Elvis On Tour: April / Mai 1975

Am 9. Januar 1975 fegte ein Tornado durch den Bundesstaat Mississippi, tötete zehn Menschen und verursachte Sachschäden in Millionenhöhe.

Nur vier Tage später kündigte Gouverneur Bill Waller ein Benefizkonzert in Jackson von Elvis Presley an, mit dessen Einnahmen der Sänger den Opfern der Naturkatastrophe in seinem Heimatstaat helfen wollte. Der Auftritt sollte im Rahmen einer Tournee stattfinden, die Karten für die übrigen Konzerte gingen wenig später in den Vorverkauf.

 

Stationen

24.04.1975: Macon, Georgia; Macon Coliseum (10.242 Zuschauer)
25.04.1975: Jacksonville, Florida; Veterans Memorial Coliseum (10.532 Zuschauer)
26.04.1975: Tampa, Florida; Curtis Hixon Convention Center (15.000 Zuschauer, 2 Shows)
27.04.1975: Lakeland, Florida; Lakeland Civic Center (16.400 Zuschauer, 2 Shows)
28.04.1975: Lakeland, Florida; Lakeland Civic Center (8.200 Zuschauer)
29.04.1975: Murfreesboro, Tennessee; Athletic Center (12.000 Zuschauer)
30.04.1975: Atlanta, Georgia; Omni Coliseum (17.228 Zuschauer)
01.05.1975: Atlanta, Georgia; Omni Coliseum (17.228 Zuschauer)
02.05.1975: Atlanta, Georgia; Omni Coliseum (17.228 Zuschauer)
03.05.1975: Monroe, Louisiana; Civic Center (16.354 Zuschauer, 2 Shows)
04.05.1975: Lake Charles, Louisiana; Civic Center (20.000 Zuschauer, 2 Shows)
05.05.1975: Jackson, Mississippi; State Fair Coliseum (10.242 Zuschauer)
06.05.1975: Murfreesboro, Tennessee; Athletic Center (12.000 Zuschauer)
07.05.1975: Murfreesboro, Tennessee; Athletic Center (12.000 Zuschauer)

 

Musiker

James Burton (Gitarre), John Wilkinson (Gitarre), Charlie Hodge (Gitarre und Harmonie-Gesang), Glen D. Hardin (Klavier), Jerry Scheff (Bass) und Ronnie Tutt (Schlagzeug).  Das weitere Ensemble aus dem Joe Guercio Orchestra, den Sweet Inspirations (Myrna Smith, Estelle Brown & Sylvia Shemwell, Hintergrundgesang), J.D. Sumner & The Stamps (Bill Baize, Ed Enoch & Ed Hill, Hintergrundgesang), Voice (Donnie Sumner, Tim Baty & Sherrill Nielsen, Hintergrundgesang) sowie Kathy Westmoreland (Hintergrundgesang).

 

Ablauf & Ereignisse

Um seine Popularität brauchte sich Elvis auch in seinem 40sten Lebensjahr nicht zu sorgen. In allen Städten waren die Hallen ausverkauft, vielfach wurden sogar Zusatzkonzerte angesetzt. Der Benefiz-Auftritt erwirtschaftete Einnahmen in Höhe von 100.000 US-Dollar. Nach Abzug aller Kosten erwirtschaftete die Tournee für Elvis und seinen Manager etwa die siebenfache Summe.

Nach außen hin versuchte man den Anschein von Normalität zu wahren, hinter den Kulissen der inzwischen seit zwanzig Jahren laufenden Presley-Show sah es jedoch alles andere als rosig aus. In den letzten Monaten hatte Elvis im Rekordtempo Gewicht zugelegt, zudem war sein Medikamentenkonsum völlig außer Kontrolle geraten. Die für Dezember 1974 angedachten Schallplattenaufnahmen wurden auf den März des folgenden Jahres verschoben, das übliche Vegas-Gastspiel im Januar fand jetzt ebenfalls erst zwei Monate später statt. Der sich in Vorproduktion befindende Karate-Film The New Gladiators wurde komplett fallengelassen. Elvis sollte zur Ruhe kommen und sich erholen, ab März musste die Show allerdings weitergehen.

Und so nutzte Colonel Parker den Tornado und die Idee eines Benefiz-Konzertes als Aufhänger für eine Tournee. Zusammen mit dem Promoter Tom Hulett flog er nach Memphis, um seinem Klienten die Pläne vorzustellen. Dieser stimmte schlussendlich zu, so dass das Tourneegeschäft wieder anlaufen konnte. Da Jerry Scheff nun wieder für Konzertauftritte zur Verfügung stand, verzichtete Elvis auf die Buchung des Ersatzmannes Duke Bardwell und engagierte wieder seinen altgedienten Bassisten. Proben hielt der King aber trotzdem nicht für notwendig, stattdessen ließ er Jerry einfach ein paar Aufnahmen der aktuellen Vegas-Shows zukommen.

Aufgrund seines Übergewichts hatte Elvis das Design der Jumpsuits ändern lassen. Bei den aktuellen Kostümen handelte es sich um einteilige, ärmellose Anzüge mit einem weiten Ausschnitt im Brustbereich. Diese Suits kombinierte Elvis mit farblich passenden Hemden und einem Jackett. Nach außen hin wirkten die Outfits wie reguläre Anzüge, ohne dass dem King aber Hemd oder Hose verrutschen konnten. Da Elvis die Jacken während der Shows anbehielt, verzichtete er auf den Einsatz der entsprechenden Gürtel. Diese nutzte er erst später für den Chicken Rib Suit, den Eskimo Totem Pole Suit  und den Blue Swirl Suit. Bei den Kostümen selbst handelt es sich um den White Two-Piece Suit & Blue Ornaments, den Dark Blue Two-Piece Suit & Light Blue / Silver Ornaments, den Dark Blue Two-Piece Suit & Blue / Gold Ornaments, den Dark Blue Two-Piece Suit & Leaf Ornaments, den Dark Blue Two-Piece Suit & Flame Ornaments  und den Dark Blue Two-Piece Suit & Red / Gold Ornaments.

Während der ersten Konzerte der Tournee orientierte sich Elvis stark an den vorangegangenen Vegas-Shows und verzichtete zumeist auf die üblichen Oldies. Im Laufe der Tour verfiel der Sänger jedoch zunehmend wieder in alte Gewohnheiten, so dass die Songs Stück für Stück wieder ins Repertoire zurückkehrten. Im Rahmen der folgenden Konzertreise würde Elvis auch wieder die regulären Jumpsuits tragen. Die Chance, das 40ste Lebensjahr zu einer Neuausrichtung der Bühnenshow zu nutzen, wurde vertan.

In der Presse war zu lesen, dass Elvis an einigen Abenden blass und müde gewirkt habe. Sein Übergewicht wurde natürlich ebenfalls thematisiert. Anhand der vorliegenden Mischpultaufnahmen kann festgestellt werden, dass der King hin und wieder kurzatmig wirkte, einige Töne nicht lange genug hielt und insgesamt ein wenig die gesangliche Präzision früherer Auftritte vermissen ließ. Diese Nachteile wusste Elvis jedoch mit seiner entspannt-humorvollen Art und einem abwechslungsreichen Repertoire wieder auszugleichen.

 

Tonaufnahmen

 

Filmaufnahmen

Macon, Georgia (24. April 1975)

 

Jacksonville, Florida (25. April 1975)