Elvis In Vegas: Januar / Februar 1972

Vom 26. Januar bis zum 23. Februar 1972 gastierte Elvis für weitere 57 Shows im Las Vegas Hilton.

Um das Event zu bewerben, hatte Colonel Parker 145 Plakatwände gebucht. Für die Besucher der Konzerte lagen 50.000 Kataloge der aktuell verfügbaren Schallplatten des Kings, 75.000 Elvis-Kalender und 10.000 Werbe-Plastiktüten zum Transport der Souvenirs bereit.

Zudem hatte der Manager 5.000 Elvis-Buttons für die Angestellten des Entertainment-Resorts produzieren lassen, damit keiner der Gäste über die Präsenz des Kings uninformiert blieb.

 

Musiker

James Burton (Gitarre), Charlie Hodge (Gitarre und Harmonie-Gesang), John Wilkinson (Gitarre), Jerry Scheff (Bass), Glen D. Hardin (Klavier), Ronnie Tutt (Schlagzeug), Joe Guercio Orchestra, The Sweet Inspirations (Myrna Smith, Estelle Brown & Sylvia Shemwell, Hintergrundgesang), J.D. Sumner & The Stamps (Donnie Sumner, Bill Baize, Ed Enoch, Richard Sterban & Ed Widemanl, Hintergrundgesang) sowie Kathy Westmoreland (Hintergrundgesang)-

 

Ablauf & Ereignisse

Elvis selbst begab sich am 12. Januar 1972 zunächst nach Los Angeles, wo er sich zusammen mit seiner Band an den beiden folgenden Tagen im RCA Studio C auf das kommende Gastspiel vorbereitete. Ab dem 19. Januar setzte man die Proben in Las Vegas fort, hier kamen auch das von Joe Guercio geleitete Orchester und die Hintergrundsänger hinzu.

Zu den Neuzugängen im Programm gehörten An American Trilogy, Never Been To Spain  und You Gave Me A Mountain. Zudem sang Elvis nun auch seinen 1959er Hit A Big Hunk O' Love  und die Ballade I'll Remember You, ein Song von der im Jahre 1966 veröffentlichten LP Spinout. Das aktuelle Album Elvis Now  war mit Help Me Make It Through The Night  in der Show vertreten, die neue Single Until It's Time For You To Go  wurde natürlich ebenfalls vorgestellt.

Zu den geprobten, aber live schlussendlich doch nicht gespielten Songs gehörten der Joe Cocker Hit Delta Lady  und die Walker Brothers Nummer The Sun Ain't Gonna Shine Anymore.

Neues Material war während dieser Season besonders wichtig, denn RCA Victor plante ein Live-Album. Zwischen dem 14. und 17. Februar schnitten der Produzent Felton Jarvis und sein Toningenieur Al Pachucki ausgewählte Lieder mit, die später auf einer LP namens Standing Room Only  zu finden sein sollten.

Schlussendlich verlief das Projekt jedoch im Sande, so dass zu Elvis' Lebzeiten lediglich An American Trilogy  (im April 1972 auf einer Single) und It's Impossible  (im Juli 1973 auf dem Album Elvis) veröffentlicht wurden.

Schon seit dem Frühjahr 1970 präsentierte sich Elvis seinem Publikum in einteiligen Anzügen mit hohen Kragen. 1971 wurden die Outfits zunehmend ausgefallener, seit der Herbst-Tournee waren die Kostüme mit Metall-Elementen verziert und wurden mit breiten Ledergürteln und Umhängen im passenden Design ergänzt.

Für das hier beschriebene Las Vegas Gastspiel steuerten Bill Belew und sein Team (die Firma Pzazz Design und deren Jungtalent Gene Doucette) fünf weitere Anzüge dieser Art bei. Im Detail handelte es sich um den White Pyramid Suit & Yellow Cape, den Red Pinwheel Suit & White Cape, den Blue Nail Suit & White Cape, den Black Butterfly Suit & Yellow Cape  und den Royal Blue Fireworks Suit & Silver Cape.

Das erstgenannte Kostüm war später auf dem Cover der LP Elvis As Recorded At Madison Square Garden  zu sehen, den Red Pinwheel Suit  konnte man auf der Hülle des Budget-Albums Burning Love And Hits From His Movies  bewundern. Auch in dem im April 1972 gedrehten Film Elvis On Tour  werden einige dieser Jumpsuits gezeigt.

Auf der Bühne setzte der King den Trend des Elvis Summer Festival 1971  konsequent fort und verzichtete nun fast gänzlich auf Gags und Fankontakt. Während der meisten Auftritte gab er sich wortkarg und arbeitete die Songs in schneller Folge ab.

Die typischen Oldies a' la Teddy Bear  und All Shook Up  klangen dabei ein wenig gehetzt, die neuen Titel hingegen sang er äußerst sorgfältig.

Stimmlich befand sich der King in absoluter Hochform, insbesondere die groß orchestrierten Balladen wurden beeindruckend dargeboten.

 

Tonaufnahmen

 

Filmaufnahmen