32 Film Hits

 

Unter der Regie von Helmut Radermacher bringt RCA im Jahr 1984 eine Doppel-LP namens 32 Film Hits - Das Beste Aus Seinen Filmen im ZDF auf den Markt. Die Fans greifen erfreut zu, in den Media Control Charts erreicht die Zusammenstellung den 11. Platz. Auf der Innenseite des Covers beschreibt Herr Radermacher die Filme, aus denen die Lieder auf den beiden Langspielplatten stammen. Als besonderes Gimmick liegt dem Album die Reproduktion des deutschen Kinoplakats von King Creole / Mein Leben Ist Der Rhythmus bei.

Auf den Streaming-Portalen sind die 32 Film-Hits nicht zu finden, es gibt allerdings ähnliche Compilations aus späteren Jahren.

 

Fun In Acapulco

Der dreizehnte Spielfilm des Kings kam im November 1963 in die Kinos und belegte den fünften Platz der wöchentlichen Hitparade von Variety. Das zugehörige Soundtrack-Album und die Single Bossa Nova Baby platzierten sich in der Top10 der Billboard Charts und gingen millionenfach über die Ladentheken.

Der Titelsong des Films von Ben Weisman und Sid Wayne beschreibt eine idealisierte Urlaubsszenerie und verbreitet relaxte Ferienstimmung. Elvis nahm das Lied am 23. Januar 1963 auf, bereits der erste Take wurde zum Master.

 

Mexico

Auch dieses Lied sprüht nur so vor Lebenslust und südländischem Flair und wird von Elvis mit hörbarer Begeisterung vorgetragen. In Deutschland veröffentlichte RCA Victor den Song zusammen mit You Can't Say No In Acapulco sogar auf einer Single und konnte damit einen Top30-Hit landen.

Am 22. Januar 1963 nahm Elvis sieben Takes der flotten Latin-Nummer auf, bevor er den fünften Versuch zum Master erklärte. Als Komponisten zeichnen einmal mehr Sid Tepper und Roy C. Bennett verantwortlich.

 

Marguerita

Schon in der Vergangenheit hatte Don Robertson großartige Balladen für Elvis geschrieben und auch Marguerita bildet hier keine Ausnahme. Mit jeder Menge südländischer Dramatik feiert der Sänger hier seine Liebe zu besagter Dame, wobei der King seiner Aufgabe auch hier wieder voll gerecht wird.

Ohne Zweifel stellt dieses Lied eines der Highlights dieses Soundtracks dar. Aufgenommen wurde es am 22. Januar 1963, Take 8 wurde zum Master.

 

Bossa Nova Baby

Der absolute Hit des Soundtrack-Albums ist natürlich Bossa Nova Baby aus der Feder von Jerry Leiber und Mike Stoller. Das Original stammt von Tippie & The Clovers aus dem Jahr 1962. Musikalisch gehört der Bossa Nova eher nach Brasilien als nach Mexiko, doch mit solchen Details sollte man sich bei Elvis-Filmen erst gar nicht aufhalten.

Der King nahm den Song am 22. Januar 1963 auf, Take 11 wurde zum Master. RCA Victor veröffentlichte das Lied im Oktober 1963 auf einer Single und bescherte Elvis damit einen weiteren Top10 Hit. Daher fand sich Bossa Nova Baby später auch auf der 4-LP-Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1 (1970).

 

Blue Hawaii

Wir springen zurück ins Jahr 1961 und landen bei einem der erfolgreichsten Leinwandabenteuer des Kings. Allein in den USA und Kanada spielt der Streifen fünf Millionen US-Dollar ein und auch der Soundtrack (Album und Single) gehört mit über 14 Millionen verkauften Kopien zu den absoluten Bestsellern im Presley-Katalog. Auch künstlerisch wird Elvis anerkannt. Der Film wird für einen Laurel Award nominiert, das Album für einen Grammy.

Der Titelsong des Films wurde von Leo Robin und Ralph Rainger geschrieben, Bing Crosby sang ihn bereits 1937 und auch Patti Page und Frank Sinatra hatten Blue Hawaii vor Elvis eingespielt. Die Version des Kings entstand am 22. März 1961, Take 7 wurde zum Master. Auch wenn Blue Hawaii  nicht zu meinen Favoriten gehört, verbreitet der Song trotzdem eine angenehme Urlaubsatmosphäre und passt perfekt zum Thema des Films.

Im Januar 1973 nahm Elvis das Lied für die TV Show Aloha From Hawaii Via Satellite noch einmal auf, klang dabei allerdings eher müde als romantisch-verträumt.

 

Can't Help Falling In Love

Zwei Monate nach der Veröffentlichung des Albums brachte RCA Victor Can't Help Falling In Love zusammen mit Rock-A-Hula Baby auf einer Single heraus. Weil das Lied bereits auf der LP erhältlich war, fürchtete Colonel Parker einen Flop und sträubte sich zunächst gegen die Pläne der Schallplattenfirma. Erst als man ihm unabhängig von den tatsächlichen Verkäufen Tantiemen für eine Million Singles zusicherte, ließ er sich umstimmen. Die Sorgen des Presley-Managers waren allerdings unbegründet, denn die 45er entwickelte sich zum Welthit und ging insgesamt mehr als vier Millionen Mal über die Ladentheken.

Später war der Song auch auf der 4-LP-Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1 (1970) und dem Album A Legendary Performer - Volume 1 (1974) zu finden. Die LPs Elvis (1968), From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis (1969), Elvis As Recorded At Madison Square Garden (1972), Aloha From Hawaii Via Satellite (1973), Elvis Recorded Live On Stage In Memphis (1974) und Elvis In Concert (1977) enthalten Live-Aufnahmen. An die Schönheit und Perfektion seiner Studio-Einspielung kam der King allerdings nie wieder heran.

Der Film nimmt es geographisch nicht so genau, denn der Hauptdarsteller singt das Lied zu der Melodie einer angeblich aus Österreich stammenden Spieluhr. In Wirklichkeit basiert der Song jedoch auf dem französischen Plaisir d'amour, das 1785 von Jean-Pierre Claris de Florian und Johann Paul Ägidius Martini Schwarzendorf geschrieben wurde.

Angepasst wurde es für Elvis von Hugo Peretti, Luigi Creatore und George David Weiss. Die Aufnahme erfolgte am 23. März 1961 innerhalb von 29 Takes.

 

Rock-A-Hula Baby

Es folgt die B-Seite der zuvor erwähnten Single. Geschrieben wurde der Song von Fred Wise, Ben Weisman und Dolores Fuller, die Aufnahme erfolgte am 23. März 1961 innerhalb von fünf Takes.

In einem Interview erzählte Mrs. Fuller einmal, sie sei durch The Twist zu ihrer Komposition inspiriert worden. Tatsächlich versuchte auch RCA Victor vom damaligen Hype um den Modetanz zu profitieren und vermarktete die 45er als "Twist Special". Insgesamt halte ich die Nummer für recht gelungen, unter den Filmschlagern zählt sie zweifellos zu den Highlights.

1970 fand sich Rock-A-Hula Baby auch auf der 4-LP-Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1.

 

Ku-U-I-Po

Ku-U-I-Po ist weitere Ballade aus der Feder von Hugo Peretti, Luigi Creatore und George David Weiss. Auch diesen Titel nahm Elvis im Januar 1973 für die Aloha From Hawaii Via Satellite-Show noch einmal auf, aber auch hier wirkte er eher müde als romantisch.

Die Studioaufnahme vom 21. März 1961 klingt jedoch absolut großartig und gehört für mich zu den besten Movie Tunes des Kings. Dieser benötigte übrigens neun Takes, um Ku-U-I-Po  (das hawaiianische Wort Ku-u entspricht dem amerikanischen sweetheart) einzuspielen.

 

King Creole

Der Rocker stammt aus der Feder von Jerry Leiber und Mike Stoller und stellt den Titelsong des Leinwandabenteuers dar. Weil dieses in New Orleans spielt, unterlegte man den das Lied mit Blechbläsern, was ihn sehr schön von den übrigen Aufnahmen dieser Art abhebt.

Am 15. Januar 1958 spielte Elvis 18 Takes von King Creole ein, war mit dem Endergebnis jedoch unzufrieden. Und so folgten am 23. Januar dreizehn weitere Takes, von denen der letzte schließlich zum Master erklärt wurde.

Als die LP auf den Markt kam, kannten die Fans das Lied bereits von der EP King Creole - Volume 1 (1958), später war es auch auf der Box The Other Sides - Worldwide Gold Award Hits Volume 2 (1971) zu hören.

Der Film kam im Juli 1958 in die Kinos und erreichte den fünften Platz der wöchentlichen Hitparade der Zeitschrift Variety.

RCA Victor schlachtete den Film mit einer Single, zwei EPs und einem Album aus. Insgesamt verkauften sich die Tonträger mehr als neun Millionen Mal und brachten dem King mehrere Gold- und Platin-Auszeichnungen ein.

 

Hard Headed Woman

Der Sänger möchte anhand verschiedener Beispiele aus der Bibel beweisen, dass dickköpfige Frauen die Wurzel allen Übels sind. Elvis singt kraftvoll, fast schon aggressiv und macht den Song dadurch zu einem echten Erlebnis. Gut gefällt mir auch die Untermalung mit Blechbläsern, die Hard Headed Woman von anderen Songs dieser Art abhebt.

Geschrieben wurde der Rock'n'Roll von Claude DeMetrius, die Aufnahme entstand am 15. Januar 1958 bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien. Der zehnte Durchlauf wurde zum Master-Take.

RCA Victor veröffentlichte den Song ebenfalls auf der Single Hard Headed Woman / Don't Ask Me Why (1958), der EP A Touch Of Gold - Volume 1 (1959) und der 4-LP-Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1 (1970).

 

Trouble

Auch Trouble gehört für mich zu den besten Presley-Songs überhaupt. Elvis legt ein Höchstmaß an Bedrohlichkeit in seine Stimme und liefert eine grandiose Interpretation dieser Komposition von Jerry Leiber und Mike Stoller ab.

1968 eröffnete der King auch seine TV Show SINGER presents Elvis mit dieser Nummer und sang den Song auch während des Elvis Summer Festival 1973 in Las Vegas. Die Studio-Aufnahme vom 15. Januar 1958 (Take 5 wurde zum Master) blieb jedoch unerreicht.

Vor Herausgabe des Soundtrack-Albums war Trouble schon auf der EP King Creole - Volume 2 (1958) veröffentlicht worden, später brachte RCA Victor es auf der 4-LP-Box The Other Sides - Worldwide Gold Award Hits Volume 2 (1971) noch einmal heraus. Eine weitere Fassung findet sich auf dem Album Elvis  (1968).

 

Dixiland Rock

Wie der Titel schon vermuten lässt, handelt es sich um einen Rock'n'Roll Song mit Dixiland-Einflüssen. Geschrieben wurde er von Aaron Schroeder und Rachel Frank, es tauchen aber auch immer wieder die Namen Claude DeMetrius und Fred Wise auf.

Elvis spielte den Dixiland Rock  am 16. Januar 1958 ein, Take 14 wurde zum Master.

Der Dixiland Rock  ist ebenfalls auf der EP King Creole - Volume 2 (1958) und der Box The Other Sides - Worldwide Gold Award Hits Volume 2 sowie der Soundtrack-LP (1958) zu hören.

 

Frankie And Johnny

Musikalisch bleibt das Album dem Louisiana-Stil treu, wir springen allerdings acht Jahre nach vorn. Der zwanzigste Spielfilm des Kings hieß Frankie And Johnny, kam im November 1966 in die Kinos und sorgte in den Schallplattengeschäften für einen Absatz von 4,5 Millionen Tonträgern. Die beiden hier zu hörenden Songs wurden von RCA Victor auch auf einer Single veröffentlicht, mit der Elvis immerhin noch einen Top30-Hit landen konnte.

Das Titellied des Streifens stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist auch als Frankie And Albert bekannt. Es existieren viele verschiedene Versionen, denen aber gemein ist, dass Frankie ihren Liebhaber Johnny (oder eben wahlweise Albert) aus Eifersucht erschießt. In einigen Fassungen landet sie dafür im Gefängnis, in anderen wird sie exekutiert. Die hier zu hörende Version wurde von Alex Gottlieb, Fred Karger und Ben Weisman bearbeitet und von Elvis am 14. Mai 1965 innerhalb von sechs Takes aufgenommen.

Unter den Movie Tunes zählt Frankie And Johnny zu meinen Favoriten, da sich der Titel deutlich von den übrigen Filmschlagern dieser Zeit unterscheidet und von Elvis auch durchaus mit Elan vorgetragen wird. 1972 fand sich die Nummer auch auf dem CAMDEN-Album Elvis Sings Hits From His Movies - Volume 1.

 

Please Don't Stop Loving Me

Dass RCA Victor die Ballade zur B-Seite dieser Single machte, verwundert nicht. Ohne Frage handelt es sich bei der Komposition von Joy Byers um einen der besten Titel aus dem Film und somit stellte die Nummer auch eine gute Werbung für die LP dar.

Elvis erkannte offenbar die Qualität von Please Don't Stop Loving Me und investierte am 13. Mai 1965 neunzehn Takes in die Aufnahme.

 

Easy Come, Easy Go

Der Titelsong zum Film Seemann, Ahoi! stammt aus der Feder von Ben Weisman und Sid Wayne und wurde von Elvis am 28. September 1966 innerhalb von neun Takes aufgenommen. Der Sänger hat in jedem Hafen ein anderes Mädchen, alles ist unkompliziert, eben Easy Come, Easy Go.

Ich würde den Song als typischen Filmschlager dieser Tage beschreiben - nicht schlecht, aber auch eben nichts Besonderes. 1971 fand sich das Lied auch auf der CAMDEN-LP C'mon Everybody.

 

Sing You Children

Auch hörenswert ist das von Gerald Nelson und Fred Burch geschriebene Sing You Children. Die Melodie erinnert an klassische Gospelsongs, im Text geht es um Jonas und Moses. Deshalb fand sich der Titel später auch auf der CAMDEN-LP You'll Never Walk Alone, die 1971 einige religiöse Aufnahmen des Kings zusammenfasste.

Ursprünglich sollte das Lied übrigens Sing You Sinners, Sing heißen, doch schlussendlich hielt man es wohl doch für unpassend, Elvis in einem leichtgewichtigen Unterhaltungsfilm den Sündern predigen zu lassen. Der King investierte recht viel Zeit in dieses Lied und spielte am 28. September 1966 zweiundzwanzig Takes davon ein.

 

Tonight Is So Right For Love

Nach seinem Armee-Dienst meldete sich Elvis im November 1960 mit G.I. Blues auf der Leinwand zurück. In der Kinohitparade erreichte der Streifen den zweiten Platz, der Soundtrack ging mehr als neun Millionen Mal über die Ladentheken. Das Drehbuch wurde für einen Laurel Award nominiert, die LP für einen Grammy. Insgesamt stellte G.I. Blues das bis dato erfolgreichste Projekt des Sängers dar.

Sid Wayne und Abner Silver nahmen sich die Barcarole aus Hoffmanns Erzählungen von Jeacques Offenbach vor und machten daraus Tonight Is So Right For Love. Am 27. April 1960 spielte Elvis zunächst sieben Takes dieses Liedes ein, bevor er entnervt aufgab und sich What's She Really Like und Frankfort Special widmete. Erst einige Stunden später kam er nochmal auf die Wayne/Silver-Komposition zurück und nahm weitere vier Takes auf. Den letzten davon erklärte er schließlich zum Master.

Allerdings gab es außerhalb der USA Probleme mit dem Copyright, weil Offenbachs Barcarole längst nicht überall in den Bereich des Public Domain fiel. Also bearbeiteten die beiden Autoren unter Mithilfe von Joseph Lilley auch noch die Geschichten Aus Dem Wienerwald von Johann Strauß (Sohn). Das Ergebnis wurde Tonight Is All Right For Love genannt und am 6. Mai 1960 aufgenommen. Diesmal spielte Elvis 17 Takes und zwei Workparts ein, den Master kombinierte man aus den Takes 10 und 2 (Workpart). Wie die beiden Titel schon vermuten lassen, ähneln sich die Lieder sehr.

In beiden Fällen versucht der Sänger seine Liebste zu verführen, indem er ihr von der ach so romantischen Nacht vorschwärmt.

So wie RCA Victor je nach lokalen Copyright-Bestimmungen mal Tonight Is So Right For Love, mal Tonight Is All Right For Love auf der LP veröffentlichte, ließ auch Paramount beide Songs vor identischer Kulisse filmen und inkludierte die jeweils rechtskonforme Version in die jeweiligen Schnittfassungen.  In den USA wurde Tonight Is All Right For Love übrigens erst 1974 auf der LP A Legendary Performer - Volume 1 veröffentlicht.

 

Frankfort Special

Hier freut sich der Sänger schon auf die deutsche Großstadt mit ähnlicher Schreibweise, wobei ihm insbesondere die weiblichen Einwohner am Herzen liegen.

Der flotte Song stammt aus der Feder von Sid Wayne und Sherman Edwards und war von Elvis am 27. April 1960 eingespielt worden. Weil er mit dem Ergebnis nicht zufrieden war, nahm er das Lied am 6. Mai noch einmal auf und benötigte dafür zehn Takes. Mit einigen Zwischenrufen der Jordanaires soll auch hier wieder deutsches Flair erzeugt werden. Zu meinen Favoriten gehört Frankfort Special nicht, für einen Filmschlager ist der Song aber OK.

 

Wooden Heart

Bereits 1827 wurde das deutsche Volkslied Muss I Denn, Muss I Denn Zum Städtele Hinaus von Friedrich Silcher adaptiert, 133 Jahre später nahmen sich Fred Wise, Ben Weisman, Kay Twomey und Bert Kaempfert das Lied erneut vor und machten daraus Wooden Heart. Elvis nahm den Titel am 28. April 1960 auf und benötigte dafür trotz der Strophe in deutscher Sprache nur vier Takes.

In Europa, Asien und Südafrika veröffentlichte RCA Victor das Lied auch auf einer Single und verkaufte davon allein in Deutschland mehr als zwei Millionen Kopien. In den USA ließ man sich leider die Butter vom Brot nehmen und überließ den Erfolg Joe Dowell, der mit seiner Version den ersten Platz der Hot 100 erreichte. Kurioserweise fand sich Elvis' Aufnahme später auf den B-Seiten der Singles Blue Christmas (1964) und Puppet On A String (1965). 1970 war Wooden Heart ebenfalls auf der 4-LP-Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1 zu hören.

 

G.I. Blues

Der Sänger beklagt hier auf humorvolle Weise sein Schicksal als ein in Deutschland stationierter US-Soldat. Dem Thema des Films entsprechend hat der Song einen militärischen Rhythmus und enthält auch einige deutsche Worte.

Geschrieben wurde das Lied von Sid Tepper und Roy C. Bennett, die Aufnahme fand am 27. April 1960 statt. Der Master stellt einen Zusammenschnitt aus Take 7 und Take 10 (Workpart) dar.

 

Blue Suede Shoes

Elvis den Rock'n'Roll-Klassiker bereits vier Jahre zuvor eingespielt, für den Film tat er dies am 28. April 1960 noch einmal. Hatte er es in den Golden Fifties bei dieser Nummer so richtig schön krachen lassen, klingt er hier vergleichsweise zahm und Blue Suede Shoes damit wieder mehr nach Country.

 

Doin' The Best I Can

Die Ballade stammt aus der Feder von Doc Pomus und Mort Shuman, die Aufnahme erfolgte am 27. April 1960 innerhalb von 13 Takes.

Ohne Frage handelt es sich nicht nur um das absolute Highlight des G.I. Blues-Soundtracks, sondern auch um einen der schönsten Filmschlager des Kings. Leider wird der Song heute allzu oft übersehen. 

 

A Dogs Life

Weiter geht es mit einem Lied aus dem Film Paradise, Hawaiian Style. Der 1966 aufgeführte Film war längst nicht so erfolgreich wie G.I. Blues. In der Kinohitparade landete er nur auf Platz 40 und auch das Album musste sich mit Rang 15 in den Billboard Charts zufriedengeben.

Bei dem Lied selbst handelt es sich um einen typischen Filmschlager. Rick (Elvis) fliegt in einem Hubschrauber die Hunde einer reichen Lady herum und macht sich singend Gedanken darüber, wie schön doch so ein Hundeleben auch für ihn wäre.

Die Musik wurde am 27. Juli 1965 binnen fünf Takes aufgenommen, Elvis' Gesang folgte am 1. August innerhalb von 9 Takes. Die Autoren heißen Sid Wayne und Ben Weisman.

 

Charro!

Der 1969 aufgeführte Western lief noch schlechter. Er brachte es in den Kino-Charts nur auf Rang 68, den Titelsong veröffentlichte RCA lediglich auf der B-Seite der Single Memories.

Das Lied selbst gefällt mir jedoch sehr gut. Der Western-Song wurde am 15. Oktober 1968 im Samuel Goldwyn Studio in Hollywood, Kalifornien aufgenommen. Für den Rhythm Track benötigten die Musiker fünf Anläufe, Elvis' Gesangspart wurde aus den Takes 5 und 9 zusammengesetzt. Zwischen dem 25. und 27. November folgten die Orchester-Overdubs. Im LP-Format war Charro!  erstmals auf dem CAMDEN-Album Almost In Love (1970) zu haben.

Geschrieben wurde das Lied von Billy Strange und Mac Davis, für das Arrangement des Orchesters zeichnete Hugo Montenegro verantwortlich.

 

Roustabout

Fünf Jahre vor Charro! sah die Welt für Elvis noch ungleich rosiger aus. Der Film Roustabout rangierte in der Jahresauswertung von Variety unter den Top30 und wurde für einen Laurel Award nominiert. Auch das zugehörige Album verkaufte sich prächtig und entwickelte sich zum Nummer 1-Hit.

Bei dem Titelsong handelt es sich um eine Komposition von Bill Giant, Bernie Baum und Florence Kaye. Das Lied war kurzfristig in Auftrag gegeben worden, weil der Filmproduzent Hal B. Wallis im Nachhinein Bedenken bezüglich des Textes von I'm A Roustabout, dem ursprünglichen Titellied des Films, geäußert hatte.

Lange Zeit galt die Nummer von Otis Blackwell und Winfiled Scott als verloren und vielfach wurde sogar die Vermutung geäußert, Elvis habe das Lied gar nicht aufgenommen. Tatsächlich hatte er es jedoch am 3. März 1964 innerhalb von sechs Takes eingespielt. Den endgültigen Beweis für die Existenz von I'm A Roustabout lieferte Winfield Scott, der fast 30 Jahre nach der Aufnahme Sony/BMG seine Azetat-Schallplatte zur Nutzung anbot. So fand der Song schließlich doch noch seinen Weg in die Öffentlichkeit und wurde im Jahr 2003 auf der CD 2nd To None herausgebracht.

Weil das Ersatzlied Roustabout erst später entstand, mussten zusätzliche Sessions anberaumt werden. Der Rhythm Track entstand am 29. Mai 1964.

Die Musiker waren mehr oder minder identisch, lediglich Bob Moore (Bass), DJ Fontana und Hal Blaine (Schlagzeug) sowie Floyd Kramer (Klavier) wurden durch Ray Siegel, Bernie Mattinson und Dudley Brooks ersetzt. Da auch The Jordanaires nicht verfügbar waren, buchte man The Mello Men (Thurl Ravenscroft, Bill Lee, Bill Cole und Max Smith).

Elvis sang am 14. Mai 1964 zu dem Playback. Den Master stellte man aus den Takes 11 (Rhythm Track) und 17 (Vocal Track) zusammen.

Der Sänger beschreibt sich hier als Herumtreiber, der von Stadt zu Stadt zieht und den nichts und niemand halten kann. Allerdings lässt er auch die Hoffnung anklingen, irgendwann seinen Platz gefunden zu haben und dieses rastlose Leben aufzugeben. Der Song plätschert angenehm vor sich hin und ist nett anzuhören.

 

Little Egypt

Das Lied stammt aus der Feder von Jerry Leiber und Mike Stoller und wurde 1961 erstmals von den Coasters aufgenommen. Am 2. März 1964 spielte Elvis 15 Takes des Songs ein und erklärte den letzten Durchlauf zum Master. Trotzdem entstanden am folgenden Tag sechs weitere Takes, die mit 16 bis 21 nummeriert wurden.

Während man bei der Schallplattenversion am ursprünglichen Master festhielt, wurde für den Film ein um zusätzliche Overdubs erweiterter Zusammenschnitt der Takes 15 und 21 benutzt.

In dem humorvollen Lied besucht der Interpret die erotische Tanzveranstaltung von besagter Little Egypt, erobert schließlich ihr Herz - und macht sie zur 7fachen (!) Mutter. Im Vergleich zum Original wirkt die Aufnahme des Kings gefälliger und trifft auch eher meinen persönlichen Geschmack.

Vier Jahre später erinnerte sich Elvis übrigens noch einmal dieses Liedes und nutzte Little Egypt auch in der TV-Show SINGER presents Elvis.

 

Poison Ivy League

Einmal mehr bekommen wir einen typischen Filmschlager zu hören, erneut geschrieben von Bill Giant, Bernie Baum und Florence Kaye.

Elvis macht sich hier über reiche Studenten lustig, die ihre Abschlüsse kaufen und später in Papas Firma groß rauskommen. In der entsprechenden Szene besteht das Publikum natürlich teilweise aus ebendieser Klientel, was im Folgenden zu einer Schlägerei führt. Die flotte Melodie und der witzige Text machen Poison Ivy League  zu einem mehr als gelungenen Movie Tune.

Aufgenommen wurde der Song am 2. März 1964, Elvis benötigte sieben Takes.

 

Girls! Girls! Girls!

Der Film Girls! Girls! Girls! kam Ende 1962 in die Kinos und wurde im Bereich Musical Or Comedy sogar für einen Golden Globe nominiert. Auch die zugehörige Single und das Album waren höchst erfolgreich und verkauften sich zusammengerechnet etwa 9,5 Millionen Mal.

Los geht es mit dem Titelsong des Films. Geschrieben wurde er von Jerry Leiber und Mike Stoller, die Aufnahme erfolgte am 27. März 1962 binnen drei Takes.

Der Sänger ist hier von derartig vielen Mädchen umgeben, dass er kaum noch an sich halten kann und nicht einmal mehr zum Essen kommt. Prinzipiell ist der Text recht witzig, wenn auch Zeilen wie "...and when I pick up a sandwich to munch, a chrunchy chrunchety a chrunchety chrunch" nicht gerade preisverdächtig wirken. Das Original spielten übrigens The Coasters im Jahre 1961 ein, kamen damit in der Hot 100 allerdings nicht über den 96. Platz hinaus.

Nach meinem Empfinden klingt Elvis' Version eindeutig gefälliger als die ursprüngliche Fassung und gehört unter den Movie Tunes sicherlich zu den hörenswerten Exemplaren.

 

Where Do You Come From

Die Ballade stammt von Ruth Batchelor und Bob Roberts und wurde von Elvis am 27. März 1962 aufgenommen. Vierzehn Takes benötigte der King, ehe er das romantische Lied zu seiner Zufriedenheit auf dem Band hatte.

Die Liebste erscheint dem Interpreten als so überwältigend und großartig, dass er sich ein solches Wesen nur als überirdische Existenz erklären kann. Trotz des kitschigen Textes gefällt mir diese ruhige, von Klavier und Gesang getragene Ballade sehr gut.

Bei RCA Victor dachte man wohl ähnlich und veröffentlichte das Lied bereits vorab auf der Single Return To Sender. Im Film selbst kommt dieses Lied übrigens gar nicht vor.

 

Return To Sender

Der flotte Popsong verkaufte sich schon als Single millionenfach und gehört zweifellos zu den besten Movie Tunes des Kings.

Der Sänger entschuldigt sich hier nach einem Streit zweimal schriftlich bei seiner Freundin, erhält den Brief aber jedesmal ungeöffnet wieder zurück. Danach will er die Sache selbst in die Hand nehmen und der Lady das Schriftstück persönlich überreichen - sollte er es jetzt wieder zurückbekommen, weiß er, woran er ist.

Geschrieben wurde der Song von Otis Blackwell und Winfield Scott, die Aufnahme erfolgte am 27. März 1962 in nur zwei Takes.

 

Follow That Dream

Das Album Endet mit zwei Songs vom Soundtrack der Musik-Komödie Follow That Dream, die im Frühjahr 1962 in die Kinos kam. Der Streifen enthielt recht wenige Lieder und konnte wohl auch deshalb nicht mit den erfolgen der typischen Presley-Musicals konkurrieren.

Das Titel-Lied stammt aus der Feder von Fred Wise und Ben Weisman und wurde von Elvis binnen sechs Takes aufgenommen. Die Botschaft, man solle unbedingt seinem Traum folgen, wird in eine flotte Pop-Melodie verpackt und von Elvis mit Begeisterung gesungen. Das Lied verbreitet einfach gute Laune und gehört daher für mich zu den besten Movie Tunes des Kings.

1971 brachte CAMDEN Follow That Dream  auf der LP C'mon Everybody heraus.

 

Angel

Die Ballade wurde von Sid Tepper und Roy C. Bennett verfasst, Elvis benötigte zur Aufnahme sieben Takes. Diese wunderbar gesungene Liebeserklärung gefällt mir ebenfalls sehr gut und wäre auch ohne den zugehörigen Spielfilm sicherlich nicht chancenlos gewesen.

Auch Angel  fand sich 1971 auf dem Album C'mon Everybody.

 

Fazit & Bewertung

Zusammen mit der ansprechenden Verpackung und den informativen Liner Notes bietet das Doppel-Album einen guten Einblick in die Kino-Musicals des Kings.

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte am Cover bei BMG.