Elvis In Vegas: Januar / Februar 1970

Nur wenige Monate nach dem vielbeachteten Comeback-Gastspiel wurde eine weitere Saison im International Hotel angekündigt. Nach einem Eröffnungskonzert am 26. Januar 1970 sollte Elvis zweimal täglich auf der Bühne stehen und insgesamt 57 Auftritte absolvieren.

Weil die Show im mit Abstand größten Saal der Stadt aufgeführt wurde und sich zum Jahresbeginn nur wenige Besucher nach Las Vegas verirrten, schien der Erfolg zunächst unsicher. Schlussendlich waren jedoch alle Konzerte ausverkauft und unterstrichen nachhaltig die wiedergewonnene Popularität des Kings.

 

Musiker

James Burton (Gitarre), Charlie Hodge (Gitarre und Harmonie-Gesang), John Wilkinson (Gitarre), Glen D. Hardin (Klavier), Bob Lanning (Schlagzeug), Jerry Scheff (Bass), Bobby Morris Orchestra, The Imperials (Armond Morales, Terry Blackwood, Jimmie Murray & Roger Wiles, Hintergrundgesang) und The Sweet Inspirations (Myrna Smith, Sylvia Shemwell, Estelle Brown & Ann Williams, Hintergrundgesang)

 

Ablauf & Ereignisse

Die Proben für das kommende Gastspiel begannen am 10. Januar 1970 im RCA Studio in Los Angeles. Bis zum 16. des Monats bereiteten sich Elvis und seine Band täglich mehrere Stunden auf die Shows vor und erarbeiteten eine ganze Reihe neuer Songs.

Neben seinen aktuellen Singles Don't Cry Daddy  und Kentucky Rain  wollte der King auch Cover-Versionen von Walk A Mile In My Shoes, Proud Mary, Release Me, Sweet Caroline  und Polk Salad Annie  ins Programm nehmen. Zudem sollten auch eigene Klassiker wie That's All Right, Teddy Bear  und Don't Be Cruel  ihren Platz in der Show finden.

Weil Elvis während der Proben häufig die Ballade Let It Be Me  vor sich hin sang, erarbeiteten die Musiker spontan ein Arrangement und überraschten den King eines Tages damit. Als er wieder einmal das Lied anstimmte, stieg die Band mit ein und man spielte es vollständig durch. Sofort war klar, dass auch dieser Song ins neue Programm aufgenommen werden musste.

Auch RCA Victor war zur Stelle, um ein weiteres Live-Album zu produzieren. Diesmal wollte man jedoch kein durchgängiges Konzert simulieren, sondern eine LP mit Liedern zusammenstellen, die es bislang von Elvis noch nicht gegeben hatte.

Da wider Erwarten nicht genügend Material dieser Art vorhanden war, setzte man am 18. Februar eine zusätzliche Probe-Session an und ergänzte die Titel See See Rider  und The Wonder Of You.

Für das Schallplatten-Projekt schummelte RCA Victor dann ein wenig und nahm auch noch die im August des Vorjahres mitgeschnittenen Titel Yesterday  und Runaway  in die Track List auf.

Während seines Gastspiels im August des Vorjahres hatte Elvis zweiteilige Anzüge getragen, die bei den Tanzeinlagen oft verrutschten. Diesmal schuf der Designer Bill Belew Abhilfe, indem er einteilige Jumpsuits entwarf und dem King damit zu einer größeren Bewegungsfreiheit verhalf.

Weil Elvis in den weißen Outfits besser vom Publikum gesehen werden konnte, fertigte Belew einen Großteil der Anzüge in dieser Grundfarbe. Die Ausnahmen bildeten lediglich der Blue Brocade Suit, der Black Brocade Suit & Gold Trim  und der Black Brocade Suit & Red Trim.

Aus derselben Designreihe gab es noch den White Brocade Suit & Silver Trim, den White Brocade Suit & Orange Trim  und den White Brocade Suit & Green Trim. Hierbei handelte es sich um schlichte Anzüge mit hohen Krägen, die am Revers mit einer breiten Borde verziert waren und mit locker um die Hüften gelegten Makramee-Gürteln kombiniert wurden.

Der White Choker Suit  wich optisch ein wenig ab, denn hier gestaltete Bill auch den Kragen aus Makramee-Kordeln. Ein Foto von Elvis in diesem Outfit ist übrigens auf dem Cover der LP On Stage - February 1970  zu sehen.

Elvis war in diesen Tagen sehr schlank und machte in den enganliegenden Kostümen eine großartige Figur. Kein Wunder also, dass er am grundsätzlichen Schnitt festhielt und die Anzüge zu seinem Markenzeichen machte.

 

Tonaufnahmen