Elvis On Tour: Februar 1977

Während der Kurztournee im Dezember 1976 hatte sich Elvis in erstaunlich guter Verfassung präsentiert. Er war verhältnismäßig schlank, variierte sein Programm und wirkte so engagiert wie lange nicht mehr.

Zuhause in Memphis verfiel er jedoch rasch wieder in alte Gewohnheiten und ließ sich gehen. Im Tonstudio in Nashville warteten die Musiker vergeblich auf sein Erscheinen und auch ein Aufnahmeversuch auf dem Graceland-Anwesen schlug fehl. Und so bereitete sich sein Produzent Felton Jarvis schon einmal darauf vor, das seit Monaten überfällige Album mit Live-Aufnahmen füllen zu müssen.

Die erste Tournee des Jahres 1977 dauerte vom 12. bis zum 21. Februar und beinhaltete 10 Konzerte.

Stationen

12.02.1977: Hollywood, Florida; The Sportatorium (15.500 Zuschauer)
13.02.1977: West Palm Beach, Florida; The Auditorium (5.981 Zuschauer)
14.02.1977: St. Petersburg, Florida; Bay Front Center (8.355 Zuschauer)
15.02.1977: Orlando, Florida; Sports Stadium (8.000 Zuschauer)
16.02.1977: Montgomery, Alabama; Garret Coliseum (10.928 Zuschauer)
17.02.1977: Savannah, Georgia; Civic Center (8.052 Zuschauer)
18.02.1977: Columbia, South Carolina; Carolina Coliseum (20.000 Zuschauer)
19.02.1977: Johnson City, Tennessee; Freedom Hall (7.000 Zuschauer)
20.02.1977: Charlotte, North Carolina; Charlotte Coliseum (12.000 Zuschauer)
21.02.1977: Charlotte, North Carolina; Charlotte Coliseum (12.000 Zuschauer)

 

Musiker

James Burton (Gitarre), John Wilkinson (Gitarre), Charlie Hodge (Gitarre und Harmonie-Gesang), Tony Brown (Klavier), David Briggs (Clavinet), Jerry Scheff (Bass) und Ronnie Tutt (Schlagzeug), Joe Guercio Orchestra (am 21. Februar unter der Leitung von Marty Harrell), J.D. Sumner & The Stamps (Larry Strickland, Ed Hill, Ed Enoch & Gary "Buck" Buckles, Hintergrundgesang), The Sweet Inspirations (Sylvia Shemwell, Myrna Smith & Estelle Brown, Hintergrundgesang), Kathy Westmoreland (Hintergrundgesang) und Sherrill Nielsen (Hintergrundgesang)

 

Ablauf & Ereignisse

Obwohl Elvis während seiner Konzertpause etliche Kilos zugelegt hatte, nutzte er weiterhin die Bühnenoutfits der Jahre 1974/75. In diesem Falle handelte es sich um den Indian Chief Suit, den Rainfall Suit, den Embroidered Arabian Suit und den Mexican Sundial Suit

Im Laufe der Tournee fand Elvis heraus, dass David Briggs inzwischen eine Beziehung mit seiner Ex-Freundin Linda Thompson eingegangen war. Obwohl er im Vorjahr selbst die Trennung herbeigeführt hatte, empfand der King diesen Umstand allerdings als untragbar und verzichtete auf künftige Engagements von Mr. Briggs.

Musikalisch wies diese Tournee einige Besonderheiten auf. Immer wieder baute Elvis ansonsten nur selten gesungene Lieder ins Programm ein und trug unter anderem Release Me, Blueberry Hill  und Reconsider Baby  vor. Auch die im Dezember in die Show aufgenommene Unchained Melody  kam an einigen Abenden zum Einsatz.

Für die größten Überraschungen sorgten jedoch die Live-Premieren von Where No One Stands Alone  (am 16. Februar in Montgomery) und Moody Blue  (am 21. Februar in Charlotte). Beide Songs würde Elvis später nie wieder vor Publikum aufführen.

Insgesamt hinterließ Elvis einen gut gelaunten Eindruck. Immer wieder ging er auf die Zuschauer ein, kommunizierte viel und gerne mit seinen Fans und ließ sich häufig zu kleinen Scherzen oder Textänderungen hinreißen.

Der körperliche Zustand des Kings stand jedoch in krassem Gegensatz zu seinem Verhalten. Gerade am Anfang der Tournee wirkte Elvis aufgedunsen und krank.

Bei fast allen Konzerten hinterließ er einen erschöpften Eindruck und auch seine Stimme hatte nicht die gewohnte Qualität. Der Sänger verfehlte Töne oder hielt sie nicht lange genug, zudem klang er oft kurzatmig und kraftlos.

Hinzu kam der Umstand, dass es ihm bei so manchem Song auch schlicht und einfach am nötigen Interesse mangelte und er sich die Texte mehr zusammennuschelte als dass er sie sang.

 

Literatur

 

Tonaufnahmen

 

Filmaufnahmen

Johnson City, Tennessee (19. Februar 1977)