Cafe' Europa - G.I. Blues Volume 2

Ein Jahr nach der Classic Album-Ausgabe von G.I. Blues  veröffentlicht Follow That Dream Records anno 2013 eine Fortsetzung namens Cafe' Europa - G.I. Blues Volume 2.

Das Design des 7" Digipaks orientiert sich an der Gestaltung der Original-LP, wie üblich ist auch ein 16seitiges Booklet mit Hintergrundinformationen zu den Sessions, Abbildungen von Memorabilien (z.B. Sheet Music) und zahlreichen Fotos enthalten.

Auf den beiden CDs sind ReMixe der Master-Takes, Outtakes sowie vier Bonus Tracks zu hören.

Produziert wurde das Set von Ernst Jorgensen und Roger Semon, für das Mastering der Aufnahmen zeichnen Sebastian Jeansson und Vic Anesini verantwortlich. Letzterer übernahm auch den Mix der Outtakes.

 

Master Takes - Remixed:

Didja Ever (Take 2)

Der Take wird angesagt, die Musiker üben kurz und Elvis räuspert sich.

Größere Mühen dürfte dieses simple Liedchen wohl niemandem bereitet haben, schon nach dem zweiten Durchlauf hatte man die Nummer im Kasten.

 

Doin' The Best I Can (Take 13)

Ganz anders verhielt es sich mit dieser wunderschönen Ballade. Hier investierte Elvis viel Zeit und lieferte dann auch eine entsprechende Glanzleistung ab.

Die Aufnahme beginnt mit Studiogesprächen und Übungen der Musiker. Im Hintergrund ist auch Gelächter zu hören.

Der Vortrag selbst ist natürlich wieder derselbe wie auf der G.I. Blues-LP.

 

G.I. Blues (Take 7 & Insert Takes 8-10)

Im Gegensatz zu den vorangegangenen Songs wurde der Master von G.I. Blues nicht in einem Stück produziert. Weil Elvis mit dem Ende des Master-Takes nicht zufrieden war, spielte er einen Insert-Take ein, mit dem dieser Part entsprechend ersetzt werden konnte.

Bevor es losgeht, kann sich Elvis eine lakonische Bemerkung über die strengen Vorgaben der Gewerkschaft nicht verkneifen. Es ärgerte ein maßlos, dass er sich von irgendwelchen Schreibtischtätern sein Arbeitstempo diktieren lassen musste.

Nach dem Master-Take folgen die Insert Takes mit dem Ende des Songs. Der erste Versuch geht vollständig daneben, der zweite ist in Ordnung, beim dritten Anlauf ist auch dieser Track im Kasten.

 

Tonight Is So Right For Love (Takes 10 & 11)

Die Aufnahme beginnt mit Studio-Talk und Übungen der Musiker.

Der zehnte Durchlauf wird nach etwa anderthalb Minuten abgebrochen, weil Elvis lachen muss.

Im Anschluss verspricht der King, dass er es mit dem nächsten Take schaffen würde. Das ist dann auch tatsächlich der Fall, Versuch Nummer 11 wird zum Master.

 

What's She Really Like (Takes 17-19)

Wir hören Gespräche, unter anderem sagt Elvis Dankeschön.

Take 17 bricht nach kurzer Zeit zusammen, worauf die Jordanaires mit der Zeile Ha, ha, ha, don't make me laugh  weitermachen, was in diesem Zusammenhang natürlich ironisch wirkt.

Versuch 18 wird nur wenige Takte alt, der King fragt Was? Was? Was?

Dann folgt mit Take 19 die Grundlage des Masters. Abermals ist man jedoch mit dem Schluss nicht zufrieden und produziert Insert-Takes. Diese werden allerdings nicht separat nummeriert, so dass sie die Ziffern 20 bis 22 tragen.

 

Blue Suede Shoes (Take 1)

Für das ReMake von Blue Suede Shoes  benötigten Elvis und seine Crew lediglich einen einzigen Durchlauf.

Im Vergleich zu der Aufnahme aus dem Jahr 1956 klingt die Nummer jetzt allerdings viel softer, fast schon ein wenig zahnlos.

 

Wooden Heart (Take 4)

Nach dem Einzählen geht es auch schon los. Mit dem vierten Take war die Nummer im Kasten, selbst der deutschsprachige Teil bereitete Elvis so kurz nach seinem Militärdienst im damaligen West-Deutschland keine Probleme.

 

Shoppin' Around (ReMake-Takes 6 & 7)

Weil Elvis mit der ursprünglich aufgenommenen Fassung nicht zufrieden war, spielte er Shoppin' Around  ein zweites Mal ein.

Take 6 wird angesagt, daraufhin hört man den King mit seinen Musikern über das Arrangement diskutieren.

Dann sagt der Tontechniker Take 7 an, der später auf dem Album G.I. Blues  veröffentlicht wurde.

 

Pocketful Of Rainbows (ReMake Take 2)

Auch die Ursprungsversion von Pocketful Of Rainbows  traf nicht wirklich den Geschmack des Kings, so dass er später noch einmal auf den Song zurückkam.

Wir hören die Ansage des Tontechnikers und den bekannten Master-Take.

 

Frankfort Special (ReMake Takes 9 & 10)

Während der Take angesagt wird, singt Elvis mit opernhafter Stimme Ave Maria.

Beim neunten Versuch kommt der King nach etwa einer Minute vom Text ab und kommentiert Hell! Let's go again, before this train runs out of juce.

Beim zehnten Durchlauf funktioniert alles perfekt, so dass Elvis diese Fassung schließlich zum Master ausrief.

 

Tonight's All Right For Love (Take 10 & Insert Takes 1 & 2)

Elvis sagt etwas, das wie Ammm klingt und sich nach dem Empfinden der Anwesenden offenbar teutonisch anhört. Danach folgt der bekannte Master-Take.

So ganz ist der King aber noch nicht mit dem Tempo des Finales zufrieden, so dass hier noch zwei Insert-Takes produziert werden.

Nach zwei Anläufen ist auch das Ende des Songs wunschgemäß aufs Band gebracht.

 

Big Boots (Slow Version, Take 4)

Es wird eingezählt, dann geht es mit dem bekannten Master-Take 4 los. Da sich Elvis einen veritablen Timing-Fehler leistet, werden allerdings Reparaturen fällig.

 

Big Boots (ReMake Insert Takes 2-4)

Einen Teil dieser nachträglichen Arbeiten bekommen wir hier zu hören. Die Band setzt kurz vor der Stelle an, bei der Elvis zuvor gepatzt hat.

Beim zweiten Take funktioniert der Doo-Doo-Doo-Doo-Part nicht, woraufhin Elvis abbricht und meint I got hung up on a doo.

Der dritte Anlauf scheitert schon an den ersten gesungenen Worten, beim vierten Mal geht jedoch alles glatt und das Kinderlied kann in der Nachbearbeitung zusammengeschnitten werden.

 

Outtakes

Shoppin' Around (First Version, Takes 6-10)

Wir hören Übungen der Musiker, dann geht es los. Im Vergleich zum bekannten Master klingt diese erste Fassung noch merklich anders. Das Arrangement unterscheidet sich deutlich von der späteren Version, zudem spielt Elvis die Rhythmusgitarre hier selbst.

Der sechste Take bricht schon nach dem Intro zusammen, weil Elvis nicht mit dem Gesang einsetzt. Auch die nächsten Versuche werden nicht alt, Take 9 läuft immerhin bis zur Mitte des Songs.

Beim zehnten Anlauf wird die Nummer vollständig durchgespielt.

 

Doin' The Best I Can (Takes 10-12)

Die Nummer wird angesagt, dann zählt der Tontechniker ein. Weil ein Stuhl gequietscht hat bricht Elvis jedoch kurz vor der Bridge ab und fragt scherzhaft nach Öl.

Take 11 wird nur wenige Sekunden alt, der zwölfte Versuch geht dann wieder von A bis Z durch und ist dem Master schon sehr nahe.

Nur hier und dort muss Elvis noch ein kleines Bisschen am Timing und seiner Betonung arbeiten.

 

G.I. Blues (Take 6)

Nachdem die mit EO beginnende Matrix-Nummer angesagt wurde singt Elvis als Gag EO  auf die Melodie von IO. Einige Jahre später würde der King das Lied übrigens tatsächlich aufnehmen - dann allerdings mit einem englischen Text namens Ask Me.

Beim sechsten Take haben Elvis und seine Mannen das Lied perfekt im Griff und sind dem Master schon sehr nah.

 

Tonight Is So Right For Love (Take 8)

Es sind Übungen der Musiker und Gesprächsfetzen zu hören. Dann wird die Aufnahme angesagt und um Ruhe gebeten.

Prinzipiell funktioniert der achte Take schon sehr gut, auf mich wirkt er allerdings ein wenig hektisch.

 

Tonight Is So Right For Love (Take 9)

Auch beim neunten Durchlauf geben Elvis und seine Jungs noch mächtig Gas, insgesamt hinterlässt der Gesang des Kings aber einen entspannteren  Eindruck.

Man ist auf dem richtigen Weg.

 

Big Boots (First Version, Takes 6 & 5)

Ernst Jorgensen und Co. wollten den Fans erst einen Fehlstart und dann eine durchgehende Performance anbieten und haben deshalb die Reihenfolge der Taktes vertauscht.

Der sechste Anlauf kommt über das Intro nicht hinaus, der vorangegangene Take 5 ging allerdings durch.

Wir hören hier übrigens die seinerzeit unveröffentlichte Uptempo-Version des Kinderliedes.

 

What's She Really Like (Takes 14-16)

Nach ein paar humoristischen Einwürfen (bei Elvis klingt es eher wie ein Auswurf) beginnt der vierzehnte Durchlauf von What's She Really Like.

Die Betonung liegt hier noch etwas mehr auf dem Rhythmus, insgesamt fließt der Song noch nicht so wie beim späteren Master.

Take 14 wird nach kurzer Zeit abgebrochen, weil Elvis lachen muss. Der nächste Versuch scheitert an der Bridge und der King merkt an, das alles hier sei pure Verschwendung von Tonband.

Versuch Nummer 16 geht fast vollständig durch, kurz vor Schluss kommt Elvis jedoch aus dem Konzept und bricht ab.

Allen Takes gemeinsam ist, dass der King hier streckenweise vollkommen anders phrasiert als beim bekannten Master.

 

Pocketful Of Rainbows (Version 1, Takes 11, 13 & 14)

Der 11. Take besteht lediglich aus dem Perkussion-Intro, beim 13. Versuch kommt vor dem Abbruch immerhin noch das Klavier dazu.

Aus der Tonregie kommt schließlich die Ansage, man solle sich keine Gedanken machen, wenn dieser Part nicht 100%ig funktioniert.

Es ist zu vermuten, dass man später einfach einen Insert Take mit dem Intro produziert und das fehlerhafte Original damit ersetzt hätte.

Beim vierzehnten Durchlauf setzt Elvis zwar deutlich zu forsch ein, insgesamt geht die Performance jedoch von A bis Z durch.

Das Arrangement klingt noch etwas zu zackig. Vermutlich nahm sich der King auch deshalb den Song später noch einmal vor.

 

Pocketful Of Rainbows (Version 1, Takes 15 & 16)

Nichtsdestotrotz setzt die CD mit weiteren Takes der ersten Fassung fort. Wir hören Elvis mit dem Textblatt rascheln, dann geht es los.

Alt wird der Song allerdings nicht, weil der King mit dem Intro unzufrieden ist und nach wenigen Zeilen abbricht.

Der nächste Durchlauf gelingt, am Ende wiederholt Elvis (für das fade-out) immer wieder das Wort rainbows  und singt beim letzten Mal als Gag besonders hoch.

 

Pocketful Of Rainbows (Version I, Take 17)

Die erste Disc endet mit einem weiteren durchgehenden Take, der sich nur in wenigen Details von der vorangegangenen Fassung unterscheidet.

Am Schluss sagt Elvis, dass er noch einen Durchlauf aufnehmen und den Song dann ad acta legen möchte.

Bevor endgültig ausgeblendet wird, versucht sich der King noch einmal an der deutschen Sprache.

weiter zur zweiten CD