Elvis '72 Summer Festival

Mit Elvis '72 Summer Festival  veröffentlicht Kieran Davis im Juni 2019 den inoffiziellen Nachfolger von Elvis - Live At The International.

Das Buch enthält die Konzertberichte von Peggy Elzea, die den King zwischen 1969 und 1971 mehr als 40 Mal in Las Vegas live auf der Bühne sah. Im August 1972 war Peggy ebenfalls dabei, doch passte dieses Gastspiel nicht in das International-Konzept (das Hotel war durch die Hilton-Gruppe übernommen worden), so dass Mr. Davis seinerzeit diesen Teil ausließ.

In der Schublade verschwinden lassen wollte der Herausgeber die Berichte von Mrs. Elzea jedoch nicht. Ganz im Gegenteil, er sammelte weitere Augenzeugenberichte, zeitgenössische Artikel, Memorabilien, etc. und verarbeitete all diese Dinge in einem separaten Buch - nämlich Elvis '72 Summer Festival.

Bei dem Werk handelt es sich um ein 154seitiges Hardcover-Buch, das von Mr. Davis wie gewohnt in Eigenregie produziert und veröffentlicht wurde.

Das Buch beginnt mit grudsätzlichen Betrachtungen des Elvis Summer Festival 1972, danach folgt die Niederschrift eines TV-Berichts über das Gastspiel.

Anschließend werden die Opening Night und die ersten Auftritte des Engagements beschrieben, bevor das Buch schließlich zu den Aufzeichnungen der Peggy Elzea kommt.

Sie traf am 27. August in Las Vegas ein und blieb bis zum 31. August. Insgesamt sah sie acht Konzerte, die natürlich ebenfalls im Detail wiedergegeben werden.

Kurz nachdem Peggy die Spielerstadt verlassen hatte, traf der britische Presley-Fanclub ein, der die Reise unter dem Titel Destination USA  veranstatete. Todd Slaughter gab in der 154. Ausgabe von Elvis Monthly  seine Eindrücke der Reise, der Konzerte zwischen dem ersten und vierten September 1972 sowie dem Treffen mit Elvis wieder.

Zur selben Reise äußerte sich in der nächsten Ausgabe des Fan-Magazins auch Anne E. Nixon. Rex Martin war ebenfalls vor Ort und auch ihm wurde ein persönliches Treffen mit dem King zuteil.

Unter der Überschrift Summer Festival Adventures  geben weitere Fans Auskunft über ihre Meetings mit Elvis.

Auch den zahlreichen, illegalen Tonmitschnitten ist ein Kapitel gewidmet. Immer wieder schmuggelten die Fans ihre Aufnahmegeräte in den Saal, um die Shows heimlich aufzuzeichnen. Somit konnten sich auch die daheimgebliebenen Presley-Anhänger ein Bild von den Shows ihres Idols machen. Offizielle Mitschnitte sollte es erst in den 2000er Jahren geben.

Das Buch endet mit Presseartikeln und einer Beschreibung der von Elvis getragenen Bühnenkostüme.

Weil Elvis '72 Summer Festival  viele zeitgenössische, von Fans verfasste Artikel beinhaltet, sind die meisten Texte natürlich unkritisch bis schwärmerisch. Aber genau das macht eben auch ihren Charme aus.

Der große Pluspunkt der Berichte liegt in der Beschreibung des Hotels, der Abläufe (zum Beispiel, dass man dem Saaldiener quasi ein Trinkgeld in Höhe des Eintrittspreises offerieren musste, um einigermaßen gute Plätze zu bekommen) und der Atmosphäre eines Presley-Gastspiels.

Garniert wird das Ganze mit Unmengen von Schnappschüssen abseits der Konzerte, Abbildungen von Promo-Materialien, Zeitungsartikeln, Korrespondenz, etc.

Mit dieser Mischung gelingt es Mr. Davis, die damalige Zeit lebendig werden zu lassen und den Leser ins Jahr 1972 nach Las Vegas zu entführen. Wer die Konzertmitschnitte kennt und dieses Buch gelesen hat, meint am Ende tatsächlich, damals live dabeigewesen zu sein.

 

Fazit & Bewertung

Wer sich für die Vegas-Gastspiele des Kings interessiert, kommt an Elvis '72 Summer Festival  nicht vorbei.

Soweit bekannt liegen die Bildrechte am Buch-Cover bei Kieran Davis.