Elvis In Vegas: Dezember 1975

Das Pre-Holiday Jubilee  lief vom 2. bis zum 15. Dezember und beinhaltete 16 Auftritte. Jeden Tag stand Elvis ab 22:15 Uhr auf der Bühne, am Samstag gab es jeweils eine Show um 20:00 Uhr und 24:00 Uhr.

Die Eintrittskarten kosteten $22,50 zzgl. Steuern und Abgaben, Elvis selbst erhielt vom Hotel eine Zahlung von $263.142,85. Nach Abzug aller Kosten verblieben ihm davon etwa $180.000, ein Drittel davon bekam sein Manager.

 

Musiker

James Burton (Gitarre), John Wilkinson (Gitarre), Charlie Hodge (Gitarre und Harmonie-Gesang), Ronnie Tutt (Schlagzeug), Jerry Scheff (Bass), Glen D. Hardin (Klavier) The Sweet Inspirations (Myrna Smith, Sylvia Shemwell & Estelle Brown, Hintergrundgesang), JD Sumner & The Stamps(Bill Baize, Ed Enoch, Ed Hill & Larry Strickland, Hintergrundgesang), Kathy Westmoreland (Hintergrundgesang) und Sherrill Nielsen (Hintergrundgesang).

 

Ablauf & Ereignisse

Die Dezember-Termine waren angesetzt worden, nachdem der King das Elvis Summer Festival 1975  im August nach nur fünf Auftritten abgebrochen hatte.

Offiziell geschah dies aufgrund chronischer Übermüdung, tatsächlich diagnostizierten die Ärzte jedoch eine handfeste Depression sowie eine Fettleber und chronische Darmprobleme. Es ist zu vermuten, dass der jahrelange Missbrauch starker Medikamente nicht unerheblich zu diesen Problemen beigetragen hatte.

Nach einem Krankenhausaufenthalt -inklusive eines neuerlichen Entzugsversuchs- bekam Elvis nun rund um die Uhr eine Krankenschwester zur Seite gestellt. Diese sollte seinen Zustand überwachen und ihm die Medikamente nach der Vorgabe von Dr. Nichopoulos zuteilen.

Offenbar hatte der Arzt inzwischen erkannt, dass sein Patient zu einer Änderung seiner Gewohnheiten nicht bereit war und wollte die Situation zumindest überwachen. Den Schwestern-Dienst teilten sich Marion Cocke, Kathy Seamon und Tish Henley.

Zwar nahm Elvis deutlich an Gewicht zu, wirkte ansonsten aber gesünder als vor seinem Krankenhausaufenthalt.

Um das Erreichte nicht zu gefährden, bestand Dr Nichopolus darauf, die Arbeitsbelastung des Kings zu reduzieren und ihn künftig nur einmal am Tag auftreten zu lassen.

Am 27. November flog Elvis nach Las Vegas, wo zwei Tage später die Vorbereitungen auf das Gastspiel begannen.

Obwohl Elvis im Vorfeld des Gastspiels seiner Schallplattenfirma eine Hybrid-LP mit Studio- und Live-Aufnahmen in Aussicht gestellt hatte, ergänzte er sein Bühnenprogramm nur um einen einzigen Song. Aufgrund des bevorstehenden 200jährigen Jubiläums der USA wollte er America The Beautiful, die inoffizielle Nationalhymne der Vereinigten Staaten, singen. Von der im Vorjahr ins Repertoire genommenen Ballade Softly, As I Leave You  gab es ebenfalls noch keine Schallplattenaufnahme von ihm, davon abgesehen beschränkte sich Elvis jedoch auf seine altbekannten Lieder.

Zwar hatte er einige davon schon länger nicht mehr live gesungen, zum Füllen einer LP-Seite reichten diese Veränderungen jedoch kaum aus. Bei RCA sah man das wohl ähnlich und verzichtete auf professionelle Mehrspuraufnahmen.

An den letzten Tagen des Gastspiels ließ der Produzent Felton Jarvis aber immerhin ein Reel-to-Reel Tape mitlaufen und zeichnete auf diese Weise einige der Konzerte auf. Nach dem Tod des Kings würde RCA die Mitschnitte von America The Beautiful  und Softly As I Leave You  für die B-Seiten der Singles My Way  (1977) und Unchained Melody  (1978) verwenden.

Trotz seiner Gewichtszunahme griff der King auch im Dezember auf eine Reihe von Bühnenanzügen zurück, die er bereits im Sommer getragen hatte. Zu einigen dieser Outfits hatte er jedoch neue Gürtel herstellen lassen, die seinem gewachsenen Leibesumfang Rechnung trugen. Zu den weiter genutzten Jumpsuits gehörten der Indian Chief Suit, der Chicken Rib Suit, der Eskimo Totem Pole Suit sowie einige der Phoenix Suits.

Neu im Kleiderschrank waren der V-Neck Suit, der Rainfall Suit, der White Egyptian Bird Suit  und der Blue Egyptian Bird Suit. Besonders die beiden letztgenannten Anzüge würde Elvis auch im kommenden Jahr häufig tragen und sogar ganze Tourneen ausschließlich mit diesen Kostümen bestreiten.

Musikalisch deckte Elvis in den Konzerten seine gesamte Karriere ab. Zu den Highlights gehörten Trying To Get To You  (1955), One Night (1958), It's Now Or Never  (1960), How Great Thou Art  (1967), Just Pretend (1970), Burning Love  (1972) und And I Love You So  (von der aktuellen LP Today). Altgediente Hits wie All Shook Up  oder Hound Dog  nuschelte er sich hingegen nur noch lieblos zusammen, bei einigen schnellen Songs hatte man den Eindruck, der King sei mit dem Tempo ein wenig überfordert.

Zudem klang er zu Beginn einiger Auftritte recht schläfrig, was vermutlich auf die Wirkung der zahlreich konsumierten Schmerz- und Beruhigungsmittel zurückzuführen war.

Im Ganzen konnten die Auftritte als solide bezeichnet werden und fanden auch bei Fans und Presse Anklang. Dies lag unter anderem auch an seiner prinzipiell guten stimmlichen Verfassung, mit der er die negativen Aspekte seiner Show noch immer auszugleichen wusste.

 

Tonaufnahmen

 

 

Filmaufnahmen

Das Finale des Eröffnungskonzertes am 2. Dezember 1975