufgenommen wurde das Lied von Wynn Steward. Zuerst veröffentlicht wurde jedoch das Original von Stovall selbst, gefolgt von einer Version des Country-Stars Glen Campbell.

Elvis' Aufnahme stammt vom 13. Januar 1969, Take 9 wurde zum Master-Take. Am 22. Januar erfolgten ein Vocal Repair (ab der Zeile Through tear-filled eyes... sang Elvis den Song noch einmal neu) und Aufnahmen der Blechbläser und des Klaviers. Der Harmonie-Gesang entstand am 24, Januar. Zum Abschluss wurden am 18. März noch Streicher hinzugefügt.

Auch diesen Country-Song verwandelte Elvis in eine packende Mischung aus Soul und Blues. Seine Freundin zog einstmals in die große Stadt und versprach, irgendwann in einer großen, schwarzen Limousine zurückzukehren. Genau das passiert auch, nur handelt es sich bei dem Fahrzeug nicht um eine Luxuskarosse, sondern um einen Leichenwagen!

Elvis' Gesang ist so voller Trauer, Wut und Schmerz, dass es mich auch nach Jahren immer wieder aufs Neue packt. Dazu kommt noch der wunderbar geschriebene Text und das erstklassige Arrangement. Für mich stellt Long Black Limousine  nicht nur das Highlight des Albums From Elvis In Memphis  dar, sondern gehört zu den besten Aufnahmen des Kings überhaupt.

 

Wearin' That Loved On Look

Auch dieser Titel gehört zu den Glanzleistungen des Kings. Man nimmt ihm jederzeit die Bestürzung und Wut ab, die er empfindet, als er feststellen muss, dass seine Holde es während seiner Abwesenheit hat mächtig krachen lassen und ihn eigentlich nur ausnutzt. Geschrieben wurde das Lied von Dallas Frazier und Al Owens.

Elvis' Aufnahme stammt vom 13. Januar 1969, der 15. Versuch wurde zum Master-Take. Am 21. Januar ersetzte der King seinen Gesangspart, am folgenden Tag wurde ein Gitarren-Overdub vorgenommen. In einem letzten Produktionsschritt nahm Chips Moman am 24. Januar den Hintergrundgesang auf.

Abermals ist hier übrigens ein anderer Gesangs-Take zu hören, als seinerzeit auf der LP From Elvis In Memphis.

 

I'll Hold You In My Heart (Till I Can Hold You In My Arms)

Der Klassiker wird bei Elvis zu einem klagenden Blues. Er vermisst seine Liebste und sehnt eindringlich ihre Nähe herbei. Geschrieben wurde der Song 1947 von Thomas Dilbeck, Vaughan Horton und Eddy Arnold. Letzterer konnte damit auch einen Mega-Hit landen, der satte 21 Wochen lang die Spitze der Hitparade belegte.

Elvis' Version stammt vom 22. Januar 1969. Bereits der erste Versuch wurde zum Master, RCA veröffentlichte ihn auf dem Album From Elvis In Memphis. 

 

After Loving You

Ursprünglich wollte Elvis After Loving You  bereits zur Mitte der 1960er einspielen, kam aber über eine private Aufnahme zur eigenen Klavierbegleitung nicht hinaus. Und so dauerte es bis zum 18. Februar 1969, ehe er den Song tatsächlich professionell in einem Studio sang.

Geschrieben wurde After Loving You  von Eddie Miller und Janet Lantz, die erste Aufnahme stammt von Joe Henderson aus dem Jahr 1962. Im selben Jahr spielte auch Eddie Arnold den Song ein, Jim Reeves folgte 1963 mit einer eigenen Fassung.

Der Sänger gibt hier zur Protokoll, keine andere Frau je wieder so lieben zu können wie die just verflossene, denn gegen ebendiese Lady seien alle anderen Damen schlicht zweitklassig. Auch hier steigert sich Elvis wunderbar in den Song hinein und liefert eine exzellente und überzeugende Performance ab. 

Im Vergleich mit der Fassung auf From Elvis In Memphis  läuft das Lied hier ein wenig länger.

 

Rubberneckin'

Am 20. Januar 1969 spielte Elvis den Song in im American Sound Studio in nur zwei Takes ein. Zwischen dem 22. und 24. Januar wurde der Hintergrundgesang aufgenommen, die Blechbläser folgten am 19. März.

Obwohl der Titel ursprünglich nicht dafür vorgesehen war, nutzte Universal ihn im Spielfilm Change Of Habit. Ende 1969 brachte RCA das Lied auf der B-Seite der Single Don't Cry Daddy  heraus, im Spätsommer 1970 fand es sich auch auf der CAMDEN-LP Almost In Love.

2003 brachte Sony/BMG einen von Paul Oakenfold erstellten ReMix in die Läden, der in Australien und einigen europäischen Ländern zum Top10-Hit avancierte.

 

I'm Movin' On

Als Hank Snow den Song 1950 veröffentlichte, hielt er sich 21 Wochen lang an der Spitze der Country Chart. Es existieren zahlreiche Cover-Versionen, darunter Aufnahmen von Ray Charles, Emmylou Harris und den Rolling Stones.

Elvis spielte den Song am 14. Januar 1969 innerhalb eines einzigen Takes ein, fünf Tage später wurden zusätzliche Instrumente aufgenommen. Am 22. Januar ersetzte der King schließlich weite Teile seines Gesangsparts, bevor am 24. Januar der Hintergrundgesang hinzugefügt wurde. Elvis ging I'm Movin' On  deutlich kraftvoller an als seinerzeit Hank Snow und verpasst dem Titel damit ein völlig neues Outfit.

Als Abweichung von der Fassung auf dem Album From Elvis In Memphis  wartet diese Doppel-LP mit einem anderen Vocal Track auf.

 

Gentle On My Mind

Der Song stammt aus der Feder von John Hartford, der damit 1968 einen Grammy gewann. Auch die Version von Glen Campbell wurde von der Academy Of Recording Arts And Sciences ausgezeichnet. Der Titel war sehr populär und wurde unter anderem auch von Aretha Franklin, Dean Martin, Johnny Cash und R.E.M. gesungen.

Elvis tat dies am 14. Januar 1969 und lieferte ebenfalls eine überzeugende Fassung dieses wunderbaren Country-Songs ab. Am 20. Januar nahm er Teile seines Gesangsparts neu auf und ergänzte den Harmonie-Gesang. Später folgten noch Blechbläser (18. März), Streicher (19. März), diverse andere Instrumente (20. März) und Hintergrundgesang (25. März).

Der Master war auf der LP From Elvis In Memphis  zu hören, Anfang 1977 veröffentlichte RCA Victor einen ReMix auf dem Album Welcome To My World.  

 

True Love Travels On A Gravel Road

True Love Travels On A Gravel Road  stammt aus der Feder von Dallas Frazier und Al Owens, Duane Dee landete damit 1968 auf dem 58. Platz der Country Chart. Elvis nahm den Titel am 17. Februar 1969 auf und sang ihn am 26. Januar 1970 in Las Vegas auch einmalig auf der Bühne.

Der Text handelt von der alle Stürme überstehenden Liebe zwischen dem Ich-Erzähler und seiner Frau. Elvis singt sehr emotional und bringt den Song sehr gut rüber.

True Love Travels On A Gravel Road  hätte sicherlich auch eine gute Single abgegeben, wenn man sich bei RCA Victor zu einer weiteren Auskopplung entschlossen hätte. Der Aufnahme des Master-Takes am 17. Februar folgte übrigens noch das Einspielen des Harmonie-Gesangs (22. Februar), der Geigen und des Hintergrundgesangs (25. März).

The Memphis Record  wartet mit einem alternativen Vocal Track zum Album From Elvis In Memphis  auf.

 

It Keeps Right On A-Hurtin'

Der King spielte den Titel am 20. Februar 1969 innerhalb von drei Takes ein. Die Geigen-Overdubs kamen am 21. März hinzu, drei Tage später folgte der Hintergrundgesang. 1962 landete der Komponist Johnny Tillotson mit It Keeps Right On A-Hurtin'  einen Nummer 3-Hit in der Hot 100, 1968 schaffte es Margaret Whiting mit ihrer Version in die Top20.

Der Text ist typisch für einen Country-Song. Der Lebenspartner ist weg und der Schmerz darüber groß. Das Lied ist nicht spektakulär, aber nett gemacht und wird von Elvis gut vorgetragen. Zu hören war es im Sommer 1969 auf dem Album From Elvis In Memphis.

 

You'll Think Of Me

Hier singt Elvis mal wieder eine Komposition von Mort Shuman, der vor allem zu Beginn der 1960er zusammen mit Doc Pomus einige herausragende Stücke für den King geschrieben hatte.

Der Interpret weiß bereits im Voraus, dass er nicht treu sein kann und seine Liebste irgendwann verlassen wird. Kurioserweise schafft es Elvis, den fast schon zynischen Text warmherzig und gefühlvoll klingen zu lassen. Ich mag das Lied sehr.

Aufgenommen wurde es am 14. Januar 1969 im American Sound Studio innerhalb von 23 Takes. Unter anderem kommt bei diesem Song auch eine Sitar zum Einsatz, was für Elvis' Verhältnisse recht ungewöhnlich ist. Am 21. Januar ersetzte Elvis den ursprünglichen Gesangspart, drei Tage später wurde der Hintergrundgesang aufgenommen. Geigen, Blechbläser und weiterer Hintergrundgesang folgten am 5. und 6. Mai.

Drei Monate nach der Veröffentlichung auf der B-Seite von Suspicious Minds  fand sich You'll Think Of Me  im November 1969 auf dem Doppel-Album From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis, auf der 4-LP-Box The Other Sides - Worldwide Gold Award Hits Volume 2  aus dem Jahr 1971 war der Song ebenfalls zu hören.

The Memphis Record  wartet mit einer längeren Laufzeit auf.

 

Mama Liked The Roses

Der Rhythm Track entstand am 15. Januar 1969 im American Sound Studio in Memphis, Tennessee, am 21. Januar folgte der Gesangspart des Kings. Am selben Tag nahm Elvis auch den Harmonie-Gesang auf, den man schlussendlich jedoch nicht für den Master nutzte. In weiteren Produktionsschritten wurden Glocken (18. März), Streicher (19. März) und Hintergrundgesang (31. März) hinzugefügt. Der Autor ist übrigens jener John L. Christopher, der später auch an dem Klassiker Always On My Mind  beteiligt sein würde.

Prinzipiell handelt es sich bei Mama Liked The Roses  um einen recht kitschigen Song, in dem sich der Interpret hochgradig sentimental an seine verstorbene Mutter erinnert. Vermutlich hätte das Lied bei jedem anderen Sänger das Niveau eines handelsüblichen Schlagers nie verlassen, aber irgendwie schafft es Elvis, dem Lied Glaubwürdigkeit und Tiefe, ja sogar eine gewisse Feierlichkeit zu verleihen.

Ursprünglich war die Nummer für die LP From Elvis In Memphis  (1969) vorgesehen gewesen, schlussendlich machte es RCA zunächst zur A-Seite der Single Mama Liked The Roses / The Wonder Of You  und veröffentlichte es später auf der Budget-Ausgabe von Elvis' Christmas Album.

 

Don't Cry Daddy

Der Rhythm-Track von entstand am 15. Januar 1969 im American Sound Studio in Memphis, Tennessee, seinen Gesang fügte Elvis am 21. Januar hinzu. Am 19. März wurden die Blechbläser aufgenommen, Streicher folgten am 21. März.

Das Lied stammt aus der Feder von Mac Davis, von dem der King während derselben Session auch In The Ghetto  aufnahm. In dem Song bittet ein namentlich nicht genanntes Kind den Ich-Erzähler, nicht weiter den Verlust der Mutter zu betrauern und verspricht ihm sogar - zusammen mit seinem kleinen Bruder Tommy - eine neue Mama zu finden. Trotz des sentimentalen Textes wirkt Don't Cry Daddy  nicht kitschig und auch Elvis findet mit seiner Interpretation genau den richtigen Tonfall.

Zunächst war der Song nur auf der Single Don't Cry Daddy / Rubberneckin'  erhältlich, im Herbst 1970 veröffentlichte RCA Victor ihn auch als Teil der 4 LP Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1.

 

In The Ghetto

Die sozialkritische Ballade stammt aus der Feder von Mac Davis, der zuvor bereits an A Little Less Conversation  und Memories  mitgearbeitet hatte.

Elvis spielte den Song am 20. Januar 1969 innerhalb von 22 Takes ein. Schlussendlich wurde diese Aufnahme jedoch nur als Playback genutzt, denn zwei Tage später sang der King seinen Part noch einmal vollständig neu ein. Der Hintergrundgesang folgte am 24. Januar, am 18. März wurden schließlich noch Streicher und Blechbläser ergänzt.

In The Ghetto beschreibt das kurze Leben eines jungen Mannes im Großstadtghetto, das nach einem bewaffneten Überfall gewaltsam endet. Weil zur selben Zeit ein neues Kind geboren wird, dem vermutlich ein ähnliches Schicksal bevorsteht, trug der Song ursprünglich den Zusatz The Vicious Circle. Bei jedem anderen Sänger wäre aus In The Ghetto  vermutlich ein 08/15-Betroffenheitslied geworden, Elvis trägt die Nummer aber dermaßen emotional und glaubwürdig vor, dass es einem kalt den Rücken herunterläuft.

Der Master wurde auf der Single In The Ghetto / Any Day Now, den LPs From Elvis In Memphis  und Pure Gold  sowie der 4er-Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1  zu hören.

 

The Fair Is Moving On

Die Ballade entstand am 21. Februar 1969 im American Sound Studio in Memphis, Tennessee. Bereits der erste Versuch wurde zum Master-Take, vermutlich einen Tag nach der Aufnahme sang Elvis einige Korrekturen ein. Weitere Instrumente und Hintergrundgesang wurden am 25. März ergänzt.

Der Sänger zieht mit dem Jahrmarkt fort und wird wahrscheinlich auch in der nächsten Stadt wieder eine Geliebte haben. Auch dieser Song, geschrieben wurde er übrigens von Guy Fletcher und Doug Flett, gefällt mir sehr gut.

Wenige Monate nach Veröffentlichung auf der B-Seite der Single Clean Up Your Own Back Yard  war The Fair Is Moving On  auch auf dem Doppel-Album From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis  zu hören.

 

Inherit The Wind

Der Sänger warnt in dieser Komposition von Eddy Rabbit eine nicht näher bezeichnete Dame, sich in ihn zu verlieben, denn aufgrund seines freiheitliebenden Charakters würde er sie früher oder später verlassen.

Der Rhythm Track entstand am 15. Januar 1969, Elvis' Gesang wurde am 21. Januar hinzugefügt. In weiteren Bearbeitungsschritten kam dann der Hintergrundgesang (24. Januar), Streicher (5. Mai) und Blechbläser (6. Mai) hinzu. Insgesamt ist der Song in Ordnung, als Hit würde ich ihn allerdings nicht bezeichnen.

Trotzdem ist es nett, hier eine etwas längere Version zu hören als auf From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis.

 

Kentucky Rain

Auch dieser Song stammt aus der Feder von Eddy Rabbit, der allerdings erst 1977 eine eigene Aufnahme davon veröffentlichte. Elvis' Version entstand am 19. Februar 1969 im American Sound Studio in Memphis, Tennessee. Der zehnte Versuch wurde zum Master-Take, weitere Bearbeitungen erfolgten am 18. (Streicher und Blechbläser), sowie am 25. März (Hintergrundgesang) im American Sound Studio und im RCA Studio A in Nashville, Tennessee.

Ohne Vorwarnung oder Angabe von Gründen wurde der Sänger über Nacht verlassen und macht sich nun auf die Suche nach seiner Liebsten.

Zunächst veröffentlichte RCA den Song auf einer Single. Später fand sich die Aufnahme auch auf der 4-LP-Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1  (1970) und dem Album Pure Gold  (1975).

Auf The Memphis Record  ist eine etwas längere Version zu hören.

 

Without Love (There Is Nothing)

Hier heißt der Autor Danny Small. Das Original stammt aus dem Jahr 1957 von Clyde McPhatter, Elvis' Version entstand am 22. Januar 1969 innerhalb von fünf Takes. Geigen, Blechbläser und Hintergrundgesang wurden am 7. Mai ergänzt.

Voller Selbstmitleid muss der Sänger hier erkennen, dass er seine Beziehung in den Sand gesetzt hat und einmal mehr bringt der King den Text sehr emotional und äußerst glaubhaft rüber.

Erstmals zu hören war die Presley-Version auf dem Doppel-Album From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis.

 

Who Am I

Elvis spielte das Lied am 22. Februar 1969 im American Sound Studio in Memphis, Tennessee ein. Am 25. März wurden noch Geigen und Hintergrundgesang ergänzt. Veröffentlicht wurde der so entstandene Master allerdings erst im Jahr 1971 auf dem Budget-Album You'll Never Walk Alone.

Die Ballade stammt aus der Feder von Charles Rusty Goodman, erstmals eingespielt wurde sie 1964 von einer Gospelgruppe namens The Inspirations.

 

Fazit & Bewertung

Durch den Remix klingt das Album moderner als die Originalveröffentlichungen oder spätere Ausgaben, deren Neubearbeitungen sich am ursprünglichen Sound orientierten. Zudem finden sich hier Abweichungen von den bekannten Fassungen, wie etwa alternative Vocal Parts des Kings oder längere Laufzeiten.

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte am Schallplatten-Cover bei RCA Records.