Blue Hawaii

Im Jahr 2009 wurde auch Blue Hawaii, einer der absoluten Mega-Seller im Presley-Katalog, in die Riege der Classic Albums aufgenommen.

Auf zwei CDs bekommen wir die Masters der Original-LP, Bonus Songs und Outtakes serviert.

Die Tonträger sind in einem doppelt ausklappbaren Digipak im 7"-Format untergebracht, zudem liegt ein Begleitheft mit Hintergrundinformationen, Abdrucken von Session-Unterlagen und Promo-Material sowie zahlreichen Fotos bei.

Produziert wurde das Set von Ernst Jorgensen und Roger Semon.

Das Mastering der Aufnahmen übernahm Sebastian Jeansson, für den Mix der Outtakes zeichnet Vic Anesini verantwortlich.

 

The Original Album

Blue Hawaii

Der Titelsong des Films wurde von Leo Robin und Ralph Rainger geschrieben, Bing Crosby sang ihn bereits 1937 und auch Patti Page und Frank Sinatra hatten Blue Hawaii  vor Elvis eingespielt. Die Version des Kings entstand am 22. März 1961, Take 7 wurde zum Master.

Auch wenn Blue Hawaii  nicht zu meinen Favoriten gehört, verbreitet der Song trotzdem eine angenehme Urlaubsatmosphäre und passt perfekt zum Thema des Films.

Im Januar 1973 nahm Elvis das Lied für die TV Show Aloha From Hawaii Via Satellite  noch einmal auf, klang dabei allerdings eher müde als romantisch-verträumt.

 

Almost Always True

Fred Wise und Ben Weisman bearbeiteten das kanadisch/französische Traditional Alouette  und machten Almost Always True  daraus.

Der Sänger gibt seiner Freundin das Ehrenwort, immer treu gewesen zu sein...zumindest fast immer.

Im Film singt auch Joan Blackman ein paar Zeilen, auf der LP ist aber nur Elvis zu hören. Aufgenommen wurde der Song am 22. März 1961 innerhalb von acht Takes.

 

Aloha Oe

Dieses Lied war ebenfalls nicht neu, die erste Aufnahme stammt bereits aus dem Jahr 1905 (von den Royal Hawaiian Troubadours).

Geschrieben wurde Aloha Oe  von Kamekeha Liliuokalani, der letzten Königin von Hawaii.

Elvis spielte seinen Part am 21. März 1961 ein, den Master-Take erstellte man aus den Durchgängen 5 und 7. Zwei Tage später nahmen The Surfers den Hintergrundgesang auf und benötigten dafür vier Takes.

 

No More

Der Reigen der Oldies und Traditionals geht weiter mit einer Adaption des Klassikers La Paloma.

Elvis nahm die von Don Robertson und Hal Blair bearbeitete Fassung am 21. März 1961 innerhalb von 13 Takes auf. Danach produzierte er noch drei Insert-Takes mit dem Ende des Songs. Den Master kombinierte man schließlich aus Take 13 und Insert-Take 3.

Weil Joseph Lilley die Nachbesserungen aber nicht separat nummerierte, lautet die offizielle Take-Zusammenstellung des Masters 13/16.

Im Film erzählt Chad (Elvis), er habe das Lied aus Italien mitgebracht. Tatsächlich stellt der in den 1850ern von Sebastian Yradier komponierte Tango aber einen Tribut an die kubanische Musik dar.

Ende 1972 veröffentlichte CAMDEN No More  auch auf der LP Burning Love And Hits From His Movies, im folgenden Jahr nahm Elvis für die Aloha From Hawaii Via Satellite-Show eine neue Fassung der Ballade auf.

 

Can't Help Falling In Love

Erneut nimmt der Film es geographisch nicht so genau, denn diesmal singt der Hauptdarsteller das Lied zu der Melodie einer angeblich aus Österreich stammenden Spieluhr. In Wirklichkeit basiert der Song jedoch auf dem französischen Plaisir d'amour, das 1785 von Jean-Pierre Claris de Florian und Johann Paul Ägidius Martini Schwarzendorf geschrieben wurde.

Angepasst wurde es für Elvis von Hugo Peretti, Luigi Creatore und George David Weiss. Die Aufnahme erfolgte am 23. März 1961 innerhalb von 29 Takes.

Zwei Monate nach der Veröffentlichung des Albums brachte RCA Victor Can't Help Falling In Love  auch zusammen mit Rock-A-Hula Baby  auf einer Single heraus. Weil das Lied bereits auf der LP erhältlich war, fürchtete Colonel Parker einen Flop und sträubte sich zunächst gegen die Pläne der Schallplattenfirma.

Erst als man ihm unabhängig von den tatsächlichen Verkäufen Tantiemen für eine Million Singles zusicherte, ließ er sich umstimmen. Die Sorgen des Presley-Managers waren allerdings unbegründet, denn die 45er entwickelte sich zum Welthit und ging insgesamt mehr als vier Millionen Mal über die Ladentheken.

Später war der Song auch auf der 4-LP-Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1  (1970) und dem Album A Legendary Performer - Volume 1  (1974) zu finden. Die LPs Elvis  (1968), From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis  (1969), Elvis As Recorded At Madison Square Garden  (1972), Aloha From Hawaii Via Satellite  (1973), Elvis Recorded Live On Stage In Memphis  (1974) und Elvis In Concert  (1977) enthalten Live-Aufnahmen.

An die Schönheit und Perfektion seiner Studio-Einspielung kam der King allerdings nie wieder heran.

 

Rock-A-Hula Baby

Es folgt die B-Seite der zuvor erwähnten Single. Geschrieben wurde der Song von Fred Wise, Ben Weisman und Dolores Fuller, die Aufnahme erfolgte am 23. März 1961 innerhalb von fünf Takes.

In einem Interview erzählte Mrs. Fuller einmal, sie sei durch The Twist  zu ihrer Komposition inspiriert worden. Tatsächlich versuchte auch RCA Victor vom damaligen Hype um den Modetanz zu profitieren und vermarktete die 45er als Twist Special.

Insgesamt halte ich die Nummer für recht gelungen, unter den Filmschlagern zählt sie zweifellos zu den Highlights.

1970 fand sich Rock-A-Hula Baby  auch auf der 4-LP-Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1.

 

Moonlight Swim

Die erste Seite der LP endet mit dieser Komposition von Sylvia Dee und Ben Weisman. Der Moonlight Swim  war bereits 1957 von Nick Noble (Platz 37) und Tony Perkins (Platz 24) veröffentlicht worden, Elvis' spielte seine Fassung am 22. März 1961 innerhalb von vier Durchgängen ein.

Den dritten wählte er zum Master-Take, am 28. März wurde zusätzlich noch Hintergrundgesang aufgenommen. Hier entschied man sich ebenfalls für den dritten Versuch.

 

Ku-U-I-Po

Ku-U-I-Po  ist weitere Ballade aus der Feder von Hugo Peretti, Luigi Creatore und George David Weiss.

Auch diesen Titel nahm Elvis im Januar 1973 für die Aloha From Hawaii Via Satellite-Show noch einmal auf, aber auch hier wirkte er eher müde als romantisch.

Die Studioaufnahme vom 21. März 1961 klingt jedoch absolut großartig und gehört für mich zu den besten Movie Tunes des Kings.

Dieser benötigte übrigens neun Takes, um Ku-U-I-Po  (das hawaiianische Wort Ku-u  entspricht dem amerikanischen sweetheart) einzuspielen.

 

Eto Eats

Aus meiner Sicht handelt es sich hier um den Tiefpunkt des Albums. Der das Essverhalten von Ito beschreibende Text wurde seinerzeit vermutlich als lustig empfunden, ich selbst teile diese Meinung allerdings nicht.

Da auch der musikalische Anspruch denkbar gering ausfällt, beschränkte sich Elvis darauf, am 22. März 1961 zu einem vorproduzierten Playback zu singen - der neunte Versuch wurde zum Master.

Verantwortlich für den Song sind übrigens Sid Tepper und Roy C. Bennet. 

 

Slicin' Sand

Die schrieben auch Slicin' Sand, die zweitschlechteste Nummer des Soundtracks. Hier geht es darum, beim Tanzen mit den Füßen Sand wegzuschubsen.

Elvis nahm diese unfreiwillige Rock'n'Roll-Parodie am 21. März 1961 auf und mühte sich durch 19 Takes.

 

Hawaiian Sunset

Die dritte Tepper/Bennett-Komposition in Folge entschädigt den Zuhörer für die vorherigen Songs.

Die Ballade verbreitet angenehm romantische Urlaubsstimmung und wird von Elvis wunderbar gesungen.

Aufgenommen wurde Hawaiian Sunset  am 21. März 1961, der Master ist ein Zusammenschnitt der Takes 4 und 7.

 

Beach Boy Blues

Nach einer Schlägerei landet Chad (Elvis) im Gefängnis und singt den Beach Boy Blues.

Natürlich ist der Song nicht mit Titeln wie Reconsider Baby  (1960) oder Stranger In My Own Hometown  (1969) vergleichbar, für einen Filmschlager ist er aber gar nicht einmal so schlecht und wartet sogar mit ein wenig Humor auf.

 Zwei Takes benötigte Elvis am 23. März 1961 für seine Aufnahme, Komponiert wurde die Nummer übrigens einmal mehr von Sid Tepper und Roy C. Bennett.

 

Island Of Love

Auch diese Ballade stammt vom Fließband der Herren Tepper und Bennett, kann sich aber ebenfalls hören lassen.

Der Sänger beschreibt hier die Schönheit der Insel Kauai und verbreitet damit einmal mehr Urlaubsstimmung mit einem Schuss Romantik.

Elvis spielte den Song am 22. März 1961 innerhalb von 13 Takes ein.

 

Hawaiian Wedding Song

Die LP endet mit dem Hawaiian Wedding Song, der bereits 1926 als Ke Kali Nei Au  von Charles King für die Oper Prince Of Hawaii  geschrieben wurde.

Bing Crosby sang zweieinhalb Jahrzehnte später eine englische Version namens Here Ends The Rainbow, 1959 folgte schließlich Andy Williams mit dem auch hier zu hörenden Text von Al Hoffman und Dick Manning.

Elvis' Aufnahme entstand am 22. März 1961, nach nur zwei Takes hatte er die Nummer absolut perfekt im Kasten.

Anno 1973 spielte der King den Hawaiian Wedding Song  für sein TV-Special Aloha From Hawaii Via Satellite  noch einmal ein, vier Jahre später folgte auf dem Doppel-Album Elvis In Concert  auch eine Live-Aufnahme.

 

New Bonus Tracks

Steppin' Out Of Line (Movie Version)

Die Film-Version wird etwas langsamer gespielt als die Fassung auf dem Album Pot Luck With Elvis.

Außerdem ist statt des Saxophon-Solos ein Gitarren-Solo zu hören und auch das Ende klingt anders. Der King macht hier keinen auf Rock'n'Roll-Sänger, sondern klingt verhalten und bluesig.

Zudem hören wir kein Schlagzeug-Finale, sondern ein paar softe Gitarren-Klänge.

 

Beach Boy Blues (Movie Version)

Auch der Beach Boy Blues  wird in der Film-Variante zahmer dargeboten als die LP-Version.

Am Ablauf oder Arrangement wurde hier jedoch nichts verändert.

 

Can't Help Falling In Love (Movie Version)

Passend zur entsprechenden Filmszene singt Elvis die erste Strophe zur Begleitung einer Spieluhr. Die Band und der Chor setzen erst zur zweiten Strophe ein.

 

Moonlight Swim

Hier hören wir den bekannten Master-Take ohne den nachträglich hinzugefügten Hintergrundgesang.


Steppin' Out Of Line

Bei der zweiten Fassung von Steppin' Out Of Line  handelt es sich um die Schallplatten-Version von der LP  Pot Luck With Elvis.

 

 

First Takes

Blue Hawaii (Takes 1-3)

Elvis sagt Gimme that thing!  und meint damit das Intro aus Ukulele und Steel Guitar. Er singt allerdings nur Night and you and blue, dann wird abgebrochen weil hier die Steel Guitar hätte einsetzen sollen.

Nachdem Take 1 an der ersten Zeile gescheitert ist, misslingt hier das folgende The night is heavenly.

Beim dritten Anlauf gelingt der Einstieg und der Take wird vollständig durchgespielt. Allerdings singt Elvis noch etwas tiefer und kämpft auch hier und dort mit dem Timing.

 

Almost Always True (Take 3)

Dieses lustige UpTempo-Liedchen ist deutlich weniger Komplex als Blue Hawaii  und scheint niemanden vor größere Herausforderungen zu stellen.

Gegen Ende muss sich Elvis allerdings hörbar ein Lachen verkneifen.

 

Aloha Oe - Section II (Take 2)

Hier singen Elvis und der Chor nur den Refrain.

 

No More (Take 7)

Im Gegensatz zu der bekannten Fassung wird hier auf den Einsatz der Steel Guitar verzichtet, wodurch die Begleitung ein wenig spärlich wirkt.

Grundsätzlich haben alle Beteiligten die Nummer drauf, nur hier und dort gibt es noch kleine Unebenheiten.

 

Can't Help Falling In Love (Take 13)

Nach der Fassung für die Schallplattenveröffentlichung nahm man die Film-Version auf und zählte die Takes einfach weiter. Eigentlich handelt es sich hier um den ersten Take der Film-Version.

Zunächst kaspert Elvis mit der Zeile Wise men say  herum, dann steigt er in den Song ein.

Da man gerade 12 Takes der Schallplatten-Fassung aufgenommen hat, stellt das Lied für niemanden ein Problem dar.

 

Rock-A-Hula Baby (Takes 1-3)

Wir hören Gespräche und Absprachen der Musiker und Techniker. Elvis fragt What are we doing?  und singt als Gag den Patti Page-Hit I Went To Your Wedding  an.

Take 1 scheitert am Intro, Elvis kommt erst gar nicht zum Singen.

Beim zweiten Anlauf bricht der King nach wenigen Zeilen ab, Band und Chor sind aber kaum zu bremsen und spielen einfach weiter, bis der King laut Wow - Hold it!  ruft.

Versuch Nummer 3 geht vollständig durch. Zwar fehlt noch die Perfektion des späteren Master-Takes, dafür geben Elvis und seine Jungs hier aber mächtig Gas und wirken nahezu euphorisch.

 

Moonlight Swim (Take 2)

Hier sollte schon der dritte Anlauf zum Master-Take werden.

Der zweite Durchlauf unterscheidet sich nur in Nuancen vom Endprodukt. Weil die Hintergrundsängerinnen erst später aufgenommen wurden, gibt es hier längere Instrumental-Passagen.

 

Ku-U-I-Po (Take 1)

Der erste Versuch wird einen Tick langsamer gespielt als der Master und klingt daher ein wenig zähflüssig.

Auch Elvis an einigen Stellen anders als bei der bekannten Fassung, zudem hat er hier und dort noch leichte Probleme mit dem Timing.

Nichtsdestotrotz klingt die Nummer für einen ersten Durchlauf schon erstaunlich gut.

 

Eto Eats (Takes 1 & 2)

Der erste Versuch wird nach etwa 40 Sekunden abgebrochen, weil Elvis einen Frosch im Hals hat.

Außerdem hat er mit dem Kalypso-Rhythmus zu kämpfen und übt noch ein wenig vor sich hin.

Dann steigt er mit seiner Band in den zweiten Take ein, der schon gut funktioniert.

Leider wird vorzeitig ausgeblendet.

 

Slicin' Sand (Takes 1-3)

Aus der Tonregie kommt die Ansage EO - Take 1. Elvis wiederholt daraufhin den Gag aus den GI Blues-Sessions und singt das italienische Lied IO  an. Drei Jahre später sollte er es übrigens unter dem englischen Titel Ask Me  selbst aufnehmen.

Die ersten beiden Takes werden nach kurzer Zeit abgebrochen. Einmal verpasst Elvis eine Pause, danach kommt er vom Text ab.

Take 3 geht durch, am Ende patzt allerdings der Chor und Elvis mahnt Boys, you forgot your part.

 

Hawaiian Sunset (Take 1)

Hier und dort weicht Elvis' Interpretation ein wenig vom Master-Take ab, insgesamt funktioniert die Nummer für einen ersten Versuch schon erstaunlich gut.

 

Island Of Love (Take 8)

Da es sich um den achten Durchlauf handelt, haben Elvis und seine Jungs das Lied schon hervorragend im Griff.

Größere Abweichungen vom Master-Take gibt es nicht zu verzeichnen.

 

Hawaiian Wedding Song (Take 1)

Das Klavier gibt dem hawaiianischen Chor die Tonart vor, dann geht es mit dem Hochzeitslied los.

Natürlich stimmen noch nicht alle Details, aber auch hier ist es erstaunlich, wie gut der Song schon beim ersten Versuch dargeboten wird.

Das Finale weicht übrigens noch vom Master-Take ab.

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