Easy Come, Easy Go

 

Vier Dekaden nach der Veröffentlichung des Soundtracks zum Film Easy Come, Easy Go bringt Follow That Dream Records eine Classic Album-Ausgabe der EP auf den Markt.

Für das Mastering der Aufnahmen zeichnen Lene Reidel, Vic Anesini und Sebastian Jeansson verantwortlich. Seinerzeit bestand das Management von Paramount darauf, dass Elvis die Songs nicht in einem Studio, sondern auf der hauseigenen Tonbühne einspielte. Durch den riesigen Raum lag ein Echo über den Aufnahmen, zudem ergab sich ein gewisses Grundrauschen und ein vergleichsweise blecherner Klang. Durch das neuerliche Mastering und die damit verbundene sauberere Tonqualität treten diese Probleme auf der hier betrachteten CD deutlicher zutage, als auf den vorangegangenen Veröffentlichungen.

Auf der CD sind zunächst die Songs in der Reihenfolge der Originalveröffentlichung zu hören. Danach folgt der ebenfalls für Easy Come, Easy Go aufgenommene Song She's A Machine, der schlussendlich zwei Jahre später auf dem Budget Album Singer Presents Elvis Singing "Flaming Star" & Others auf den Markt gebracht wurde. Es folgen zwölf Outtakes und zwei Instrumental-Tracks.

Wie üblich befasse ich mich hier lediglich mit jenen Aufnahmen, die auf der Original-EP nicht zu hören sind.

Informationen zur RCA-EP von 1967 findet ihr hier.

 

Bonus Song

She's A Machine

Am 29. September 1966 entstand auf der Paramount Scoring Stage in Hollywood, Kalifornien der Song She's A Machine. Der 13. Take war für den Film Easy Come, Easy Go vorgesehen, Versuch Nummer 15 sollte auf dem Soundtrack zu hören sein. Da sich Elvis jedoch mit der Komposition von Joy Byers so gar nicht anfreunden konnte, verzichtete Paramount auf die Nutzung und auch RCA Victor beließ die Aufnahme im Archiv.

Kurioserweise änderte der King später offenbar seine Meinung und winkte She's A Machine für das Budget-Album SINGER Presents Elvis Singing "Flaming Star" & Others durch.

 

 

Die Outtakes

The Love Machine (Takes 1-3)

Die Nummer wird angesagt, es sind Übungen der Musiker zu hören. Doch es hilft alles nichts, die Jungs sind beim Start nicht synchron und es muss nach wenigen Sekunden abgebrochen werden. Elvis kommentiert "OK, one more chance at it".

Beim zweiten Anlauf unterbricht die Regie nach der ersten gesungenen Zeile. Elvis fragt erstaunt "What happened?", worauf man ihm erklärt, dass es ein Problem mit den Blechbläsern gegeben habe.

Take 3 geht durch, aber weder die Instrumentierung, noch die Phrasierungen des Kings klingen ausgereift. Da liegt eindeutig noch Arbeit vor Elvis und seiner Crew.

 

Sing You Children (Take 1)

Der erste Take wird langsamer gespielt als die später veröffentlichte Version, wodurch der Pseudo-Gospel ein wenig lendenlahm wirkt. Offenbar wurde später auch am Arrangement des Chors noch gearbeitet. Elvis selbst ist sich auch noch nicht überall sicher, wie er den Text auf die Zählzeiten verteilen soll.

 

She's A Machine (Takes 5-7)

Beim fünften Take beginnt Elvis gar nicht mit dem Gesang. Offenbar hat er ein Störgeräusch auf seinem Kopfhörer.

Take 6 wird ebenfalls nach wenigen Sekunden abgebrochen, weil sich der King beim Intro verhaspelt. Die Tonregie wertet dies allerdings als Fehlstart und man beginnt nochmal von vorn. Aber auch jetzt kommt Elvis schnell vom Text ab.

Auch beim siebten Anlauf bereitet es dem King große Probleme, in den Song hineinzufinden. Nach mehreren Versuchen gelingt es ihm dann aber doch und wir hören einen durchgehenden Take. Dieser ist noch etwas anders arrangiert als die bekannte Fassung von der Schallplatte, funktioniert im Ganzen aber sehr gut.

 

Easy Come, Easy Go (Take 10)

Beim zehnten Durchlauf haben Elvis & Co. den Titelsong des Spielfilms schon voll im Griff. Jetzt ging es nur noch um winzige Details.

 

The Love Machine (Takes 4, 5 & 11)

Offenbar ist der King mit seiner ersten Zeile unzufrieden und befielt "Hold on, one more". Beim zweiten Anlauf verspielt sich die Band, dann improvisiert Elvis eine kleine Blues-Einlage. Auch beim fünften Take funktioniert der Einstieg nicht, schlussendlich muss der King lachen und man beendet das Unterfangen. Anlauf Nummer 11 geht zwar durch, doch hat Elvis einen Frosch im Hals und auch den Musikern gelingt nicht alles 100%ig.

 

I'll Take Love (Takes 1 & 2)

Zunächst ist dem King das Intro zu langsam. Infolgedessen wird es mehrfach geprobt. Take 2 geht durch und scheint niemanden vor größere Herausforderungen zu stellen. Am Ende spielen die Musiker den Song als Gag kurz im jazzigen Stil an.

 

She's A Machine (Take 10)

Der zehnte Take klingt etwas bluesiger als die schlussendlich veröffentlichte Fassung.

 

Sing You Children (Takes 18 & 19)

Beim 18. Take scheitert Elvis zunächst am Intro, der zweite Anlauf wird ebenfalls nicht alt. Durchlauf Nummer 19 funktioniert wie geplant und wird von A bis Z durchgespielt.

 

Yoga Is As Yoga Does (Takes 5 & 6)

Der Take wird angesagt, die Musiker klimpern ein wenig vor sich hin. Dann geht es los, doch Elvis kommt über die erste Zeile nicht hinaus und kommentiert den Vorgang mit einem vernehmbaren "Shit!"

Beim nächsten Versuch läuft es besser und das Lied geht vollständig durch. Man spielt es allerdings noch etwas langsamer als bei der später veröffentlichten Fassung. Zudem erlaubt sich Elvis einen Timing-Fehler, weshalb er am Schluss singt "Or you're blown your cool".

 

The Love Machine (Takes 13 & 14)

Beim 13. Versuch kommt Elvis nach einer guten Minute aus dem Tritt und singt "She may be tall, she may be wide, she may be ducky". Insgesamt hinterlässt der Meister einen etwas genervten Eindruck.

Take 14 geht durch, hier und dort gelingt Elvis die Betonung aber noch nicht perfekt. Ob ihm der Song gefällt oder nicht, er muss nochmal ran.

 

She's A Machine (Take 13 - Movie Master)

Dieser Take war seinerzeit für den Film vorgesehen, wurde schlussendlich aber doch nicht benutzt und landete im Archiv. Erstmals veröffentlicht wurde er auf der CD Elvis Double Features: Easy Come, Easy Go / Speedway.

 

I'll Take Love (Take 2b)

Der dritte Durchlauf wurde versehentlich ebenfalls als Take 2 bezeichnet, daher machte man später den Take 2b daraus.

 

You Gotta Stop (Instrumental, Take 6)

Hier spielte Elvis das Lied nicht zusammen mit den Musikern live im Studio ein, sondern sang über einen vorgefertigten Music Track.

 

Leave My Woman Alone (Instrumental, Take 5)

Das Lied stammt aus der Feder von Ray Charles und hätte von Elvis im Film gesungen werden sollen. Schlussendlich entschied man sich aber dagegen, so dass der King gar nicht erst zu der Musikaufnahme sang.

 

Fazit & Bewertung

Ohne Frage hat Follow That Dream Records das Ultimo aus dem Easy Come, Easy Go-Soundtrack herausgeholt.

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte am Album-Cover bei Follow That Dream Records.