Elvis Presley

Fünfzig Jahre nach der Veröffentlichung von Elvis' erster LP nimmt sich Follow That Dream der Scheibe an und veröffentlicht eine Neuauflage als Doppel-CD.

Einhalten sich die Aufnahmen des damaligen Albums, Bonus Songs sowie viele Outtakes und ein Interview.

Den DSD-Transfer (Direct Stream Digital) nahm Andreas Meyer in den Sony Studios in New York vor, das Remastering besorgte Kevan Budd. Letzterer ist unter anderem für seine Aufbereitungen der ersten Aufnahmen des Kings bekannt, die seinerzeit unter dem Titel Elvis At Sun  veröffentlicht und für die Audio-Qualität hoch gelobt wurden.

Im Rahmen einer kompletten Restaurierung des Presley-Kataloges nahm sich Vic Anesini die Tonbänder später noch einmal vor, konnte aber keine wesentlichen Verbesserungen mehr erziehlen.

Somit klingt die alte FTD nicht merklich schlechter als die Aufnahmen auf den Boxen The Complete Elvis Presley Masters  (2010) oder The RCA Album Collection  (2016).

Verglichen mit sämtlichen vorherigen Veröffentlichungen konnte man bei dieser Classic Album-Ausgabe jedoch sehr wohl deutliche Verbesserungen heraushören. So gut wie hier hatten die Aufnahmen noch nie geklungen.

Die Outtakes sind auf den CDs separat anwählbar. Aufgrund der Übersichtlichkeit habe ich die Takes der einzelnen Songs allerdings unter einer einzigen Überschrift zusammengefasst.

 

Album 

Blue Suede Shoes

Der Song basiert auf einer Begebenheit, die Johnny Cash während seines Militärdienstes in Landsberg am Lech erlebte. Dort hatte er einen Vorgesetzten, der stets auf sein Aussehen achtete und zu sagen pflegte Just don't step on my blue suede shoes.

Cash erzählte dem Singer/Songwriter Carl Perkins davon und als dieser eines Abends auf einer Tanzveranstaltung einen Mann sah, der seine Partnerin aus Angst um seine Schuhe auf Abstand hielt, fügte er die beiden Begebenheiten zusammen und machte den Song Blue Suede Shoes  daraus.

Am ersten Januar 1956 wurde der Titel zusammen mit Honey Don't  auf einer Single veröffentlicht und sorgte für großes Aufsehen. Weil auch Elvis das Lied bereits im Fernsehen gesungen hatte, drängte Steve Sholes seinen jungen Schützling ebenfalls zu einer Schallplattenaufnahme.

Sie entstand am 30. Januar im RCA-Studio in New York innerhalb von 10 Takes. Mit der geballten Marktmacht von RCA Victor wollte er die Presley-Version ebenfalls auf einer 45er herausbringen und Perkins den Hit abspenstig machen.

Angeblich war es Elvis selbst, der sich gegen ein solches Vorgehen aussprach. Er stimmte allerdings zu, die Aufnahme sowohl auf der LP Elvis Presley, als auch auf der gleichnamigen EP und Doppel-EP herauszubringen.

Im August 1956 fand sich die Nummer schließlich doch noch auf einer Single - zusammen mit Tutti Frutti, einer weiteren Cover-Version eines aktuellen Hits der Konkurrenz.

Für seinen Spielfilm G.I. Blues  spielte Elvis 1960 eine weitere, deutlich zahmere Fassung ein und auch auf den Live-Alben From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis  (1969) und Aloha From Hawaii Via Satellite  (1973) war der Song vertreten. Eine weitere, vor Publikum eingespielte Version fand sich 1976 auf der LP A Legendary Performer - Volume 2.

An die großartige Studioaufnahme aus dem Jahr 1956 kam Elvis jedoch nie wieder heran.

 

I'm Counting On You

Die Ballade stammt aus der Feder von Don Robertson und wurde von Elvis am 11. Januar 1956 im RCA Studio in Nashville, Tennessee eingespielt. Der vergleichsweise langsame Song verlangte dem jungen Sänger deutlich mehr ab und so benötigte er ganze 17 Versuche, ehe er ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen konnte.

Im August 1956 kombinierte RCA Victor die Ballade mit I Got A Woman  auf einer Single und auch auf der Doppel-EP Elvis Presley  vom März desselben Jahres war I'm Counting On You  zu hören.

Insgesamt mag ich die Aufnahme des Kings, wenn er später vermutlich auch mehr aus der Nummer herausgeholt hätte.

 

I Got A Woman

Anfang 1955 hatte Ray Charles mit I've Got A Woman  die R&B-Charts gestürmt und auch Elvis hatte den Song seit ebendiesen Tagen im Live-Programm.

Das Lied basiert auf dem Gospel It Must Be Jesus  und wurde von Renald Richard und Ray Charles verfasst.

Die Studio-Aufnahme des Hillbilly Cat entstand am 10. Januar 1956 im RCA Studio in Nashville, Tennessee innerhalb von acht Takes.

Elvis schien des Songs offenbar niemals überdrüssig zu werden, denn auch nach seinem Bühnen-Comeback behielt er I Got A Woman  bis zum Ende im Konzertprogramm. Live-Aufnahmen davon sind auf den Alben Elvis Recorded Live On Stage In Memphis  (1974) und Elvis In Concert  (1977) zu hören.

Wie zuvor erwähnt, veröffentlichte RCA Victor die Studio-Aufnahme im August 1956 zusammen mit I'm Counting On You  auf einer Single und auch auf der zeitgleich mit dem Album veröffentlichten EP Elvis Presley  und der gleichnamigen Doppel-EP war der Song enthalten. Neunzehn Jahre später war I Got A Woman  abermals auf der LP Pure Gold  zu hören.

 

One-Sided Love Affair

Bei One-Sided Love-Affair  handelt es sich wieder um eine Originalnummer, diesmal geschrieben von Bill Campbell.

Elvis nahm den flotten Popsong am 30. Januar 1956 im RCA Studio in New York innerhalb von acht Takes auf.

Das Lied gab es ebenfalls als Teil der Doppel-EP Elvis Presley, im Single-Format koppelte RCA Victor One-Sided Love-Affair  im August 1956 mit Money Honey.

Der Interpret möchte hier ein wenig von den investierten Gefühlen zurückbekommen und teilt seiner Lady mit, dass ihm an einer einseitigen Liebesbeziehung nicht gelegen ist.

Von Fans und Kritikern wird der Song zumeist übersehen, für mich zählt er zu den Klassikern des Kings.

 

I Love You Because

1949 hatte der Komponist und Sänger Leon Payne mit I Love You Because  einen Top5-Hit in der Country & Western Chart verbuchen können und auch Elvis konnte nicht wiederstehen und nahm den Schmachtfetzen am 5. Juli 1954 bei SUN Records in Memphis, Tennessee auf.

Sam Phillips bevorzugte jedoch die Uptempo-Nummern und beließ I Love You Because  im Archiv.  Für die Veröffentlichung auf diesem Album schnitt Steve Sholes am 20. Januar 1956 einen Master aus den Takes 3 und 5 zusammen.

Im Juni veröffentlichte RCA Victor den Song auf der EP Elvis Presley  noch einmal, zwei Monate später kombinierte man ihn mit Trying To Get To You  auf einer Single.

In den 1970ern fanden sich Outtakes auf den LPs Elvis-A Legendary Performer  (1974) und The Sun Sessions  (1976).

Auch bei diesem Lied kann Elvis mit seiner gefühlvollen Interpretation überzeugen.

 

Just Because

Der rhythmische Popsong stammt aus der Feder von Sydney Robin und wurde erstmals 1929 von Nelstone's Hawaiians herausgebracht.

Die Aufnahme des Hillbilly Cat erschien auf der EP Elvis Presley  und im August 1956 in Kombination mit Blue Moon  auf einer Single. 1976 war der Titel zudem Teil der Compilation The Sun Sessions.

Weil seine Freundin sich für etwas Besseres hält und ihn nur ausnutzt, trennt sich der Sänger kurzerhand von der Dame. In den 1970ern wäre dieser Umstand sicherlich Anlass für eine schmalztriefende Ballade gewesen, doch in den Rockin' Fifties klang Elvis nicht einmal traurig.

Aufgenommen hatte er Just Because  übrigens schon am 10. September 1954 für SUN Records in Memphis, Tennessee.

 

Tutti Frutti

Auch die B-Seite der LP beginnt mit der Cover-Version eines aktuellen Chart-Hits. Anfang Januar hatte Little Richard mit Tutti Frutti den zweiten Platz der Hitparade für Rhythm & Blues Musik belegt, bereits am 31. des Monats spielte Elvis im RCA Studio in New York eine eigene Version ein.

Allerdings benötigte der angehende King Of Rock'n'Roll zehn Versuche für den Song, während Little Richard mit drei Takes ausgekommen war.

Der Sänger hatte den lustigen Song über die Qualitäten seiner weiblichen Bekanntschaften selbst geschrieben, der Text war seinem Produzenten Robert Blackwell allerdings zu anzüglich, so dass er die Komponistin Dorothy LaBostrie die Nummer noch einmal überarbeiten ließ.

Im August 1956 brachte RCA Victor schließlich auch Elvis' Version auf einer Single heraus und koppelte den Song mit dem Carl Perkins Hit Blue Suede Shoes. Bereits im März war die Aufnahme auf der EP und der Doppel-EP Elvis Presley  erschienen.

 

Trying To Get To You

Trying To Get To You  wurde von Rose Marie McCoy und Charles Singleton geschrieben und 1954 erstmals von einer Gruppe namens The Eagles veröffentlicht.

Bereits im Januar oder Februar 1955 nahm auch Elvis bei SUN Records in Memphis, Tennessee eine Version davon auf, schlussendlich war Sam Phillips mit dem Resultat aber nicht zufrieden, so dass man am 21. Juli desselben Jahres erneut zu Werke ging.

Das Resultat hätte eigentlich die A-Seite der nächsten Single werden sollen, doch dann wechselte Elvis zu RCA Victor und der Plan verlief im Sande.

Im August 1956 koppelte man Trying To Get To You  schließlich doch noch auf einer 45er aus und veröffentlichte es zusammen mit I Love You Because. Auch auf der Doppel-EP Elvis Presley  war der Titel zu hören, ebenso wie 20 Jahre später auf dem Album The Sun Sessions.

Der King selbst schien Trying To Get To You  sehr zu mögen, denn im Zuge seiner Fernsehshow SINGER presents Elvis (1968) kam er wieder darauf zurück. Live-Aufnahmen befinden sich auf den Alben A Legendary Performer - Volume 1  (1974), Elvis Recorded Live On Stage In Memphis  (1974) und Elvis In Concert  (1977).

Obwohl ich auch das Original sehr mag, gefallen mir die späteren Konzertaufnahmen besser.

 

I'm Gonna Sit Right Down And Cry (Over You)

Anno 1953 veröffentlichte Roy Hamilton den Song I'm Gonna Sit Right Down And Cry (Over You), Elvis' Aufnahme folgte am 31. Januar 1956 im RCA Studio in New York. Der junge Sänger arbeitete lange an der Nummer, erst der 18. Versuch wurde zum Master.

In dem Lied von Joe Thomas und Howard Biggs gibt der Interpret bekannt, in große Trauer zu verfallen, sollte ihn seine Liebste jemals verlassen. Dies tut er allerdings gänzlich undramatisch in Form eines flotten Popsongs.

Bereits im März 1956 war das Lied auch auf der Doppel-EP Elvis Presley  enthalten, im August veröffentlichte RCA Victor den Song erneut auf der B-Seite von I'll Never Let You Go (Little Darlin'). In späteren Jahren wurde I'm Gonna Sit Right Down And Cry (Over You)  auch von anderen Interpreten, wie etwa Del Shannon, Shakin' Stevens und den Beatles gecovert.

 

I'll Never Let You Go (Little Darlin')

Geschrieben wurde I'll Never Let You Go (Little Darlin')  von Jimmy Wakely, die Aufnahme erfolgte im September 1954 bei SUN Records in Memphis, Tennessee.

Elvis singt sehr gefühlvoll und auch der Hall-Effekt trägt zur Atmosphäre dieser hörenswerten Ballade bei.

1956 veröffentlichte RCA Victor I'll Never Let You Go (Little Darlin')  auch auf der Doppel-EP Elvis Presley  und auf der bereits zuvor erwähnten Single. Zwei Jahrzehnte später fand sich der Song zudem auf der LP The Sun Sessions.

 

Blue Moon

1933 schrieben Richard Rogers und Lorenz Heart für den Film Hollywood Party  ein Lied namens Prayer (Oh Lord, Make Me A Moviestar). Weil die Nummer schlussendlich doch keine Verwendung fand, nutzte das Duo die Melodie für einen Song mit dem Titel It's Just That Kind Of Play, der im Film Manhattan Melodrama  zum Vortrag kommen sollte.

Auch daraus wurde nichts, doch immerhin entschied sich das Studio für eine dritte Version namens The Bad In Every Man. Zwar war der Song nun endlich veröffentlicht, ein Hit wurde er jedoch nicht.

Und so schrieb Lorenz Heart einen vierten Text, eben Blue Moon. Erstmals aufgenommen wurde er von Glen Gray & The Casa Loma Orchestra, später folgten noch zahlreiche Cover-Versionen.

Elvis' Fassung entstand zwischen dem 15. und 19. August 1954 bei SUN Records in Memphis, Tennessee, Take 9 wurde zum Master.

Prinzipiell bin ich kein großer Freund der frühen Balladen des Kings, Blue Moon  jedoch gehört zu den großen Ausnahmen. Das Arrangement ist spärlich und man nimmt Elvis die Einsamkeit und Trauer jederzeit ab.

Im Juni veröffentlichte RCA Victor die Ballade auf der EP Elvis Presley  erneut, zwei Monate später war sie zusammen mit Just Because  auf einer Single erhältlich.1976 fand sich Blue Moon  schließlich auch auf dem Album The Sun Sessions.

 

Money Honey

Die LP endet mit Money Honey, einer Aufnahme vom 10. Januar 1956.

Obwohl der Song bereits seit geraumer Zeit ein fester Bestandteil des Bühnenprogramms war, kam kein zufriedenstellender Take zustande. So musste Steve Sholes den Master aus den Versuchen 5 und 6 zusammenschneiden.

Geschrieben wurde Money Honey  von Jesse Stone, erstmals veröffentlicht wurde das Lied 1953 von den Drifters. Elvis mochte deren Lead-Sänger Clyde McPhatter sehr und coverte später noch mehrere seiner Songs.

In Money Honey  bittet der zahlungsunfähige Sänger seine Frau um Geld, wird von ihr für einen solventeren Partner verlassen und zieht daraus den Schluss, dass es besser sei, zunächst die finanziellen Verhältnisse abzuklären, bevor man sich auf eine Beziehung einlässt.

Im August 1956 fand sich Money Honey zusammen mit One-Sided Love-Affair  auch auf einer Single.

 

 

Bonus Singles

Heartbreak Hotel

Am 27. Januar 1956 brachte RCA Victor die Kopplung Heartbreak Hotel / I Was The One  auf den Markt. Sieben Wochen lang hielt sich die A-Seite auf dem ersten Platz der Billboard-Charts, weltweit verkaufte sich die Scheibe 4 Millionen Mal und brachte dem King posthum einen Platin Award (1992) bzw. Doppel-Platin (1999) ein.

Die Aufnahme entstand am 10. Januar 1956, Take 7 wurde zum Master. Der Sänger wurde von seiner Freundin verlassen und lebt nun im Hotel der gebrochenen Herzen, das sich passenderweise am Ende der Einsam-Straße befindet. Alles ist tieftraurig und offenbar gibt es keinen Weg zurück, wenn man erstmal hier abgestiegen ist.

Auch in Elvis' Gesang spiegelt sich diese leicht morbide Stimmung wunderbar wieder, das grandiose Echo trägt nicht unerheblich zum Gesamtbild des Songs bei.

Steve Sholes dürfte wohl kaum an Heartbreak Hotel  interessiert gewesen sein, denn bis dato hatte Elvis vor allem mit aufgepeppten Versionen bekannter Country-Songs Erfolg gehabt. Zudem stieß der Song hausintern auf herbe Kritik.

Ob er letztlich auf Elvis' Gespür vertraute oder einfach glaubte, das eigenwillige Talent nach einem selbstverantworteten Flop besser steuern zu können, ist mir natürlich nicht bekannt. Schlussendlich setzte sich der Künstler jedoch durch und legte damit, wie oben bereits erwähnt, die erfolgreichste Single-Veröffentlichung des Jahres vor. Weitere Diskussionen dieser Art dürften danach kaum noch stattgefunden haben.

Geschrieben wurde Heartbreak Hotel  von Mae Boren Axton und Tommy Durden. Weil Mrs. Axton das junge Talent ein wenig fördern wollte, ließ sie ihn ebenfalls als Komponisten eintragen und sicherte ihm somit ein Drittel der Tantiemen.

Im April 1956 brachte RCA Victor den Song auf der EP Heartbreak Hotel  erneut auf den Markt, später war er auch auf den LPs Elvis' Golden Records  (1958), Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1  (1970) und A Legendary Performer  (1974) zu hören. Live-Aufnahmen befinden sich auf den Alben Elvis  (1968) und Elvis As Recorded At Madison Square Garden  (1972).

 

I Was The One

Der Popsong auf der B-Seite war deutlich konventioneller, aber deshalb keinesfalls schlechter. Geschrieben wurde er von Aaron Schroeder, Claude DeMetrius, Hal Blair und Bill Peppers. Die Aufnahme erfolgte am 11. Januar 1956 binnen zehn Takes. Weil aber die Durchläufe zwei, drei und sieben doppelt angesagt wurden, wird der Master als Take 7b bezeichnet.

Erneut wurde der Sänger verlassen, diesmal wendet er sich aber direkt den den neuen Lover seiner Ex-Freundin. Offenbar hatte der Interpret seinerzeit ein völlig unbeflecktes Mädel vorgefunden, denn nach eigenen Angaben hat er ihr beigebracht zu küssen, die Wangen zu streicheln oder bei Bedarf auf die Tränendrüse zu drücken. Und kaum ist das Werk vollbracht, orientiert sich die Lady partnerschaftlich neu!

Verpackt wird diese traurige Geschichte in eine nette Pop-Ballade mit Radio-Appeal, die sich in den 1950ern auch im Konzertprogramm des Kings wiederfand.

Im April 1956 war I Was The One  auch auf der EP Heartbreak Hotel  zu hören, es sollte allerdings bis 1959 dauern, ehe der Titel auf einem Album (in diesem Falle passend For LP Fans Only  genannt) erhältlich war. 1970 fand sich das Lied ebenfalls auf der 4-LP-Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1.

 

Lawdy Miss Clawdy

Im August 1956 veröffentlichte RCA Victor sämtliche Songs der LP auch im Single-Format, zusätzlich brachte man ebenfalls die Kopplung Lawdy Miss Clawdy / Shake, Rattle And Roll  auf den Markt.

Neu waren die Songs ebenfalls nicht, die Fans kannten sie bereits von der zwei Monate zuvor auf den Markt gebrachten EP Elvis Presley.

Vermutlich deshalb -und auch, weil die Single in der Flut der Veröffentlichung mit bekanntem Material unterging- konnte sich die 45er in keiner Hitparade platzieren und verkaufte sich nicht viel mehr als 100.000 Mal. 

Lawdy Miss Clawdy  war 1952 erstmals von Lloyd Price eingespielt worden, der den Song auch geschrieben hatte. Elvis' Aufnahme entstand am 3. Februar 1956 im RCA Studio 1 in New York innerhalb von 12 Takes. Schlussendlich entschied man sich für den zehnten Durchlauf und erklärte ihn zum Master.

Im Album-Format war der Song erstmals im Jahre 1959 auf For LP Fans Only  zu haben, Live-Aufnahmen befanden sich später auf den Long Playern Elvis  (1968) und Elvis Recorded Live On Stage In Memphis  (1974).

Im Spielfilm Change Of Habit  spielt Dr. John Carpenter (Elvis) aus Spaß ein paar Takte von Lawdy, Miss Clawdy  auf dem Klavier, einen vollständigen Vortrag konnten die Fans 1972 im Film Elvis On Tour  sehen.

Ich persönlich mag den Song sehr, für mich gehört er zu den absoluten Highlights im Katalog des Kings. 

 

Shake, Rattle And Roll

Auch bei der B-Seite handelt es sich um eine Cover-Version. Shake, Rattle And Roll  wurde von Carles Calhoun geschrieben und 1954 erstmals von Joe Turner aufgenommen.

Nur wenig später konnte auch Bill Haley einen Hit mit dem Song verbuchen, wobei er jedoch einige Zeilen entschärfte. Bei ihm befand sich die Dame nicht mehr im Bett, sondern in der Küche und die durchsichtigen Kleider wurden durch eine hübsche Frisur ersetzt.

Bei Elvis tauchten die anzüglichen Kleidungsstücke ebenfalls nicht auf, dafür lag die Lady aber wieder im Bett und auch die Strophe mit dem One-Eyed Cat und dem Seafood Store (als Synonyme für das männliche und weibliche Geschlechtsorgan) ist noch immer dabei.

Shake, Rattle And Roll  entstand ebenfalls am 3. Februar 1956, Take 12b bildete die Grundlage des Masters. Am selben Tag spielten Elvis, Scotty, Bill und D.J. auch den Hintergrundgesang ein, der nachträglich zu der ursprünglichen Aufnahme hinzugefügt wurde.

 

My Baby Left Me

Follow That Dream Records hat hier komplett die Reihenfolgen vertauscht, denn I Want You, I Need You, I Love You / My Baby Left Me  kam im Mai 1956 als direkter Nachfolger von Heartbreak Hotel / I Was The One auf den Markt.

Zudem präsentiert das Sammler-Label hier zuerst die B-Seite der Single.

Im Vergleich zum Vorgänger fallen die Verkäufe mit zwei Millionen Kopien deutlich ab, zudem wird die Scheibe auch "nur" zum Nummer 3-Hit.

My Baby Left Me  stammt aus der Feder von Arthur Crudup, dessen That's All Right  zwei Jahre zuvor die A-Seite von Elvis' erster Single dargestellt hatte.

Obwohl es sich hier prinzipiell um eine Kopie des vorgenannten Songs handelt, gewinnt My Baby Left Me  für mich das Rennen. Der King singt energischer und D.J. Fontanas Schlagzeug verleiht der Interpretation zusätzlichen Drive.

Aufgenommen wurde der Song am 30. Januar 1956 im RCA Studio 1 in New York innerhalb von neun Takes.

Auch dieser Titel wurde auf der EP The Real Elvis  veröffentlicht, später war er abermals auf den Alben For LP Fans Only  (1959) und The Other Sides - Worldwide Gold Award Hits Volume 2  (1971) zu finden. Eine Konzertaufnahme wurde 1974 auf der LP Elvis Recorded Live On Stage In Memphis  herausgebracht.

 

I Want You, I Need You, I Love You

Die Liebesschnulze entstand am 14. April 1956 in den RCA Studios in Nashville, Tennessee. Einen finalen, alle Beteiligten zufriedenstellenden Take gab es nicht, stattdessen setzte man den Master aus den Durchläufen 14 und 17 zusammen.

Geschrieben wurde der Song von Maurice Mysels und Ira Kosloff, Elvis promotete den Titel auch im Fernsehen und sang ihn während einiger Konzerte.

Einen Monat nach der Veröffentlichung dieser Single fand sich I Want You, I Need You, I Love You  auch auf der EP The Real Elvis, im Album-Format erschien der Song auf Elvis' Golden Records  (1958) und Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1  (1970). Zudem war Take 15 auf der LP A Legendary Performer - Volume 2  (1976) zu hören.

Mir persönlich gefällt der Titel recht gut, auch wenn ich überzeugt bin, dass der King ihn einige Jahre später besser gesungen hätte.

 

First RCA Sessions

I Got A Woman (unknown Take numbers)

Die Aufnahme setzt mitten im Song ein. Weil die Ray Charles-Nummer ein fester Bestandteil des Liveprogramms war, bereitet sie keinem der Beteiligten irgendwelche Probleme.

Beim zweiten, ebenfalls nicht näher bezifferten Take passt das Timing des angehenden Rock'n'Roll-Königs nicht immer 100%ig, außerdem gerät er zwischenzeitlich kurz ins Schleudern.

 

Heartbreak Hotel (Takes 4-6)

Abermals setzt die Aufnahme mitten im Song ein. Die Soli von Klavier und Gitarre klingen noch etwa anders, insgesamt ist die Performance noch nicht so auf den Punkt gespielt.

Hier passt beim Gesang des Kings an einer Stelle das Timing nicht ganz, zudem bricht ihm kurz vor Schluss die Stimme aus.

Der sechste Take ist dem Master schon recht nahe. An einer Stelle weicht Elvis vom Text ab und singt They're afraid to die  anstatt The could die. Hier holpert der Song ein wenig, weil es zu viele Worte sind.

 

Money Honey (Fragments & incomplete Take 10)

Wir bekommen hier wirklich nur Schnipsel zu hören. Einmal acht, das andere Mal vierundzwanzig Sekunden lang.

 

I'm Counting On You (Take 1, unknown Take, Takes 13 & 14)

Der erste Take beginnt mit mehreren Fehlstarts, Scotty Moore bekommt das Intro an der Gitarre nicht hin. Nachdem der Einstieg funktioniert hat, bekommen wir allerdings nur einen kurzen Ausschnitt aus dem ersten Durchlauf zu hören, dann wird ausgeblendet.

Der nächste Aufnahmeversuch ist nicht näher spezifiziert, er funktioniert allerdings schon recht gut.

Nun hören wir den dreizehnten Take, wir sind also schon recht weit in der Session fortgeschritten. Letzteres dürfte auch bei der vorherigen Aufnahme der Fall gewesen sein, denn die beiden Darbietungen klingen recht ähnlich und Elvis hat die Ballade schon gut im Griff. Lediglich vor der Zwei-Minuten-Grenze gibt es einen kurzen Break in der Begleitung, der so vermutlich nicht geplant war.

Durchlauf Nummer 14 klingt ebenfalls sehr gut, die Aufnahme wird allerdings zehn Sekunden vor Ende des Songs ausgeblendet. Ob sich die letzten Takte nicht auf dem archivierten Band befinden oder letzteres beschädigt ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

 

I Was The One (Takes 1-3, 7 & unknown Take)

Take 1 besteht nur aus wenigen Takten des Intros, dann wird die Aufnahme ausgeblendet. Hier wollten Ernst Jorgensen und Roger Semon vermutlich einfach jeden Schnipsel veröffentlichen, der sich im Archiv befindet.

Abermals hören wir nur wenige Takte des Intros, diesmal allerdings deshalb, weil die Musiker im Studio tatsächlich abgebrochen haben.

Die Tonregie wertet den Patzer allerdings als Fehlstart und zählt auch den nächsten Anlauf als Take 2. Grundsätzlich funktioniert der Song auch schon gut, die Bridge bereitet Elvis allerdings noch Mühe und klingt längst nicht so zackig wie beim Master-Take.

Auch der dritte Take beginnt mit einem Fehlstart, Scotty Moore verspielt sich.

Abermals belässt es Steve Sholes bei derselben Take-Nummer und lässt die Jungs noch einmal von vorn beginnen. Die Aufnahme wird allerdings auch hier wieder ausgeblendet.

Mit dem Take 7a bekommen wir nun einen späteren Durchlauf zu hören, der komplett zu hören ist.

Die CD schließt mit einem unbekannten, nicht vollständigen Take von I Was The One.

 

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