Peace In The Valley

Passend zur Osterzeit veröffentlicht RCA Victor im April 1957 die Gospel-EP Peace In The Valley.

Am 13. des Monats steigt die Scheibe auf Rang 58 in die Singles-Hitparade Top 100 ein, wo sie sich zehn Wochen lang hält und die Plätze 39 und 25 (Best Sellers In Stores) erreicht.

Nach der Installation einer separaten EP Chart notiert Billboard den Tonträger ab dem 7. Oktober auch in dieser Hitparade. Hier kommt er auf eine Laufzeit vom 14 Wochen und schafft es bis Rang 3. Anno 1992 würdigt die RIAA die mehr als 500.000 US-Verkäufe mit einem Platin Award.

Außerhalb der Vereinigten Staaten kommt Peace In The Valley  erst sehr viel später auf den Markt. Die britischen Fans müssen sich bis 1961 gedulden, in Frankreich erscheint der Tonträger gar erst 1966. Mit einem weltweiten Absatz von mehr als einer Million Kopien gilt Peace In The Valley  heute als erfolgreichste Gospel-EP aller Zeiten.

Um den Sänger möglichst seriös erscheinen zu lassen, griff RCA Victor für das Cover auf ein Promo-Foto für den Spielfilm Love Me Tender  zurück, das Elvis korrekt mit Anzug und Krawatte zeigt. Dem Titel entsprechend kopierte man das Bild vor eine idyllische Landschaftsaufnahme. Die Rückseite wartet mit der Track List und Liner Notes auf.

Die zu hörenden Songs entstanden zwischen dem 12. und 19. Januar 1957 bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien. Elvis' Band bestand aus Scotty Moore (Gitarre), Hilmer J. Timbrell (Gitarre), Bill Black (Bass), Dudley Brooks (Klavier) und D.J. Fontana (Schlagzeug). Bei einigen Aufnahmen halfen auch Gordon Stoker und Hoyt Hawkins an Klavier und Orgel aus. Den Hintergrundgesang lieferten The Jordanaires, zu denen neben Stoker und Hawkins auch Hugh Jarrett und Neal Matthews gehörten.

Alle Songs auf dieser EP wurden auch auf den LPs Elvis' Christmas Album  (1957) und You'll Never Walk Alone  (1971) veröffentlicht. Der Titelsong befand sich außerdem auf dem Album A Legendary Performer - Volume 1  (1974).

Peace In The Valley

Am 6. Januar 1957 hatte Elvis das Publikum überrascht, als er bei seinem Auftritt in der Ed Sullivan Show  den Gospel Peace In The Valley  vortrug. Sieben Tage später spielte er den Titel auch im Studio ein, Take 9 wurde zum Master.

Ursprünglich hatte Thomas A. Dorsey Peace In The Valley  1937 für Mahalia Jackson geschrieben, den großen Hit damit landeten allerdings Red Foley & The Sunshine Boys. Deren Version erreichte 1951 den siebten Platz der Country & Western Charts und zählt zu den ersten Gospel-Aufnahmen, die sich mehr als eine Million Mal verkauften.

Bei vielen Balladen klang Elvis' Gesangstechnik in den 1950ern noch nicht ganz ausgereift, Peace In The Valley  trägt er aber absolut großartig vor und auch auf der emotionalen Ebene nimmt man ihm das Lied jederzeit ab. Für mich zählt dieser Song daher zu den absoluten Highlights im Katalog des Kings.

 

It Is No Secret (What God Can Do)

It Is No Secret (What God Can Do)  stammt aus der Feder von Stuard Carl Hamblen, der das Lied 1950 auch als erster aufnahm. Die hier zu hörende Version entstand am 19. Januar 1957 innerhalb von 13 Takes. Meinen persönlichen Geschmack trifft das Lied nicht, Elvis' Vortrag kann sich aber durchaus hören lassen.

 

I Believe

Ervin Drake, Irvin Graham, Jimmy Shirl und Al Stillman schrieben I Believe  1953 für Jane Froman. Danach wurde der Song jedoch auch von vielen anderen Künstlern gesungen, unter anderem von Perry Como, Dolly Parton und Frank Sinatra.

Elvis' Aufnahme entstand am 12. Januar 1957, Take 9 wurde zum Master. Auch I Believe  wird gut gesungen, ich bin aber überzeugt, dass Elvis den Song ein paar Jahre später besser vorgetragen hätte.

 

Take My hand, Precious Lord

Die EP endet mit Take My Hand, Precious Lord, einem weiteren Song von Thomas A. Dorsey. Tatsächlich geht die Melodie jedoch auf die Hymne Maitland  von George Nelson Allen zurück.

Erstmals aufgenommen wurde das Lied im Jahre 1937 von den Heavenly Gospel Singers. Am 13. Januar 1957 nahm auch Elvis Take My Hand, Precious Lord  auf und benötigte dafür 14 Versuche.

 

Fazit & Bewertung

Die Veröffentlichung dieser EP stellte eindeutig einen weiteren Versuch dar, Elvis auch einem älteren und konservativeren Publikum schmackhaft zu machen. Nur die Wenigsten wussten damals, dass Elvis der Gospel weit mehr am Herzen lag, als jene Musik, zu deren König man ihn unlängst ernannt hatte.