SINGER presents Elvis Singing Flaming Star And Others (Budget Release)

Das Album SINGER presents Elvis Singing FLAMING STAR And Others  kommt im November 1968 auf den Markt und wird fünf Monate lang exklusiv in den Filialen des Nähmaschinenherstellers vertrieben.

Grundlage hierfür ist ein Sponsoring-Vertrag zwischen SINGER und NBC/Universal für die TV-Show SINGER presents Elvis, die im Dezember 1968 erstmals über NBC ausgestrahlt wird.

Nach dem Ablauf der Frist übernimmt CAMDEN, das hauseigene Budget-Label von RCA Victor, den weiteren Vertrieb und nennt die LP fortan Elvis Sings FLAMING STAR And Others.

Ab dem 19. April 1969 ist die Scheibe in dieser Form auch in der Top LPs Chart zu finden, wo sie trotz 500.000 verkaufter Kopien nur den 96. Platz erreicht.

Die niedrige Hitparaden-Position verdankt das Album seinem geringen Verkaufspreis, denn um Vorteile durch Dumping zu verhindern errechnet Billboard die Chart-Position nach dem Umsatz in US-Dollar. 

Die RIAA vergibt ihre Auszeichnungen jedoch nach der Stückzahl und verleiht Gold (1999) und Platin (2004).

In Großbritannien werden auch die Charts nach verkauften Kopien erstellt, so dass dem King auch mit dieser Billig-LP ein Nummer 1-Hit gelingt.

Der weltweite Absatz wird auf etwa zwei Millionen Stück geschätzt.

Für das Cover nutzte man ein Promo-Foto zum Film Stay Away, Joe, die Rückseite wartet mit Liner Notes und Werbung für die Alben der Golden Records-Reihe und die Gospel-LPs His Hand In Mine  und How Great Thou Art  auf. 

Als zusätzlicher Kaufanreiz lag der Erstauflage eine Foto-Karte mit einem Werbebild für das TV-Special SINGER presents Elvis  bei. 

Mit Ausnahme von Flaming Star  waren alle Lieder auf diesem Album bis dato unveröffentlicht. Zum Großteil handelte es sich um Songs aus Spielfilmen, zu denen RCA Victor seinerzeit keine Soundtrack-Alben herausgebracht hatte.

Daneben enthielt die Scheibe aber auch einen Live-Mitschnitt, der im Zuge der Produktion des TV-Specials SINGER presents Elvis  entstanden war sowie eine reguläre Studio-Aufnahme.  

 

Flaming Star

Am 8. August 1960 nahm Elvis bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien Black Star, das Titellied seines neusten Spielfilms, auf. Nach 13 Takes spielte er zusätzlich noch 5 Insert-Takes ein, den Master kombinierte man schließlich aus den Durchgängen 13 und 5 (Insert-Take).

Weil 20th Century Fox die Produktion später in Flaming Star  umbenannte, mussten auch die Autoren Sid Wayne und Sherman Edwards ihr Lied anpassen und Elvis die Nummer noch einmal aufnehmen. Dies geschah am 7. Oktober 1960 innerhalb von 6 Takes.

Ursprünglich sollte der Song gar nicht auf einem Tonträger veröffentlicht werden. Weil aber einzelne Radiosender eine Raubpressung von Flaming Star  spielten, warf RCA Victor im Februar 1961 eilig eine EP namens Elvis By Request  auf den Markt, auf der auch dieses Lied enthalten war.

 

Wonderful World

Die Ballade kannten die Fans bereits aus dem Film Live A Little, Love A Little. Elvis nahm den Song am 7. März 1968 bei Western Recorders in Hollywood, Kalifornien auf. Während im Spielfilm Take 7 zu hören ist, fand auf dem Album der 17. Durchlauf Verwendung.

Für die Komposition von Wonderful World  zeichnen Guy Fletcher und Doug Flett verantwortlich, das Original stammt von Cliff Richard.

Zwar gehört der Song nicht zu meinen Favoriten, insgesamt ist der Walzer aber nett anzuhören und so manch anderem Filmschlager des King überlegen.

 

Night Life

Das Lied wurde für den Spielfilm Viva Las Vegas aufgenommen, fand dort aber schlussendlich keine Verwendung.

Elvis spielte die Nummer von Bill Giant, Bernie Baum und Florence Kaye am 9. Juli 1963 bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien ein und benötigte dafür 14 Takes.

Wie es der Titel bereits vermuten lässt, wird hier das Nachtleben (Neonlichter, Spieler und schöne Frauen) besungen. Unter den Movie Tunes würde ich Night Life  zu den besseren Liedern zählen.

 

All I Needed Was The Rain

Wirklich gut gefällt mir All I Needed Was The Rain, ein Song aus dem Film Stay Away, Joe.

Die Aufnahme stammt vom 1. Oktober 1967 aus dem RCA Studio B in Nashville, Tennessee. Zunächst spielten die Musiker den Rhythm Track ein, danach sang Elvis zu dem vorproduzierten Playback. Die Band erledigte ihren Job innerhalb von drei Takes, wie viele Versuche Elvis benötigte, ist mir nicht bekannt.

Geschrieben wurde All I Needed Was The Rain  von Sid Wayne und Ben Weisman.

 

Too Much Monkey Business

Die erste Seite der LP endet mit einer weiteren Aufnahme aus dem RCA Studio B in Nashville, Tennessee. Elvis spielte die Chuck-Berry-Nummer innerhalb von 14 Takes ein, danach fügte Jerry Reed sein prägnantes Spiel auf der Akustikgitarre hinzu. Dafür wurden fünf Durchläufe benötigt.

Der Sänger beschreibt hier im Telegrammstil verschiedene Situationen in seinem Leben, in denen er sich ausgenutzt vorkam. Das Original wurde von Chuck Berry bereits 1956 veröffentlicht, Elvis aktualisierte den Text ein wenig von verlegte seinen Militäreinsatz von Yokohama nach Vietnam.

Der King ist mit Eifer bei der Sache, man kann ihm den Spaß an diesem Song förmlich anhören. Dass eine so großartige Aufnahme auf einer Billig-LP verramscht wurde, ist für mich nicht nachvollziehbar.

 

The Yellow Rose Of Texas / The Eyes Of Texas

Für den Spielfilm Viva Las Vegas  fassten Randy Star und Fred Wise die beiden Traditionals zu einem Medley zusammen, das von Rusty (Elvis) vor einer Horde Südstaatlern in einem Casino gesungen wird.

Aufgenommen wurde die Nummer am 10. Juli 1963 bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien innerhalb von 9 Takes.

Weil sich hauptberufliche Sänger zu professionell angehört hätten, wurden der Part des lautstark mitgrölenden Casino-Publikums von den Studio-Musikern übernommen.

 

She's A Machine

Am 29. September 1966 entstand auf der Paramount Scoring Stage in Hollywood, Kalifornien der Song She's A Machine. Der 13. Take war für den Film Easy Come, Easy Go  vorgesehen, Versuch Nummer 15 sollte auf dem Soundtrack zu hören sein.

Da sich Elvis jedoch mit der Komposition von Joy Byers so gar nicht anfreunden konnte, verzichtete Paramount auf die Nutzung und auch RCA Victor beließ die Aufnahme im Archiv. Kurioserweise änderte der King später offenbar seine Meinung und winkte She's A Machine  für diese LP durch.

 

Do The Vega

Der Song wurde am 10. Juli 1963 bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien für den Film Viva Las Vegas  aufgenommen. Schlussendlich entschied sich MGM jedoch, die Nummer nicht zu verwenden. Der King benötigte für die Komposition von Bill Giant, Bernie Baum und Florence Kaye sieben Takes.

Ein durchschlagender Erfolg wäre der Vega wohl nicht geworden, prinzipiell ist die Nummer aber nett gemacht und als Filmschlager daher akzeptabel.

 

Tiger Man

Die Aufnahme entstand am 27. Juni 1968 (20:00 Uhr-Vorstellung) im Rahmen des informellen Segments der TV-Show SINGER presents Elvis. Das Original wurde 1953 von Rufus Thomas veröffentlicht, geschrieben wurde es von Sam Burns und Joe Hill Louis.

Mit rauer Stimme und einer nicht zu beschreibenden Energie rockt sich der King durch den Song und liefert somit ein furioses Finale für diese LP.

 

Fazit & Bewertung

Das Album bot den Fans eine Möglichkeit, zum fairen Preis ihre Sammlung um ein paar bis dato unveröffentlichte Aufnahmen zu ergänzen. Qualitativ würde ich die meisten Songs als solide Durchschnittsware einstufen.