Elvis On Tour: September 1970

Nur einen Tag nach dem Ende des Elvis Summer Festival 1970  im International Hotel in Las Vegas ging der King auf Tour - die erste seit dreizehn Jahren.

Die Eintrittspreise lagen bei $10, $7,50 und $5, die Organisation teilten sich Colonel Parker, RCA und Management III.

 

Stationen

09.09.1970: Phoenix, Arizona; Veteran's Memorial Coliseum (13.300 Zuschauer)
10.09.1970: St. Louis, Missouri; Kiel Auditorium (12.000 Zuschauer)
11.09.1970: Detroit, Michigan: The Olympia Arena (16.000 Zuschauer)
12.09.1970: Miami, Florida; Convention Center (24.000 Zuschauer, 2 Konzerte)
13.09.1970: Tampa, Florida; Curtis Hixon Hall (15.000 Zuschauer, 2 Konzerte)
14.09.1970: Mobile, Alabama; Municipal Auditorium (10.800 Zuschauer)

 

Musiker

James Burton (Gitarre), John Wilkinson (Gitarre), Charlie Hodge (Gitarre und Harmonie-Gesang), Jerry Scheff (Bass), Ronnie Tutt (Schlagzeug), Glen D. Hardin (Klavier), Joe Guercio Orchestra, The Sweet Inspirations (Myrna Smith, Sylvia Shemwell & Estelle Brown, Hintergrundgesang), The Hugh Jarret Singers (Hugh Jarret, Mike Redman, Harry Middlebrooks & Harry Martin, Hintergrundgesang) und Kathy Westmoreland (Hintergrundgesang).

 

Ablauf & Ereignisse

Schon seit längerem hatten Jerry Weintraub und Tom Hulett versucht, mit ihrer gemeinsamen Firma Management III eine Elvis Presley-Tournee zu organisieren. Nach den großen Erfolgen in Las Vegas stimmte Colonel Parker schließlich zu - wenn die beiden Promoter mit einer Million US-Dollar in Vorleistung gingen. Nachdem Weintraub und Hulett tatsächlich mit dem Bargeld in Las Vegas auftauchten, bekamen sie den Job.

Die Organisation der Konzerte in Florida behielt sich Parker jedoch selbst vor, das Eröffnungskonzert in Phoenix sollte aufgrund der Dreharbeiten für das That's The Way It Is - Projekt von RCA betreut werden.

Während der ersten Show wurde die Musik, wie seinerzeit in den 1950ern, über das Tonsystem der Arena wiedergegeben. Weil die Anlage aber primär für Durchsagen und Kommentare während Sportveranstaltungen ausgelegt war, konnte der Sound der Presley-Show nicht mit dem der Konkurrenz mithalten. Das Team von Management III reagierte schnell und organisierte über Concerts West ein aktuelles PA-System. Elvis war begeistert - und Hulett und Weintraub hatten einen Punkt.

Zudem stellte sich schnell heraus, dass Colonel Parker organisatorisch nicht mit den Jungs von Management III mithalten konnte. Die von ihm gebuchten Hotels entsprachen nicht dem erwarteten Standard und auch sonst zeigte sich deutlich, dass sich das Geschäft stärker verändert hatte, als es Parker zunächst hatte wahrhaben wollen. Er lernte jedoch schnell und gab die Organisation künftiger Tourneen komplett in die Hände seiner neuen Geschäftspartner.

Um Geld zu sparen, sollte nicht das gesamte Vegas-Orchester mitreisen. Joe Guercio musste sich daher auf wenige Mitglieder seiner Stamm-Crew beschränken und vor den Shows mit lokalen Musikern proben. Das Ergebnis klang alles andere als zufriedenstellend, denn die neuen Instrumentalisten konnten sich nur schwer auf die Spontanität des Kings einstellen und wirkten streckenweise überfordert.

Auch mit dem Harmonie-Gesang gab es Probleme, denn die Imperials standen aufgrund anderweitiger Verpflichtungen nicht zur Verfügung. Elvis beauftragte Hugh Jarrett, ein ehemaliges Mitglied der Jordanaires, mit der Zusammenstellung eines männlichen Begleitchores. Auch dieses Vorgehen stellte eher ein Provisorium als eine zufriedenstellende Lösung dar.

Für Elvis selbst muss die Tour sehr anstrengend gewesen sein, fand sie doch direkt im Anschluss an das einmonatige Gastspiel in Las Vegas statt. Die letzte Show endete in den frühen Morgenstunden des 8. September 1970, nur einen Tag später traf der King in Phoenix/Arizona ein und stellte sich erstmals seit 13 Jahren einem Tournee-Publikum.

Wie in Las Vegas, so nutzte Elvis auch auf dieser Tour den Chain Suit  und den Metall Eye Suit. Neu im Kleiderschrank war der White Fringe Suit & Colored Eads.

Musikalisch orientierten sich die Auftritte an den Shows in Vegas, neu im Programm war die Country-Ballade Funny, How Time Slips Away.

 

Tonaufnahmen

 

Literatur