The Best Of Elvis Presley

Im Jahr 1982 veröffentlicht Label All Round Trading eine 3 LP-Box namens The Best Of Elvis Presley.

Die Firma brachte zwischen 1982 und 1987 eine ganze Reihe von Billig-Alben und Picture Discs auf den Markt. Ansässig war das Label in Dänemark, die meisten Schallplatten wurden jedoch im damaligen West-Deutschland gepresst.

Die Box The Best Of Elvis Presley  ist tatsächlich nicht mehr als eine Pappschachtel, in der drei LPs liegen. Für die Vorderseite nutzte das Label ein Werbefoto für den 1957er Spielfilm Loving You.

Inhaltlich wird nicht viel geboten, denn das Set fasst lediglich die Alben Pictures Of Elvis - Volume 1, Pictures Of Elvis - Volume 2  und Hot Dog  zusammen. Man hat sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, neue Labels zu drucken, die Namen der ursprünglichen LP-Veröffentlichungen stehen nach wie vor dort zu lesen.

Bei den Liedern selbst handelt es sich um Aufnahmen der Jahre 1955 bis 1957, somit bietet die Box also weder einen Überblick über die Karriere des Kings, noch stellt sie ein Best-Of dar.

Grundsätzlich wäre diese LP-Box für mich nicht weiter erwähnenswert, wenn sie nicht zufällig mein Schlüssel zum Presley-Universum gewesen wäre.

Nachdem ich im Sommer 1983 Elvis bewusst im Radio wahrgenommen und kurz danach ein paar Presley-Filme im TV gesehen hatte (damals gab es nur lineares Fernsehen und die Sender füllten das Ferien-Programm gerne mit kostengünstigen, familientauglichen Filmen), stand für mich mein Weihnachtswunsch fest: Es musste eine Schallplatte von Elvis sein.

Von meinen Eltern wurde dieser Wunsch ignoriert, ich bekam stattdessen Spielzeug geschenkt, unter anderem einen Bagger von Playmobil. Ich nahm meinen Erzeugern das dermaßen übel, dass ich mich heute noch daran erinnere.

Offenbar habe ich bereits damals meinem Unmut Luft gemacht, denn zu meinem achten Geburtstag erhielt ich gleich drei Langspielplatten in einem Set - nämlich The Best Of Elvis Presley.

Kurze Zeit später bekam ich nachträglich auch noch den alten, hastig instandgesetzten Plattenspieler meines Vaters. Hinter dieser Großzügigkeit steckte meine Vorliebe für die Titel All Shook Up  und Too Much, die im Wohnzimmer meiner Eltern quasi in Dauerschleife liefen. Um dem Horror zu entfliehen vermachte man mir kurzerhand den Schallplattenspieler, damit ich samt dieser beiden Tracks in mein Zimmer verschwinden konnte.

Elvis' Musik stellte also schon damals einen echten Gewinn für mich dar.

All Shook Up  und Too Much  höre ich übrigens immer noch gerne. Ob sich meine Eltern jemals von diesen Liedern erholt haben, weiß ich nicht. Aus Rücksicht auf die psychische Gesundheit meiner Erzeuger habe ich das Thema nie wieder angesprochen.

 

Pictures Of Elvis - Volume 2

I Was The One

Geschrieben wurde I Was The One  von Aaron Schroeder, Claude DeMetrius, Hal Blair und Bill Peppers. Die Aufnahme erfolgte am 11. Januar 1956 binnen zehn Takes. Weil aber die Durchläufe zwei, drei und sieben doppelt angesagt wurden, wird der Master als Take 7b bezeichnet.

Erneut wurde der Sänger verlassen, diesmal wendet er sich aber direkt den den neuen Lover seiner Ex-Freundin. Offenbar hatte der Interpret seinerzeit ein völlig unbeflecktes Mädel vorgefunden, denn nach eigenen Angaben hat er ihr beigebracht zu küssen, die Wangen zu streicheln oder bei Bedarf auf die Tränendrüse zu drücken. Und kaum ist das Werk vollbracht, orientiert sich die Lady partnerschaftlich neu!

Verpackt wird diese traurige Geschichte in eine nette Pop-Ballade mit Radio-Appeal, die sich in den 1950ern auch im Konzertprogramm des Kings wiederfand.

Zunächst fand sich der Song auf der B-Seite von Heartbreak Hotel, der ersten RCA-Veröffentlichung des Kings. Im April 1956 war I Was The One  auch auf der EP Heartbreak Hotel  zu hören, es sollte allerdings bis 1959 dauern, ehe der Titel auf einem Album (in diesem Falle passend For LP Fans Only  genannt) erhältlich war. 1970 fand sich das Lied ebenfalls auf der 4-LP-Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1.

 

Blue Suede Shoes

Der Song basiert auf einer Begebenheit, die Johnny Cash während seines Militärdienstes in Landsberg am Lech erlebte. Dort hatte er einen Vorgesetzten, der stets auf sein Aussehen achtete und zu sagen pflegte Just don't step on my blue suede shoes.

Cash erzählte dem Singer/Songwriter Carl Perkins davon und als dieser eines Abends auf einer Tanzveranstaltung einen Mann sah, der seine Partnerin aus Angst um seine Schuhe auf Abstand hielt, fügte er die beiden Begebenheiten zusammen und machte den Song Blue Suede Shoes  daraus.

Am ersten Januar 1956 wurde der Titel zusammen mit Honey Don't  auf einer Single veröffentlicht und sorgte für großes Aufsehen. Weil auch Elvis das Lied bereits im Fernsehen gesungen hatte, drängte Steve Sholes seinen jungen Schützling ebenfalls zu einer Schallplattenaufnahme.

Sie entstand am 30. Januar im RCA-Studio in New York innerhalb von 10 Takes. Mit der geballten Marktmacht von RCA Victor wollte er die Presley-Version ebenfalls auf einer 45er herausbringen und Perkins den Hit abspenstig machen.

Angeblich war es Elvis selbst, der sich gegen ein solches Vorgehen aussprach. Er stimmte allerdings zu, die Aufnahme sowohl auf der LP Elvis Presley, als auch auf der gleichnamigen EP und Doppel-EP herauszubringen.

Im August 1956 fand sich die Nummer schließlich doch noch auf einer Single - zusammen mit Tutti Frutti, einer weiteren Cover-Version eines aktuellen Hits der Konkurrenz.

Für seinen Spielfilm G.I. Blues  spielte Elvis 1960 eine weitere, deutlich zahmere Fassung ein und auch auf den Live-Alben From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis  (1969) und Aloha From Hawaii Via Satellite  (1973) war der Song vertreten. Eine weitere, vor Publikum eingespielte Version fand sich 1976 auf der LP A Legendary Performer - Volume 2.

An die großartige Studioaufnahme aus dem Jahr 1956 kam Elvis jedoch nie wieder heran.

 

Tutti Frutti

 Anfang Januar 1956 hatte Little Richard mit Tutti Frutti den zweiten Platz der Hitparade für Rhythm & Blues Musik belegt, bereits am 31. des Monats spielte Elvis im RCA Studio in New York eine eigene Version ein.

Allerdings benötigte der angehende King Of Rock'n'Roll zehn Versuche für den Song, während Little Richard mit drei Takes ausgekommen war.

Der Sänger hatte den lustigen Song über die Qualitäten seiner weiblichen Bekanntschaften selbst geschrieben, der Text war seinem Produzenten Robert Blackwell allerdings zu anzüglich, so dass er die Komponistin Dorothy LaBostrie die Nummer noch einmal überarbeiten ließ.

Im August 1956 brachte RCA Victor schließlich auch Elvis' Version auf einer Single heraus und koppelte den Song mit dem Carl Perkins Hit Blue Suede Shoes. Bereits im März war die Aufnahme auf der LP, EP und Doppel-EP Elvis Presley  erschienen.

 

Blue Moon

1933 schrieben Richard Rogers und Lorenz Heart für den Film Hollywood Party  ein Lied namens Prayer (Oh Lord, Make Me A Moviestar). Weil die Nummer schlussendlich doch keine Verwendung fand, nutzte das Duo die Melodie für einen Song mit dem Titel It's Just That Kind Of Play, der im Film Manhattan Melodrama  zum Vortrag kommen sollte.

Auch daraus wurde nichts, doch immerhin entschied sich das Studio für eine dritte Version namens The Bad In Every Man. Zwar war der Song nun endlich veröffentlicht, ein Hit wurde er jedoch nicht.

Und so schrieb Lorenz Heart einen vierten Text, eben Blue Moon. Erstmals aufgenommen wurde er von Glen Gray & The Casa Loma Orchestra, später folgten noch zahlreiche Cover-Versionen.

Elvis' Fassung entstand zwischen dem 15. und 19. August 1954 bei SUN Records in Memphis, Tennessee, Take 9 wurde zum Master.

Prinzipiell bin ich kein großer Freund der frühen Balladen des Kings, Blue Moon  jedoch gehört zu den großen Ausnahmen. Das Arrangement ist spärlich und man nimmt Elvis die Einsamkeit und Trauer jederzeit ab.

Erstmals herausgebracht wurde die Aufnahme im März 1956 auf der ersten LP des Kings. Im Juni veröffentlichte RCA Victor die Ballade auf der EP Elvis Presley  erneut, zwei Monate später war sie zusammen mit Just Because  auf einer Single erhältlich.1976 fand sich Blue Moon  schließlich auch auf dem Album The Sun Sessions.

 

Lawdy Miss Clawdy

Das Lied war 1952 erstmals von Lloyd Price eingespielt worden, der den Song auch geschrieben hatte. Elvis' Aufnahme entstand am 3. Februar 1956 im RCA Studio 1 in New York innerhalb von 12 Takes. Schlussendlich entschied man sich für den zehnten Durchlauf und erklärte ihn zum Master.

Im August 1956 war die Nummer auf der Single Lawdy Miss Clawdy / Shake, Rattle And Roll  zu hören.

Im Album-Format war der Song erstmals im Jahre 1959 auf For LP Fans Only  zu haben, Live-Aufnahmen befanden sich später auf den Long Playern Elvis  (1968) und Elvis Recorded Live On Stage In Memphis  (1974).

Im Spielfilm Change Of Habit  spielt Dr. John Carpenter (Elvis) aus Spaß ein paar Takte von Lawdy, Miss Clawdy  auf dem Klavier, einen vollständigen Vortrag konnten die Fans 1972 im Film Elvis On Tour  sehen.

Ich persönlich mag den Song sehr, für mich gehört er zu den absoluten Highlights im Katalog des Kings.

 

Love Me Tender

Die Ballade wurde von Ken Darby verfasst und basiert auf dem Klassiker Aura Lee  aus dem Jahr 1861. Weil Darby öffentlich nicht in Erscheinung treten wollte und dem King Of Rock'n'Roll außerdem die Hälfte der Komponisten-Tantiemen zugesagt worden war, ließ er offiziell seine Frau Vera Matson und Elvis Presley als Urheber eintragen.

Aufgenommen wurde Love Me Tender  am 24. August 1956 auf der Tonbühne von 20th Century Fox in Hollywood, Kalifornien innerhalb von nur zwei Takes.

Die im September 1956 veröffentlichte Single wurde zum Nummer 1-Hit und ging weltweit 4,5 Millionen Mal über die Ladentheken.

Schnell avancierte der Song zum Favoriten der weiblichen Fans und fand sich später nicht nur auf der Soundtrack-EP zum gleichnamigen Spielfilm, sondern auch auf den Alben Elvis' Golden Records  (1958), A Legendary Performer  (1974), Pure Gold  (1975) und der 4-LP-Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1  (1970). Live-Versionen sind auf den LPs Elvis  (1968) und Elvis As Recorded At Madison Square Garden  (1972) zu finden.

Der King selbst konnte Love Me Tender  nicht allzu viel abgewinnen - eine Meinung, die ich mit ihm teile.

 

Teddy Bear

Weil Elvis angeblich Plüschbären sammelte, griffen Karl Mann (Kalman Cohen) und Bernie Lowe das Thema auf und schrieben einen Song namens Teddy Bear. Der King nahm ihn am 16. Januar 1957 auf der Paramount Sound Stage in Hollywood, Kalifornien auf und benötigte dafür 13 Takes.

Die Single Teddy Bear / Loving You  kam am 11.06.1957 auf den Markt, wurde zum Top-Hit und verkaufte sich fünf Millionen Mal.

Nur wenige Tage später war der Song auch auf der EP Loving You - Volume 1  und auf dem Album Loving You  zu hören. Im folgenden Jahr fand er sich auf Elvis' Golden Records, 1970 wurde er noch einmal auf der 4-LP-Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1  herausgebracht.

In dem Lied bittet Elvis seine Liebste, doch ihr Kuschelbärchen sein zu dürfen - Tiger sind ihm zu wild und Löwen irgendwie nicht knuddelig genug. Für einen Sänger, der noch kurz zuvor als King Of Rock'n'Roll vermarktet worden war, konnte solch ein Text mit Fug und Recht als peinlich angesehen werden. Doch die weibliche Anhängerschaft war kaum noch zu bremsen und machte Teddy Bear  zum Evergreen.

In den 1970ern gehörte das Lied zum Standardprogramm und wurde zumeist als Medley mit Don't Be Cruel  vorgetragen. Live-Aufnahmen davon finden sich auf den Alben Elvis As Recorded At Madison Square Garden  (1972) und Elvis In Concert  (1977).

 

Jailhouse Rock

Der legendäre Jailhouse Rock  entstand am 30. April 1957 bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien. Zunächst spielte Elvis acht Takes ein, von denen aber nur die Versuche 4 und 5 vollständig durchgingen. Danach wurden zwei so genannte Pick-Up-Takes produziert, die mitten im Song ansetzten und mit denen man die zuvor nicht komplett durchgespielten Versionen ergänzen konnte. Die schlussendlich veröffentlichte Fassung besteht aus Take 6 (eigentlich ein langer Fehlstart) und Pick-Up-Take 2.

Erstmals veröffentlicht wurde das Lied auf der Single Jailhouse Rock / Treat Me Nice, die zu den zehn erfolgreichsten Veröffentlichungen in diesem Format der gesamten 1950er Jahre zählt.

 RCA Victor brachte den Jailhouse Rock  auch auf der gleichnamigen Soundtrack-EP sowie den Alben Elvis' Golden Records  (1958), Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1  (1970), Pure Gold  (1975) und A Legendary Performer - Volume 2  (1976) heraus.

Live-Aufnahmen sind auf den LPs Elvis  (1968) und Elvis In Concert  (1977) zu finden. Im Rahmen des Rock' n Roll Medley ist der Titel zudem auf Elvis Recorded Live On Stage In Memphis  (1974) enthalten.

Für mich zählt Jailhouse Rock  zu den absoluten Signature Songs des Kings. An die Klasse seiner Studioaufnahme kam niemand - einschließlich er selbst - jemals wieder heran.

Geschrieben wurde der Titel übrigens von Jerry Leiber und Mike Stoller, was sich auch in dem herrlich subversiven Text wiederspiegelt.

 

Trying To Get To You

Trying To Get To You wurde von Rose Marie McCoy und Charles Singleton geschrieben und 1954 erstmals von The Eagles veröffentlicht.

Bereits im Januar oder Februar 1955 nahm auch Elvis bei SUN Records in Memphis, Tennessee eine Version dieses Titels auf, schlussendlich war Sam Phillips mit dem Resultat allerdings nicht zufrieden, so dass man am 21. Juli desselben Jahres erneut zu Werke ging.

Das Resultat hätte eigentlich die A-Seite der nächsten Single werden sollen, doch dann wechselte Elvis zu RCA Victor und der Plan verlief im Sande. Mit dieser Single wurde die Idee schließlich umgesetzt, vermutlich jedoch ohne Absicht. Auch auf der Doppel-EP Elvis Presley  war der Titel zu hören, ebenso wie 20 Jahre später auf dem Album The Sun Sessions.

Der King selbst schien Trying To Get To You  sehr zu mögen, denn im Zuge seiner Fernsehshow SINGER presents Elvis  (1968) kam er wieder darauf zurück. Live-Aufnahmen befinden sich auf den Alben A Legendary Performer - Volume 1  (1974), Elvis Recorded Live On Stage In Memphis  (1974) und Elvis In Concert  (1977). Obwohl ich auch das Original sehr mag, gefallen mir die späteren Konzertaufnahmen besser.

 

Any Way You Want Me

Nur eine Woche vor der Veröffentlichung dieser Single war Any Way You Want Me  bereits auf einer gleichnamigen EP herausgebracht worden. Vermutlich hoffte man bei RCA Victor auf den Effekt der Cross Promotion und setzte darauf, dass die Käufer der Single auch die EP erwerben würden - und natürlich auch umgekehrt. Schlussendlich konnte die EP jedoch nicht von der Popularität der 45er profitieren und ging landesweit weniger als 200.000 Mal über die Ladentheken.

Nichtsdestotrotz war Any Way You Want Me  später auf dem Album Elvis' Golden Records  (1958) und der 4-LP-Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1  (1970) zu finden.

Geschrieben wurde die Ballade von Aaron Schroeder und Cliff Owens, Elvis nahm sie am 2. Juli 1956 in den RCA Studios in New York innerhalb von 12 Takes auf.

Nach meinem Ermessen gibt der King hier ein wenig zu viel Gas und auch die Komposition an sich trifft nicht meinen Geschmack.

 

Just Because

Der rhythmische Popsong stammt aus der Feder von Sydney Robin und wurde erstmals 1929 von Nelstone's Hawaiians herausgebracht.

Die Aufnahme des Hillbilly Cat erschien auf der EP Elvis Presley  und im August 1956 in Kombination mit Blue Moon  auf einer Single. 1976 war der Titel zudem Teil der Compilation The Sun Sessions.

Weil seine Freundin sich für etwas Besseres hält und ihn nur ausnutzt, trennt sich der Sänger kurzerhand von der Dame. In den 1970ern wäre dieser Umstand sicherlich Anlass für eine schmalztriefende Ballade gewesen, doch in den Rockin' Fifties klang Elvis nicht einmal traurig.

Aufgenommen hatte er Just Because  schon am 10. September 1954 für SUN Records in Memphis, Tennessee. Veröffentlicht wurde die Nummer aber erst im März 1956 auf der LP Elvis Presley.

 

Pictures Of Elvis - Volume 1

Heartbreak Hotel

Die Aufnahme entstand am 10. Januar 1956, Take 7 wurde zum Master.

Der Sänger wurde von seiner Freundin verlassen und lebt nun im Hotel der gebrochenen Herzen, das sich passenderweise am Ende der Einsam-Straße befindet. Alles ist tieftraurig und offenbar gibt es keinen Weg zurück, wenn man erstmal hier abgestiegen ist.

Auch in Elvis' Gesang spiegelt sich diese leicht morbide Stimmung wunderbar wieder, das grandiose Echo trägt nicht unerheblich zum Gesamtbild des Songs bei.

Steve Sholes dürfte wohl kaum an Heartbreak Hotel  interessiert gewesen sein, denn bis dato hatte Elvis vor allem mit aufgepeppten Versionen bekannter Country-Songs Erfolg gehabt. Zudem stieß der Song hausintern auf herbe Kritik.

Ob er letztlich auf Elvis' Gespür vertraute oder einfach glaubte, das eigenwillige Talent nach einem selbstverantworteten Flop besser steuern zu können, ist mir natürlich nicht bekannt. Schlussendlich setzte sich der Künstler jedoch durch und legte damit, wie oben bereits erwähnt, die erfolgreichste Single-Veröffentlichung des Jahres vor. Weitere Diskussionen dieser Art dürften danach kaum noch stattgefunden haben.

Geschrieben wurde Heartbreak Hotel  von Mae Boren Axton und Tommy Durden. Weil Mrs. Axton das junge Talent ein wenig fördern wollte, ließ sie ihn ebenfalls als Komponisten eintragen und sicherte ihm somit ein Drittel der Tantiemen.

Im April 1956 brachte RCA Victor den Song auf der EP Heartbreak Hotel  erneut auf den Markt, später war er auch auf den LPs Elvis' Golden Records  (1958), Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1  (1970) und A Legendary Performer  (1974) zu hören. Live-Aufnahmen befinden sich auf den Alben Elvis  (1968) und Elvis As Recorded At Madison Square Garden  (1972).

 

I Want You, I Need You, I Love You

Die Liebesschnulze entstand am 14. April 1956 in den RCA Studios in Nashville, Tennessee. Einen finalen, alle Beteiligten zufriedenstellenden Take gab es nicht, stattdessen setzte man den Master aus den Durchläufen 14 und 17 zusammen.

Geschrieben wurde der Song von Maurice Mysels und Ira Kosloff, Elvis promotete den Titel auch im Fernsehen und sang ihn während einiger Konzerte.

RCA veröffentlichte den Track als Nachfolger von Heartbreak Hotel, kam mit einem dritten Platz in den Billboard Charts und zwei Millionen verkauften Einheiten allerdings nicht an den Erfolg heran.

Einen Monat nach der Veröffentlichung dieser Single fand sich I Want You, I Need You, I Love You  auch auf der EP The Real Elvis, im Album-Format erschien der Song auf Elvis' Golden Records  (1958) und Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1  (1970). Zudem war Take 15 auf der LP A Legendary Performer - Volume 2  (1976) zu hören.

Mir persönlich gefällt der Titel recht gut, auch wenn ich überzeugt bin, dass der King ihn einige Jahre später besser gesungen hätte.

 

Hound Dog

 Elvis spielte Hound Dog  am 2. Juli 1956 ein. An diesem Song arbeitete er hart, denn er benötigte 31 Durchläufe, ehe er sich mit dem Resultat zufrieden gab.

Das Lied wurde von Jerry Leiber und Mike Stoller geschrieben, wobei ursprünglich auch Johnny Otis als Komponist angegeben wurde. Erst seit einer gerichtlichen Auseinandersetzung werden Leiber und Stoller als alleinige Urheber aufgeführt.

Die Originalaufnahme stammt aus dem Jahr 1952 von Willie Mea "Big Mama" Thornton, später sangen auch Jack Turner und Eddie Hazlewood das Lied.

RCA veröffentlichte den Song im Sommer 1956 auf der Single Don't Be Cruel / Hound Dog  und lieferte damit die kommerziell erfolgreichste 45er des Jahrzehnts!

Dieser Song war noch im selben Jahr auf der EP The Real Elvis  zu hören und fand sich später auf den Alben Elvis' Golden Records  (1958) und Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1  (1970).

Im Konzertprogramm des Kings hatte die Nummer ihren festen Platz und findet sich auf den Live-LPs From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis  (1969), Elvis As Recorded At Madison Square Garden  (1972), Aloha From Hawaii Via Satellite  (1973), Elvis Recorded Live On Stage In Memphis  (1974) und Elvis In Concert  (1977). Auf dem Soundtrack zum TV-Special SINGER presents Elvis  ist das Lied ebenfalls zu hören. An die Großartigkeit der Studioaufnahme kam der King allerdings nie wieder heran. 

 

Don't Be Cruel

Don't Be Cruel  entstand am selben Tag wie Hound Dog. RCA Victor veröffentlichte den Song außerdem auf der EP The Real Elvis  (1956) und auf den Alben Elvis' Golden Records  (1958), Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1  (1970), Elvis - A Legendary Performer  (1974) und Pure Gold  (1975). Daneben findet sich der Titel auch als Teil eines Medleys mit Teddy Bear  auf den Live-LPs Elvis As Recorded At Madison Square Garden  (1972) und Elvis In Concert  (1977).

Neben Otis Blackwell ist auch Elvis selbst als Komponist gelistet, tatsächlich ging es aber nur darum, dem neuen Superstar zusätzlich zu seinen Einnahmen als Sänger auch noch die Hälfte der Komponisten-Tantiemen zu sichern.

Weil sich Blackwell bei Don't Be Cruel  wohl ein wenig zu sehr an populären Liedern der Konkurrenz orientiert hatte, wurden schnell Plagiatsvorwürfe gegen den Songschreiber laut. Doch ob nun abgekupfert oder nicht, die Nummer zählt für mich zu den absoluten Highlights im Kanon des Kings.

 

I'll Never Let You Go (Little Darlin')

Geschrieben wurde I'll Never Let You Go (Little Darlin')  von Jimmy Wakely, die Aufnahme erfolgte im September 1954 bei SUN Records in Memphis, Tennessee.

Elvis singt sehr gefühlvoll und auch der Hall-Effekt trägt zur Atmosphäre dieser hörenswerten Ballade bei.

1956 veröffentlichte RCA Victor I'll Never Let You Go (Little Darlin')  auf dem Album und der Doppel-EP Elvis Presley  sowie auf einer Single. Zwei Jahrzehnte später fand sich der Song zudem auf der LP The Sun Sessions.

 

I Love You Because

1949 hatte der Komponist und Sänger Leon Payne mit I Love You Because  einen Top5-Hit in der Country & Western Chart verbuchen können und auch Elvis konnte nicht wiederstehen und nahm den Schmachtfetzen am 5. Juli 1954 bei SUN Records in Memphis, Tennessee auf.

Sam Phillips bevorzugte jedoch die Uptempo-Nummern und beließ I Love You Because  im Archiv.  Für die Veröffentlichung auf diesem Album schnitt Steve Sholes am 20. Januar 1956 einen Master aus den Takes 3 und 5 zusammen.

Im Juni veröffentlichte RCA Victor den Song auf der LP und EP Elvis Presley  noch einmal, zwei Monate später kombinierte man ihn mit Trying To Get To You  auf einer Single.

In den 1970ern fanden sich Outtakes auf den LPs Elvis-A Legendary Performer  (1974) und The Sun Sessions  (1976).

Auch bei diesem Lied kann Elvis mit seiner gefühlvollen Interpretation überzeugen.

 

Shake, Rattle And Roll

Shake, Rattle And Roll  wurde von Carles Calhoun geschrieben und 1954 erstmals von Joe Turner aufgenommen.

Nur wenig später konnte auch Bill Haley einen Hit mit dem Song verbuchen, wobei er jedoch einige Zeilen entschärfte. Bei ihm befand sich die Dame nicht mehr im Bett, sondern in der Küche und die durchsichtigen Kleider wurden durch eine hübsche Frisur ersetzt.

Bei Elvis tauchten die anzüglichen Kleidungsstücke ebenfalls nicht auf, dafür lag die Lady aber wieder im Bett und auch die Strophe mit dem One-Eyed Cat und dem Seafood Store (als Synonyme für das männliche und weibliche Geschlechtsorgan) ist noch immer dabei.

Shake, Rattle And Roll  entstand ebenfalls am 3. Februar 1956, Take 12b bildete die Grundlage des Masters. Am selben Tag spielten Elvis, Scotty, Bill und D.J. auch den Hintergrundgesang ein, der nachträglich zu der ursprünglichen Aufnahme hinzugefügt wurde.

 

Too Much

Too Much  wurde von Lee Rosenberg und Leonard Weinman geschrieben, erstmals aufgenommen wurde der Song 1954 von Bernie Hardison. Elvis spielte seine Version am 2. September 1956 bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien ein. Nachdem er zwölf Takes aufgenommen hatte, wurden zur Fehlerkorrektur noch zwei Insert-Takes produziert. Den Master stellte man schließlich aus Take 12 und Insert-Take 2 zusammen.

Zunächst veröffentlichte RCA den Track als B-Seite der Single Playing For Keeps. Doch während der Hauptsong in den Billboard Charts über den 34. Platz nicht hinauskam, erreichte Too Much  Rang 2 und sorgte für Verkäufe von mehr als drei Millionen Einheiten.

1958 war Too Much  auch auf dem Album Elvis' Golden Records  zu finden. Weiterhin veröffentlichte RCA Victor den Titel auf der EP A Touch Of Gold - Volume 3  (1960) und der 4-LP-Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1  (1970).

Der Sänger wird hier wissentlich von seiner Freundin ausgenommen, kann sich aufgrund seiner übergroßen Liebe aber nicht von ihr trennen. Traurig ist er darüber nicht, die Melodie ist schmissig und fröhlich und auch im Gesang des Kings schwingt nicht die Spur von Trauer oder Verzweiflung.

Musikalisch orientierte man sich übrigens stark an Good Lovin'  von den Clovers. Elvis mochte die Gruppe sehr und erkannte vermutlich sofort die Gemeinsamkeiten der beiden Songs.

 

All Shook Up

Die Fans kannten das Lied bereits von David Hill (ein Pseudonym des Schauspielers David Hess), der die Otis Blackwell-Komposition im November 1956 aufgenommen und zu Beginn des folgenden Jahres unter dem Titel I'm All Shook Up  auf einer Single herausgebracht hatte.

Doch nicht nur der Name des Liedes hatte sich bei Elvis leicht verändert, auf einmal wurde der King Of Rock'n'Roll auch als Co-Autor angeführt. Der Grund dafür war simpel: Elvis hätte den Song schlicht und einfach nicht aufgenommen, wenn Mr. Blackwell nicht die Hälfte seiner Tantiemen an ihn abgetreten hätte. Weil sich die Presley-Singles aber so gut verkauften, bedeutete 50% der Ansprüche noch immer mehr Geld auf dem Bankkonto, als 100% bei irgend einem anderen Sänger. Deshalb spielte Otis Blackwell das Spiel mit - genauso wie schon andere Komponisten vor ihm.

Elvis' Version von All Shook Up  entstand am 12. Januar 1957 bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien innerhalb von 10 Takes. Die Duett-Stimme gehört dem Jordanaires-Mitglied Gordon Stoker, Klavier spielte sein Chor-Kollege Hoyt Hawkins.

Die im Frühjahr 1957 herausgebrachte Single All Shook Up / That's When Your Heartaches Begin  gehört mit sieben Millionen verkauften Kopien zu den größten Hits des Kings.

1958 veröffentlichte RCA Victor den Titel noch einmal auf dem Album Elvis' Golden Records, 1960 war er auch auf der EP A Touch Of Gold - Volume 3  zu hören. 1970 folgte eine weitere Veröffentlichung auf der 4-LP-Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1, auf dem fünf Jahre später herausgebrachten Album Pure Gold  war All Shook Up  ebenfalls vertreten.

Live-Aufnahmen finden sich auf der Doppel-LP From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis  (1969) und auf dem Album Elvis As Recorded At Madison Square Garden  (1972). Für mich gehört dieser Gute-Laune-Song zu den absoluten Highlights im Katalog des Kings.

 

Money Honey

Elvis nahm das Lied am 10. Januar 1956 auf, RCA brachte ihn auf der ersten LP des jungen Sängers heraus.

Obwohl der Song bereits seit geraumer Zeit ein fester Bestandteil des Bühnenprogramms war, kam kein zufriedenstellender Take zustande. So musste Steve Sholes den Master aus den Versuchen 5 und 6 zusammenschneiden.

Geschrieben wurde Money Honey  von Jesse Stone, erstmals veröffentlicht wurde das Lied 1953 von den Drifters. Elvis mochte deren Lead-Sänger Clyde McPhatter sehr und coverte später noch mehrere seiner Songs.

In Money Honey  bittet der zahlungsunfähige Sänger seine Frau um Geld, wird von ihr für einen solventeren Partner verlassen und zieht daraus den Schluss, dass es besser sei, zunächst die finanziellen Verhältnisse abzuklären, bevor man sich auf eine Beziehung einlässt.

Im August 1956 fand sich Money Honey zusammen mit One-Sided Love-Affair  auch auf einer Single.

 

I'm Counting On You

Die Ballade stammt aus der Feder von Don Robertson und wurde von Elvis am 11. Januar 1956 im RCA Studio in Nashville, Tennessee eingespielt. Der vergleichsweise langsame Song verlangte dem jungen Sänger deutlich mehr ab und so benötigte er ganze 17 Versuche, ehe er ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen konnte.

Im August 1956 kombinierte RCA Victor die Ballade mit I Got A Woman  auf einer Single und auch auf der LP und Doppel-EP Elvis Presley  vom März desselben Jahres war I'm Counting On You  zu hören.

Insgesamt mag ich die Aufnahme des Kings, wenn er später vermutlich auch mehr aus der Nummer herausgeholt hätte.

 

My Baby Left Me

Die Nummer stammt aus der Feder von Arthur Crudup, dessen That's All Right  die A-Seite von Elvis' erster Single dargestellt hatte.

Obwohl es sich hier prinzipiell um eine Kopie des vorgenannten Songs handelt, gewinnt My Baby Left Me  für mich das Rennen. Der King singt energischer und D.J. Fontanas Schlagzeug verleiht der Interpretation zusätzlichen Drive.

Aufgenommen wurde der Song am 30. Januar 1956 im RCA Studio 1 in New York innerhalb von neun Takes.

Erstmals herausgebracht wurde My Baby Left Me  auf der B-Seite von I Want You, I Need You, I Love You.

Auch dieser Titel wurde auf der EP The Real Elvis  veröffentlicht, später war er abermals auf den Alben For LP Fans Only  (1959) und The Other Sides - Worldwide Gold Award Hits Volume 2  (1971) zu finden. Eine Konzertaufnahme wurde 1974 auf der LP Elvis Recorded Live On Stage In Memphis  herausgebracht.

 

 Hot Dog

Ready Teddy

Ready Teddy  ist ein Song von Robert Blackwell und John Marscalco und stammt im Original von Little Richard.

Elvis nahm ihn am 3. September 1956 innerhalb von 12 Takes auf und lieferte damit Rock'n'Roll vom Allerfeinsten. Der Text ist absolut nichtssagend, aber der Rhythmus ist treibend und der Gesang einfach grandios.

Unter anderem ist Ready Teddy  auch auf der zweiten LP des Kings sowie der EP Elvis - Volume 2  zu finden.

 

Anyplace Is Paradise

Der Sänger befindet, dass jeder Ort dem Paradies gleicht wenn nur seine Liebste dort ist.

Anyplace Is Paradise  wurde von Joe Thomas direkt für Elvis geschrieben und von diesem am 2. September 1956 aufgenommen. Der King arbeitete hart an dem langsamen Popsong, insgesamt benötigte er 22 Takes um das Lied einzuspielen. Potenzial für eine Single hat es zwar nicht, aber als Album-Titel halte ich Anyplace Is Paradise  für sehr gelungen.

Dieses Lied findet sich ebenfalls auf der Ende 1956 herausgebrachten LP Elvis  und der EP Elvis - Volume 2.

 

Rip It Up

Das Album beginnt standesgemäß mit einem Rocker, in diesem Fall aus der Feder von Robert Blackwell und John Marscalco. Das Original war im Sommer 1956 von Little Richard veröffentlicht worden, Elvis' Version entstand am 3. September 1956 innerhalb von 19 Takes.

Es ist Wochenende, der Sänger hat seine Lohntüte bekommen und lässt es jetzt so richtig krachen. Die gute Laune überträgt sich mühelos auf den Zuhörer. Für mich zählt Rip It Up  zu den absoluten Highlights unter den frühen Aufnahmen des Kings.

 

Peace In The Valley

Am 6. Januar 1957 hatte Elvis das Publikum überrascht, als er bei seinem Auftritt in der Ed Sullivan Show  den Gospel Peace In The Valley  vortrug. Sieben Tage später spielte er den Titel auch im Studio ein, Take 9 wurde zum Master.

Ursprünglich hatte Thomas A. Dorsey Peace In The Valley  1937 für Mahalia Jackson geschrieben, den großen Hit damit landeten allerdings Red Foley & The Sunshine Boys. Deren Version erreichte 1951 den siebten Platz der Country & Western Charts und zählt zu den ersten Gospel-Aufnahmen, die sich mehr als eine Million Mal verkauften.

Bei vielen Balladen klang Elvis' Gesangstechnik in den 1950ern noch nicht ganz ausgereift, Peace In The Valley  trägt er aber absolut großartig vor und auch auf der emotionalen Ebene nimmt man ihm das Lied jederzeit ab. Für mich zählt dieser Song daher zu den absoluten Highlights im Katalog des Kings.

Erstmals herausgebracht wurde die Aufnahme übrigens im April 1957 auf der EP Peace In The Valley, die mit einem Absatz von mehr als einer Million Kopien als die erfolgreichste Gospel-Veröffentlichung dieses Tonträgerformats gilt.

 

I Beg Of You

Die Aufnahme hatte bereits ein Jahr lang im Archiv gelegen, bevor RCA Victor sie auf dieser Single herausbrachte. Am 13. Januar 1957 spielte Elvis bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien zwölf Takes des flotten Popsongs ein, doch obwohl der letzte Durchlauf zum Master erklärt wurde, konnte er sich mit dem Ergebnis nicht anfreunden.

Und so entstanden am 23. Februar 22 weitere Takes, die von Steve Sholes mit den Nummern 13 bis 34 versehen wurden. Schlussendlich benannte Elvis den 34. Take als Master.

Obwohl RCA Victor den Song Anfang 1958 nur auf der B-Seite der Single Don't  veröffentlichte, erreichte I Beg Of You  den achten Platz der Billboard Charts (Don't  wurde zur Nummer 1). Mit einem weltweiten Absatz von drei Millionen Kopien gilt die 45er als die dritterfolgreichste Single-Veröffentlichung des Jahres 1958.

Auch diese Aufnahme fand sich auf der EP A Touch Of Gold  (1959), dem Album 50,000,000 Elvis Fans Can't Be Wrong - Elvis' Gold Records Volume 2  (1959) und der 4er Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1  (1970).

 

Have I Told You Lately That I Love You

1944 hatten Lulu Bell & Scotty Have I Told You Lately That I Love You  für einen Film aufgenommen, eine Schallplatte davon erschien jedoch erst zwei Jahre später. Unter anderem veröffentlichten auch Red Foley, Tex Ritter und The Sons Of The Pioneers eigene Versionen dieses Popsongs.

Elvis' Aufnahme entstand am 19. Januar 1957 bei Radio Recorders, Take 15 wurde zum Master. Musikalisch würde ich Have I Told You Lately That I Love You  als nett gemachten Popsong bezeichnen.

Zuerst veröffentlichte RCA Victor den Song als Bonus auf dem Soundtrack-Album zum Film Loving You. Später fand sich die Nummer auch auf der EP Just For You.

Die nächsten sechs Songs -und damit die gesamte zweite Seite der letzten LP dieses Sets- stammen übrigens ebenfalls vom Loving You-Soundtrack.

 

Mean Woman Blues

Elvis nahm den Song von Claude Demetrius am 13. Januar 1957 bei Radio Recorders auf und benötigte dafür 14 Takes. Noch im selben Jahr coverte Jerry Lee Lewis den Titel, 1963 folgte Roy Orbison mit einer weiteren Fassung.

Die Kombination aus dem ironischen Text und Elvis' rotzigem Gesang macht diesen 12-Bar-Blues für mich zu einem der Highlights im Katalog des Kings.

Die Fans kannten den Titel bereits von der EP Loving You - Volume 2. Später sollte er ebenfalls auf der The Other Sides - Worldwide Gold Award Hits Volume 2-Box (1971) zu finden sein.

 

Blueberry Hill

Elvis coverte am 19. Januar 1957 seinen Kollegen Fats Domino, der erst im Vorjahr mit dem Song die Hitparaden gestürmt hatte. Erstmals eingespielt wurde Blueberry Hill  aber schon 1940 vom Sammy Kaye Orchestra und Tony Ryan. Die Musik wurde von Vincent Rose komponiert, der Text stammt von Larry Stock und Al Lewis.

Elvis benötigte neun Takes, ehe er die Nummer im Kasten hatte.

Insgesamt halte ich seine Fassung von Blueberry Hill  für durchaus gefällig, an die Aufnahme von Fats Domino kommt er allerdings nicht heran.

Die Studio-Aufnahme wurde im August 1957 auf der EP Just For You  ein zweites Mal herausgebracht, eine Konzertaufnahme findet sich als Teil eines Medleys mit I Can't Stop Loving You  auf dem Album Elvis Recorded Live On Stage In Memphis  (1974).

 

Got A Lot O' Livin' To Do

Nach den beiden populären, aber doch eher mittelprächtigen Nummern folgt mit Got A Lot O' Livin' To Do  wieder ein echtes Highlight.

In den kommenden Jahren sollte Ben Weisman für eine Vielzahl von mäßigen Movie Tunes verantwortlich zeichnen, doch was er hier zusammen mit Aaron Schroeder ablieferte, war eine absolute Glanzleistung.

Und auch Elvis lief am 12. Januar 1957 bei Radio Recorders zur Hochform auf, als er diesen schnellen, vom Boogie-Rhythmus inspirierten Popsong innerhalb von neun Takes einspielte.

Den Fans war Got A Lot O' Livin' To Do  bereits von der EP Loving You - Volume 2  bekannt, eine weitere Veröffentlichung erfolgte 1971 auf der 4-LP-Box The Other Sides - Worldwide Gold Award Hits Volume 2.

 

Lonesome Cowboy

Lonesome Cowboy  stammt aus der Feder von Sid Tepper und Roy C. Bennett. Elvis spielte am 15. Januar 1957 fünfundzwanzig Takes dieser dramatischen Ballade ein, den Master schnitt man schließlich aus den Versuchen 25 und 20 zusammen.

Meinen persönlichen Geschmack trifft das Lied nicht und auch gesanglich scheint der King Of Rock'n'Roll hier ein wenig überfordert zu sein.

Wenige Wochen vor der Veröffentlichung dieses Albums war Lonesome Cowboy  auch auf der EP Loving You - Volume 2  zu hören gewesen. 1971 fand sich der Song zudem auf der 4-LP-Box The Other Sides - Worldwide Gold Award Hits Volume 2.

 

Hot Dog

Der Rocker entstand am 18. Januar 1957, insgesamt benötigte Elvis für die Komposition aus dem Hause Leiber/Stoller 17 Versuche. Der Original-Interpret von Hot Dog  heißt Young Jessie, allerdings wurde seine Version nicht veröffentlicht.

Elvis' Aufnahme wurde von RCA Victor ebenfalls auf der EP Loving You - Volume 2  (1957) und der Box The Other Sides - Worldwide Gold Award Hits Volume 2  (1971) herausgebracht.

Das Lied ist in Ordnung, ein Hit ist es aber kaum.

 

(Let's Have A) Party

Die erste Seite der LP -und damit auch der eigentliche Soundtrack- endet mit (Let's Have A) Party, einer Aufnahme vom 21. Januar 1957. Elvis benötigte elf Takes, um den Rocker aus der Feder von Jessie Mae Robinson auf der Paramount Soundstage einzuspielen.

Wenige Tage nach dem Erscheinen dieses Albums brachte RCA Victor den Song ebenfalls auf der EP Loving You - Volume 1  heraus.

Obwohl der King Of Rock'n'Roll den Song als erster sang, wird (Let's Have A) Party  heute eher mit Wanda Jackson in Verbindung gebracht, die das Lied drei Jahre später coverte und auf einer Single veröffentlichte.

 

Fazit & Bewertung

Realistisch betrachtet ist The Best Of Elvis Presley  nichts weiter als eine Pappschachtel, in die man drei bereits vorhandene Billig-LPs gesteckt hat. Für mich persönlich ist es aber der Einstieg in eine Musik, die mich seit inzwischen mehr als 35 Jahren begleitet.

 

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