Elvis In Vegas: August / September 1974

Das Elvis Summer Festival 1974  lief vom 19. August bis zum 2. September und beinhaltete 27 Auftritte.

Die Konzerte am 26. August wurden allerdings ohne offizielle Begründung abgesagt. Sicherheitshalber ließ das Hotelmanagement den Komiker Bill Cosby einfliegen, der vom nächsten Abend an das Unterhaltungsprogramm im Showroom Internationale hätte übernehmen können.

 

Musiker

James Burton (Gitarre), Charlie Hodge (Gitarre und Harmonie-Gesang), John Wilkinson (Gitarre), Duke Bardwell (Bass), Glen D. Hardin (Klavier), Ronnie Tutt (Schlagzeug), Joe Guercio Orchestra, The Sweet Inspirations (Myrna Smith, Estelle Brown & Sylvia Shemwell, Hintergrundgesang), J.D. Sumner & The Stamps (Bill Baize, Ed Enoch & Ed Hill, Hintergrundgesang), Voice (Donnie Sumner, Tim Baty & Sherrill Nielsen, Hintergrundgesang) sowie Kathy Westmoreland (Hintergrundgesang)-

 

Ablauf & Ereignisse

Am 12. August flog der King nach Los Angeles, wo zwei Tage später im RCA Studio die Vorbereitungen auf das Elvis Summer Festival 1974  beginnen sollten. Drei Tage lang feilte Elvis mit seiner Band am neuen Programm und auch die Gruppe Voice war anwesend, um den Hintergrundgesang einzuüben.

Während der kommenden Saison wollte der King ein neues Show-Konzept präsentieren, das sich nicht auf die großen Erfolge der Vergangenheit stützte, sondern ihn als aktuellen Künstler zeigte.

Auch seiner Bühnenkleidung verpasste er ein Update. Neben den neuen Jumpsuits der letzten Monate (Blue Swirl Suit, Peacock Suit, American Eagle Suit, Turquoise Phoenix Suit  und Inca Gold Leaf Suit) trug Elvis jetzt auch zweiteilige Lederkostüme, die einem Anzug nachempfunden waren, den er von seiner Cousine Bobby Jane Wrenn bekommen hatte.

Die Presley-Varianten waren aufwendiger designt, hatten Ziernähte und waren mit Motiven besticket oder bemalt. Die Namen dieser Anzüge lauten Leather Two-Piece Sequin Suit, Leather Two-Piece Native Flower Suit, Leather Two-Piece Emperor Suit und Leather Two-Piece Wine Glass Suit. Den Originalanzug trug Elvis ebenfalls auf der Bühne, er ist heute als Leather Two-Piece Suit Plain bekannt.

Als sich das Gastspiel seinem Ende näherte, bekam Elvis mit dem Mad Tiger Suit  und dem Chinese Dragon Suit  zwei neue Jumpsuits geliefert, die er ebenfalls auf der Bühne trug.

Am Eröffnungsabend präsentierte Elvis ein neues Show-Format und erntete dafür von der Presse großen Beifall. Er selbst schien jedoch anderer Ansicht zu sein, denn vom nächsten Tag an kam wieder das alte Konzept zum Einsatz. Einen Teil der neuen Songs behielt der King allerdings weiterhin im Programm, zudem reaktivierte er einige Konzert-Highlights der vorangegangenen Spielzeiten.

Die ersten Shows zeigten Elvis in guter Verfassung. Er war bei guter Stimme, scherzte mit dem Publikum und bot eine ansprechende Mischung aus alten und neuen Songs. Nach der mysteriösen Absage der Shows am 26. August begannen die Dinge jedoch schiefzulaufen. Seine Monologe wurden immer länger und bizarrer, zudem sprach er nun ausgiebig über den Karatesport und hielt sogar Kampfsport-Demonstrationen ab.

Auch abseits der Bühne sorgte er für Aufsehen, als er eine der ihm verhassten Putten im Showroom mit einigen Kumpels heimlich schwarz anmalte. Schnell machten Gerüchte die Runde, der Sänger sei heroinabhängig.

Die Abschlussvorstellung am 2. September war dann auch nicht dazu angetan, diese Geschichten zu entkräften. Elvis präsentierte sich vollkommen aufgedreht, verlor sich in endlos erscheinenden, teils peinlichen Monologen und drohte schließlich, dem Urheber der Drogengerüchte die Zunge aus dem Mund zu reißen.

Wie wir heute wissen, hatte der King sein medikamentöses Repertoire um flüssiges Kokain erweitert. Er wirkte wie getrieben und schien sich kaum noch unter Kontrolle zu haben. Auch körperlich veränderte er sich stark und setzte im Rekordtempo Gewicht an.

Die nachfolgende Tournee und das Mini-Gastspiel in Stateline brachte Elvis mehr schlecht als recht über die Bühne, danach wurden keine weiteren Termine angenommen.

Die Produktion des Karatefilms The New Gladiators  stellte man ein, für den Winter angedachte Schallplattenaufnahmen wurden auf das kommende Jahr verschoben. Selbst das für den Januar 1975 geplante Las Vegas-Gastspiel wurde um zwei Monate nach hinten verlegt.

Auch dem arglosesten Beobachter wurde langsam klar, dass Elvis in Schwierigkeiten steckte.

 

Tonaufnahmen

 

Filmaufnahmen

Dinner Show am 29. August 1974

 

Dinner Show am 2. September 1974