What Now My Love

Die Doppel-CD What Now My Love  kommt im Oktober 2018 auf den Markt und trägt den Untertitel The Midnight Shows, August 1972.

Geboten werden die Mitternachtsvorstellungen des 11. und 12. August 1972, wobei die letztgenannte Show nicht vollständig aufgenommen wurde.

Die Tonträger sind in einem doppelt aufklappbaren 5" Digipak untergebracht, das mit passenden Fotos optisch sehr ansprechend gestaltet wurde. Wie bei den meisten Veröffentlichungen dieser Art verzichtet Follow That Dream Records auf ein Booklet.

Grundsätzlich ist die Tonqualität der Aufnahmen gut, für das Mastering zeichnet Jan Eliasson verantwortlich.

Beginnen wir unseren Ausflug in die Spielerstadt also mit der Midnight Show des 11.08.1972.

 

Also Sprach Zarathustra

Nachdem Vorprogramm und Pause vorüber waren, wurde der Showroom Internationale abgedunkelt und die Kronleuchter nach oben gefahren.

Dann begann das Orchester mit der Einleitung, Oder Sonnenaufgang  aus dem klassischen Also Sprach Zarathustra. Nahtlos übernahm die Band mit einem flotten Opening Riff, zu dem Elvis die Bühne betrat.

 

See See Rider

Während sich der King von Charlie Hodge seine schwarze Gitarre abholte, gingen die Musiker zu See See Rider, dem neuen Show Opener, über.

Ähnlich wie im April gefilmten Streifen Elvis On Tour  trägt der King den Song auch heute mit ordentlichem Druck vor.

 

I Got A Woman / Amen

Bei I Got A Woman  lässt es der Meister zunächst eher ruhig angehen, erst im zweiten Teil des Songs gibt er Gas.

Am Schluss hängt er noch ein paar Takte des Gospels Amen  an, dann kehrt er zu der Ray Charles-Nummer zurück und beendet den Opening Block.

 

Proud Mary

Während Elvis seine Gitarre an Mr. Hodge zurückgibt, sagt er mit einem genuschelten Proud Mary  den nächsten Song an. Grundsätzlich scheint es sich aber eher um eine Info für die Band, als eine offizielle Ansage zu handeln.

Das Lied selbst trägt der King allerdings sehr gut vor und verpasst dem CCR-Hit einen ordentlichen Drive.

 

Until It's Time For You To Go

Auch seine Top40-Single vom Januar des Jahres wird dem Publikum nicht vorgestellt. Wieder beschränkt sich der King auf eine Kurze Ansage für die Musiker.

Zu Beginn trinkt Elvis offenbar einen Schluck Wasser, weshalb er nicht korrekt einsetzen kann. Er macht einen Gag daraus, dann singt er die Ballade.

Das Lied wird schneller gespielt als die Studio-Aufnahme, was mir gut gefällt. Auch der Gesang des Kings ist sehr gefühlvoll, insgesamt bringt er die Nummer glaubhaft rüber.

 

You've Lost That Lovin' Feeling

Mit einem knappen Thank you very much, Lovin' Feelin'  geht der Meister zum nächsten Song über.

Abermals überzeugt er mit einer großartigen Performance.

 

Polk Salad Annie

Der Applaus ist noch nicht verklungen, da wummert auch schon das Bass-Intro von Polk Salad Annie durch den Saal. Bevor er anfängt zu singen, beschäftigt sich Elvis allerdings erstmal mit einem Fan am Bühnenrand, wodurch die Einleitung heute ungewöhnlich lang ausfällt.

Auch während des Songs reißt die Kommunikation nicht ab, der Meister hat hörbar seinen Spaß und muss zwischenzeitlich sogar lachen.

Die Musiker bekommen ebenfalls ungewöhnlich viel Freiraum, der Instrumental-Teil ist überraschend lang.

Erst jetzt begrüßt der King das Publikum und merkt an, dass er den Song so nicht geplant habe. Bezugnehmend auf den Fan-Kontakt von vorhin sagt er We'll entertain you...one more than the other.

 

What Now My Love

Das Intro zu What Now My Love, dem ersten neuen Song des Abends, misslingt. Abermals albert Elvis mit den Fans und den Musikern herum und sorgt für reichlich Gelächter im Showroom.

Beim zweiten Anlauf wird die groß orchestrierte Ballade aber perfekt und 100%ig seriös vorgetragen. Zum ersten Mal an diesem Abend spielt Elvis hier seine Stimme voll aus und auch Orchester und Chor zeigen, was sie können.

 

Fever

Nachdem Elvis den ersten Teil des Programmes eher mit aktuellen Titeln gestaltet hat, folgt jetzt ein Oldie aus dem Jahr 1960. Live hatte der King das Lied bis dato noch nicht vorgetragen, insofern erlebt das Publikum hier ebenfalls eine Premiere.

Im Gegensatz zu späteren Jahren singt Elvis den Song hier noch ernsthaft und verzichtet auf übertriebene Bewegungen und ähnliche Mätzchen.

 

Love Me

Jetzt nimmt der King wieder Kontakt zum Publikum auf und wirft hier und dort eines seiner Halstücher in die Menge.

 

All Shook Up

Im Eiltempo rennt man nun durch den 1957er Hit All Shook Up.

Zwar hat der Song mit dem Original in dieser Form nur noch wenig zu tun, als Reminiszenz an die gute, alte Zeit funktioniert er aber trotzdem.

 

Teddy Bear / Don't Be Cruel

Auch diese Titel werden kurz und knakig vorgetragen.

 

Heartbreak Hotel

Für seinen ersten Nummer 1-Hit nimmt sich der King etwas mehr Zeit. Die bluesigen Piano-Läufe und Einwürfe der Sweet Inspiration gefallen mir dabei gut.

 

Blue Suede Shoes

Der Rock'n'Roll-Klassiker Blue Suede Shoes  hingegen wird gekürzt und nicht wirklich engagiert vorgetragen.

 

Little Sister / Get Back

Seinem 1961er Hit Little Sister  scheint der Meister deutlich mehr Interesse entgegenzubringen. Er koppelt die Nummer mit dem Beatles-Song Get Back, von dem er allerdings nur den Refrain vorträgt.

Insgesamt funktioniert das Medley dieser beiden Lieder überraschend gut und wird auch ansprechend gesungen.

 

Hound Dog

Von Hound Dog  kann man letzteres nicht sagen. Das Desinteresse von Elvis ist deutlich herauszuhören.

Wie üblich wird der Song zuerst langsam, dann schnell gespielt.

 

It's Over

Der King erzählt nun, dass der Titel seines ersten Films Love Me Tender hieß. Nachdem die Damenwelt ihrer Vorfreude Ausdruck verliehen hat, ergänzt Elvis aber schelmisch, dass er den Song noch nie mochte und ihn deshalb auch nicht singen werde.

Stattdessen entscheidet er sich für It's Over.

Zwar hatte Elvis die Power-Ballade in den letzten Monaten schon einige Male live vorgetragen, auf einer Schallplatte sollte es aber erst zu Beginn des kommenden Jahres erhältlich sein. Insofern dürfte der Vortrag für die Zuschauer im Saal ebenfalls eine Premiere dargestellt haben.

Abermals können der King, das Orchester und der Chor ihre Fähigkeiten voll ausspielen.

 

Suspicious Minds

Mit Suspicious Minds  zieht Elvis das Tempo der Show wieder an. Der Vortrag selbst ist nicht mehr so energiegeladen wie noch ein paar Jahre zuvor, insgesamt ist die Performance aber nach wie vor ansprechend.

 

Introductions

Kurz und bündig stellt Elvis nun seine Musiker und Hintergrundsänger vor.

 

My Way

Mit dem Sinatra-Hit My Way folgt ein weiteres Lied, das die Fans noch nicht von Elvis kennen.

Der Anfang ist sehr dezent, größtenteils von Klavier, Geige und der Stimme des Kings getragen. Das Finale ist jedoch pompöser als bei Sinatra. Einmal mehr kann Elvis hier seine Stimme ausspielen.

 

A Big Hunk O' Love

Nach ein paar kleinen Scherzen fährt Elvis mit A Big Hunk O' Love, seinem Nummer 1-Hit aus dem Jahr 1959, im Programm fort.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Oldies scheint der Rocker ihm Spaß zu machen. Statt einer im Eiltempo durchgezogenen Kurzfassung bekommen die Fans hier einen vollständigen Song mit Gitarren- und Klaviersolo sowie einem engagiert singenden Elvis zu hören.

 

An American Trilogy

Zunächst kommentiert Elvis einen Kreischer nach dem Gitarren-Intro mit der Frage What, kid?

Doch dann trägt er den erst im April auf einer Single herausgebrachten Titel seriös und stimmgewaltig vor.

 

Can't Help Falling In Love

Statt einer Verabschiedung bedankt sich Elvis nur kurz mit einem Thank you very much  und gibt seiner Band das Stichwort Blue Hawaii.

Damit meint er natürlich nicht den Titelsong des Films, sondern das typische Abschlusslied Can't Help Falling In Love, das seinerzeit als Single aus der Soundtrack-LP ausgekoppelt wurde.

Das Lied wird in der üblichen Manier durchgespielt, dann geht die Band zum Closing Riff  über und Elvis verlässt die Bühne.

 

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