Worldwide 50 Gold Award Hits, Vol. 1

Im August 1970 veröffentlicht RCA Victor ein 4-LP-Set namens Worldwide 50 Gold Award Hits, Vol. 1.

Mit 150.000 verkauften Einheiten notiert Billboard die Box ab dem 22. des Monats in der Top LPs Chart, wo sie im Zuge ihres 22wöchigen Aufenthalts den 45. Platz erreicht. Am 29. August steigt das Set auch in die Hot Country LPs Chart ein. Hier wird es 17 Mal notiert und schafft es bis Rang 25.

Nach dem Tod des Kings erlebt Worldwide 50 Gold Award Hits, Vol. 1  ein Comeback und wird ab dem 17. September 1977 für weitere 14 Wochen in der Top LPs Chart geführt. Die Höchstplatzierung ist Nummer 83.

Die RIAA würdigt die US-Verkäufe mit Gold (1973) und Platin (1992).  Der weltweite Absatz wird mit etwa 3,5 Millionen Kopien angegeben.

Mit den Worldwide 50 Gold Award Hits, Vol. 1 griff RCA Victor tief in die Taschen der Fans, denn das Label verlangte den Preis von vier Einzel-LPs. Seinerzeit sorgte diese Entscheidung für Kritik, allerdings bekamen die Käufer dafür auch eine hochwertig aufgemachte Box, die mit allen Presley-Hits der Jahre 1956 bis 1969 in chronologischer Reihenfolge und einem 20seitigen Bonus-Heft aufwartete.

 

Heartbreak Hotel

Die Aufnahme entstand am 10. Januar 1956, Take 7 wurde zum Master. Der Sänger wurde von seiner Freundin verlassen und lebt nun im Hotel der gebrochenen Herzen, das sich passenderweise am Ende der Einsam-Straße befindet. Alles ist tieftraurig und offenbar gibt es keinen Weg zurück, wenn man erstmal hier abgestiegen ist. Auch in Elvis' Gesang spiegelt sich diese leicht morbide Stimmung wunderbar wieder, das grandiose Echo trägt nicht unerheblich zum Gesamtbild des Songs bei.

Steve Sholes dürfte wohl kaum an Heartbreak Hotel  interessiert gewesen sein, denn bis dato hatte Elvis vor allem mit aufgepeppten Versionen bekannter Country-Songs Erfolg gehabt. Zudem stieß der Song hausintern auf herbe Kritik. Ob er letztlich auf Elvis' Gespür vertraute oder einfach glaubte, das eigenwillige Talent nach einem selbstverantworteten Flop besser steuern zu können, ist mir natürlich nicht bekannt. Schlussendlich setzte sich der Künstler jedoch durch und legte damit die erfolgreichste Single-Veröffentlichung des Jahres vor. Weitere Diskussionen dieser Art dürften danach kaum noch stattgefunden haben.

Geschrieben wurde Heartbreak Hotel  von Mae Boren Axton und Tommy Durden. Weil Mrs. Axton das junge Talent ein wenig fördern wollte, ließ sie ihn ebenfalls als Komponisten eintragen und sicherte ihm somit ein Drittel der Tantiemen.

Für Elvis war der Deal äußerst lukrativ, denn Heartbreak Hotel  wurde noch im Januar 1956 auf einer Single herausgebracht und verkaufte sich etwa 4 Millionen Mal. Im April 1956 kam der Song auf der EP Heartbreak Hotel  erneut auf den Markt, später war er auch auf den LPs Elvis' Golden Records  (1958) und A Legendary Performer (1974) zu hören. Live-Aufnahmen befinden sich auf den Alben Elvis  (1968) und Elvis As Recorded At Madison Square Garden  (1972).

 

I Was The One

Der Popsong war deutlich konventioneller, aber deshalb keinesfalls schlechter. Geschrieben wurde er von Aaron Schroeder, Claude DeMetrius, Hal Blair und Bill Peppers. Die Aufnahme erfolgte am 11. Januar 1956 binnen zehn Takes. Weil aber die Durchläufe zwei, drei und sieben doppelt angesagt wurden, wird der Master als Take 7b bezeichnet.

Erneut wurde der Sänger verlassen, diesmal wendet er sich aber direkt den den neuen Lover seiner Ex-Freundin. Offenbar hatte der Interpret seinerzeit ein völlig unbeflecktes Mädel vorgefunden, denn nach eigenen Angaben hat er ihr beigebracht zu küssen, die Wangen zu streicheln oder bei Bedarf auf die Tränendrüse zu drücken. Und kaum ist das Werk vollbracht, orientiert sich die Lady partnerschaftlich neu! Verpackt wird diese traurige Geschichte in eine nette Pop-Ballade mit Radio-Appeal, die sich in den 1950ern auch im Konzertprogramm des Kings wiederfand.

Die Erstveröffentlichung erfolgte auf der Rückseite der Erfolgs-Single Heartbreak Hotel. Im April 1956 war I Was The One  auch auf der EP Heartbreak Hotel  zu hören, es sollte allerdings bis 1959 dauern, ehe der Titel auf einem Album (in diesem Falle passend For LP Fans Only  genannt) erhältlich war.

 

I Want You, I Need You, I Love You

Die Liebesschnulze entstand am 14. April 1956 in den RCA Studios in Nashville, Tennessee. Einen finalen, alle Beteiligten zufriedenstellenden Take gab es nicht, stattdessen setzte man den Master aus den Durchläufen 14 und 17 zusammen.

Geschrieben wurde der Song von Maurice Mysels und Ira Kosloff, Elvis promotete den Titel auch im Fernsehen und sang ihn während einiger Konzerte. Im Mai 1956 veröffentlicht RCA Victor I Want You, I Need You, I Love You  auf einer Single, einen Monat fand sich die Nummer auch auf der EP The Real Elvis. Im Album-Format erschien der Song auf Elvis' Golden Records  (1958), Take 15 war auf der LP A Legendary Performer - Volume 2  (1976) zu hören.

Mir persönlich gefällt der Titel recht gut, auch wenn ich überzeugt bin, dass der King ihn einige Jahre später besser gesungen hätte..

 

Don't Be Cruel

Der frisch gekrönte Rock'n'Roll-König nahm Don't Be Cruel  am 2. Juli 1956 innerhalb von 28 Takes im RCA Studio 1 in New York auf. RCA Victor veröffentlichte den Song auf der EP The Real Elvis  (1956) und auf den Alben Elvis' Golden Records  (1958), A Legendary Performer  (1974) und Pure Gold  (1975). Daneben findet sich der Titel auch als Teil eines Medleys mit Teddy Bear  auf den Live-LPs Elvis As Recorded At Madison Square Garden  (1972) und Elvis In Concert  (1977).

Neben Otis Blackwell ist auch Elvis selbst als Komponist gelistet, tatsächlich ging es aber nur darum, dem neuen Superstar zusätzlich zu seinen Einnahmen als Sänger auch noch die Hälfte der Komponisten-Tantiemen zu sichern. Weil sich Blackwell bei Don't Be Cruel  wohl ein wenig zu sehr an populären Liedern der Konkurrenz orientiert hatte, wurden schnell Plagiatsvorwürfe gegen den Songschreiber laut.

Doch ob nun abgekupfert oder nicht, Don't Be Cruel  zählt für mich zu den absoluten Highlights im Kanon des Kings.

 

Hound Dog

Am selben Tag wie Don't Be Cruel  spielte Elvis auch Hound Dog  ein. An diesem Song arbeitete er ebenfalls hart, denn er benötigte 31 Durchläufe, ehe er sich mit dem Resultat zufrieden gab. Das Lied wurde von Jerry Leiber und Mike Stoller geschrieben, wobei ursprünglich auch Johnny Otis als Komponist angegeben wurde. Erst seit einer gerichtlichen Auseinandersetzung werden Leiber und Stoller als alleinige Urheber aufgeführt.

Die Originalaufnahme stammt aus dem Jahr 1952 von Willie Mea "Big Mama" Thornton, später sangen auch Jack Turner und Eddie Hazlewood das Lied. Auch dieser Song war noch im selben Jahr auf der EP The Real Elvis  zu hören und fand sich später auf dem Album Elvis' Golden Records  (1958). Im Konzertprogramm des Kings hatte die Nummer ihren festen Platz und ist auf den Live-LPs From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis  (1969), Elvis As Recorded At Madison Square Garden  (1972), Aloha From Hawaii Via Satellite  (1973), Elvis Recorded Live On Stage In Memphis  (1974) und Elvis In Concert  (1977) enthalten. Auf dem Soundtrack zum TV-Special SINGER presents Elvis  ist das Lied ebenfalls zu hören.

An die Großartigkeit der Studioaufnahme kam der King allerdings nie wieder heran. Die Erstveröffentlichung von Don't Be Cruel   und Hound Dog  erfolgte übrigens im Juli 1956 auf einer Single. Mit etwa acht Millionen verkauften Kopien stellt die Scheibe die erfolgreichste 45er des Jahrzehnts dar.

 

Love Me Tender

Die Ballade wurde von Ken Darby verfasst und basiert auf einem Traditional namens Aura Lee  aus dem Jahr 1861. Weil Darby aber öffentlich nicht in Erscheinung treten wollte und dem King Of Rock'n'Roll außerdem die Hälfte der Komponisten-Tantiemen zugesagt worden waren, ließ er offiziell seine Frau Vera Matson und Elvis Presley als Urheber eintragen. Aufgenommen wurde Love Me Tender  am 24. August 1956 auf der Tonbühne von 20th Century Fox in Hollywood, Kalifornien innerhalb von nur zwei Takes.

Nach der Veröffentlichung der Single Love Me Tender / Any Way You Want Me  avancierte der Song schnell zum Favoriten der weiblichen Fans und fand sich später nicht nur auf der Soundtrack-EP, sondern auch auf den Alben Elvis' Golden Records  (1958), A Legendary Performer  (1974) und Pure Gold  (1975). Live-Versionen sind auf den LPs Elvis (1968) und Elvis As Recorded At Madison Square Garden  (1972) zu finden.

Insgesamt finde ich den Song ganz nett, zu meinen Favoriten würde ich ihn aber nicht zählen.

 

Any Way You Want Me

Nur eine Woche vor der Veröffentlichung just erwähnten Single war Any Way You Want Me  bereits auf einer gleichnamigen EP herausgebracht worden. Vermutlich hoffte man bei RCA Victor auf den Effekt der Cross Promotion und setzte darauf, dass die Käufer der Single auch die EP erwerben würden - und natürlich auch umgekehrt. Schlussendlich konnte die EP jedoch nicht von der Popularität der 45er profitieren und ging landesweit weniger als 200.000 Mal über die Ladentheken. Nichtsdestotrotz war Any Way You Want Me  später auf dem Album Elvis' Golden Records  (1958) zu finden.

Geschrieben wurde die Ballade von Aaron Schroeder und Cliff Owens, Elvis nahm sie am 2. Juli 1956 in den RCA Studios in New York innerhalb von 12 Takes auf. Nach meinem Ermessen gibt der King hier ein wenig zu viel Gas und auch die Komposition an sich trifft nicht meinen Geschmack.

 

Too Much

Der Song wurde von Lee Rosenberg und Leonard Weinman geschrieben, erstmals aufgenommen wurde er 1954 von Bernie Hardison. Elvis spielte seine Version am 2. September 1956 bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien ein. Nachdem er zwölf Takes aufgenommen hatte, wurden zur Fehlerkorrektur noch zwei Insert-Takes produziert. Den Master stellte man schließlich aus Take 12 und Insert-Take 2 zusammen und brachte ihn Anfang 1957 auf der B-Seite von Playing For Keeps  heraus. Später war Too Much  auch auf dem Album Elvis' Golden Records  (1958) und der EP A Touch Of Gold - Volume 3  (1960) zu finden.

Der Sänger wird hier wissentlich von seiner Freundin ausgenommen, kann sich aufgrund seiner übergroßen Liebe aber nicht von ihr trennen. Traurig ist er darüber nicht, die Melodie ist schmissig und fröhlich und auch im Gesang des Kings schwingt nicht die Spur von Trauer oder Verzweiflung.

Musikalisch orientierte man sich übrigens stark an Good Lovin'  von den Clovers. Elvis mochte die Gruppe sehr und erkannte vermutlich sofort die Gemeinsamkeiten der beiden Songs. Too Much  gehört zu meinen absoluten Lieblingsliedern von Elvis.

 

Playing For Keeps

Die Ballade entstand am 1. September 1956 bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien. Da man sich für keinen einzelnen Take als Master entscheiden konnte, schnitt man die endgültige Version schließlich aus den Takes 7 und 18 zusammen.

In der Komposition von Stanley A. Kesler wendet sich der Sänger direkt an seine Liebste, schwört die ewige Treue und beteuert, dass es bei keiner anderen so war wie bei ihr. Meinen Geschmack trifft Playing For Keeps  nicht und auch Elvis' Gesang kann ich nicht viel abgewinnen.

RCA Victor veröffentlichte den Song neben der 45er auch auf dem Album For LP Fans Only  (1959).

 

All Shook Up

Die Fans kannten das Lied bereits von David Hill (ein Pseudonym des Schauspielers David Hess), der die Otis Blackwell-Komposition im November 1956 aufgenommen und zu Beginn des folgenden Jahres unter dem Titel I'm All Shook Up  auf einer Single herausgebracht hatte.

Doch nicht nur der Name des Liedes hatte sich bei Elvis leicht verändert, auf einmal wurde der King Of Rock'n'Roll auch als Co-Autor angeführt. Der Grund dafür war simpel: Elvis hätte den Song schlicht und einfach nicht aufgenommen, wenn Mr. Blackwell nicht die Hälfte seiner Tantiemen an ihn abgetreten hätte. Weil sich die Presley-Singles aber so gut verkauften, bedeutete 50% der Ansprüche noch immer mehr Geld auf dem Bankkonto, als 100% bei irgend einem anderen Sänger. Deshalb spielte Otis Blackwell das Spiel mit - genauso wie schon andere Komponisten vor ihm.

Elvis' Version von All Shook Up  entstand am 12. Januar 1957 bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien innerhalb von 10 Takes. Die Duett-Stimme gehört dem Jordanaires-Mitglied Gordon Stoker, Klavier spielte sein Chor-Kollege Hoyt Hawkins.

Nach der Single All Shook Up / That's When Your Heartaches Begin  war der Song auch auf den Alben Elvis' Gold Records  (1958) und Pure Gold  (1975) sowie der EP A Touch Of Gold - Volume 3  (1960) zu enthalten. Live-Aufnahmen finden sich auf dem Doppel-Album From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis  (1969) und auf der LP Elvis As Recorded At Madison Square Garden  (1972).

Für mich gehört dieser Gute-Laune-Song zu den absoluten Highlights im Katalog des Kings.

 

That's When Your Heartaches Begin

Vermutlich um sich als Sänger ins Gespräch zu bringen hatte Elvis im Juli 1953 beim Memphis Recording Service (dem privaten Aufnahmedienst von SUN Records) eine privat finanzierte Single aufgenommen. Eines der beiden Lieder hieß That's When Your Heartaches Begin. Am 13. Januar 1957 spielte er die Ballade bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien erneut ein und benötigte dafür 14 Anläufe. Es sei allerdings erwähnt, dass nur vier davon tatsächlich vollständig durchgesungen wurden. Den Master schnitt man schlussendlich aus den Takes 7 (ein langer Fehlstart) und 14 zusammen.

Geschrieben wurde That's When Your Heartaches Begin  von Fred Fisher, William Raskin und Billy Hill. Die Erstaufnahme erfolgte 1937 durch Shep Fields & His Rippling Rhythm Orchestra, drei Jahre später folgten auch die Ink Spots mit einer eigenen Version.

RCA Victor brachte die Aufnahme des Kings auf dem Album Elvis' Golden Records  (1958) heraus.

 Insgesamt halte ich Elvis' Interpretation für ordentlich, zu einem Klassiker taugt sie aber vermutlich nur aufgrund ihres Alters.

 

Loving You

Die Ballade wurde erstmals am 17. Januar 1957 aufgenommen, doch obwohl man den dritten Durchlauf zum Master-Take erklärte, entschied man sich am 24. Februar zu einer Neuaufnahme. Diesmal spielte Elvis vier Takes ein, der letzte davon wurde in geschnittener Form zum Master. Dieser fand sich später auf der EP Loving You - Volume 1  und den Alben Loving You  (1957), Elvis' Golden Records  (1958) und Pure Gold  (1975).

Die Komponisten heißen Jerry Leiber und Mike Stoller. Zwar hatte Elvis schon vorher Lieder dieses Duos aufgenommen, doch war Loving You  der erste Song, den die beiden speziell für ihn geschrieben hatten.

 

Teddy Bear

Weil Elvis angeblich Plüschbären sammelte, griffen Karl Mann (Kalman Cohen) und Bernie Lowe das Thema auf und schrieben einen Song namens Teddy Bear. Der King nahm ihn am 16. Januar 1957 auf der Paramount Sound Stage in Hollywood, Kalifornien auf und benötigte dafür 13 Takes.

Nur wenige Tage nach der Herausgabe der Kopplung Teddy Bear / Loving You  war der Song auch auf der EP Loving You - Volume 1  und auf dem Album Loving You  (1957) zu hören. Im folgenden Jahr fand er sich auch auf dem Album Elvis' Golden Records.

In dem Lied bittet Elvis seine Liebste, doch ihr Kuschelbärchen sein zu dürfen - Tiger sind ihm zu wild und Löwen irgendwie nicht knuddelig genug. Für einen Sänger, der noch kurz zuvor als King Of Rock'n'Roll vermarktet worden war, konnte solch ein Text mit Fug und Recht als peinlich angesehen werden. Doch die weibliche Anhängerschaft war kaum noch zu bremsen und machte Teddy Bear  zum Evergreen.

In den 1970ern gehörte das Lied zum Standardprogramm und wurde zumeist als Medley mit Don't Be Cruel  vorgetragen. Live-Aufnahmen davon finden sich auf den Alben Elvis As Recorded At Madison Square Garden  (1972) und Elvis In Concert (1977).

 

Jailhouse Rock

Der legendäre Rock'n'Roll-Song entstand am 30. April 1957 bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien. Zunächst spielte Elvis acht Takes ein, von denen aber nur die Versuche 4 und 5 vollständig durchgingen. Danach wurden zwei so genannte Pick-Up-Takes produziert, die mitten im Song ansetzten und mit denen man die zuvor nicht komplett durchgespielten Versionen ergänzen konnte. Die schlussendlich veröffentlichte Fassung besteht aus Take 6 (eigentlich ein langer Fehlstart) und Pick-Up-Take 2.

RCA Victor brachte den Jailhouse Rock  auch auf der gleichnamigen Soundtrack-EP sowie den Alben Elvis' Golden Records  (1958), Pure Gold  (1975) und A Legendary Performer - Volume 2  (1976) heraus. Live-Aufnahmen sind auf den LPs Elvis  (1968) und Elvis In Concert  (1977) zu finden. Im Rahmen des Rock'n' Roll Medley  ist der Titel zudem auf Elvis Recorded Live On Stage In Memphis  (1974) enthalten.

Für mich zählt Jailhouse Rock  zu den absoluten Signature Songs des Kings. An die Klasse seiner Studioaufnahme kam niemand - einschließlich er selbst - jemals wieder heran. Geschrieben wurde der Titel übrigens von Jerry Leiber und Mike Stoller, was sich auch in dem herrlich subversiven Text wiederspiegelt.

 

Treat Me Nice

Vom selben Duo stammt auch das machohafte Treat Me Nice. Am 3. Mai nahm Elvis 13 Takes davon auf, den Master erstellte man aus den Durchgängen 10 und 13. Allerdings zeigte sich der King von seiner Arbeit nicht sonderlich begeistert, so dass er am 5. September noch einmal 15 Takes aufnahm. Diesmal funktionierte die Nummer besser und Elvis wählte den 15. Versuch zum Master.

Auf der Soundtrack-EP zum Film Jailhouse Rock  war Treat Me Nice  übrigens nicht zu hören. Stattdessen veröffentlichte RCA Victor den Song auf dem Album Elvis' Golden Records  (1958) und der EP A Touch Of Gold - Volume 2  (1959).

 

I Beg Of You

Die Aufnahme hatte bereits ein Jahr lang im Archiv gelegen, bevor RCA Victor den Song Anfang 1958 auf der B-Seite von Don't  herausbrachte. Am 13. Januar spielte Elvis bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien zwölf Takes des flotten Popsongs ein, doch obwohl der letzte Durchlauf zum Master erklärt wurde, konnte er sich mit dem Ergebnis nicht anfreunden. Und so entstanden am 23. Februar 22 weitere Takes, die von Steve Sholes mit den Nummern 13 bis 34 versehen wurden. Schlussendlich benannte Elvis den 34. Take als Master.

Später fand sich die Aufnahme auf der EP A Touch Of Gold (1959) und dem Album 50,000,000 Elvis Fans Can't Be Wrong - Elvis' Gold Records Volume 2 (1959).

 

Don't

Die Ballade stammt aus der Feder von Jerry Leiber und Mike Stoller und wurde von Elvis am 6. September 1957 bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien aufgenommen. Take 7 erklärte man schlussendlich zum Master. Inhaltlich wirkt der Song aus heutiger Sicht ein wenig verstörend, damals war er aber wohl als ernsthaftes Liebeslied gemeint.

Don't  wurde später auch auf der EP A Touch Of Gold  (1959) und dem Album 50,000,000 Elvis Fans Can't Be Wrong - Elvis' Gold Records Volume 2  (1959) herausgebracht.

Für mich zählt Don't  übrigens zu den wenigen langsamen Presley-Aufnahmen aus den 1950ern, die ich als gut gesungen bezeichnen würde.

 

Wear My Ring Around Your Neck

Der Rocker wurde von Bert Carroll und Russell Moody geschrieben und von Elvis am 1. Februar 1958 bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien aufgenommen. Der 22. Versuch wurde zum Master-Take erklärt, am 26. Februar folgten noch Overdubs von Gitarre, Perkussion und Klavier.

RCA Victor veröffentlichte Wear My Ring Around Your Neck  auch auf dem Album 50,000,000 Elvis Fans Can't Be Wrong - Elvis' Gold Records Volume 2  (1959) und der EP A Touch Of Gold - Volume 2  (1959).

Einmal mehr bewies Elvis hier, dass er den Titel King Of Rock'n'Roll völlig zu Recht trug.

 

Hard Headed Woman

Gemäß dem Inhalt dieses erstklassigen Rock'n'Roll-Songs sind dickköpfige Frauen die Wurzel allen Übels. Zum Beweis werden verschiedene Geschichten aus der Bibel angeführt, in denen der weibliche Teil der Protagonisten für Ärger sorgt. Elvis singt kraftvoll, fast schon aggressiv und macht den Song auch dadurch zu einem echten Erlebnis.

Geschrieben wurde das Lied von Claude DeMetrius, die Aufnahme entstand am 15. Januar 1958 bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien. Der zehnte Durchlauf wurde zum Master-Take. Zunächst veröffentlichte RCA Victor Hard Headed Woman  zusammen mit Don't Ask My Why  auf einer Single, später fand sich der Titel auch auf der LP King Creole  (1958) und der EP A Touch Of Gold - Volume 1  (1959).

 

I Got Stung

Auch hier handelt es sich um einen reinrassigen Rock'n'Roll, diesmal aus der Feder von Aaron Schroeder und David Hill. Elvis spielte den Song am 11. Juni 1958 in Nashville, Tennessee ein und benötigte dafür 24 Takes.

Der Sänger ist verliebt und tut nun kund, er sei von einer süßen Biene gestochen worden. Ein toller Song, der von Elvis auch absolut phantastisch vorgetragen wird.

RCA Victor brachte I Got Stung  auf der B-Seite von One Night  und später auf dem Album 50,000,000 Elvis Fans Can't Be Wrong - Elvis' Gold Records Volume 2  (1959) heraus.

 

A Fool Such As I

Mit diesem Lied beteuert der Sänger seine Liebe zu einer Dame, die ihn just verlasen hat. Das Original dieser Bill Trader Komposition stammt von Hank Snow aus dem Jahr 1952, Elvis' Version entstand am 10. Juni 1958 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee innerhalb von neun Takes.

Die Aufnahme fand sich auf der B-Seite von I Need Your Love Tonight  und dem Album 50,000,000 Elvis Fans Can't Be Wrong - Elvis' Gold Records Volume 2  (beide 1959).

 

A Big Hunk O' Love

Der Rocker stammt aus der Feder von Aaron Schroeder und Sid Wyche und wurde von Elvis am 10. Juni 1958 in Nashville, Tennessee aufgenommen. Da kein zufriedenstellender Master-Take eingespielt werden konnte, setzte man die Aufnahme aus den Durchläufen vier und drei zusammen.

Nach der Veröffentlichung auf einer Single fand sich A Big Hunk O' Love  auch auf dem Album 50,000,000 Elvis Fans Can't Be Wrong - Elvis' Gold Records Volume 2  (1959). Eine Live-Version ist auf dem Doppel-Album Aloha From Hawaii Via Satellite  (1973) zu hören.

An die Power und Aggressivität der grandiosen Studioaufnahme kam der King allerdings nicht mehr heran.

 

Stuck On You

Schon die ersten gesungenen Worte von Stuck On You  machten klar, dass sich Elvis' Gesangsstil während seiner Armee-Zeit merklich verändert hatte. Er klang reifer, weicher und technisch raffinierter und auch das neue Stereo-Verfahren tat ein Übriges, die gesanglichen Qualitäten deutlich hervorzuheben.

RCA Victor veröffentlichte den Song zusammen mit Fame And Fortune  auf einer Single, später war er auch auf dem Album Elvis' Golden Records - Volume 3  (1963) zu finden.

Der King selbst soll Stuck On You  übrigens nicht sonderlich gemocht und das Lied Stuck In You  genannt haben. Der Song stammt aus der Feder von Aaron Schroeder und Leslie McFarland und wurde von Elvis am 20. März 1960 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee aufgenommen. Nur drei Takes wurden benötigt, um die Nummer perfekt einzuspielen.

 

A Mess Of Blues

Der flotte R&B-Song stammt aus der Feder von Doc Pomus und Mort Shuman und hätte qualitativ sicherlich ebenfalls eine hervorragende A-Seite abgegeben. Tatsächlich wurde es aber auf der B-Seite von It's Now Or Never  herausgebracht.

Elvis nahm das Lied am 20. März 1960 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee innerhalb von fünf Takes auf. Im LP-Format veröffentlichte RCA Victor die Aufnahme auf Elvis' Golden Records - Volume 4  (1968).

 

It's Now Or Never

1898 schrieb der neapolitanische Sänger und Musiker Eduardo Di Capua das Lied O Sole Mio  (Meine Sonne) und nutzte dafür die Verse des Dichters Giovanni Capurro. Obwohl sich der Song schnell zum Hit entwickelte, starben beide Komponisten in Armut. Damals gab es noch keine Tantiemen für Urheberrechte und so verkauften Di Capua und Capurro den Titel für 25 Lire an den Verlag von Ferdinando Bideri. Jahre nach der Entstehung von O Sole Mio  klagten die Erben eines gewissen Emanuele Alfredo Mazzucci und erhoben finanzielle Ansprüche. Da Mazzucci seinerzeit die Noten aufgeschrieben hatte bekamen seine Nachkommen Recht und erhalten seither Tantiemen - etwa 250.000 US-Dollar im Jahr.

Die erste bekannte Tonaufnahme stammt von Francisco Daddi aus dem Jahr 1901, elf Jahre später entstand unter dem Titel Your Own Dear Kiss  von Elisabeth Spencer erstmals eine englische Fassung. Elvis lernte den Song über eine weitere Adaption namens There's No Tomorrow  kennen und wollte das Lied ebenfalls aufnehmen. Da sich die Melodie inzwischen im Public Domain befand, schrieben Aaron Schroeder und Wally Gold einen neuen Text und machten It's Now Or Never  daraus.

Elvis spielte den Song am 3. April 1960 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee ein. Der Master ist eine Kombination aus den Takes 4 und 2, am 05. April 1960 wurden noch ein Klavier und Perkussion hinzugefügt.

Eigentlich hätte die Single früher herausgebracht werden sollen, doch weil die Melodie außerhalb der USA geschützt war, mussten die Anwälte des Publishers Hill & Range zunächst die Rechte mit dem europäischen Verleger abklären. 1961 fand sich It's Now Or Never  auf der EP Elvis By Request, später brachte RCA Victor die Aufnahme zusätzlich auf dem Album Elvis' Golden Records - Volume 3  (1963) und der Compilation A Legendary Performer - Volume 2  (1976) heraus. Zudem findet sich eine Live-Version auf dem Doppel-Album Elvis In Concert  (1977).

 

I Gotta Know

Das Original wurde 1959 von Cliff Richard aufgenommen. Elvis spielte seine Fassung am 3. April 1960 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee ein, bereits der zweite Versuch wurde zum Master. Auch diesen Song mag ich sehr, insbesondere das Zusammenspiel zwischen Elvis und den Jordanaires gefällt mir sehr gut.

Ende 1960 brachte RCA Victor den Titel auf der B-Seite der Single Are You Lonesome Tonight  heraus, drei Jahre später war er zusätzlich auf dem Album Elvis' Golden Records - Volume 3  erhältlich.

 

Are You Lonesome Tonight

Komponiert wurde die Ballade von Roy Turk und Lou Handman, erstmals aufgenommen wurde sie 1927 von Ned Jakobs. Elvis' Version entstand am 3. April 1960 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee, der Master ist ein Zusammenschnitt aus den Takes 5 und 2.

Mir persönlich gefällt das Lied sehr gut. Man nimmt Elvis die Trauer und Sehnsucht jederzeit ab und seine Stimme klingt einfach sensationell.

RCA Victor veröffentlichte Are You Lonesome Tonight  später auch auf der EP Elvis By Request  (1961) und dem Album Elvis' Golden Records - Volume 3  (1963). Live-Aufnahmen finden sich auf den Doppel-Alben From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis  (1969) und Elvis In Concert  (1977) sowie der LP A Legendary Performer - Volume 1  (1974).

 

Surrender

Nachdem sich It's Now Or Never  zum weltweiten Mega-Hit entwickelt hatte, war es nur logisch, ein weiteres italienisches Volkslied zu bearbeiten und auf einer Single herauszubringen. Diesmal nahmen sich Doc Pomus und Mort Shuman Torna A Surriento  vor und machten daraus Surrender.

Elvis spielte den Titel am 30. Oktober 1960 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee ein. Zunächst nahm er neun Takes des Songs auf und produzierte danach acht Workpart-Takes. Den Master stellte man schließlich aus den Takes 4 und 8 (Workpart) zusammen.

Mit südländischen Klängen und dramatischem Gesang möchte der Barde die Dame seines Herzens dazu bewegen, sich ihm doch endlich hinzugeben. Zumindest beim weiblichen Teil des Publikums dürfte Elvis mit diesem Ansinnen offene Türen eingerannt haben.

Im LP-Format war Surrender  erstmals auf Elvis' Golden Records - Volume 3  (1963) erhältlich.

 

I Feel So Bad

I Feel So Bad  stammt aus der Feder von Chuck Willis, der das Lied 1954 auch als erster veröffentlichte. Elvis kopierte das Arrangement des Originals fast 1:1 und benötigte dafür zwei Versuche. Aufgenommen wurde I Feel So Bad übrigens am 12. März 1961 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee.

Während derselben Session entstanden auch elf weitere Lieder, die einen Monat nach der Single-Veröffentlichung auf dem Album Something For Everybody  zu hören waren. I Feel So Bad  war erstmals 1963 als Teil der Compilation Elvis' Golden Records - Volume 3  im LP-Format erhältlich.

Obwohl Elvis den Song exzellent vorträgt, zählt der schnelle Blues nicht gerade zu meinen persönlichen Favoriten. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber ich werde mit dieser Nummer nicht warm.

 

Little Sister

Der flotte Popsong wurde von Doc Pomus und Mort Shuman geschrieben und von Elvis am 25. Juni 1961 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee aufgenommen. Nachdem er elf Takes eingespielt hatte, entschied er sich für den vierten Durchlauf und erklärte ihn zum Master.

Im August 1961 brachte RCA Victor das Lied zusammen mit His Latest Flame  auf einer Single heraus, 1963 war Little Sister  zusätzlich auf dem Album Elvis' Golden Records - Volume 3  zu finden. Eine Live-Aufnahme wurde 1977 auf dem Doppel-Album Elvis In Concert  veröffentlicht.

Das Lied wird von einer vergleichsweise hart gespielten E-Gitarre eingeleitet, die es über weite Teile auch dominiert. Als Rockmusik oder R&B würde ich Little Sister  aber dennoch nicht bezeichnen, für mich ist es eher ein Popsong.

 

Can't Help Falling In Love

Die Ballade basiert auf dem französischen Plaisir d'amour, das 1785 von Jean-Pierre Claris de Florian und Johann Paul Ägidius Martini Schwarzendorf geschrieben wurde. Angepasst wurde es für Elvis von Hugo Peretti, Luigi Creatore und George David Weiss. Die Aufnahme erfolgte am 23. März 1961 innerhalb von 29 Takes.

RCA Victor veröffentlichte Can't Help Falling In Love  erstmals auf dem Soundtrack-Album Blue Hawaii  (1961). Später war der Song auch auf einer Single (1961) und dem Album A Legendary Performer - Volume 1  (1974) zu finden. Die LPs Elvis  (1968), From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis  (1969), Elvis As Recorded At Madison Square Garden  (1972), Aloha From Hawaii Via Satellite  (1973), Elvis Recorded Live On Stage In Memphis  (1974) und Elvis In Concert  (1977) enthalten Live-Aufnahmen.

An die Schönheit und Perfektion seiner Studio-Einspielung kam der King allerdings nie wieder heran.

 

Rock-A-Hula Baby

Rock-A-Hula Baby  wurde von Fred Wise, Ben Weisman und Dolores Fuller verfasst, die Aufnahme erfolgte am 23. März 1961 innerhalb von fünf Takes. In einem Interview erzählte Mrs. Fuller einmal, sie sei durch The Twist  zu ihrer Komposition inspiriert worden.

Auch RCA Victor sprang auf diesen Zug auf und vermarktete den Titel auf der Single Can't Help Falling In Love  als Twist Special.

 

Anything That's Part Of You

Die Ballade stammt aus der Feder von Don Robertson und wurde am 15. Oktober 1961 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee innerhalb von zehn Takes aufgenommen.

Der Sänger wurde just verlassen und greift nun nach jedem sprichwörtlichen Strohhalm, der ihn an die Dame seines Herzens erinnert. In diesem Falle geschieht das mit dermaßen viel Gefühl, dass sich die Traurigkeit in Elvis' Stimme direkt auf die Zuhörer überträgt.

Nach der Veröffentlichung auf der B-Seite der Single Good Luck Charm  (1962) war der Song später auch auf dem Album Elvis' Golden Records - Volume 3  (1963) zu haben.

 

Good Luck Charm

Die Aufnahme entstand ebenfalls am 15. Oktober 1961 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee. Insgesamt benötigte der King vier Takes, bevor er die Nummer zu seiner Zufriedenheit im Kasten hatte.

Elvis bittet hier seine Liebste, sie möge doch sein Glücksbringer werden und wohl kaum ein weiblicher Fan hätte ihm damals diesen Wunsch abgeschlagen. Ich würde Good Luck Charm  als perfekten Radio-Pop bezeichnen, der mit seiner unaufdringlichen, aber einschmeichelnden Melodie und dem grandiosen Harmonie-Gesang der Jordanaires sofort ins Ohr geht.

Wie erwähnt, brachte RCA Victor den Song 1962 zusammen mit Anything That's Part Of You  auf einer 45er auf den Markt. Die Zweitverwertung erfolgte auf dem Album Elvis' Golden Records - Volume 3  (1963).

Komponiert wurde dieser Schlager übrigens von Aaron Schroeder und Wally Gold.

 

She's Not You

Musikalisch geht der Titel in dieselbe Richtung, wie das vorangegangene Lied. Geschrieben wurde der Song von Jerry Leiber, Mike Stoller und Doc Pomus, aufgenommen wurde er am 19. März 1962 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee. Den Master stellte man schließlich aus den Takes 3 und 5 (Workpart) zusammen.

Obwohl die neue Freundin rein formal die Traumfrau des Sängers darzustellen scheint, muss er immerfort an seine Verflossene denken. Daher singt Elvis das Lied mit einem Hauch von Wehmut in der Stimme, was die an sich fröhliche Melodie ein wenig konterkariert.

1963 fand sich der Titel auch auf dem Album Elvis' Golden Records - Volume 3.

 

Return To Sender

Return To Sender  ist ein flotter Popsong aus der Feder von Otis Blackwell und Winfield Scott. Elvis nahm ihn am 27. März 1962 bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien auf, bereits der zweite Take wurde zum Master.

Zweimal versucht der Sänger sich nach einem Streit schriftlich bei seiner Freundin zu entschuldigen, doch die lässt den Brief jedesmal ungeöffnet zurückgehen. Schließlich fasst er den Plan, ihr das Schreiben selbst zu übergeben - wenn es dann wieder zurückkommt, weiß er, woran er ist. In späteren Jahren hätte uns Elvis diesen Sachverhalt vermutlich in Form einer kitschigen Country-Ballade geschildert, anno 1962 präsentierte er solche Schicksalsschläge freilich noch als fröhlichen Radio-Pop.

Im Film Girls! Girls! Girls!  erlaubte sich der King übrigens einen kleinen Scherz und imitierte während seines Vortrages von Return To Sender  die typischen Bewegungen des Sängers Jackie Wilson. RCA veröffentlichte das Lied auf dem entsprechenden Soundtrack und im Single-Format.

 

Where Do You Come From

Sehr gut gefällt mir auch die B-Seite der just erwähnten 45er. Geschrieben wurde sie von Ruth Batchelor und Bob Roberts, die Aufnahme entstand ebenfalls am 27. März 1962. Ganz so einfach wie Return To Sender  schien Elvis dieser Song allerdings nicht zu fallen, denn er benötigte 14 Takes ehe er den Titel zu seiner Zufriedenheit eingesungen hatte.

Mir gefällt diese intime, vom Klavier getragene Ballade sehr gut.

 

One Broken Heart For Sale

Das flotte One Broken Heart For Sale  wurde von Otis Blackwell und Winfield Scott geschrieben und auch von Blackwell selbst aufgenommen. Elvis' Fassung entstand am 22. September 1962 bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien, Take 5 wurde zum Master.

Obwohl der Sänger hier sein Herz ausschüttet und selbiges bei dieser Gelegenheit auch gleich zum Kauf anbietet, verbreitet One Broken Heart For Sale  mit seiner schwungvollen Melodie sofort gute Laune und geht direkt ins Ohr. Dass der Song dabei wie ein Verwandter des ebenfalls von Blackwell/Scott stammenden Return To Sender  klingt, stört mich dabei nicht wirklich.

RCA Victor veröffentlichte One Broken Heart For Sale  zunächst auf einer Single, später war die Nummer ebenfalls auf dem Soundtrack-Album zum Film It Happened At The World's Fair  erhältlich.

 

(You're The) Devil In Disguise

Der Popsong stammt aus der Feder von Bill Giant, Bernie Baum und Florence Kaye. Über die Jahre lieferte dieses Trio dem King jede Menge mehr oder minder einfallslose Filmschlager, dieser Song hier sticht qualitativ aber eindeutig hervor.

Zwar kommt das Erscheinungsbild der Liebsten einem Engel gleich, doch der Sänger wurde eines Besseren belehrt und weiß nun, dass es die Lady mit Treue und Ehrlichkeit nicht ganz so genau nimmt. Auch musikalisch ist das Lied interessant gemacht und klingt ein wenig anders als die üblichen Popsongs dieser Art.

Aufgenommen wurde (You're The) Devil In Disguise  am 26. Mai 1963 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee. Nach nur sechs Takes hatte Elvis die Aufnahme im Kasten.

Im Juni 1963 brachte RCA Victor die Nummer zusammen mit Please Don't Drag That String Around  auf einer Single heraus, 1968 fand sie sich auf dem Album Elvis' Gold Records - Volume 4.

 

Bossa Nova Baby

Das Lied geht sofort ins Ohr und sorgt unmittelbar für gute Laune. RCA Victor brachte Bossa Nova Baby zusammen mit Witchcraft  auf einer Single heraus, wenige Wochen später fand sich der Titel auch auf dem Soundtrack-Album Fun In Acapulco.

Elvis nahm den Song am 22. Januar 1963 innerhalb von 11 Takes auf und lieferte damit einen seiner besten Filmschlager ab. Die Autoren heißen Jerry Leiber und Mike Stoller, erstmals veröffentlicht wurde der Titel im Jahr 1962 von Tippie & The Clovers.

 

Kissin' Cousins

Die große Finalnummer des gleichnamigen Spielfilms wird von Josh und Jodie, beide gespielt von Elvis, zusammen vorgetragen. Daher sang der King das Lied am 10. Oktober 1963 zweimal komplett durch - ein Mal mit seiner normalen Stimme (als Josh) und ein zweites Mal mit Südstaaten-Akzent (als Jodie). Das Duett wurde schließlich aus den Takes 2 (Josh-Version) und 1 (Jodie-Version) zusammengeschnitten. Das Playback war bereits am 30. September aufgenommen worden. Auch die Musiker hatten die Nummer nach drei Durchgängen im Kasten.

Mir gefällt diese Komposition von Fred Wise und Randy Starr sehr gut.

Nach der Veröffentlichung der Single Kissin' Cousins / It Hurts Me  brachte RCA Victor den Filmschlager auch auf der Soundtrack-LP Kissin' Cousins  heraus.

 

Viva Las Vegas

Am 10. Juli 1963 versuchten sich Elvis und seine Studio-Band an Viva Las Vegas, gaben aber nach einem Take auf und setzten ihre Bemühungen am folgenden Tag fort. Mit einem leicht veränderten Arrangement folgten weitere sechs Versuche, von denen der letzte zum Master erklärt wurde. Weil der Produzent die Nummerierung vom Vortag fortsetzte, handelt es sich offiziell um Take 7.

Die Autoren von Viva Las Vegas  heißen Doc Pomus und Mort Shuman und es verwundert nur wenig, dass dieser großartige Popsong über die Jahre zur inoffiziellen Hymne der Spielerstadt in der Wüste Nevadas avancierte.

 

Ain't That Loving You Baby

Elvis hatte das Lied bereits am 10. Juni 1958 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee eingespielt. Nachdem ihn aber keiner seiner elf Versuche überzeugen konnte, ließ er das Unterfangen auf sich beruhen und legte den Song zu den Akten. Als man bei RCA Victor schließlich nach unveröffentlichtem Material suchte, stieß man auf Ain't That Loving You Baby  und erklärte kurzerhand den vierten Take zum Master.

Dieser fand sich zunächst mit Ask Me  auf einer Single (1964) und später auch auf dem Album Elvis' Gold Records - Volume 4  (1968).

Die Autoren dieses Liedes heißen Clyde Otis und Ivory Joe Hunter, das Original wurde 1956 von Eddy Riff veröffentlicht.

 

Wooden Heart

1827 wurde das deutsche Volkslied Muss I Denn, Muss I Denn Zum Städtele Hinaus  von Friedrich Silcher adaptiert, 133 Jahre später nahmen sich Fred Wise, Ben Weisman, Kay Twomey und Bert Kaempfert das Lied erneut vor und machten daraus Wooden Heart.

Elvis nahm den Titel am 28. April 1960 auf und benötigte dafür trotz der Strophe in deutscher Sprache nur vier Takes. In Europa, Asien und Südafrika veröffentlichte RCA Victor das Lied nicht nur auf dem G.I. Blues-Soundtrack, sondern auch auf einer Single und verkaufte davon allein in Deutschland mehr als zwei Millionen Kopien. In den USA ließ man sich leider die Butter vom Brot nehmen und überließ den Erfolg Joe Dowell, der mit seiner Version von Wooden Heart  auf den ersten Platz der Hot 100 kam.

Elvis' Originalaufnahme wurde schließlich im November 1964 auf der B-Seite von Blue Christmas  herausgebracht. Dass man ein Jahr später erneut auf den Song zurückgriff, lag an dem Deal mit Colonel Parker. Der hatte sich nämlich für die US-Veröffentlichung von Wooden Heart  Tantiemen für eine Million verkaufte Einheiten zusichern lassen - und die mussten nun wieder zurückverdient werden.

 

Crying In The Chapel

Auf der Oster-Single des Jahres 1965 gab es ebenfalls nichts wirklich Neues zu hören, die Aufnahme stammte bereits vom 30. Oktober 1960. Seinerzeit hatte Elvis das Lied für die LP His Hand In Mine  eingespielt, befand aber keinen der drei Takes für veröffentlichungswürdig. Da es zudem noch Unklarheiten bezüglich des Copyrights gab, wanderte die Aufnahme zunächst ins Archiv. Als sich die rechtliche Situation geklärt hatte, entschied man sich bei RCA Victor mit der Zustimmung des King zur Veröffentlichung von Take 3.

Anno 1967 fand sich der Titel auch auf dem Album How Great Thou Art. Geschrieben wurde Crying In The Chapel  von Artie Glenn, die erste Aufnahme erfolgte 1953 durch dessen Sohn Darrell.

 

If I Can Dream

In der TV-Show SINGER presents Elvis  stellt If I Can Dream  das große Finale dar. Aufgenommen wurde der von W. Earl Brown verfasste Traum von einer besseren Welt am 23. Juni 1968 innerhalb von fünf Takes.

Elvis' Stimme klingt ungewöhnlich rau und er trägt den Song hochgradig emotional, ja fast schon unkontrolliert vor. Gesanglich orientierte er sich dabei übrigens an Tony Bruno, den er in den Monaten zuvor in Las Vegas gesehen hatte.

If I Can Dream  fand sich später auch auf den Alben Elvis  (1968) und A Legendary Performer - Volume 2  (1976).

 

In The Ghetto

Die sozialkritische Ballade stammt aus der Feder von Mac Davis, der zuvor bereits an Songs wie A Little Less Conversation  und Memories  mitgearbeitet hatte. Elvis spielte den Song am 20. Januar 1969 im American Sound Studio in Memphis, Tennessee innerhalb von 22 Takes ein. Schlussendlich wurde diese Aufnahme jedoch nur als Playback genutzt, denn zwei Tage später sang der King seinen Part noch einmal vollständig neu ein. Der Hintergrundgesang folgte am 24. Januar, am 18. März wurden schließlich noch Streicher und Blechbläser ergänzt.

Das Lied beschreibt das kurze Leben eines jungen Mannes im Großstadtghetto, das nach einem bewaffneten Überfall gewaltsam endet. Weil zur selben Zeit ein neues Kind geboren wird, dem vermutlich ein ähnliches Schicksal bevorsteht, trug der Song ursprünglich den Zusatz The Vicious Circle. Bei jedem anderen Sänger wäre aus In The Ghetto  vermutlich ein 08/15-Betroffenheitslied geworden, Elvis trägt die Nummer aber dermaßen emotional und glaubwürdig vor, dass es einem kalt den Rücken herunterläuft.

Die hier zu hörende Studio-Aufnahme fand sich später auf den Alben From Elvis In Memphis  (1969) und Pure Gold  (1975). Eine Live-Aufnahme vom August 1969 war noch im selben Jahr auf dem Doppel-Album From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis zu hören.

 

Suspicious Minds

Der Song wurde am 22. Januar 1969 im American Sound Studio in Memphis, Tennessee aufgenommen. Nachdem der achte Versuch zum Master-Take erklärt worden war, ergänzte Elvis am selben Tag den Harmonie-Gesang. Am 24. Januar wurde der Hintergrundgesang aufgenommen, die Streicher folgten am 7. Mai. Um die Studio-Aufnahme der Konzertversion anzupassen, blendete Bill Porter am 7. August im United Recording Studio den Song am Ende mehrfach aus und wieder ein und fügte außerdem Blechbläser hinzu. Da alle acht Tonspuren bereits belegt waren, ließ er die Musiker während des Mixings live im Studio spielen - einmal für die Stereo-Version und einmal für die Mono-Ausgabe der Single.

Live-Versionen sind auf den Alben From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis  (1969), Elvis As Recorded At Madison Square Garden  (1972) und Aloha From Hawaii Via Satellite  (1973) zu hören.

Geschrieben wurde Suspicious Minds  übrigens von Mark James, der den Song auch als erster aufnahm. Elvis vereinnahmte die Nummer aber so sehr, dass ich heute kaum noch jemand an die Originalversion erinnert.

 

Don't Cry Daddy

Der Rhythm-Track entstand am 15. Januar 1969 im American Sound Studio in Memphis, Tennessee, seinen Gesang fügte Elvis am 21. Januar hinzu. Am 19. März wurden die Blechbläser aufgenommen, Streicher folgten am 21. März. Das Lied stammt aus der Feder von Mac Davis, von dem der King während derselben Session auch In The Ghetto  aufnahm.

In dem Song bittet ein namentlich nicht genanntes Kind den Ich-Erzähler, nicht weiter den Verlust der Mutter zu betrauern und verspricht ihm sogar -zusammen mit seinem kleinen Bruder Tommy- eine neue Mama zu finden. Trotz des sentimentalen Textes wirkt Don't Cry Daddy  nicht kitschig und auch Elvis findet mit seiner Interpretation genau den richtigen Tonfall.

 

Kentucky Rain

Kentucky Rain stammt aus der Feder von Eddy Rabbit, der allerdings erst 1977 eine eigene Aufnahme davon veröffentlichte. Elvis' Version entstand am 19. Februar 1969 im American Sound Studio in Memphis, Tennessee. Der zehnte Versuch wurde zum Master-Take, weitere Bearbeitungen erfolgten am 18. (Streicher und Blechbläser) sowie am 25. März (Hintergrundgesang) im American Sound Studio und im RCA Studio A in Nashville, Tennessee.

Ohne Vorwarnung oder Angabe von Gründen wurde der Sänger über Nacht verlassen und macht sich nun auf die Suche nach seiner Liebsten.

Erstmals herausgebracht wurde Kentucky Rain  Anfang 1970 auf einer Single, später war die Nummer auch auf der LP Pure Gold  (1975) zu hören.

Die vierte und letzte LP dieses Sets endet mit einem Ausschnitt der Pressekonferenz vom September 1958, mit der sich Elvis aufgrund seines Militärdienstes in West-Deutschland von seinen Landsleuten verabschiedete. Erstmals zu hören waren diese Aufnahmen auf der EP Elvis Sails  (1958). 

 

Fazit & Bewertung

Nach einer Betriebszugehörigkeit von 15 Jahren fand man es wohl auch bei RCA Victor an der Zeit, den umsatzstärksten Künstler des Labels mit einer umfangreichen Retrospektive zu würdigen. Und wie der Verkaufserfolg zeigt, hatte auch das Publikum großes Interesse an einer Veröffentlichung dieser Art.