Easy Come, Easy Go

Vier Dekaden nach der Veröffentlichung des Soundtracks zum Film Easy Come, Easy Go  bringt Follow That Dream Records eine Classic Album-Ausgabe der EP auf den Markt.

Der Tonträger ist in einem doppelt aufklappbaren Digipak im 7"-Format untergebracht und wird von einem Booklet mit Hintergrundinformationen und Bildern begleitet.

Produziert wurde die Scheibe von Ernst Jorgensen und Roger Semon, für das Mastering der Aufnahmen zeichnen Lene Reidel, Vic Anesini und Sebastian Jeansson verantwortlich.

Seinerzeit bestand das Management von Paramount darauf, dass Elvis die Songs nicht in einem Studio, sondern auf der hauseigenen Tonbühne einspielte. Durch den riesigen Raum lag ein Echo über den Aufnahmen, zudem ergab sich ein gewisses Grundrauschen und ein vergleichsweise blecherner Klang.

Durch das neuerliche Mastering und die damit verbundene sauberere Tonqualität treten diese Probleme auf der hier betrachteten CD deutlicher zutage, als auf den vorangegangenen Veröffentlichungen.

Auf der CD sind zunächst die Songs in der Reihenfolge der Originalveröffentlichung zu hören. Danach folgt der ebenfalls für Easy Come, Easy Go  aufgenommene Song She's A Machine, der schlussendlich zwei Jahre später auf dem Budget Album Singer Presents Elvis Singing "Flaming Star" & Others  auf den Markt gebracht wurde.

Es folgen zwölf Outtakes und zwei Instrumental-Tracks.

 

Die Original-EP

Easy Come, Easy Go

Der Titelsong stammt aus der Feder von Ben Weisman und Sid Wayne und wurde von Elvis am 28. September 1966 innerhalb von neun Takes aufgenommen.

Der Sänger hat in jedem Hafen ein anderes Mädchen, alles ist unkompliziert, eben Easy Come, Easy Go.

Ich würde den Song als typischen Filmschlager dieser Tage beschreiben - nicht schlecht, aber auch eben nichts Besonderes.

1971 fand sich das Lied auch auf der CAMDEN-LP C'mon Everybody. Die ursprüngliche Soundtrack-EP geriet zum Totalausfall und verkaufte sich weltweit nur 30.000 Mal.

 

The Love Machine

Im Film besucht Ted (Elvis) den Club seines Freundes Judd (Pat Harrington Jr.). Dort gibt es auch ein Glücksrad, bei dem man Dates mit schönen Mädchen gewinnen kann. Selbstverständlich muss diese wunderbare Erfindung auch besungen werden, was mit The Love Machine  geschieht.

Mir gefällt der Song recht gut, auf den vorangegangenen Soundtrack-LPs musste ich schon weniger eingängige Titel hören.

Die Autoren heißen Gerald Nelson, Fred Burch und Chuck Taylor. Elvis nahm das Lied am 29. September 1966 auf und benötigte dafür 12 Versuche.

Vier Jahre nach der Veröffentlichung auf dieser EP war The Love Machine  auch auf dem CAMDEN-Album I Got Lucky  zu hören.

 

Yoga Is As Yoga Does

Die erste Seite der EP endet mit einem Spottlied auf die damals im Trend liegenden Entspannungsübungen.

Aufgenommen wurde die Nummer am 29. September 1966 innerhalb von 12 Takes, als Autoren zeichnen Gerald Nelson und Fred Burch verantwortlich. Auch dieser Song fand sich später auf der LP I Got Lucky.

Die Melodie von Yoga Is As Yoga Does  erinnert ein wenig an ein Kinderlied, der Text ist recht witzig und parodiert die einzelnen Yoga-Stellungen. Für die entsprechende Filmszene (hier ist der Song übrigens ein Duett mit "Madame Neherina" Elsa Lanchester) ist das Lied durchaus in Ordnung.

 

You Gotta Stop

Die flotte Nummer stammt aus der Feder von Bill Giant, Bernie Baum und Florence Kaye. Angeblich soll Elvis mit dem Lied nicht ganz zufrieden gewesen sein und Red West einige Korrekturen vornehmen lassen haben. Warum er nicht ebenfalls als Autor genannt wird, ist allerdings unbekannt.

Der Rhythm Track von You Gotta Stop  entstand am 29. September 1966, Elvis' Gesang wurde einen Tag später aufgenommen. Den Master schnitt man schließlich aus den Takes 5 (Musik) und 1 (Gesang) zusammen.

Der Song sollte später ebenfalls ein Teil des Albums I Got Lucky  werden.

 

Sing You Children

Auch hörenswert ist das von Gerald Nelson und Fred Burch geschriebene Sing You Children. Die Melodie erinnert an klassische Gospelsongs, im Text geht es um Jonas und Moses. Deshalb fand sich der Titel später auch auf der CAMDEN-LP You'll Never Walk Alone, die 1971 einige religiöse Aufnahmen des Kings zusammenfasste.

Ursprünglich sollte das Lied übrigens Sing You Sinners, Sing  heißen, doch schlussendlich hielt man es wohl doch für unpassend, Elvis in einem leichtgewichtigen Unterhaltungsfilm den Sündern predigen zu lassen.

Der King investierte recht viel Zeit in dieses Lied und spielte am 28. September 1966 zweiundzwanzig Takes davon ein.

 

I'll Take Love

Die EP endet mit I'll Take Love, einem netten Popsong von Dolores Fuller und Mark Barkan.

Weil am 28. September 1966 kein zufriedenstellender Take eingespielt werden konnte, wurde der Master aus den Durchläufen 4, 8 und 3 zusammengeschnitten.

Anno 1971 war I'll Take Love  erneut auf dem Album C'mon Everybody  zu hören.

 

 

Bonus Song

She's A Machine

Am 29. September 1966 entstand auf der Paramount Scoring Stage in Hollywood, Kalifornien der Song She's A Machine.

Der 13. Take war für den Film Easy Come, Easy Go  vorgesehen, Versuch Nummer 15 sollte auf dem Soundtrack zu hören sein.

Da sich Elvis jedoch mit der Komposition von Joy Byers so gar nicht anfreunden konnte, verzichtete Paramount auf die Nutzung und auch RCA Victor beließ die Aufnahme im Archiv.

Kurioserweise änderte der King später offenbar seine Meinung und winkte She's A Machine  für das Budget-Album SINGER Presents Elvis Singing "Flaming Star" & Others  durch.

 

Die Outtakes

The Love Machine (Takes 1-3)

Die Nummer wird angesagt, es sind Übungen der Musiker zu hören. Doch es hilft alles nichts, die Jungs sind beim Start nicht synchron und es muss nach wenigen Sekunden abgebrochen werden. Elvis kommentiert OK, one more chance at it.

Beim zweiten Anlauf unterbricht die Regie nach der ersten gesungenen Zeile. Elvis fragt erstaunt What happened?, worauf man ihm erklärt, dass es ein Problem mit den Blechbläsern gegeben habe.

Take 3 geht durch, aber weder die Instrumentierung, noch die Phrasierungen des Kings klingen ausgereift. Da liegt eindeutig noch Arbeit vor Elvis und seiner Crew.

 

Sing You Children (Take 1)

Der erste Take wird langsamer gespielt als die später veröffentlichte Version, wodurch der Pseudo-Gospel ein wenig lendenlahm wirkt.

Offenbar wurde später auch am Arrangement des Chors noch gearbeitet. Elvis selbst ist sich auch noch nicht überall sicher, wie er den Text auf die Zählzeiten verteilen soll.

 

She's A Machine (Takes 5-7)

Beim fünften Take beginnt Elvis gar nicht mit dem Gesang. Offenbar hat er ein Störgeräusch auf seinem Kopfhörer.

Take 6 wird ebenfalls nach wenigen Sekunden abgebrochen, weil sich der King beim Intro verhaspelt. Die Tonregie wertet dies allerdings als Fehlstart und man beginnt nochmal von vorn. Aber auch jetzt kommt Elvis schnell vom Text ab.

Auch beim siebten Anlauf bereitet es dem King große Probleme, in den Song hineinzufinden. Nach mehreren Versuchen gelingt es ihm dann aber doch und wir hören einen durchgehenden Take.

Dieser ist noch etwas anders arrangiert als die bekannte Fassung von der Schallplatte, funktioniert im Ganzen aber sehr gut.

 

Easy Come, Easy Go (Take 10)

Beim zehnten Durchlauf haben Elvis & Co. den Titelsong des Spielfilms schon voll im Griff. Jetzt ging es nur noch um winzige Details.

 

The Love Machine (Takes 4, 5 & 11)

Offenbar ist der King mit seiner ersten Zeile unzufrieden und befielt Hold on, one more. Beim zweiten Anlauf verspielt sich die Band, dann improvisiert Elvis eine kleine Blues-Einlage.

Auch beim fünften Take funktioniert der Einstieg nicht, schlussendlich muss de King lachen und man beendet das Unterfangen.

Anlauf Nummer 11 geht zwar durch, doch hat Elvis einen Frosch im Hals und auch den Musikern gelingt nicht alles 100%ig.

 

I'll Take Love (Takes 1 & 2)

Zunächst ist dem King das Intro zu langsam. Infolgedessen wird es mehrfach geprobt.

Take 2 geht durch und scheint niemanden vor größere Herausforderungen zu stellen. Am Ende spielen die Musiker den Song als Gag kurz im jazzigen Stil an.

 

She's A Machine (Take 10)

Der zehnte Take klingt etwas bluesiger als die schlussendlich veröffentlichte Fassung.

 

Sing You Children (Takes 18 & 19)

Beim 18. Take scheitert Elvis zunächst am Intro, der zweite Anlauf wird ebenfalls nicht alt.

Durchlauf Nummer 19 funktioniert wie geplant und wird von A bis Z durchgespielt.

 

Yoga Is As Yoga Does (Takes 5 & 6)

Der Take wird angesagt, die Musiker klimpern ein wenig vor sich hin. Dann geht es los, doch Elvis kommt über die erste Zeile nicht hinaus und kommentiert den Vorgang mit einem vernehmbaren Shit!

Beim nächsten Versuch läuft es besser und das Lied geht vollständig durch. Man spielt es allerdings noch etwas langsamer als bei der später veröffentlichten Fassung. Zudem erlaubt sich Elvis einen Timing-Fehler, weshalb er am Schluss singt Or you're blown your cool.

 

The Love Machine (Takes 13 & 14)

Beim 13. Versuch kommt Elvis nach einer guten Minute aus dem Tritt und singt She may be tall, she may be wide, she may be ducky. Insgesamt hinterlässt der Meister einen etwas genervten Eindruck.

Take 14 geht durch, hier und dort gelingt Elvis die Betonung aber noch nicht perfekt. Ob ihm der Song gefällt oder nicht, er muss nochmal ran.

 

She's A Machine (Take 13 - Movie Master)

Dieser Take war seinerzeit für den Film vorgesehen, wurde schlussendlich aber doch nicht benutzt und landete im Archiv.

Erstmals veröffentlicht wurde er auf der CD Elvis Double Features: Easy Come, Easy Go / Speedway.

 

I'll Take Love (Take 2b)

Der dritte Durchlauf wurde versehentlich ebenfalls als Take 2 bezeichnet, daher machte man später den Take 2b daraus.

 

You Gotta Stop (Instrumental, Take 6)

Hier spielte Elvis das Lied nicht zusammen mit den Musikern live im Studio ein, sondern sang über einen vorgefertigten Music Track.

 

Leave My Woman Alone (Instrumental, Take 5)

Das Lied stammt aus der Feder von Ray Charles und hätte von Elvis im Film gesungen werden sollen.

Schlussendlich entschied man sich aber dagegen, so dass der King gar nicht erst zu der Musikaufnahme sang.

 

Fazit & Bewertung

Ohne Frage hat Follow That Dream Records das Ultimo aus dem Easy Come, Easy Go-Soundtrack herausgeholt.