Harum Scarum (Soundtrack)

Mit dem neuen Spielfilm Harum Scarum  kommt im November 1965 auch ein weiteres Soundtrack-Album auf den Markt.

Ab dem 13. des Monats ist die Scheibe in der Top LPs Chart zu finden, wo sie sich mit 300.000 verkauften Kopien 23 Wochen lang hält und den 8. Platz erreicht.

Der weltweite Absatz liegt bei 2,5 Millionen Stück.

Dem Thema des Films folgend präsentiert sich Elvis auf dem Album-Cover in orientalischer Montur. Vermutlich wollte man das Foto unbedingt auf der linken Seite unterbringen und bildete es deshalb spiegelverkehrt ab (aufgrund der Schulterhaltung hätte eine korrekte Abbildung auf dieser Seite unsymmetrisch ausgesehen).

Als kleines Gimmick für die Fans lag dem Album in der Erstauflage ein Bonus Foto bei.

Die Aufnahmen fanden zwischen dem 24. und 26. Februar 1965 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee statt. Da Elvis der Session am letzten Tag jedoch fernblieb entstanden hier nur Rhythm Tracks, zu denen er am 9. März seine Stimme hinzufügte. Produziert wurden die Aufnahmen von Fred Karger und Gene Nelson, die Tontechnik betreute Bill Vandevort. Elvis' Band bestand aus Scotty Moore (Gitarre), D.J. Fontana (Schlagzeug), Thomas Martin (Gitarre), Charlie Hodge (Gitarre), Henry Strzelecki (Bass), Kenneth Buttrey (Schlagzeug) Floyd Cramer (Klavier), Rufus Long (Flöte) und Ralph Strobel (Oboe).

Der Hintergrundgesang stammte von den Jordanaires (Gordon Stoker, Hoyt Hawkins, Neal Matthews und Ray Walker). Hoyt Hawkins übernahm auch das Tamburin, Gene Nelson spielte Kongas.

Im schlussendlichen Mix wurde die Stimme des Kings sehr weit nach vorn gezogen, die Instrumente und der Chor verschwimmen mehr oder minder zu einem Brei im Hintergrund. Insgesamt klingen die Aufnahmen recht dumpf.

Harem Holiday

Das Album beginnt mit einer Komposition von Jimmie Crane, Vini Poncia Jr. und Peter Andreoli. Die Musik dazu wurde am 26. Februar 1965 eingespielt, Elvis' Gesang folgte am 9. März. Den Master stellte man schließlich aus den Takes 2 (Rhythm Track) und 6 und 7 (Vocal Track) zusammen.

Der Sänger preist hier die Schönheiten des Orients und ist davon überzeugt, dass sogar Romeo wohl kaum mit Julia zusammengeblieben wäre, wenn er sich auch so eine Reise gegönnt hätte. Das Lied ist kein Hit, bildet aber einen soliden Einstieg in die LP.

 

My Desert Serenade

Das Liebeslied stammt aus der Feder von Stanley Jay Gelber, aufgenommen wurde es am 25. Februar 1965 innerhalb von 12 Takes.

Insgesamt ist Elvis' Gesang in Ordnung, wenn auch ein wenig mehr Gefühl in der Stimme nicht geschadet hätte.

 

Go East Young Man

Einmal mehr werden die Vorzüge des Nahen Ostens gepriesen. Der Song ist nett gemacht und angenehm zu hören, geschrieben wurde er von Bill Giant, Bernie Baum und Florence Kaye.

Elvis' Gesang wurde am 9. März 1965 aufgenommen (für den Master verwendete man Teile der Takes 7 und 8), die Musik entstand bereits am 26. Februar (hier kam Take 3 zum Einsatz).

 

Mirage

Auch diese romantische Ballade stammt vom Team Giant/Baum/Kaye und auch sie wurde am 26. Februar und 9. März 1965 aufgenommen. Erneut schaffte es Elvis nicht, einen durchgehend zufriedenstellenden Take einzuspielen, so dass man die Versuche 3 und 4 zusammenschneiden musste. Beim Rhythm Track entschied man sich für Take 5.

Auch dieses Lied ist kein Hit, für einen Filmschlager aber durchaus in Ordnung.

 

Kismet

Der Sänger ist verliebt und hält die Begegnung mit seiner Holden für gottgewolltes Schicksal.

Elvis nahm den Song von Sid Tepper und Roy C. Bennett am 25. Februar 1965 innerhalb von 5 Takes auf. Die Melodie ist gefällig und auch Elvis' Gesang kann sich hören lassen.

 

Shake That Tambourine

Die erste Seite der LP endet mit einer weiteren Nummer aus dem Hause Giant/Baum/Kaye. Offensichtlich tat sich Elvis schwer mit dem Song, denn obwohl er 38 Takes davon einspielte, musste der Master aus den Durchgängen 24 und 38 zusammengestellt werden. Vermutlich aufgrund des großen Zeitaufwandes blieb Shake That Tambourine  dann auch der einzige Song, den der King am 24. Februar 1965 aufnahm.

Im Zusammenhang mit dem Film ist das Lied in Ordnung.

 

Hey Little Girl

Es folgt eine weiterer schneller Song, der allerdings sehr monoton rüberkommt. Geschrieben wurde er von Joy Byers, die Aufnahme entstand am 25. Februar 1965 innerhalb von fünf Takes.

 

Golden Coins

Mit dieser Ballade bekommen wir nun bereits den vierten Titel dieses Albums zu hören, der von Bill Giant, Bernie Baum und Florence Kaye verfasst wurde. Elvis nahm ihn am 26. Februar 1965 auf, der Master stellt eine Kombination aus den Versuchen 11 und 16 dar.

Das Lied passt zum orientalischen Thema und ist nett anzuhören.

 

So Close, Yet So Far (From Paradise)

Hier endet der eigentliche Soundtrack. Der Sänger verzehrt sich nach seiner Liebsten, im Film tut Johnny (Elvis) dies in einer Gefängniszelle. Ohne Frage handelt es sich hier um das beste Lied der LP und vermutlich wäre es sogar noch ein bisschen besser geworden, wenn Elvis ein wenig mehr Gefühl in seine Stimme gelegt hätte.

Geschrieben wurde So Close, Yet So Far (From Paradise)  von Joy Byers und Bob Johnston, die Aufnahme erfolgte am 25. Februar 1965. Für den Master nutzte man die Takes 3 und 4.

 

Animal Instinct (Bonus Song)

Zwar handelt es sich hier um einen Bonus Song, Bill Giant, Bernie Baum und Florence Kaye schrieben ihn allerdings ebenso für den Film, wie auch das folgende Wisdom Of The Ages. Schlussendlich war es eine Entscheidung von MGM, die beiden Lieder nicht in dem Streifen zu zeigen.

Elvis nahm Animal Instinct  am 26. Februar 1965 auf und benötigte dafür sechs Takes. Der Sänger möchte eine Dame erobern und vergleicht sich und sein Verhalten mit der Tierwelt. Tja, Elvis war schon ein toller Hecht....

 

Wisdom Of The Ages (Bonus Song)

Das Lied stammt vom selben Autoren-Team und wurde ebenfalls erst nachträglich von MGM ausgesondert. Fünf Takes benötigte Elvis am 25. Februar 1965, um diese gar nicht mal so ungefällige Nummer einzuspielen.

 

Fazit & Bewertung

Musikalisch bietet das Album mehr oder minder solide Durchschnittskost, Elvis' Gesang klingt jedoch ungewöhnlich gepresst und wirkt über weite Strecken auch schlicht und einfach gelangweilt. Die schlechte Tonqualität trägt ebenfalls nicht zum Gelingen des Projektes bei.