Elvis Live 1969

Zum 50sten Jubiläum des Bühnencomebacks des Kings veröffentlicht Sony Music über das Label RCA/Legacy Records im August 2019 eine Box namens Elvis Live 1969.

In den amerikanischen Billboard Charts konnte sich das Set nicht platzieren, in Großbritannien waren aber die Ränge 21 (UK Album Sales Chart) und 17 (UK Physical Album Chart) drin. In Deutschland erreichte Elvis Live 1969  den 19. Platz der Hitparade.

Dass Elvis Live 1969  in den USA kein größeres Interesse auslöste, ist schade. Es sei aber angemerkt, dass man sich im Heimatland des Kings grundsätzlich weniger für Sammlerboxen und ausufernde Retrospektiven interessiert. Das scheint eher ein Steckenpferd der Europäer zu sein.

 

Enthalten sind sämtliche Konzerte, die RCA Victor damals für das Album-Projekt From Memphis To Vegas / From Vegas To Memphis aufnahm. Man begann am 21. August mit der Mitternachtsvorstellung und endete mit derselben Veranstaltung am 26. August.

Insgesamt hören wir also elf aufeinanderfolgende Live-Auftritte des Kings!

Untergebracht sind diese auf ebensovielen CDs, die sich in zwei mehrfach aufklappbaren Digipaks befinden. Optisch ist das eine schöne Sache, aber die Tonträger lassen sich nur schwer aus der Verpackung prokeln und es ist abzusehen, dass eine häufige Benutzung den einen oder anderen Kratzer nach sich ziehen wird.

Man sollte die Datenträger also tunlichst in Plastiktrays unterbringen und die Digipaks in der Box belassen.

Neben den Verpackungen für die CDs enthält das Set auch noch ein 52seitiges Büchlein. Hier finden sich Liner Notes, Zitate von Elvis und dessen Weggefährten, Auszüge aus der nach dem Eröffnungskonzert abgehaltenen Pressekonferenz sowie zahlreiche Fotos und Abbildungen von Memorabilien.

Von den elf enthaltenen Live-Shows sind vier bis dato in vollständiger Form unveröffentlicht.

Doch auch bei den bekannten Konzerten, zumeist in den 2000er Jahren herausgebracht von Follow That Dream Records, erhält der Sammler einen Mehrwert. Denn Sony hat nicht einfach die alten Masters übernommen, sondern sämtliche Aufnahmen noch einmal neu bearbeitet.

Dadurch weisen alle Mitschnitte ein einheitliches Klangbild auf, das mir übrigens sehr gut gefällt.

Der Ton ist glasklar, jedes Instrument ist am richtigen Platz und alles klingt druckvoll und vital. Gerade bei höherer Lautstärke kommt hier echtes Konzert-Feeling auf.

Vic Anesini (Mastering) und Matt Ross-Spang (Mix) haben ganze Arbeit geleistet, mehr ist aus fünfzig Jahre alten Aufnahmen wohl kaum rauszuholen.

Produziert wurde das Set übrigens von Ernst M. Jorgensen, der zusammen mit Roger Semon (der hier ebenfalls mitgewirkt hat) im Auftrag von Sony Music das Sammler-Label Follow That Dream Records betreut.

Nachfolgend möchte ich die Konzerte kurz vorstellen. Über die Labels gelangen Sie zu den einzelnen Artikeln, über das Cover dann entsprechend auch wieder zurück.

Hier und dort waren Kommentare zu hören, die Liedabläufe und Gags würden sich zu stark wiederholen. Aus meiner Sicht kann man jedoch nicht ernsthaft von einem Entertainer erwarten, dass er allabendlich das Programm wechselt und sich neue Scherze ausdenkt.

Schlussendlich waren die Shows als einmaliges Erlebnis konzipiert. Dass sich ein halbes Jahrhundert später irgendwelche Freaks elf aufeinanderfolgende Konzerte anhören, hätte Elvis vermutlich amüsiert.

 

Fazit & Bewertung

Optisch ist die Box ein Highlight, akustisch ein Erlebnis und inhaltlich nahezu unschlagbar.

Soweit bekannt liegen die Bildrechte bei Sony Music, RCA, Legacy Records.