Elvis' Gold Records - Volume 4

 

Ende 2016 bringt FTD eine Classic Album-Ausgabe von Elvis' Gold Records - Volume 4 auf den Markt. Neben den Songs der Original-LP sind hier auch Bonus Tracks und Outtakes zu hören. Außerdem enthält das Set die Mono-Version der LP.

Die Stereo-Aufnahmen wurden von Sebastian Jeansson bearbeitet, bei der Mono-Ausgabe des Albums sorgte Vic Anesini für den guten Sound.

Nachfolgend stelle ich jene Tracks vor, die nicht auf der Original-LP zu hören sind.

Informationen zum RCA-Album von 1968 findet ihr hier.

 

 

Bonus Songs

Wild In The Country

Im Mai 1961 fand sich das Lied auf der B-Seite der Single I Feel So Bad  und konnte sich eigenständig in der Hot100 platzieren (Rang 26). 1971 wurde das Lied auf der 4-LP-Box The Other Sides - Worldwide Gold Award Hits Volume 2 erneut auf den Markt gebracht.

Die Ballade stellte den Titelsong zu Elvis' gleichnamigem Spielfilm dar und wurde von Hugo Peretti, Luigi Creatore und George Weiss geschrieben. Aufgenommen wurde der Song am 7. November 1960 bei Radio Recorders in Hollywood, Kalifornien. Im Gegensatz zum sehr schnell eingespielten I Feel So Bad  benötigte Elvis für Wild In The Country 19 Takes.

Dieser langsame Titel gefällt mir ausgesprochen gut und zählt für mich zu den schönsten Movie Tunes des Kings.

 

Viva Las Vegas

RCA brachte Viva Las Vegas im April 1964 auf den Markt. In den Billboard Charts platzierte sich der Song auf Rang 29 und wurde von der B-Seite What'd I Say überholt, die es bis zum 21. Platz schaffte. Deshalb veröffentlichte RCA Victor auch diesen Song auf Elvis' Gold Records - Volume 4 und ließ Viva Las Vegas außen vor. Erst zwei Jahre später konnten die Fans das Lied auch im LP-Format kaufen (auf der Box Worldwide 50 Gold Award Hits - Volume 1).

Bereits am 10. Juli 1963 versuchten sich Elvis und seine Studio-Band an Viva Las Vegas, gaben aber nach einem Take auf und setzten ihre Bemühungen am folgenden Tag fort. Mit einem leicht veränderten Arrangement folgten weitere sechs Versuche, von denen der letzte zum Master erklärt wurde. Weil der Produzent die Nummerierung vom Vortag fortsetzte, handelt es sich offiziell um Take 7.

Die Autoren von Viva Las Vegas heißen Doc Pomus und Mort Shuman und es verwundert nur wenig, dass dieser großartige Popsong über die Jahre zur inoffiziellen Hymne der Spielerstadt in der Wüste Nevadas avancierte.

 

I'm Yours

Eigentlich handelt es sich hier um einen Track von der im Sommer 1962 veröffentlichten LP Pot Luck With Elvis. Drei Jahre später nutzte Allied Artists die Ballade allerdings für den Film Tickle Me, so dass RCA Victor auf den Zug aufsprang und das Lied zusammen mit (It's A) Long, Lonely Highway  auf einer Single veröffentlichte. Obwohl das Lied bereits bekannt war, erreichte die Single die Plätze 11 (Hot 100) und 1 (Easy Listening) und verkaufte sich mehr als eine Million Mal.

Die Ballade wurde am 26. Juni 1961 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee aufgenommen. Zunächst spielte Elvis sechs Takes des Songs ein, danach folgten zwei Workpart-Takes sowie sechs Takes des Harmonie-Gesangs und der gesprochenen Passage. Die Grundlage des Masters bildete ein Zusammenschnitt der Durchläufe 6 und 2 (Workpart), den man mit den nachträglich aufgenommenen Takes 5 (gesprochener Teil) und 6 (Harmonie-Gesang) kombinierte.

Der King verspricht hier die ewige Liebe und klingt dabei einfach umwerfend romantisch.

Für die Single nutzte RCA Victor übrigens einen alternativen Master, auf dem der Harmonie-Gesang und die gesprochene Passage fehlen.

Geschrieben wurde I'm Yours von Don Robertson, dem Elvis auch so manch andere großartige Ballade verdankte.

 

Come What May

Im Sommer 1966 veröffentlichte RCA Victor die Single Come What May / Love Letters. Fans, Presse und Radiostationen konzentrierten sich allerdings ausschließlich auf die B-Seite, so dass nur Love Letters in den Hitparaden notiert und später von RCA auf der LP Elvis' Gold Records - Volume 4 veröffentlicht wurde.

In Come What May verspricht der Sänger seiner Liebsten die Treue - komme, was wolle. Erneut wurde das Lied nicht speziell für Elvis geschrieben, sondern von diesem nur adaptiert. Das Original sang Al Casey im Jahre 1957, Elvis' Favorit dürfte allerdings die wenig später entstandene Aufnahme von Clyde McPhatter gewesen sein. Der King spielte seine Version von Come What May am 28. Mai 1966 im RCA Studio B in Nashville, Tennessee ein und benötigte dafür acht Takes.

Elvis und seine Mannen lassen sich hier ein wenig gehen und liefern eine sehr lockere, fast schon ausgelassene Performance ab. Auch diese Aufnahme gefällt mir sehr gut, denn der Spaß, den die Beteiligten hier offenbar hatten, überträgt sich wunderbar auf den Zuhörer.

Geschrieben wurde Come What May  übrigens von Franklin Tableporter.

 

Fools Fall In Love

Dieser Song erschien im Januar 1967 als B-Seite der Single Indescribably Blue. Im LP-Format war Fools Fall In Love erstmals 1971 auf dem CAMDEN-Album I Got Lucky zu haben.

Die Uptempo-Nummer stammt aus der Feder von Jerry Leiber und Mike Stoller und wurde erstmals 1956 von den Drifters veröffentlicht. Elvis nahm Fools Fall In Love am 28. Mai 1966 auf und benötigte dafür fünf Takes.

Er klingt dabei sehr ausgelassen und auch die Band sprüht nur so vor Spielfreude. Man hört den Beteiligten einfach an, dass ihnen diese Art von Musik viel Spaß macht.

Der Sänger vertritt hier die Auffassung, dass sich nur Trottel leicht verlieben - und er neuerdings dazugehört.

 

 

Outtakes

Lonely Man (Take 3)

Der Take wird angesagt, dann wird eingezählt und es geht los. Grundsätzlich ist der Song hier dem Master schon sehr ähnlich. Allerdings singt Elvis noch etwas verhaltener und die Nummer wird einen Tick langsamer gespielt.

 

A Mess Of Blues (Splice Of Takes 4 & 3)

Hier wollten Ernst Jorgensen & sein Team lediglich die CD auffüllen. Ansonsten sehe ich nämlich keinen Grund dafür, irgendwelche Fehlstarts und Outtakes zusammenzuschneiden und als neuen Track zu verkaufen. Das Ergebnis ist nett anzuhören, der Schluss misslingt und Elvis singt "Since you've gone I got a mess of...bullshit".

 

Just Tell Her Jim Said Hello (Take 3)

Der dritte Take weist nur in winzigen Details Abweichungen zum Master auf.

 

Kiss Me Quick (Takes 8 & 9)

Beim achten Take hat Elvis hier und dort leichte Probleme mit dem Timing. Als sich nach etwa 40 Sekunden auch noch jemand verspielt, wird das Unterfangen schließlich abgebrochen.

Der neunte Versuch geht durch. Beim rhythmischen Teil spielen die Musiker noch hörbar anders als beim späteren Master und auch Elvis' Phrasierung weicht in Details von der bekannten Fassung ab.

 

Suspicion (Splice Of Takes 4 & 5)

Hier hören wir die zweite Bastelarbeit zum Füllen der CD.

 

Gonna Get Back Home Somehow (Take 4)

Beim vierten Anlauf klingt Elvis noch ein wenig zahmer als beim späteren Master. Prinzipiell hat er die Nummer aber schon gut im Griff.

 

What'd I Say (Splice Of Takes 3 & 4)

Elvis singt vor sich hin, im Hintergrund üben die Musiker. Dann wird der Take angesagt und es geht los. Zu hören bekommen wir hier den dritten künstlich produzierten Take dieser CD und damit nicht mehr als reines Füllmaterial.

 

CD 2 - Original Monaural Album

Auf der zweiten CD bekommen wir die Mono-Ausgabe der LP zu hören.

 

Fazit & Bewertung

Auch dieses Klassik Album ist schick verpackt und hört sich toll an. Die vielen zusammengebastelten Takes wären jedoch verzichtbar gewesen.

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte am Album-Cover bei Follow That Dream Records.