Elvis In Vegas: August / September 1970

Colonel Parker und das International Hotel bewarben das Sommer-Gastspiel des Kings mit dem Slogan Elvis Summer Festival 1970. Die Auftrittsreihe lief vom 10. August bis zum 8. September und beinhaltete 58 Shows.

 

Musiker

James Burton (Gitarre), Charlie Hodge (Gitarre und Harmonie-Gesang), John Wilkinson (Gitarre), Jerry Scheff (Bass), Glen D. Hardin (Klavier), Ronnie Tutt (Schlagzeug), Joe Guercio Orchestra, The Sweet Inspirations (Myrna Smith, Estelle Brown & Sylvia Shemwell, Hintergrundgesang), The Imperials (Jim Murray, Armond Morales, Terry Blackwood, Roger Wiles & Joe Moscheol, Hintergrundgesang) sowie Millie Kirkham (Hintergrundgesang, bis zum 16. August) Kathy Westmoreland (Hintergrundgesang, ab dem 17. August)

 

Ablauf & Ereignisse

Die Vorbereitungen auf das kommende Vegas-Gastspiel begannen am 14. Juli 1970. Diesmal probte man jedoch nicht im RCA Studio in Los Angeles, sondern auf der MGM-Tonbühne in Culver City.

Der Grund dafür war ein Vertrag, den Elvis im April mit dem Filmstudio abgeschlossen hatte. Gegen die Zahlung von einer halben Million US-Dollar durfte ihn ein Kamera-Team bei ausgewählten Proben und einigen Konzerten filmen und daraus eine Dokumentation zusammenschneiden, die im Herbst in die Kinos kommen sollte.

Selbstverständlich würde auch RCA Victor zur Stelle sein, um passend zum Kino-Start ein Soundtrack-Album präsentieren zu können.

Am 15. und 29. Juli übten Elvis und seine Musiker ebenfalls auf der MGM-Tonbühne und ließen sich dabei filmen. Damit später alle Szenen beliebig kombiniert werden konnten, trugen der King und seine Jungs während dieser Sessions dieselben Kleidungsstücke.

Am 23. und 24. Juli probte man ohne das Film-Team im RCA Studio in Los Angeles, dann ging es weiter nach Las Vegas.

Hier kamen auch die Hintergrundsänger hinzu, ab dem 4. August übte man drei Tage lang im Convention Center des International Hotels. Am 7. August wurden die Vorbereitungen schließlich auf die Bühne des Showroom Internationale, dem Austragungsort der Konzerte, verlegt.

Das Orchester war nun auch mit dabei, so dass nun mit der kompletten Besetzung weitergearbeitet werden konnte. Auch hier war MGM wieder bei ausgewählten Terminen mit einem Kamera-Team zur Stelle.

Colonel Parker kümmerte sich unterdessen um die Vermarktung. Für die Fans lagen 100.000 Souvenir-Menüs, ebensoviele Postkarten, 60.000 Farbkataloge, 50.000 Hochglanzfotos und 20.000 Foto-Alben bereit. Das Hotel wurde großflächig mit Postern und Werbeschriften überzogen, zudem trugen die Angestellten Plastik-Hüte, auf denen das Motto Elvis Summer Festival  zu lesen war. Die obligatorischen Reklametafeln wurden natürlich ebenfalls angemietet.

Optisch blieb Elvis seinem aktuellen Stil treu und präsentierte eine ganze Reihe neuer Jumpsuits. Dazu zählten der White Fringe Suit & Multi-Color Beads, der White Concha Suit, der White Chain Suit, der White Red Ladder Suit, der White Metal Eye Suit  und der White Plain Suit. Dazu trug Elvis zumeist weiße Makame-Gürtel, die locker um seine Hüfte lagen.

Weil der Film auch als Werbeinstrument für kommende Schallplattenveröffentlichungen genutzt werden sollte, inkludierte Elvis viele der gerade in Nashville aufgenommenen Lieder in sein Bühnenprogramm und gestaltete die Konzerte extrem abwechslungsreich.

Nachdem MGM die Kameras abgebaut hatte, beschränkte er sich verständlicherweise auf eine kürzere, musikalisch weniger flexible Standard-Show.

Insgesamt präsentierte sich Elvis bei bester Stimme, humorvoll und äußerst lässig. Gegen Ende des Gastspiels wurde es vielleicht ein wenig zu viel des Guten, denn hin und wieder nahmen die Albernheiten überhand und sein Auftreten überschritt die Grenze zum Unprofessionellen.

Im kommenden Jahr sollte der King noch einige solcher Auftritte abliefern, doch im August und September 1970 stellten Shows dieser Art noch die Ausnahme dar.

Abseits der Bühne versetzte ein Anrufer am 26. August den Sicherheitsdienst des Hotels in Aufregung, da glaubhaft mit der Entführung des Sängers gedroht wurde.

Zwei Tage später ging ein weiterer Anruf bei Joe Esposito, einer der Leitfiguren der Memphis Mafia, ein. Diesmal wurden 50.000 US-Dollar für den Namen des Mannes verlangt, der Elvis während einer der Shows am folgenden Tag umbringen wolle.

Das Presley-Camp schaltete das FBI ein, zudem ließ Elvis seine engsten Vertrauten als private Bodyguards nach Las Vegas fliegen. Er selbst trug während seiner Auftritte zwei Mini-Revolver in den Stiefeln - nur für den Fall der Fälle.

Für mich stellt das Elvis Summer Festival 1970  den Zenit des zweiten Presley-Comebacks dar. Körperlich befand sich der King in Hochform, seine Laune war bestens und das Programm bot eine hervorragende Mischung aus alten und neuen Songs. Das hier gebotene Niveau sollte Elvis dauerhaft nie wieder erreichen.

 

Tonaufnahmen

 

Filmaufnahmen

12. August 1970, Midnight Show