On Tour With Elvis

Im Sommer 1975 heftete sich Christopher Brown an die Fersen des Kings und folgte seiner Tournee durch die Südstaaten der USA.

Sechzehn Jahre später veröffentlichte er im Eigenverlag das Buch On Tour With Elvis, in dem er seine Erlebnisse niederschrieb.

Und erlebt hat Mr. Brown so einiges.

Bei dem Trip handelte es sich ursprünglich um eine Reise des Spring Fever Elvis Fan Clubs. Für $ 350 konnten sich Vereinsmitglieder und andere Fans der Reise anschließen und die Auftritte des Meisters anschauen. Für Christopher Brown ein überzeugendes Angebot.

Die erste Überraschung war der Umstand, dass die Eintrittskarten nicht vorbestellt wurden. Stattdessen wollte man sich direkt vor den Arenen nach Leuten umsehen, die illegal (und überteuert) Tickets verkauften.

Die zweite Überraschung bestand darin, dass vor der Haustür von Mr. Brown nicht der erwartete Kleinbus mit anderen Fans, sondern lediglich ein PKW mit Claude Laliberte (dem Vorsitzenden des Vereins) und einem Freund von ihm vorfuhr. Aus mangelndem Interesse war die Reise offiziell abgesagt worden und so muste Chris nun mit zwei ihm vollkommen fremden Menschen von Kanada aus in die Südstaaten der USA fahren.

Trotz der abenteuerlichen Voraussetzungen entwickelte sich die Reise aber höchst erfolgreich und Christopher Brown bekam einen wahren Presley-Overkill zu sehen.

Neben den Geschichten über das Drumherum und die manchmal abenteuerlichen Suche nach Eintrittskarten glänzt On Tour With Elvis  vor allem mit absolut detaillierten Beschreibungen der Shows.

Heute kursieren sämtliche Auftritte dieser Tournee in der Fan-Welt, einige wurden auch offiziell von Follow That Dream Records auf den Markt gebracht.

Als Christopher Brown sein Buch zu Beginn der 1990er Jahre veröffentlichte, sah die Welt jedoch noch ganz anders aus und man kannte lediglich die aus mehreren Aufnahmen zusammengebastelte Show auf der RCA-Box Elvis Aron Presley.

Somit bot On Tour With Elvis  den Fans erstmals Gelegenheit, die Konzerte nahezu Wort für Wort nachzuvollziehen. Zudem liefert Chris Brown im Anhang auch noch die Set Lists der einzelnen Auftritte - für damalige Verhältnisse ein Highlight.

Nach einem Vorwort widmet der Autor jeder Stadt ein Kapitel, in dem er seine Reiseerlebnisse und die Konzertabläufe (an einigen Tagen trat der King sogar zweimal auf) beschreibt. Auch gibt es Bilder von den Hallen, Sitzpläne, Abrechnungen, internen Schriftverkehr, Zeitungsartikel und Fotos von den Shows selbst zu sehen.

Insgesamt arbeitete Christopher Brown drei Jahre lang an dem Projekt, korrespondierte mit unzähligen Menschen und kam dadurch in den Besitz all dieser Unterlagen.

On Tour With Elvis  stammt aus einer Zeit, in der es noch kein bequemes Self- oder Online-Publishing gab. Auch standen einem freischaffenden Einzelkämpfer keine Design-Tools, hochauflösende Scans oder ähnliche Dinge zur Verfügung.

Die Fotos und sonstigen Dokumente wurden stattdessen mit einem analogen Koperer vervielfältigt, der Text mit einer Schreibmaschine auf Papier geschrieben.

Das Design von On Tour With Elvis  ist also extrem Old School, was allerdings auch einen gewissen Charme hat.

Inhaltlich überzeugt das Buch auf der ganzen Linie, denn der Leser taucht ein in die Fan-Welt des Jahres 1975 und ist hautnah dabei, wie Mr. Brown den King kreuz und quer durch die Südstaaten begleitet.

Dass man die beschriebenen Konzerte bereits von Mischpult- und Publikumsmitschnitten kennt, macht die Sache nicht weniger interessant. Denn Christopher beschreibt, was auf der Bühne und im Publikum passierte und liefert damit exakt die Informationen, die uns die Audio-Quelle vorenthält.  Das Bild über die Elvis Presley-Show wird also abgerundet.

 

Fazit & Bewertung

Christopher Brown nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise in die Vergangenheit und lässt uns die Presley-Experience 1975 hautnah miterleben.

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte an dem Buch-Cover bei Christopher Brown.