Clambake

 

Mit Clambake bringt Follow That Dream Records im Jahr 2006 eine weitere Classic Album-Ausgabe eines Soundtracks aus den 1960ern auf den Markt.

Das Mastering der Aufnahmen und der Mix der Outtakes geht auf das Konto von Lene Reidel. Kurioserweise liegt über einigen Outtakes ein starkes Echo. Hier kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich um einen beim Mix hinzugefügten Effekt handelt. Mir persönlich gefällt das nicht.

Nachfolgend stelle ich jene Tracks vor, die sich exklusiv auf dieser Sammler-Ausgabe befinden. 

Informationen zum RCA-Album von 1967 findet ihr hier.

 

Additional Movie Masters

You Don't Know Me (Take 20)

Hier bekommen wir nun die Aufnahme vom 21. Februar zu hören, die Elvis (für die Schallplattenveröffentlichung) wieder verwarf. Diese erste Fassung ist etwas sparsamer arrangiert. Sie ist nicht schlecht, aber die zweite Version ist fraglos gelungener.

 

Clambake - Reprise (Take 4)

Nur zur Begleitung einer Gitarre und mit bluesigem Einschlag singt Elvis "Look for the brightest lights in town, that's where you find me hangin' round".

 

 

The Outtakes

Clambake (Take 3B)

Da Elvis zu einem vorab eingespielten Playback sang, klingt die Musik bei den Outtakes natürlich immer gleich. Prinzipiell funktioniert der Take gut, lediglich am Ende gerät Elvis aus der Spur und muss über seinen Fehler lachen.

 

How Can You Loose What You Never Had (Takes 1 & 2)

Wir hören Gespräche und einen lachenden Elvis, im Hintergrund übt der Orgelspieler das Intro. Es fällt auf, dass der Song hier langsamer gespielt wird, als bei der schlussendlich veröffentlichten Fassung. Nach etwa einer halben Minute muss der King abermals lachen und bricht ab.

Der zweite Take geht vollständig durch, hier und dort hat Elvis allerdings noch mit dem Timing zu kämpfen.

 

You Don't Know Me (Film Version, Take 3)

Die Ballade wird hier ebenfalls einen Hauch langsamer gespielt. Wie bei How Can You Loose What You Never Had, so hat der King auch hier noch Probleme mit dem Timing und muss noch in den Song hineinfinden.

 

Hey Hey Hey (Takes 3, 5 & 6)

Grundsätzlich funktioniert der dritte Take schon recht gut, doch dann kommt Elvis zu dem Wort "Blako-oxy-tonic-phosphate" und verhaspelt sich maßlos. Er macht einen Gag daraus und sorgt für allgemeine Erheiterung.

Beim fünften Versuch kommt der King erst gar nicht zu dem Killer-Wort, sondern bringt "hammer" und "sandpaper" durcheinander und singt "hampaper".

Take 6 geht schließlich durch.

 

The Girl I Never Loved (Takes 4 & 5)

Elvis übt mit dem Chor das Ende des Songs und singt auch kurz die R&B-Nummer Down In The Alley an. Take 4 kommt über wenige Takte nicht hinaus, der fünfte Durchlauf kann sich allerdings schon hören lassen. Lediglich das Finale klingt noch etwas stockend.

 

Clambake (Takes 1 & 5)

Bei Take 1 muss Elvis während der ersten Strophe lachen, was zum Abbruch führt.

Der fünfte Versuch läuft durch, hier und dort betont Elvis noch etwas anders und ist auch nicht immer 100%ig im Timing. Dafür klingt er etwas lebhafter als beim Master-Take.

 

A House That Has Everything (Takes 4, 5 & 6)

Elvis übt den Refrain, auch die Musiker proben im Hintergrund.

Take 4 scheitert bereits am Intro, der fünfte Durchlauf wird aus der Tonregie abgebrochen, weil Elvis und die Band in die falsche Tonart gerutscht sind.

Der sechste Take gelingt und klingt dem Master schon recht ähnlich.

 

You Don't Know Me (Movie Version, Takes 7 & 10)

Hier erlaubt sich Elvis zunächst einen kleinen Scherz und setzt die Zeile "And anyone could tell..."  mit "..you can go to hell" fort. Beim zehnten Take bleibt der King ernst, aber hier und dort hat er noch Probleme, den Text korrekt auf die Zählzeiten zu verteilen.

 

How Can You Loose What You Never Had (Take 3)

Prinzipiell klingt diese Aufnahme dem Master recht ähnlich. Elvis selbst wirkt auf mich allerdings einen Hauch engagierter, weshalb ich diesen Take vorziehen würde.

 

Hey Hey Hey (Takes 7 & 8)

Beim siebten Durchlauf gibt Elvis bei der Zeile "We got a magic potion that will help us win" ein bisschen zu viel Gas, wenige Sekunden später scheitert er abermals an dem Wort "Blako-oxy-tonic-phosphate" und macht "Blako-what-the fuck..." daraus, bevor er mit einem verärgerten "Goddamn!" abbricht.

Jetzt singt der King die "magic potion"-Zeile wieder normal, das Wort "Blako-oxy-tonic-phosphate" gelingt ihm eher rudimentär.

 

Clambake (Reprise, Takes 1-3)

Die CD endet mit der bluesigen Reprise-Version von Clambake.

Zunächst singt Elvis "Well, I went down to New Orleans, thought I'd find myself a girl there". Insgesamt wirkt der King bestens gelaunt und albert ein wenig herum.

 

Fazit & Bewertung

Der Inhalt ist interessant, Aufmachung und Tonqualität sind in Ordnung. Das künstlich wirkende Echo bei einigen Outtakes trübt jedoch das Hörvergnügen.

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte am Album-Cover bei Follow That Dream Records.