Elvis Sings...

 

Die CD Elvis Sings... kommt im Juni 2014 auf den Markt und enthält eine Auswahl von Cover-Versionen bekannter Hits anderer Künstler und allgemeiner Klassiker. Der Tonträger steckt in einem Digi-pak, das mit einem Foto von den Proben zum Elvis Summer Festival 1970 simpel und geschmackvoll gestaltet wurde. Ein 12seitiges Booklet ist ebenfalls enthalten. Als Schmankerln für die Sammler wird die Scheibe auch als Vinyl-Version veröffentlicht. In Neuseeland kommt Elvis Sings... sogar zu Hitparaden-Ehren und erreicht den 18. Platz der NZ Albums Top 40.

Auf den Streaming-Plattformen ist die Compilation nicht verfügbar.

Elvis brachte oftmals das Kunststück fertig, die Songs besser vorzutragen als deren Komponisten. Ganz so, als besäße er eine Art von Zauberschlüssel, mit dem er die Lieder auf wundersame Weise dechiffrieren und selbst dem Songwrite aufzeigen konnte, wie die Nummer eigentlich gemeint ist. Manchmal sang er die Titel aber auch einfach nur nach und verlieh ihnen allein durch seine einzigartige Stimme und seinen ganz besonderen Flow eine ganz spezielle Note.

 

Promised Land

Der Rock'n'Roll stammt aus der Feder von Chuck Berry, der es damit 1964 auf den 41. Platz der Hot 100 brachte. Zehn Jahre später veröffentlichte auch der ehemalige König dieser Musikrichtung eine Aufnahme dieses Titels und erreichte Rang 14. Elvis' Version entstand am 15. Dezember 1973 innerhalb von sechs Takes. Der von Elvis am selben Tag eingesungene Harmonie-Gesang und die am 2. Januar 1974 hinzugefügte Orgel wurden später wieder entfernt, lediglich der Tamburin-Overdub vom 15. Januar blieb erhalten.

Im Vergleich zum Original wird das Lied hier schneller gespielt, zudem fehlt eine Strophe. Insgesamt halte ich die Fassung des Kings für deutlich besser. James Burton glänzt an der E-Gitarre, Per-Erik Hallin spielt ein funky klingendes Clavinet und auch Elvis selbst hat hörbar seinen Spaß an der Nummer. Das mag auch an dem leicht ironischen Text gelegen haben, in dem der Ich-Erzähler seine abenteuerliche Reise von Virginia über Louisiana nach Kalifornien, dem gelobten Land, schildert.

 

What'd I Say

Mit What'd I Say konnte Ray Charles im Sommer 1959 seinen ersten großen Hit verbuchen. Seinerzeit hätte wohl auch Elvis aus dem Lied noch eine dampfende R&B-Nummer gemacht, im Sommer 1963 wurde daraus aber nur ein netter Popsong. Hier finde ich das Original von Mr. Charles besser.

Die Aufnahme erfolgte am 30. August 1963 innerhalb von vier Takes. RCA Victor veröffentlichte den Song im folgenden Jahr auf der B-Seite der Single Viva Las Vegas, in den Billboard Charts erreichte er den 21. Platz. Anfang 1968 war What'd I Say auch auf der LP Elvis' Gold Records - Volume 4 zu hören.

 

Early Morning Rain

Der Country-Barde George Hamilton IV landete 1966 mit Early Morning Rain in den Country Charts einen Top10-Hit und auch auf seinem Erfolgsalbum Steel Rain Blues war die Nummer vertreten..

Elvis spielte die Komposition von Gordon Lightfoot am 15. März 1971 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee ein und benötigte dafür 12 Takes. Die Grundlage des Masters schnitt Felton Jarvis aus den Durchgängen 3, 10 und 12 zusammen. Der Hintergrundgesang wurde drei Tage später aufgenommen.

Der Ich-Erzähler schaut nach einer durchzechten Nacht sehnsüchtig einer startenden Boing 707 hinterher, denn er weiß, dass der Flieger in etwa zwei Stunden über sein Zuhause hinweg fliegen wird. Elvis singt hier sehr gefühlvoll, der Vortrag profitiert sogar ein wenig von dem nicht ganz einwandfreien Zustand seiner Stimme.

Am 14. Januar 1973 nahm Elvis für die TV-Show Aloha From Hawaii Via Satellite eine weitere Version von Early Morning Rain auf, in den Jahren 1976 und 1977 fand sich der Song auch regelmäßig in seinen Konzerten. Eine Live-Version ist auf der Doppel-LP Elvis In Concert (1977) zu hören.

 

You've Lost That Loving Feelin'

Anno 1965 landeten die Righteous Brothers mit You've Lost That Loving Feelin' in den USA und Großbritannien einen Nummer 1-Hit. Die hier zu hörende Presley-Version wurde am 12. August 1970 (Midnight Show) im International Hotel in Las Vegas, Nevada mitgeschnitten und zählt zu den absoluten Highlights der LP That's The Way It Is. Elvis lebt den Song mehr als dass er ihn nur singt und man kann ihm den Schmerz über die erkaltete Liebe förmlich anhören.

In seinen Konzerten entwickelte sich You've Lost That Lovin' Feeling schnell zu einem Standardsong, eine weitere Live-Version ist auf dem Album Elvis As Recorded At Madison Square Garden (1972) zu hören. Die Komponisten heißen übrigens Phil Spector, Cynthia Weil und Barry Mann.

 

My Babe

Der Song stammt aus der Feder von Willie Dixon, der Sänger Little Walter landete damit 1955 einen Nummer 1-Hit in den R&B Charts. Zu den zahlreichen Interpreten, die My Babe coverten, gehören unter anderem Chuck Berry, Cliff Richard, The Everly Brothers und eben auch Elvis Presley.

Dieser nahm die Nummer am 25. August 1969 während der Midnight Show im International Hotel in Las Vegas auf und veröffentlichte sie im selben Jahr auf der Doppel-LP From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis.

Anno 2008 wurde My Babe in der Kategorie Classic Of Blues Recording - Singles Or Album Tracks in die Blues Foundation Hall Of Fame aufgenommen.

 

Don't Think Twice, It's All Right

Bob Dylan schrieb den Song 1962 zur Melodie von Who's Gonna Buy Your Chickens When I'm Gone und veröffentlichte ihn im folgenden Jahr im Single- und Album-Format. Schnell entwickelte sich Don't Think Twice, It's All Right zu einem Klassiker und wurde von zahlreichen Künstlern aufgenommen. Dazu zählen die Gruppe Peter, Paul & Mary und Solisten wie Eric Clapton, Dolly Parton und Ed Sheeran.

Der King nutzte das Lied am 16. Mai 1971 als Warm-Up für Schallplattenaufnahmen im RCA Studio B in Nashville, Tennessee. Felton Jarvis, der Produzent der Session, nahm den Jam auf und schnitt einen Master zusammen. Dieser wurde zwei Jahre später auf der LP Elvis veröffentlicht. Mir persönlich gefällt die locker-flockige Aufnahme sehr gut.

 

Got My MoJo Working / Keep Your Hands Off Of It

Auch hier handelt es sich um einen spontanen Jam, diesmal aufgenommen am 5. Juni 1970. Der King und seine Musiker sprühten nur so vor Spiel- und Sangesfreude, so dass Felton Jarvis eine Master-Version erstellte und sie mit dem Einverständnis des Sängers im folgenden Jahr auf dem Album Love Letters From Elvis herausbrachte. Auf dieser CD hören wir nun die unbearbeitete Fassung, die nachträglich hinzugefügten Sänger und Blechbläser fehlen also.

Got My MoJo Working stammt aus der Feder von Preston Forster und wurde erstmals von Ann Cole veröffentlicht. Den großen Hit landete allerdings Muddy Waters. Weitere Versionen stammen von Eric Clapton und B.B. King.

Keep Your Hands Off Of It wurde von Jay McSheann geschrieben und erreichte 1955 in der Version von Priscilla Bowman den ersten Platz der R&B Charts.

 

Bridge Over Troubled Water

Die Ballade stammt aus der Feder von Paul Simon und wurde im Februar 1970 zum Nummer 1-Hit für das Duo Simon & Garfunkel. Im folgenden Jahr wurde die Nummer in den Kategorien Song Of The Year, Best Contemporary Song, Best Arrangement Accompanying Vocalists und Record Of The Year mit einem Grammy ausgezeichnet.

Während Paul Simon die Hommage an seine Frau (seit diese ein erstes graues Haar auf ihrem Kopf entdeckte, nannte Simon sie scherzhaft Silver Girl) von Art Garfunkel leise und fragil singen ließ, pustete Elvis die Nummer zu einer Mini-Oper auf und beeindruckte mit Chor, Orchester und eigener Stimmgewalt. Auf der Bühne brachte der King Bridge Over Troubled Water regelmäßig zum Einsatz, bis zum letzten Konzert im Juni 1977 sollte die Nummer immer mal wieder in seinen Konzerten auftauchen.

Auch hier ist am Ende des Songs Applaus zu hören, tatsächlich handelt es sich jedoch um eine Studio-Aufnahme. Die Basis des Masters entstand am 5. Juni 1970 in Nashville. Der achte Take wurde am 9. Juni um weitere Instrumente ergänzt, der Hintergrundgesang folgte am 22. Juni. Am folgenden Tag nahm Elvis die Harmonie-Stimme auf und spielte ein paar Vocal Repairs ein. Streicher und Blechbläser nahm Felton Jarvis am 30. Juni auf, zum Abschluss folgte am 1. Oktober zusätzlicher Hintergrundgesang und das Hinzumischen des Applauses.  Veröffentlicht wurde der so erstellte Master auf dem Album That's The Way It Is.

 

Help Me Make It Through The Night

Die Country-Ballade wurde von Kris Kristofferson geschrieben und 1970 auf einer Single herausgebracht. Schnell entwickelte sie sich zum Standard und wurde von Gladys Knight & The Pips, Johnny Cash, Joan Baez und vielen anderen gecovert.

Elvis' Version entstand am 17. Mai 1971 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee. Obwohl er den Song nur wenige Wochen zuvor regelmäßig in Las Vegas vorgetragen hatte, benötigte der King 16 Versuche. Und selbst dann musste Felton Jarvis die Aufnahme noch aus den Takes 11 und 16 zusammenschneiden, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erhalten. Als letzter Produktionsschritt wurden dem so entstandenen Master-Take am 22. Juni Geigen hinzugefügt.

Das Ergebnis wurde Anfang 1972 auf dem Album Elvis Now herausgebracht, fünf Jahre später veröffentlichte RCA Victor die Aufnahme als ReMix noch einmal auf der LP Welcome To My World.

In dem Lied fühlt sich der Sänger allein und möchte eine Dame davon überzeugen, die Nacht mit ihm zu verbringen. Elvis' Stimme klingt etwas brüchig, was der Aufnahme jedoch noch zusätzliche Intimität verleiht.

 

Gentle On My Mind

Ursprünglich wurde Gentle On My Mind im Jahr 1967 von Glen Campbell veröffentlicht. Später sangen allerdings auch Aretha Franklin, Dean Martin, Frank Sinatra oder R.E.M. diesen Song.

Der King nahm sich Anfang 1969 dieser Komposition von John Hartford an und brachte sie im selben Jahr auf dem Album From Elvis In Memphis auf den Markt. Acht Jahre später wurde ein ReMix auf der LP Welcome To My World veröffentlicht.

Das Presley-Original entstand am 14. Januar 1969, am 20. Januar nahm er Teile seines Gesangsparts neu auf und ergänzte den Harmonie-Gesang. Später folgten noch Blechbläser (18. März), Streicher (19. März), diverse andere Instrumente (20. März) und Hintergrundgesang (25. März).

Abermals glänzt der King mit einer sehr gefühlvollen und glaubwürdigen Interpretation.

 

Funny, How Time Slips Away

Komponiert wurde das Lied von der Country-Legende Willie Nelson, der Sänger Billy Walker landete damit im Sommer 1963 einen Top30-Hit in der Country & Western Chart. Trotz des vergleichsweise moderaten Erfolgs entwickelte sich die Ballade zu einem Standard und wurde von zahlreichen Interpreten gecovert.

In dem Song trifft der Sänger auf seine Verflossene und beginnt mit ihr ein Gespräch. Der Zuhörer bekommt dabei aber nur die Aussagen des Erzählenden geboten und kann darauf schließen, dass dieser wohl doch noch nicht so ganz mit der Dame abgeschlossen hat.

Die erste Aufnahme von Funny How Time Slips Away stammt von Billy Walker, doch auch Nelson selbst spielte den Song später mehrfach ein. Elvis' Version stammt vom 7. Juni 1970, mit einem einzigen Durchgang hatte der King das Ding im Kasten. Der Hintergrundgesang wurde am 21. September und 1. Oktober hinzugefügt, die Streicher folgten am 27. Oktober. Die Interpretation geht unter die Haut, Elvis singt mit sehr viel Gefühl und bringt dieses "Zwiegespräch" mit seiner Ex-Freundin absolut glaubhaft rüber.

RCA veröffentlichte den Titel Anfang 1971 auf dem Album Elvis Country - I'm 10,000 Years Old.

Auf der Bühne sang er das Lied übrigens schon ab 1969. Anfangs legte Elvis auch die Live-Darbietungen seriös an, später erhöhte er leider das Tempo und sang den Song nur noch mehr oder weniger lieblos herunter. Eine Konzertaufnahme findet sich auf der LP Elvis As Recorded At Madison Square Garden (1972).

 

Sweet Caroline

Im Sommer 1969 veröffentlichte Neil Diamond den von ihm geschriebenen Popsong Sweet Caroline auf einer Single und konnte damit einen Top5-Hit in den amerikanischen Billboard Charts verzeichnen.

Nur ein Jahr später brachte auch Elvis eine Aufnahme davon auf dem Album On Stage - February 1970 auf den Markt. Diese entstand während der Dinner Show am 16. Februar 1970 im International Hotel in Las Vegas, die Overdubs stammen vom 31. März 1970. Der King sang das Lied schneller als Diamond, was mir persönlich sehr gut gefällt.

Zu den weiteren Interpreten von Sweet Caroline gehören Frank Sinatra, Julio Iglesias und Roy Orbison.

 

You Don't Have To Say You Love Me

Der Popsong war 1966 ein Top5-Hit für Dusty Springfield gewesen und wurde später unzählige Male gecovert. Das Original heißt Io Che Non Vivo (Senza Te) und wurde von Vito Pallavicini, Jody Miller und Pino Donaggio geschrieben. Letzter nahm den Titel auch als erster auf und konnte damit einen Nummer-1-Hit in Italien verbuchen.

Elvis' Version entstand am 6. Juni 1970 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee. Schon der dritte Durchlauf wurde zum Master-Take, am 30. Juni wurden noch Streicher und Blechbläser hinzugefügt.

Mit seiner Single-Veröffentlichung erreichte Elvis im Oktober 1970 den elften Platz der Hot 100, später war der Song auch auf der 4-LP-Box The Other Sides - Worldwide Gold Award Hits Volume 2 (1971) zu hören.

 

Proud Mary

John Fogertys Hommage an einen Mississippi-Raddampfer war Anfang 1969 ein Nummer-2-Hit für die Gruppe Creedence Clearwater Revival, später sangen ihn auch Ike & Tina Turner oder Bruce Springsteen.

Eine Aufnahme des Kings wurde erstmals auf der LP On Stage - February 1970 veröffentlicht, die auf dieser CD zu hörende Fassung entstand jedoch am 10. Juni 1972 und fand sich später auf dem Album Elvis As Recorded At Madison Square Garden.

 

I Got A Woman

Anfang 1955 hatte Ray Charles mit I've Got A Woman die R&B-Charts gestürmt und auch Elvis hatte den Song seit ebendiesen Tagen im Live-Programm. Das Lied basiert auf dem Gospel It Must Be Jesus und wurde von Renald Richard und Ray Charles verfasst.

Die Studio-Aufnahme des Hillbilly Cat entstand am 10. Januar 1956 im RCA Studio in Nashville, Tennessee innerhalb von acht Takes. Elvis schien des Songs offenbar niemals überdrüssig zu werden, denn auch nach seinem Bühnen-Comeback behielt er I Got A Woman bis zum Ende im Konzertprogramm. Live-Aufnahmen davon sind auf den Alben Elvis Recorded Live On Stage In Memphis (1974) und Elvis In Concert (1977) zu hören.

RCA Victor veröffentlichte die Studio-Aufnahme im August 1956 zusammen mit I'm Counting On You auf einer Single und auch auf der zeitgleich mit dem Album Elvis Presley veröffentlichten EP und Doppel-EP gleichen Namens war der Song enthalten. Neunzehn Jahre später war I Got A Woman abermals auf der LP Pure Gold zu hören.

 

Words

Die Ballade stammt von den Bee Gees und wurde Anfang 1968 zum europäischen Top-Hit. Elvis sang das Lied im Rahmen seines großen Bühnencomebacks in Las Vegas und veröffentlichte es Ende 1969 auf der Doppel-LP From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis.

Weitere Coverversionen stammen von Glen Campbell, Roy Orbison und der Gruppe Boyzone.

 

Something

Mit Something konnten die Beatles im November 1969 ihren ersten Nummer 1-Hit in den amerikanischen Billboard Charts verbuchen.

Der King sang die Komposition von George Harrison erstmals im Rahmen des Elvis Summer Festival 1970 in Las Vegas, die hier zu hörende Version entstand allerdings am 14. Januar 1973 und wurde wenige Wochen später auf der Doppel-LP Aloha From Hawaii Via Satellite  herausgebracht. Elvis singt das Lied nicht besonders engagiert, man hat fast den Eindruck, es langweile ihn ein wenig. Daher kann auch diese Fassung nicht mit dem Original mithalten.

Heute gehört Something  zu den am meisten gecoverten Songs überhaupt. Zu den Interpreten gehören Frank Sinatra (der die Nummer übrigens meistens als seinen Lieblingssong von Lennon/McCartney ansagte), Shirley Bassey, Joe Cocker und James Brown.

 

You Don't Know Me

Die Ballade stammt aus der Feder von Cindy Walker und Eddy Arnold, der den Song 1955 auch als erster herausbrachte. Weitere Interpretationen stammen von Ray Charles, Bob Dylan und Willie Nelson.

Am 21. Februar 1967 nahm Elvis zwanzig Takes von You Don't Know Me auf, schlussendlich fand diese Fassung jedoch nur im Film Verwendung. Für die Schallplatten-Veröffentlichung spielte er am 11. September zwei weitere Takes ein, den Master schnitt man aus dem ersten Versuch und den letzten Takten des zweiten Durchgangs zusammen.

Der Song wird von Elvis tadellos vorgetragen und gehört zu den Highlights des Albums Clambake. Daneben war Elvis' Aufnahme auch auf der B-Seite der Single Big Boss Man und dem CAMDEN-Album Elvis Sings Hits From His Movies - Volume 1 zu finden.

 

I'm So Lonesome I Could Cry

Hank Williams nahm seine Komposition im August 1949 auf und veröffentlichte sie auf der B-Seite der Single My Bucket's Got A Hole In It. Nach seinem Tod avancierte I'm So Lonesome I Could Cry zu seinem bekanntesten Song und wurde von zahlreichen Künstler gecovert. Hierzu gehören Ikonen wie Johnny Cash, Ray Charles und Dean Martin.

Elvis sang die Nummer im Rahmen seines TV-Specials Aloha From Hawaii Via Satellite und ließ sie auf dem gleichnamigen Doppelalbum (1973) und der Country-Compilation Welcome To My World (1977) veröffentlichen.

Der King singt hier dermaßen ergreifend, dass es einem beim Zuhören heiß und kalt den Rücken herunterläuft. Für mich gehört die Aufnahme, sie stammt übrigens vom 14. Januar 1973, zu den besten Einspielungen des Meisters.

 

Danny Boy

Das Lied wurde 1910 von Frederic Weatherly auf die Melodie von Londonderry Air geschrieben. In Erwartung des eigenen Todes verabschiedet sich hier ein Vater von seinem in die Welt hinausziehenden Sohn und drückt dabei mächtig auf die Tränendrüse.

Einmal mehr erweist sich der King als absoluter Meister der Interpretation, seine Stimme ist voller Schmerz und Trauer und klingt dabei absolut beeindruckend. Besser kann man Danny Boy schlicht und einfach nicht singen!

Erstmals aufgenommen wurde das Lied übrigens im Jahr 1915 von Ernestine Schuhmann-Heink. Später sangen es auch Judy Garland, Bing Crosby und die Rockband Thin Lizzy. Elvis' Version stammt vom 5. Februar 1976, er benötigte für den Song 10 Takes. Veröffentlicht wurde der Master auf dem Album From Elvis Presley Boulevard, Memphis, Tennessee.

 

My Way

Im Original heißt das Lied Comme d'habitude und wurde von Claude Francois und Jacques Revaux geschrieben Paul Anka verfasste schließlich einen englischen Text, der von Frank Sinatra gesungen wurde und zum Welthit avancierte. Viele Künstler haben die Nummer seither gesungen, unter anderem gibt es Versionen von Tom Jones, Shirley Bassey, Nina Hagen, U2 und Robbie Williams.

Aufnahmen des Kings finden sich auf den Alben Aloha From Hawaii Via Satellite (1973) und Elvis In Concert (1977). Auf dieser CD bekommen wir die Studio-Aufnahme vom 10. Juni 1971 zu hören.

Der King war mit dem Ergebnis jedoch nicht zufrieden und ließ das Band im Archiv verschwinden. Erst 1995 wurde die Aufnahme im Rahmen der CD-Box Walk A Mile In My Shoes - The Essential 70's Masters veröffentlicht. Für uns Fans ist diese Version sicherlich interessant, schlussendlich muss ich mich jedoch Elvis' Urteil anschließen und seine Entscheidung befürworten. Er hat mit dem Song hörbar seine Schwierigkeiten und ist um Welten von den späteren, sehr gelungenen Live-Aufnahmen entfernt.

 

Tomorrow Is A Long Time

Erstmals veröffentlicht worden war der Bob Dylan Song 1963 von Ian & Silvia, inspiriert wurde Elvis bei seiner Aufnahme vom 25. Mai 1966 aber zweifellos durch die Fassung von Odetta Holmes auf dem Album Odetta Sings Dylan.

RCA Victor veröffentlichte die Presley-Version anno 1966 als Bonus Song auf dem Film-Album Spinout und enthielt sie dadurch einem größeren Publikum vor.

Dem Komponisten entging die Aufnahme jedoch nicht, später sollte er sie sogar als die beste aller Coverversionen seiner Songs bezeichnen. Mir gefällt sie übrigens auch.

 

Only The Strong Survive

Der Song stammt aus der Feder von Kenny Gamble, Leon Huff und Jerry Butler. Letzterer nahm ihn auch als erster auf und konnte1968 einen Top5-Hit damit landen.

Elvis' Fassung entstand am 19. Februar 1969, erst beim 29. Durchgang hatte der King die Nummer im Kasten. Vocal Repairs erfolgten am 22. Februar, einen Monat später wurden Blechbläser (18. März), Streicher (21. März) und Hintergrundgesang (25. März) hinzugefügt.

In dem Lied erzählt der Sänger von seiner ersten, unglücklichen Liebe und der daraus resultierenden Botschaft seiner Mutter: Junge, Lass Dich Nicht Unterkriegen! Die Veröffentlichung erfolgte auf dem Album From Elvis In Memphis.

 

Fazit & Bewertung

Mühelos verwandelt Elvis die Hits anderer Künstler in typische Presley-Songs und sorgt damit (zumindest bei Nicht-Fans) für Überraschungen.

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte am Cover bei Sony Music Entertainment.