Elvis Presley

Zeitgleich mit der ersten LP des Hillbilly Cat bringt RCA Victor auch diese EP sowie eine Doppel-EP mit demselben Namen auf den Markt.

Billboard wählt Blue Suede Shoes  zum Hauptsong und notiert ihn am 7. April auf dem 88. Platz der Top 100. Insgesamt wird die Scheibe 24 Wochen lang geführt und erreicht die Plätze 24 (Most Played By Disc Jockeys) und 20 (Best Sellers In Stores).

Als später eine separate Hitparade für EPs eingeführt wird, listet Billboard den Tonträger ab dem 26. Mai 1958 auch zwei Wochen lang in dieser Chart. Hier wird Elvis Presley  zum Top10-Hit und schafft es bis Rang 6.

Insgesamt werden von dieser EP mehr als eine Million Kopien verkauft, was die RIAA 1992 posthum mit einer Goldenen Schallplatte honoriert.

Um einen Wiedererkennungswert zu schaffen, übernahm RCA Victor für die EP das Cover-Design des Long Players. Die Rückseite nutzte man als Werbefläche für Produktionen anderer Künstler.

 

 

Blue Suede Shoes

Der Song geht auf eine Begebenheit zurück, die Johnny Cash während seines Militärdienstes in Landsberg am Lech erlebte. Dort hatte er einen Vorgesetzten, der stets auf sein Aussehen achtete und zu sagen pflegte Just don't step on my blue suede shoes. Cash erzählte dem Singer/Songwriter Carl Perkins davon und als dieser eines Abends auf einer Tanzveranstaltung einen Mann sah, der seine Partnerin aus Angst um seine Schuhe auf Abstand hielt, fügte er die beiden Begebenheiten zusammen und machte den Song Blue Suede Shoes  daraus.

Am ersten Januar 1956 wurde der Titel zusammen mit Honey Don't  auf einer Single veröffentlicht und sorgte für großes Aufsehen. Weil auch Elvis das Lied bereits im Fernsehen gesungen hatte, drängte Steve Sholes seinen jungen Schützling ebenfalls zu einer Schallplattenaufnahme. Sie entstand am 30. Januar im RCA-Studio in New York innerhalb von 10 Takes. Mit der geballten Marktmacht von RCA Victor wollte er die Presley-Version ebenfalls auf einer 45er herausbringen und Perkins den Hit abspenstig machen.

Angeblich war es Elvis selbst, der sich gegen ein solches Vorgehen aussprach. Er stimmte allerdings zu, die Aufnahme sowohl auf der LP Elvis Presley, als auch auf der gleichnamigen EP und dieser Doppel-EP herauszubringen. Im August 1956 fand sich die Nummer schließlich doch noch auf einer Single - zusammen mit Tutti Frutti, einer weiteren Cover-Version eines aktuellen Hits der Konkurrenz.

Für seinen Spielfilm G.I. Blues  spielte Elvis 1960 eine weitere, deutlich zahmere Fassung von Blue Suede Shoes  ein und auch auf den Live-Alben From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis  (1969) und Aloha From Hawaii Via Satellite  (1973) war der Song vertreten. Eine weitere, vor Publikum eingespielte Version fand sich 1976 auf der LP A Legendary Performer - Volume 2. An die großartige Studioaufnahme von 1956 kam Elvis jedoch nie wieder heran.

 

Tutti Frutti

Anfang Januar 1956 hatte Little Richard mit Tutti Frutti  den zweiten Platz der Hitparade für Rhythm & Blues Musik belegt, bereits am 31. des Monats spielte Elvis im RCA Studio in New York eine eigene Version ein. Allerdings benötigte der angehende King Of Rock'n'Roll zehn Versuche für den Song, während Little Richard mit drei Takes ausgekommen war.

Der Sänger hatte den lustigen Song über die Qualitäten seiner weiblichen Bekanntschaften selbst geschrieben, der Text war seinem Produzenten Robert Blackwell allerdings zu anzüglich, so dass er die Komponistin Dorothy LaBostrie die Nummer noch einmal überarbeiten ließ.

Im August 1956 brachte RCA Victor schließlich auch Elvis' Version auf einer Single heraus und koppelte den Song mit dem Carl Perkins Hit Blue Suede Shoes.

 

I Got A Woman

Anfang 1955 hatte Ray Charles mit I've Got A Woman  die R&B-Charts gestürmt und auch Elvis hatte den Song seit ebendiesen Tagen im Live-Programm. Das Lied basiert auf dem Gospel It Must Be Jesus  und wurde von Renald Richard und Ray Charles verfasst. Die Studio-Aufnahme des Hillbilly Cat entstand am 10. Januar 1956 im RCA Studio in Nashville, Tennessee innerhalb von acht Takes.

Elvis schien des Songs offenbar niemals überdrüssig zu werden, denn auch nach seinem Bühnen-Comeback behielt er I Got A Woman  bis zum Ende im Konzertprogramm. Live-Aufnahmen davon sind auf den Alben Elvis Recorded Live On Stage In Memphis  (1974) und Elvis In Concert  (1977) zu hören.

Wie zuvor erwähnt, veröffentlichte RCA Victor die Studio-Aufnahme von I Got A Woman  im August 1956 zusammen mit I'm Counting On You  auf einer Single und auch auf der zeitgleich mit dem Album veröffentlichten EP Elvis Presley  war der Song enthalten. Neunzehn Jahre später war I Got A Woman  abermals auf der LP Pure Gold  zu hören.

 

Just Because

Dieser rhythmische Popsong stammt aus der Feder von Sydney Robin und wurde erstmals 1929 von Nelstone's Hawaiians herausgebracht. Die Aufnahme des Hillbilly Cat erschien im August 1956 in Kombination mit Blue Moon  auf einer Single. 1976 war der Titel zudem Teil der Compilation The Sun Sessions.

Weil seine Freundin sich für etwas Besseres hält und ihn nur ausnutzt, trennt sich der Sänger kurzerhand von der Dame. In den 1970ern wäre dieser Umstand sicherlich Anlass für eine schmalztriefende Ballade gewesen, doch in den Rockin' Fifties klang Elvis nicht einmal traurig.

Aufgenommen hatte er Just Because  übrigens schon am 10. September 1954 für SUN Records in Memphis, Tennessee.

 

Fazit & Bewertung

Bei allen Songs dieser EP handelt es sich um Cover-Versionen, zweimal sogar um aktuelle Chart-Hits. Doch irgendwie schafft es der junge Sänger, sämtlichen Titeln seinen eigenen Stempel aufzudrücken und die Songs zu typischen Presley-Nummern zu machen.