The "Kid Galahad" Sessions

 

 

Original Soundtrack Masters

King Of The Whole Wide World

Alles ist gut, solange Du nur ein Lied auf den Lippen hast. So in etwa lautet die Aussage von King Of The Whole Wide World, einer Komposition von Ruth Batchelor und Bob Roberts.

Am 26.Oktober 1961 spielte Elvis 31 Takes dieses Liedes ein, war aber mit keiner Version zufrieden. Und so entstanden am folgenden Tag vier weitere Versuche, von denen der letzte schließlich zum Master-Take erklärt wurde.

In Deutschland veröffentlichte RCA Victor King Of The Whole Wide World auch auf einer Single, die den 26. Platz der Hitparade erreichte. Auf einem Album war der Song erstmals im Jahre 1971 zu finden. Das Budget-Label CAMDEN brachte ihn auf der LP C'mon Everybody heraus.

 

This Is Living

Dies ist ein weiterer Song nach dem Motto "Mach Dir keine Sorgen und genieße das Leben". Text und Musik stammen von Fred Wise und Ben Weisman, die Aufnahme entstand am 27. Oktober 1961 innerhalb von 10 Takes.

Auch dieses Lied ist nett anzuhören und fand sich 1971 auf dem C'mon Everybody-Album.

 

Riding The Rainbow

Die erste Seite der EP endet mit Riding The Rainbow, ebenfalls geschrieben von Fred Wise und Ben Weisman. Zunächst nahm Elvis am 26. Oktober 1961 neun Takes auf, später folgten sieben weitere Durchläufe. Für den Master kombinierte man den siebten Take der zweiten Session mit dem Ende des neunten Takes der ersten Session.

Im LP-Format war Riding The Rainbow erstmals 1971 auf dem CAMDEN-Album I Got Lucky zu haben.

 

Home Is Where The Heart Is

Home Is Where The Heart Is bildete in Deutschland die B-Seite der Single King Of The Whole Wide World. Die Ballade stammt aus der Feder von Sherman Edwards und Hal David, aufgenommen wurde sie am 26. Oktober 1961 innerhalb von 21 Takes.

Auch dieser Filmschlager war später auf der LP I Got Lucky  zu hören.

 

I Got Lucky

Die Komponisten heißen Dolores Fuller, Ben Weisman und Fred Weise, die Aufnahme erfolgte am 27. Oktober 1961. Nachdem der sechste Take zum Master erklärt worden war, versuchte sich Elvis zwei weitere Male an der Nummer. Der letzte Take sollte dann auch den endgültigen Master darstellen.

Speziell für den deutschen Markt brachte RCA Victor das Lied im Jahre 1963 zusammen mit Girls! Girls! Girls! auf einer Single heraus. Wie bereits mehrfach erwähnt, erkor das Budget-Label CAMDEN I Got Lucky 1971 auch zum Titelsong einer LP.

 

A Whistling Tune

Die Edwards/David-Komposition hatte Elvis bereits am 2. Juli 1961 für Follow That Dream aufgenommen. Der vierte Durchlauf war zum Master-Take erklärt worden, zu dem Ray Walker später das Pfeifen hinzufügte. Schlussendlich fand das Lied weder im Film, noch auf der Soundtrack-EP Verwendung und so nutzte man A Whistling Tune für Kid Galahad. Anstatt auf die Originalaufnahme zurückzugreifen, spielte Elvis den Song am 26. Oktober 1961 noch einmal ein. Diesmal ging ihm die Nummer allerdings nicht so leicht von der Hand, der Master musste aus den Takes 1 und 8 zusammengeschnitten werden.

Im Album-Format war A Whistling Tune  erstmals 1971 auf der LP C'mon Everybody zu haben.

 

 

Outtakes

King Of The Whole Wide World (Takes 1-31)

Die Nummer wird angesagt, dann wird eingezählt und es geht los. Beim ersten Versuch wird der Song langsamer gespielt als beim späteren Master, der Chor singt anders und auch das Arrangement der Instrumente weicht ab. Der erste Take läuft allerdings durch, insgesamt scheint King Of The Whole Wide World niemandem größere Probleme zu bereiten.

Elvis meint, niemand würde hier für Überstunden bezahlt, so dass man sich gerne beeilen dürfe. Offenbar wurde der Song inzwischen überarbeitet, er klingt dem Master schon ähnlicher. Der King singt sich allerdings eine ganze Menge Grütze zusammen und kreiert Zeilen a' la "The poor man wants to be the oister, the rich man wants to be a pearl". Als er dann auch noch singt "The rich man wants to be a princess" muss er lachen und bricht ab.

Nach einigen Absprachen eröffnet Elvis noch immer mit dieser merkwürdigen Zeile. Als man zum Refrain kommt, verliert der Meister den Faden und bricht mit "Hotdamn!" das Unterfangen ab.

Take 4, abermals mit dem merkwürdigen Einstieg, kommt wieder bis zum reichen Mann, der die Prinzessin will. Elvis muss lachen und kann nicht mehr weitersingen.

Beim nächsten Durchlauf scheitert der King an derselben stelle und sagt "The rich man wants to be the princess".

Jetzt beginnt Elvis endlich mit "The poor man wants an oister, the rich man wants a pearl" und singt damit einen sinnvollen Text. Das ist offenbar der Auslöser dafür, dass er nicht ins Straucheln gerät und einen vollständigen Durchgang zustandebringt. An einer Stelle bricht ihm kurz die Stimme weg, von diesem minimalen Patzer abgesehen gelingt die Nummer aber ganz gut.

Die Tontechnik sagt Take 6 an und korrigiert auf Take 7. Elvis ergänzt "Take 1". Nach einem Fehlstart, der als separater Take gezählt wird, läuft die Nummer 8 dann wieder durch.

Der Pianist spielt das Intro an, dann wird Take 9 angesagt. Anfangs läuft es ganz gut, aber dann verhaspelt sich der King wieder beim Part mit dem "rich man" und muss abbrechen.

Beim Versuch Nummer 10 nimmt Elvis die Hürde und liefert abermals einen vollständigen Durchlauf. Take 11 funktioniert ebenfalls wie geplant.

Jetzt verpasst der King seinen Einsatz, so dass Take 12 schon nach wenigen Sekunden Geschichte ist. Nach der Ansage "One Three" folgt ein neuerlicher Anlauf, der dann wieder gelingt. Der Pianist probiert hier ein bisschen herum und spielt ein paar alternative Einwürfe.

"Everybody play loud, to hell with it" kommentiert Elvis. Man probiert ein neues Arrangement, aber das Intro funktioniert nicht. Beim 15. Take läuft es bei der Bridge schief und der King lässt lachend abbrechen.

Abermals wird jetzt über das Intro gesprochen und ein bisschen rumprobiert. Das ist dann auch schon Take 16. Dann geht man das Lied ernsthaft an, jetzt mit einem deutlich lauter ausgesteuerten Chor. Elvis mag aber nicht, was er da hört und bricht mit "Hold it!" ab. Der nächste Versuch scheitert, weil dem Meister bei der Zeile "C'mon and sing" die Stimme wegbricht und letzteres somit nicht mehr funktioniert. Take 19 läuft länger, wird aber von Elvis mit einem "Hold it!" abgebrochen.

Es folgen weitere Absprachen, dann fällt Take 20 nach wenigen Takten zusammen. Beim nächsten Anlauf muss Elvis lachen, Take 22 scheitert, weil Elvis wieder beim "rich man" aus dem Konzept kommt. "Hell!" brüllt er frustriert. Der nächste Versuch läuft auch nicht glatt. Als der King zu "the rich man wants the princess" kommt, fragt er ironisch "ok?" und bricht einige Zeilen später ab.

Beim 24sten Take bricht Elvis bei dem Wort "c'mon" die Stimme weg, so dass auch dieser Versuch beerdigt wird. Die Nummer 25 funktioniert dann wieder und wird von A bis Z durchgespielt.

Take 26 wird gestoppt, weil der King während der Bridge aus dem Konzept gerät. Danach scheitert es an einem "whole wide", das Elvis vernuschelt. Beim nächsten Anlauf muss sich der Meister räuspern. Dann gelingt endlich wieder ein kompletter Durchlauf.

Aufgrund eines Störgeräusches muss das Intro abgebrochen werden, weshalb sich Elvis ein Kichern nicht verkneifen kann. Mit dem inzwischen 31sten Take wird schließlich der Master eingespielt und das Lied ad acta gelegt.

Schlussendlich würde der Meister aber mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein und King Of The Whole Wide World zwei Tage später abermals in Angriff nehmen.

 

A Whistling Tune (Takes 1-8 & Master)

Die Aufnahme beginnt mit einem extra langen, von Ray Walker gepfifenen Intro. Elvis setzt einen Tick zu spät ein, aber man macht weiter. Als der King dann aber komplett aus dem Konzept gerät, wird abgebrochen. Offenbar wurde im Vorfeld über diesen Part gesprochen, denn Elvis sagt "That's what I meant".

Beim zweiten Anlauf pfeift Mr. Walker nicht so ausgiebig und dem King gelingt der Einstieg perfekt. Hier und dort ist sein Timing noch nicht 100%ig, aber im Ganzen scheint ihm der Song keine größeren Probleme zu bereiten.

Wir hören Studiogespräche und kleine Scherze. Das Intro misslingt jedoch, so dass Take 3 nicht lange währt. Dasselbe gilt für den vierten Anlauf. Beim nächsten Versuch leistet sich Elvis einen veritablen Timing-Fehler, was er mit "I'm sorry" kommentiert. Im Anschluss verpasst der King seinen Einsatz, so dass auch Take 6 schnell zuende ist. Der nächste Anlauf ist erfolgreicher, jetzt geht es aber nach einer guten Minute daneben und Elvis muss lachen. Take 8 wird von A bis Z durchgespielt und funktioniert so gut, dass die Session damit beendet wird.

Im Anschluss hören wir noch den ungekürzten Master-Take, der aus dem gepfiffenen Intro des ersten Takes und Take 8 zusammengestellt wurde.

 

Home Is Where The Heart Is (Takes 1-6)

Beim ersten Take wird der Rhythmus zu langsam eingeklopft, beim zweiten Versuch bricht die Mannschaft in Gelächter aus. Mit Take 3 kommt Elvis zum ersten Mal ins Spiel, aber er muss lachen und killt den Aufnahmeversuch nach wenigen Sekunden.

Auch bei der Nummer vier sorgt schon das Einschlagen des Rhythmus für Erheiterung. Dann scheint es zu funktionieren, doch der King erwischt nach einigen Zeilen die falsche Tonart. Take 5 bricht dann wieder nach wenigen Sekunden zusammen, der nächste Versuch scheitert dann, weil Elvis sich versingt.

 

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte am Cover bei Follow That Dream Records / Sony Music Entertainment.