Elvis In Vegas: Januar / Februar 1973

Keine zwei Wochen nach dem TV-Konzert Aloha From Hawaii Via Satellite  stand Elvis bereits wieder in Las Vegas auf der Bühne.

Vom 26. Januar bis zum 23. Februar 1973 war er für 57 Auftritte im Hilton Hotel gebucht, nach einer einzelnen Show am Eröffnungsabend sollte er zweimal täglich auftreten.

 

Musiker

James Burton (Gitarre), Charlie Hodge (Gitarre und Harmonie-Gesang), John Wilkinson (Gitarre), Jerry Scheff (Bass), Glen D. Hardin (Klavier), Ronnie Tutt (Schlagzeug), Joe Guercio Orchestra, The Sweet Inspirations (Myrna Smith, Estelle Brown & Sylvia Shemwell, Hintergrundgesang), J.D. Sumner & The Stamps (Donnie Sumner, Bill Baize, Ed Enoch & Ed Widemanl, Hintergrundgesang) sowie Kathy Westmoreland (Hintergrundgesang)-

 

Ablauf & Ereignisse

Kleidungstechnisch griff Elvis auf die Anzüge der letzten Monate zurück, mit dem Pharaoh Suit & Yellow Cape, dem Orange Sunburst Suit & Orange Cape, dem Blue Rain Suit & Blue Cape  und dem Light Blue Teal Suit & Gold Cape  kamen allerdings auch vier neue Outfits zum Einsatz. Die Kostüme, die er bis dato mit dem International Gold Belt  kombiniert hatte, ließ er mit neuen Gürteln ausstatten.

Optisch machte Elvis eine hervorragende Figur. Für das TV-Special Aloha From Hawaii Via Satellite  hatte er ein paar Pfunde verloren und der Südsee-Aufenthalt resultierte in einem gesunden Teint.

Das Programm orientierte sich grob an der Aloha-Show und enthielt neben dem Vorjahreshit Burning Love  auch Coverversionen des Hank-Williams-Klassikers I'm So Lonesome I Could Cry  und der James-Taylor-Nummer Steamroller Blues. Nach einer längeren Pause brachte Elvis auch wieder die Titel Sweet Caroline  und Lawdy Miss Clawdy  zum Einsatz und wie die Probeaufnahme vom 25. Januar zeigt, hatte er auch seine aktuelle Single Separate Ways  und den Country-Song Faded Love  vorbereitet.

Doch schon nach wenigen Auftritten verlor Elvis die Lust am Update seiner Show, ließ die neuen Songs außen vor und beschränkte sich darauf, Abend für Abend sein Standardprogramm zu spielen.

Häufig hinterließ er dabei einen etwas zu routinierten Eindruck und auch seiner Stimme fehlte die gewohnte Kraft.

Als Begründung wurde eine Halsinfektion genannt, die ihn schließlich die Auftritte am 31. Januar und 1. Februar stornieren ließ. Zudem fielen zwischen dem 13. und 15. Februar die Midnight Shows aus.

An diesem Tag unterbrach Elvis auch die 20:30 Uhr-Vorstellung für etwa zwanzig Minuten und gönnte seinem Gesangsorgan eine Pause. Am 18. Februar sorgten schließlich vier betrunkene Männer für Aufsehen, indem sie den Sänger auf der Bühne attackierten und mit Hilfe der Bodyguards zur Raison gebracht werden mussten.

Die wahren Dramen spielten sich jedoch hinter der Bühne ab, wo sich Elvis mehr und mehr seiner Medikamentensucht hingab und im Delirium versank.

In seiner Phantasie wurden aus den alkoholisierten Vegas-Touristen gefährliche Karate-Kämpfer, die Mike Stone - der Kampfsportler und Lebensgefährte von Priscilla - geschickt hatte, um ihn aus dem Weg zu räumen. Der King steigerte sich so sehr in seine Wahnvorstellungen hinein, dass er Stone sogar von einem Profikiller beseitigen lassen wollte und nur mit Mühe von seinem Plan abgebracht werden konnte.

Zu allem Überfluss verpasste sich Elvis auch noch eine Überdosis und konnte nur durch einen in letzter Minute herbeigerufenen Notarzt gerettet werden.

Das Publikum bekam von all diesen Eskapaden nichts mit, denn auf der Bühne agierte der King nach wie vor professionell. Seiner Umgebung dürfte allerdings klar gewesen sein, dass es nur eine Frage der Zeit war, ehe die Situation außer Kontrolle geriet.

 

Tonaufnahmen

 

Filmaufnahmen