Elvis Country - I'm 10,000 Years Old

Die 1971er LP Elvis Country - I'm 10,000 Years Old  zählt zu den besten Alben des Kings. Somit ist es schon fast verwunderlich, dass Ernst Jorgensen und Roger Semon bis zum Jahr 2008 warteten, ehe sie auch diesen Longplayer in die Serie der Classic Albums aufnahmen.

Die Doppel-CD ist in sage und schreibe 9 verschiedene Kapitel aufgeteilt. Wir bekommen The Original Album, Bonus Songs, The Country Jam, Alternate Masters, First Takes, The Undubbed June 7 Masters, June Outtakes, September Outtakes  und Bonus Cuts - Undubbed Rough Mixes.

Wieder muss ich anmerken, dass es keine Undubbed Masters  gibt. Ein Master ist die zur Veröffentlichung freigegebene Endfassung, die unbearbeitete oder noch nicht vollständig bearbeitete Fassung ist der Master Take - eben in verschiedenen Phasen der Produktion.

Was uns FTD in dieser Rubrik präsentiert, sind die Master-Takes (hier und dort mit vorangegangenen Fehlstarts) im Rough Mix. Dabei handelt es sich um Abmischungen, die Felton Jarvis noch während der laufenden Sessions vornahm, um den Verantwortlichen und Beteiligten einen Eindruck der Produktion zu geben.

Die Tracks der Original-LP und die Bonus Songs wurden von Vic Anesini gemastert. Damit handelt es sich um dieselben Bearbeitungen, die sich im Jahr 2010 auch auf der 30 CD-Box The Complete Elvis Presley Masters  fanden.

Das Mastering aller anderen Aufnahmen geht auf das Konto von Lene Reidel.

 

The Original Album

Snowbird

Die LP beginnt mit einer wunderschönen Country-Ballade aus der Feder von Gene MacLellan. Als Elvis diesen Song am 22. September 1970 aufnahm, stand die Version von Anne Murray sogar noch in den Charts.

Der King dürfte ihre Interpretation sehr gemocht haben, denn er kopiert Murray 1:1.

Nach sechs Takes war das Ergebnis perfekt, noch am selben Tag sang Elvis auch die Harmonie-Stimme ein. Weitere Nachbearbeitungen erfolgten am 23. September (Hintergrundgesang) und 27. Oktober (Streicher).

In dem Lied trauert der Sänger seiner verflossenen Liebe hinterher, obwohl sie untreu war und ihn dereinst verließ. Elvis bringt dieses Gefühl auch sehr schön rüber und liefert damit zwar keinen originellen, aber trotzdem sehr gut gemachten Einstieg in das Album.

 

Tomorrow Never Comes

Tomorrow Never Comes  wurde von Johnny Bond und Ernest Tubb geschrieben, letzterer veröffentlichte 1945 die erste Aufnahme davon.

Elvis spielte seine Fassung am 7. Juni 1970 ein, die Grundlage des Masters bilden Take 13 und Take 1 (Workpart, Ending). Am 30. Juni ließ Felton Jarvis Streicher und Blechbläser ergänzen, der Hintergrundgesang folgte am 1. Oktober.

Die Liebste verspricht dem Ich-Erzähler gleich morgen die Ehe, doch schlussendlich muss er sich eingestehen, dass dieses Morgen wohl nie kommen wird. Tomorrow Never Comes  gehört zu meinen persönlichen Highlights im Katalog des Kings.

Statt des üblichen Strophe/Refrain-Musters wird hier derselbe Part widerholt, wobei jede Strophe einen Halbton höher gesungen wird und die Dynamik kontinuierlich zunimmt. Elvis steigert sich mehr und mehr in den Song hinein, bis er ihn schließlich zu einem grandiosen Finale führt.

 

Little Cabin On The Hill

Die Nummer hört sich arg nach einem Jam an, tatsächlich nahm Elvis am 4. Juni 1970 jedoch zwei Takes davon auf. Zudem erfolgte am 22. Juli eine Nachbearbeitung, bei der Banjo und Fiddle hinzugefügt wurden.

Die Atmosphäre passt ganz hervorragend zu dieser erstklassigen Bluegrass-Nummer und auch das Geschrammel des Kings auf der Akustikgitarre trägt zum ungezwungenen Klang der Aufnahme bei. So ähnlich stelle ich es mir jedenfalls vor, wenn Elvis und seine Jungs zuhause drauflos spielten.

In dem Song betrauert der Sänger den Verlust seiner großen Liebe, während er einsam und allein in der kleinen Berghütte sitzt, die einstmals das gemeinsame Heim darstellte. Geschrieben wurde das Lied von Bill Monroe und Lester Flatt. Monroe war es auch, der das Lied 1947 als erster aufnahm, allerdings unter dem Titel Little Cabin Home On The Hill.

 

Whole Lotta' Shakin' Goin' On

Den meisten Fans wird diese Dave Williams/Sunny David-Komposition wohl in der Aufnahme von Jerry Lee Lewis bekannt sein, zuvor spielten allerdings auch schon James Faye Hall (der unter dem Pseudonym Sunny David an dem Song beteiligt war), Dolores Fredericks oder auch The Commodores die Nummer ein.

Elvis' Fassung stammt vom 22. September 1970, eine gekürzte Version des zweiten Takes wurde als Grundlage für den Master benutzt. Am 12. Oktober ließ Felton Jarvis die Aufnahme mit Blechbläsern ergänzen, die jedoch auf Geheiß des Kings später wieder entfernt wurden.

Prinzipiell handelt es sich um einen Jam. Schlagzeuger Jerry Carrigan spielte einen Rhythmus, auf den Elvis spontan anfing Whole Lotta' Shakin' Goin' On  zu singen. Die Sache wurde kurz geprobt und dann ging's auch schon los.

Wie gesagt, mit Country-Music hat diese kaum verhohlene Aufforderung zum GV nichts zu tun, aber der treibende Beat und Elvis' fast schon manischer Gesang machen den Song zu einem der Highlights des Albums.

In den Jahren 1973 und 1974 fand sich Whole Lotta' Shakin' Goin' On  auch als Teil eines Medleys auf den Live-Alben Aloha From Hawaii Via Satellite  (1973) und Elvis Recorded Live On Stage In Memphis  (1974).

 

Funny How Time Slips Away

In dem Song von Willy Nelson trifft der Sänger auf seine Verflossene und beginnt mit ihr ein Gespräch. Der Zuhörer bekommt dabei aber nur die Aussagen des Erzählenden geboten und kann darauf schließen, dass dieser wohl doch noch nicht so ganz mit der Dame abgeschlossen hat.

Die erste Aufnahme von Funny How Time Slips Away  stammt von Billy Walker, doch auch Nelson selbst spielte den Song später mehrfach ein.

Elvis' Version stammt vom 7. Juni 1970, mit einem einzigen Durchgang hatte der King das Ding im Kasten. Der Hintergrundgesang wurde am 21. September und 1. Oktober hinzugefügt, die Streicher folgten am 27. Oktober.

Die Interpretation geht unter die Haut, Elvis singt mit sehr viel Gefühl und bringt dieses "Zwiegespräch" mit seiner Ex-Freundin absolut glaubhaft rüber.

Auf der Bühne sang er das Lied übrigens schon ab 1969. Anfangs legte Elvis auch die Live-Darbietungen seriös an, später erhöhte er leider das Tempo und sang den Song nur noch mehr oder weniger lieblos herunter. Eine Konzertaufnahme findet sich auf der LP Elvis As Recorded At Madison Square Garden  (1972).

 

I Really Don't Want To Know

Die A-Seite der LP wird beendet von dem Country-Klassiker aus der Feder von Don Robertson und Howard Barnes. Eddy Arnold spielte den Song bereits im Oktober 1953 ein, Elvis folgte ihm (und vielen anderen) am 7. Juni 1970. Take 4 wurde damals als Master-Take ausgewählt. Am 30. Juni wurden Streicher und Blechbläser ergänzt, der Hintergrundgesang folgte am 1. Oktober.

Der Ich-Erzähler möchte hier nichts über die Vergangenheit seiner Liebsten erfahren, er ahnt vermutlich, dass die Lady schon weit herumgekommen ist. Auch hier singt Elvis wieder sehr gefühlvoll, er klingt verletzt, aber gleichzeitig auch wütend und verleiht dem Song damit ein absolut phantastisches Flair.

RCA Victor veröffentlichte diesen Song im Dezember 1970 auch auf einer Single, benutzte dafür allerdings einen anderen Mix. Später war er ebenfalls auf dem Album Welcome To My World  (1977) erhältlich.

Auf der Bühne präsentierte Elvis I Really Don't Want To Know  erstmals am 30. Mai 1977, allerdings nur in gekürzter Form. Eine Live-Aufnahme vom 21. Juni 1977 ist auf der Doppel-LP Elvis In Concert  zu hören.

 

There Goes My Everything

Der erste Song der B-Seite des Albums bildete im Dezember 1970 auch die zweite Seite der gerade erwähnten Single.

There Goes My Everything  stammt aus der Feder von Dallas Frazier und wurde erstmals 1965 von Ferlin Husky aufgenommen. Im folgenden Jahr landete Jack Greene mit dem Titel einen Nummer 1 Hit, wiederum ein Jahr später verbuchte Engelbert Humperdinck damit einen Nummer 2 Hit in den UK-Charts.

Elvis' Version stammt vom 8. Juni 1970, für seine Aufnahme benötigte er drei Takes. Den Harmonie-Gesang spielte Elvis am 23. Juni ein, Blechbläser und Streicher wurden sieben Tage später ergänzt. Für den Hintergrundgesang wurden zwei separate Sessions benötigt, hier erfolgten die Aufnahmen am 21. September und 1. Oktober.

In dem Song muss der Sänger dabei zusehen, wie seine große Liebe ihn verlässt. Die Melodie ist süßlich, der Text ein wenig kitschig, aber trotzdem schafft es Elvis, das Lied nicht nur schön zu singen, sondern den Text auch glaubwürdig zu verkaufen.

In den Jahren 1970 und 1971 tauchte There Goes My Everything  gelegentlich auch in den Bühnenshows des Kings auf, gehörte allerdings nie zum Standardprogramm. Auf dem Album  He Touched Me  (1972) findet sich ein religiöses ReMake des Songs mit dem Titel He Is My Everything..

 

It's Your Baby, You Rock It

Vernon Presley soll diesen Ausspruch geprägt haben, Elvis' Kumpel Lamar Fike schlug die Redewendung Shirl Milete als Titel für einen Song vor.

Darin warnt der Sänger einen Freund vor der Untreue einer Frau und teilt ihm nun, da er ebenfalls auf die Lady reingefallen ist, in übertragenem Sinne mit, dass er sich die Suppe selbst eingebrockt habe und diese somit auch auslöffeln müsse.

Elvis nahm den Song am 5. Juni 1970 auf, Take 5 wurde zum Master-Take. Am 22. Juni wurde der Hintergrundgesang aufgenommen.

Der flotte Country-Pop gefällt mir äußerst gut und wird von Elvis auch ansprechend gesungen.

 

The Fool

Der Song gehörte schon seit Jahren zu den Favoriten des Kings, die frühste bekannte Aufnahme entstand 1959 in privatem Rahmen während Elvis' Militärzeit in Deutschland.

Es sollte allerdings bis zum 4. Juni 1970 dauern, ehe er das Lied professionell in einem Studio einspielte. Da er mit dem Titel bestens vertraut war, reichten ihm auch zwei Durchläufe, um den Song sauber aufzunehmen. Der Hintergrundgesang folgte am 1. Oktober.

Geschrieben wurde The Fool  von Lee Hazlewood (der allerdings seine Frau Naomi Ford als Komponistin eintragen ließ), die erste bekannte Aufnahme stammt von Sanford Clark aus dem Jahr 1956.

In dem Lied bezeichnet sich der Sänger als Narr, weil er seine große Liebe einst gehen ließ und dies nun bitter bereut. Der Song ist gut gemacht, trifft aber nicht meinen persönlichen Geschmack.

 

Faded Love

Auch Faded Love  stand schon länger auf Elvis' Agenda, erstmals für eine Studio-Aufnahme angedacht wurde er bereits 1966.

Erneut trauert der Sänger seiner großen Liebe hinterher, hier allerdings recht rockig und mit einer hart gespielten Gitarre.

Die Aufnahme stammt vom 7. Juni 1970 und wurde mit nur einem Take eingespielt. Bereits am 4. Juni hatten sich Elvis und seine Band an dem Song versucht, doch da klang er dort noch mehr nach Country und wurde aufgrund des nicht vorliegenden Textes zunächst ad acta gelegt. Am 30. Juni wurden Streicher und Blechbläser hinzugefügt, außerdem kürzte Felton Jarvis die Aufnahme um mehr als eine Minute.

Das Original von Bob und Johnnie Wills wurde erstmals 1946 als Instrumental-Version veröffentlicht, eine gesungene Fassung folgte vier Jahre später von Bob Wills & His Texas Playboys. Anno 1973 tauchte Faded Love  auch in den Konzerten des Kings auf. Insgesamt brachte er den Song aber nur vier Mal zum Einsatz.

 

I Washed My Hands In Muddy Water

Hier lassen es der King und seine Crew nochmal so richtig krachen und liefern Country-Rock vom Allerfeinsten.

Am 7. Juni 1970 entstand ein einziger Take dieses großartigen Songs, der am 20. Juli gekürzt und mit Blechbläsern ergänzt wurde. Der King ist mit vollem Einsatz dabei und auch die Musiker, allen voran James Burton an der E-Gitarre, drehen hier wunderbar auf.

Der Komponist dieses Liedes heißt Joe Babcock, erstmals aufgenommen wurde es 1964 von Stonewall Jackson.

In dem Song geht es um einen entflohenen Strafgefangenen, dem die Polizei schon auf der Spur ist.

Ohne Zweifel gehört I Washed My Hands In Muddy Water  nicht nur zu den Höhepunkten dieser LP, sondern generell zu den besten Aufnahmen des Kings überhaupt.

 

Make The World Go Away

Das Album endet mit der Ballade Make The World Go Away, geschrieben von Hank Cochran und erstmals aufgenommen im Jahr 1963 von Ray Price.

Einmal mehr trauert der Ich-Erzähler seiner Verflossenen hinterher und bittet sie, zu ihm zurückzukehren.

Elvis' Aufnahme stammt vom 7. Juni 1970, der Master-Take wurde aus Take 3 und einem Workpart für das Finale zusammengeschnitten. Am 21. September und 1. Oktober wurde der Hintergrundgesang eingespielt, die Streicher folgten am 27. Oktober.

Einmal mehr läuft der King hier zur Hochform auf und liefert eine exzellente und absolut glaubwürdige Interpretation dieses traurigen Liedes ab. In den Jahren 1970 und 1971 kam der Song auch live zum Einsatz, gehörte aber nie zum Standardprogramm.

Anfang 1977 fand sich ein ReMix der Studio-Aufnahme auf dem Album Welcome To My World.

 

Bonus Songs

I Was Born About 10,000 Years Ago

Auf dem Album Elvis Country - I'm 10,000 Years Old  fand dieser Titel als Bindeglied zwischen den einzelnen Liedern Verwendung, auf der 1972er LP Elvis Now  war ist er dann endlich zusammenhängend zu hören.

Die Nummer geht auf das Traditional The Bragging Song  zurück, das erstmals 1924 von Fiddlin' John Carson aufgenommen worden war. Elvis besaß das Lied auf einer Single von Brownie McGhee & His Jook Block Busters aus dem Jahr 1953.

Am 4. Juni 1970 begann er im RCA Studio B in Nashville, Tennessee spontan, den Song zu singen und die Musiker stiegen mit ein. Der Jam war so gut, dass Felton Jarvis ihn aufnahm und für das Country-Album nutzte.

Elvis hat hörbar seinen Spaß an dem Lied, in dem der Interpret behauptet, bei verschiedenen Ereignissen aus der Bibel dabei gewesen zu sein. Auch die Musiker spielen wunderbar spontan und geben so richtig schön Gas.

 

Where Did They Go, Lord

Im Februar 1971 brachte RCA Victor die Single Where Did They Go, Lord / Rags To Riches  auf den Markt. In den amerikanischen Billboard Charts erreichte die Kopplung den 33. Platz, weltweit gingen etwa 1,1 Millionen Exemplare über die Ladentheken.

Im LP-Format war der Song von Dallas Frazier und A. L. Owens übrigens erst ein Jahr nach dem Tode des Kings zu hören, als RCA Victor die Nummer auf der Gospel-Compilation He Walks Beside Me  herausbrachte.

Die Aufnahme entstand am 22. September 1970 innerhalb von sechs Takes. Am selben Tag wurde auch der Hintergrundgesang eingespielt, weitere Backup-Vocals folgten am 23. September.

Der Sänger beklagt hier hochdramatisch das Ende seiner Beziehung und brüllt sich dabei seinen Schmerz förmlich von der Seele.

 

The Country Jam

Faded Love (Country Version)

Zum Ende der Session am vierten Juni spielten Elvis und seine Crew spontan ein paar Country-Songs.

Der erste davon ist Faded Love. Die Aufnahme klingt viel mehr nach Country, als die später auf dem Album zu hörende Version.

Weil er den Text aber nicht drauf hat, bricht Elvis ab und möchte, dass Lamar (Fike) ihm die Lyrics besorgt. Dann sagt er While we're waiting, let's do "The Fool".

 

The Fool (Take 1)

Und genau das passier dann auch.

Offenbar ist das Lied bekannt, denn niemand scheint größere Schwierigkeiten damit zu haben. Im Vergleich zur offiziellen Version klingt die erste Fassung noch vergleichsweise zahm.

Wohl auch deshalb möchte Elvis das Lied noch einmal singen. Damit sollte er die Aufnahme dann auch schon im Kasten haben.

 

A Hundred Years From Now (Takes 1 & 2)

Abermals spielen der King und seine Jungs einfach drauf los. Elvis albert mit dem Text herum, singt ..my heart will have forgot, that we ever mod  oder auch ...that's all in the past, you can kiss my ass. Als das Ende misslingt, flucht er spaßeshalber herum und meint There goes my fuckin' career!

Der zweite Durchlauf klingt geordneter, aber auch hier lassen Elvis und seine Mannen die Sau raus und haben hörbar ihren Spaß.

 

Little Cabin On The Hill (Take 1)

Bei der veröffentlichten Fassung meinten viele Fans, einen spontanen Jam zu hören. Tatsächlich handelte es sich aber um den zweiten Durchlauf, der sogar nachbearbeitet worden war. Das allerdings so geschickt, dass man es kaum wahrnimmt.

Hier hören wir den ersten Versuch, der ebenfalls ungemein locker rüberkommt.

 

Alternate Masters

It's Your Baby, You Rock It (Take 3)

Elvis bespricht mit den Musikern das Intro, singt ihnen vor, was er hören möchte. James Burton imitiert das Gehörte mit der Gitarre.

Take 3 hat nicht ganz so viel Schwung wie der später veröffentlichte Take 5, hat aber durchaus seinen Charme. Beim Text macht Elvis allerdings einen Fehler und singt ...but she done you, like you done me  (anstelle von ...like she done me), was den Sinn der Aussage verändert.  

 

Faded Love (Take 3)

Hier erklärte man ebenfalls zunächst den dritten Take zum Master, schlussendlich gab Elvis dann aber doch Take 1 zur Nachbearbeitung und Veröffentlichung frei.

Das Lied klingt hier ein wenig geschliffener und auch Elvis betont hier und dort etwas anders. Grundsätzlich teile ich aber die Meinung des Kings und bevorzuge den roher klingenden Take 1.

 

First Takes

Tomorrow Never Comes (Take 1)

Der erste Versuch klingt noch ein wenig ungeordnet. So kommt Elvis vom Text ab (was er mit damnit!  kommentiert) oder gibt seinen Musikern Anweisungen, was er hören möchte. So gibt es im Original-Arrangement zum Beispiel einen Break, den der King in seiner Version nicht haben möchte.

Schließlich bricht Elvis die Aufnahme unvermittelt mit dem Satz I tell you what..  ab.

 

Tomorrow Never Comes (Take 2)

Bevor es an den zweiten Anlauf geht, hören wir Übungen und Absprachen.

Der Song selbst klingt jetzt schon geordneter, Elvis hat allerdings den Text noch nicht drauf (er singt zum Beispiel ...you want me, statt ..you love me) und kämpft auch noch mit der Betonung bzw. den Tönen selbst.

 

Snowbird (Rehearsal & Take 1)

Bevor man sich an einen Aufnahmeversuch machte, wurde der Song geübt. Offenbar ließ Felton Jarvis hier auch schon auszugsweise das Tonband mitlaufen, so dass wir hier einen kleinen Ausschnitt aus dieser Vorübung hören können.

Der erste Take klingt zurückhaltender als die veröffentlichte Fassung, grundsätzlich scheint der Country-Schlager aber niemandem Probleme zu bereiten.

 

Where Did They Go, Lord (Take 1)

CD Nummer 1 endet mit dem ersten Take von Where Did They Go, Lord.

Elvis versemmelt hier so manchen Ton und hat auch nicht immer einen Plan davon, wie die einzelnen Worte zu betonen sind. Die Musiker schlagen sich besser, allerdings fehlt auch hier noch der rechte Drive.

 

weiter zur zweiten CD

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte am CD-Cover und am Booklet bei Follow That Dream Records.