Follow That Dream

Im Jahr 2004 veröffentlicht Follow That Dream Records  schließlich auch eine Classic Album-Ausgabe jener EP, die dem Sammler-Label seinen Namen gab.

Die CD enthält die vier Songs der Original-EP, das erst 1965 auf dem Album Elvis For Everyone!  herausgebrachte Sound Advice  sowie die für den Film geplante Aufnahme von A Whistling Tune. Letztere wurde für dieses Projekt verworfen, Elvis spielte die Nummer für sein nächstes Leinwandabenteuer jedoch noch einmal neu ein.

Weil die Stereo-Masters im Jahr 2004 im Sony-Archiv nicht auffindbar waren, sind hier nur die Mono-Versionen zu hören.

Die Bänder mit den Outtakes lagen jedoch vor, so dass wir diese Aufnahmen im Stereo-Sound genießen können.

Bei den bekannten Aufnahmen wurde lediglich ein ReMastering vorgenommen, die bis dato unveröffentlichten Outtakes mussten natürlich auch Gemixt werden. Verantwortlich für diese Arbeiten zeichnet Lene Reidel.

Nach der Veröffentlichung dieser Classic Album-Ausgabe wurden die Aufnahmen für die Sammler-Boxen The Complete Elvis Presley Masters  (2010) und The RCA Album Collection  (2016) nochmals bearbeitet und klanglich verbessert.

Als dieses Classic Album jedoch im Jahr 2004 auf den Markt kam, stellten die hier zu hörenden Versionen aus tontechnischer Sicht die bis dato besten Ausgaben dar.

Produziert wurde die CD von Ernst Jorgensen und Roger Semon.

Der Tonträger steckt in einem doppelt aufklappbaren Digi-pak im 7"-Format, dem auch ein Booklet mit Hintergrundinformationen und Fotos beiliegt.

 

 

Follow That Dream (Original EP)

Die EP beginnt mit dem Titelsong des Films. Das Lied stammt aus der Feder von Fred Wise und Ben Weisman und wurde von Elvis binnen sechs Takes aufgenommen.

Die Botschaft, man solle unbedingt seinem Traum folgen, wird in eine flotte Pop-Melodie verpackt und von Elvis mit Begeisterung gesungen. Das Lied verbreitet einfach gute Laune und gehört daher für mich zu den besten Movie Tunes des Kings.

1971 brachte CAMDEN Follow That Dream  auf der LP C'mon Everybody  heraus.

 

Angel (Original EP)

Die Ballade wurde von Sid Tepper und Roy C. Bennett verfasst, Elvis benötigte zur Aufnahme sieben Takes.

Diese wunderbar gesungene Liebeserklärung gefällt mir ebenfalls sehr gut und wäre auch ohne den zugehörigen Spielfilm sicherlich nicht chancenlos gewesen.

Auch Angel  fand sich 1971 auf dem Album C'mon Everybody.

 

What A Wonderful Life (Original EP)

Elvis trägt den flotten Popsong mit viel Schwung vor. Die Komponisten heißen Sid Wayne und Jerry Livingston, auch für diesen Titel benötigte der King sieben Takes.

Im LP-Format war What A Wonderful Life  erstmals 1971 auf dem Album I Got Lucky  erhältlich.

 

I'm Not The Marrying Kind (Original EP)

Fraglos handelt es sich hier um das schwächste Lied der EP. im Zusammenhang mit dem Film geht das lustige Liedchen für mich allerdings in Ordnung.

Nach acht Takes hatte Elvis die Komposition von Mack David im Kasten.

1971 veröffentlichte CAMDEN I'm Not The Marrying Kind  auf der LP C'mon Everybody.

 

Sound Advice (Album: Elvis For Everyone!)

Mit dem Kinderlied möchte Elvis seinen kleinen Zuhörern mit auf den Weg geben, dass es auch schlechte Ratschläge gibt und nicht jeder Tipp gut gemeint ist.

Der Text dieser Komposition aus dem Hause Bill Giant/Bernie Baum/Florence Kaye spielt mit der Doppelbedeutung des Wortes sound, Take 6 wurde schließlich zum Master.

Seinerzeit mochte Elvis das Lied nicht besonders und wollte es deshalb auch nicht auf der Soundtrack-EP veröffentlicht sehen. Vier Jahre später hatte er offenbar seine Meinung geändert und stimmte der Verwendung auf dem Elvis For Everyone!-Album zu.

 

A Whistling Tune (First Version, July 1961)

Die Edwards/David-Komposition hatte Elvis bereits am 2. Juli 1961 für Follow That Dream  aufgenommen. Der vierte Durchlauf war zum Master-Take erklärt worden, zu dem Ray Walker später das Pfeifen hinzufügte.

Schlussendlich fand das Lied weder im Film, noch auf der Soundtrack-EP Verwendung und so nutzte man A Whistling Tune  für Kid Galahad.

Anstatt auf die Originalaufnahme zurückzugreifen, spielte Elvis den Song am 26. Oktober 1961 noch einmal ein.

Diesmal ging ihm die Nummer allerdings nicht so leicht von der Hand, der Master musste aus den Takes 1 und 8 zusammengeschnitten werden.

Im Album-Format war A Whistling Tune  erstmals 1971 auf der LP C'mon Everybody  zu haben.

 

Angel (Takes 1 & 2)

Wir hören die Ansage und kurze Absprachen zwischen Elvis und seinen Musikern.

Beim ersten Take wird der Rhythmus noch stärker betont. Nach etwa anderthalb Minuten kommt Elvis aus dem Takt und fordert Bill Porter zum Abspielen der Aufnahme auf, da er sich seine Performance nochmal anhören möchte.

Der nächste Versuch geht vollständig durch, hier sind die den Rhythmus betonenden Schellen weiter im Hintergrund und auch das Chor-Arrangement wurde ein wenig abgeändert.

 

Follow That Dream (Takes 1 & 2)

Der erste Anlauf scheitert an Elvis, der seinen Einsatz verpasst.

Take 2 funktioniert dafür umso besser und klingt dem Master schon recht ähnlich. Lediglich hier und dort muss der King noch an seiner Phrasierung arbeiten. Außerdem klingt er hier noch nicht ganz so enthusiastisch wie bei der später veröffentlichten Version.

 

What A Wonderful Life (Takes 2 & 1)

Weil Ernst Jorgensen und sein Team den Fans zuerst einen Abbruch und dann einen vollständigen Durchlauf präsentieren wollten, haben sie die Reihenfolge der Takes umgedreht.

Beim zweiten Anlauf hat Elvis einen Frosch im Hals und bricht die Aufnahme sich räuspernd ab.

Der vorherige Take 1 ging vollständig durch. Das Arrangement entspricht bereits dem der Master-Version, Elvis betont einige Stellen aber noch anders.

 

A Whistling Tune (Takes 2 & 3)

Der zweite Take kommt über die Worte Did you ever notice  nicht hinaus. Auch der nächste Anlauf scheitert, diesmal verspielt sich der Pianist beim Intro.

Take 3 wird zwar von A bis Z durchgespielt, aber Elvis hat noch merklich mit der Melodie und dem Timing zu kämpfen. Hier liegt noch eine Menge Arbeit vor dem King und seiner Crew.

 

Angel (Take 4)

Der Song wird angesagt, im Hintergrund ist ein Räuspern zu hören. Weil sich (vermutlich) dieselbe Person auch während des Intros räuspern muss, wird die Aufnahme abgebrochen. In der Tonregie wertet man die Geschichte aber nicht als separaten Take, sondern lediglich als Fehlstart und bleibt bei der Nummer 4.

Elvis hat den Song inzwischen hervorragend im Griff und liefert eine durchaus hörenswerte Performance.

 

I'm Not The Marrying Kind (Takes 2-4 & 6)

Beim zweiten Take macht sich Elvis mit verstellter Stimme über die Zeilen So I say "You know what?", She says "What?", I say "What?"  lustig, woraufhin abgebrochen wird.

Der nächste Versuch scheitert an den ersten gesungenen Worten und der King entschuldigt sich für seinen Patzer. Der Produzent wertet das als Fehlstart und lässt weitermachen. Jetzt schafft Elvis es zwar über den What-Part, doch kurz danach gerät er aus dem Konzept und muss den Aufnahmeversuch abermals beenden.

Auch der vierte Anlauf mag nicht gelingen, denn der King kommt aus dem Takt.

Take Nummer 6 läuft schließlich durch, allerdings misslingt nun das Ende.

 

Follow That Dream (Take 3)

Der Pianist spielt ein paar Akkorde, es sind auch kurze Gespräche zu hören.

Dann geht es mit der offiziellen Aufnahme los und ich muss sagen, dass Elvis und seine Jungs die Nummer schon hervorragend im Griff haben. Bei den nachfolgenden Takes ging es offenbar nur noch um wenige Details.

 

Sound Advice (Take 1)

Der erste Take wird noch deutlich langsamer gespielt als der spätere Master und klingt daher weniger schmissig.

Insgesamt schien Sound Advice  allerdings niemanden im Studio vor ernsthafte Herausforderungen zu stellen.

 

Angel (Take 5)

Beim fünften Take hat Elvis die Ballade 100%ig im Griff.

Fraglos hätte man auch diesen Durchlauf zum Master erklären und veröffentlichen können.

 

What A Wonderful Life (Takes 3-5 & Splice Takes 6/7)

Der Drummer verpasst beim Intro seinen Einsatz, woraufhin man abbricht. Beim zweiten Mal gelingt der Einstieg, dafür scheitert die Aufnahme wenige Sekunden später an der Bridge.

Auch beim vierten Take misslingt zunächst der Einstieg, der zweite Anlauf enthält so viele Timing-Fehler, dass schlussendlich mitten im Lied abgebrochen wird.

Take Nummer 5 läuft deutlich länger, allerdings gerät Elvis zur Mitte des Songs aus dem Takt und killt damit auch diesen Versuch.

Weil der sechste Take nicht vollständig auf dem Band erhalten geblieben ist, hat FTD hier geschnitten. Zunächst hat man die erste Strophe hinten noch einmal angehängt und das Ganze dann mit dem Schluss von Take 7 ergänzt.

 

Angel (Take 6)

Auch bei diesem Take sind keine wesentlichen Unterschiede zum Master festzustellen.

 

Follow That Dream (Take 4)

Weil die Stereo-Masters nicht auffindbar waren, nutzte BMG diesen Take auf der Doppel-CD Command Performances  als Ersatz. Hier gab man allerdings an, dass es sich um den zweiten Durchlauf handele.

Tatsächlich sind die Unterschiede zum Master-Take nur marginal.

 

Angel (Stereo Master)

Hier handelt es sich um den siebten Take, den Elvis schließlich zum Master wählte.

Allerdings läuft die Aufnahme hier einen Tick zu langsam. Vermutlich handelt es sich um einen Fehler beim Digital-Transfer.

 

Angel (Vocal Overdub)

Neben der Live-Aufnahme mit Band und Chor spielte Elvis auch noch eine separate Gesangsspur ein.

Hier hören wir die beiden Takes. Den ersten bricht der King zur Mitte des Songs mit einem Ruf nach Bill Porter (dem Toningenieur) ab.

 

A Whistling Tune (Undubbed Stereo Master)

Bei dieser Fassung handelt es sich um den Master-Take (4) ohne das nachträglich von Ray Walker hinzugefügte Pfeifen.

Die Musik-Passagen, die später mit dem Pfeifen ergänzt werden sollten, hat man für diese Stereo-Fassung herausgeschnitten.

 

On Top Of Old Smokey

Elvis singt den Song nur ein paar Sekunden lang an.

Für diese Sequenz ging man nicht extra in ein Ton-Studio, sondern nahm die wenigen Takte während der Dreharbeiten direkt am Film-Set auf.

 

Fazit & Bewertung

In schöner Aufmachung bekommt der geneigte Musikfreund den Soundtrack zum Film Follow That Dream  sowie ein paar interessante Outtakes als Zugabe. Dass der Stereo-Master von Angel  zu langsam läuft, hätte jedoch auffallen müssen.