Elvis In Stateline: Oktober 1974

Nur fünf Monate nach seinem letzten Gastspiel in diesem Hause eröffnete Elvis am 11. Oktober 1974 abermals eine Konzertreihe im Del Webb's Sahara Tahoe Hotel. Das Kurzengagement dauerte lediglich vier Tage und beinhaltete acht Auftritte.

Die Vorstellungen fanden um 20:15 Uhr und Mitternacht statt, kosteten $ 17 pro Person und beinhalteten jeweils drei Freigetränke.

 

Musiker

James Burton (Gitarre), John Wilkinson (Gitarre), Charlie Hodge (Gitarre & Harmonie-Gesang), Duke Bardwell (Bass), Ronnie Tutt (Schlagzeug) und Glen D. Hardin (Klavier), Al Tronti Orchestra (unter der Leitung von Joe Guercio), The Sweet Inspirations (Myrna Smith, Sylvia Shemwell & Estelle Brown, Hintergrundgesang), J.D. Sumner & The Stamps Quartet (Bill Baize, Ed Enoch & Ed Hill, Hintergrundgesang), Voice (Donnie Sumner, Tim Baty & Sherrill Nielsen, Hintergrundgesang) und Kathy Westmoreland (Hintergrundgesang).

 

Ablauf & Ereignisse

Anfang 1973 hatte Elvis sowohl im Las Vegas Hilton, als auch im Del Webb's Sahara Tahoe Hotel einige Auftritte ausfallen lassen.

Im Gegensatz zum Management des Vegas-Resorts bestand die Führungsebene in Stateline allerdings auf Nachholtermine und so flogen der King und seine Musiker direkt im Anschluss an die Herbst-Tournee des folgenden Jahres zum Lake Tahoe, um ihren Verpflichtungen nachzukommen.

Während der vorangegangenen Konzertreise hatte sich Elvis in keinem guten Zustand gezeigt. Er hatte sichtbar an Gewicht zugenommen, seine Stimme klang angegriffen und nahezu konstant stand er unter dem Einfluss irgendwelcher Substanzen. Erst mit dem Eintreffen von Dr. Nichopoulos und Linda Thompson schien sich sein Zustand gegen Ende der Tour wieder etwas zu stabilisieren.

Auch während des Blitz-Gastspiels in Stateline wurde Elvis von Dr. Nick und Linda begleitet. Nach der letzten Show flog er allerdings sofort wieder nach Las Vegas, wo er sich seiner Zweitfreundin Sheila Ryan und den Drogen hingab.

In Stateline wirkte Elvis ebenfalls angeschlagen. Seine Augenlieder waren geschwollen und sein Verhalten verriet eindeutig, dass er dem neben seinen üblichen Medikamenten konsumierten flüssigen Kokain noch lange nicht abgeschworen hatte. Immerhin gelang es Dr. Nick jedoch, seinen Patienten auftrittsfähig zu halten und Ausfälle zu vermeiden.

Im Ganzen hinterließen die Tahoe-Shows einen solideren Eindruck als die Konzerte während der vorangegangenen Tournee.

Musikalisch verließ sich Elvis auf die Zugkraft seiner Oldies und streute nur hier und dort ein neueres Lied ins Programm ein.

Mit dem Embroidered Arabian Suit  und dem Mexican Sundial Suit  sorgte er zumindest optisch für Neuerungen. Zu den weiteren Bühnenoutfits gehörten der Mad Tiger Suit, der Chinese Dragon Suit, der Peacock Suti  und der Blue Swirl Suit.

Zwar waren die Fans nach wie vor von ihrem Idol begeistert, hinter den Kulissen sorgte Elvis' Zustand jedoch für Gesprächsstoff. Es war kaum noch zu übersehen, dass der Sänger drauf und dran war, sich mit seinem Lebensstil umzubringen.

Colonel Parker ließ die für den Winter angedachten Schallplattenaufnahmen seines Klienten in den März des folgenden Jahres verlegen und auch das Vegas-Gastspiel im Januar 1975 wurde um zwei Monate verschoben.

Zu Beginn des neuen Jahres wurde Elvis abermals im Baptist Memorial Hospital in Memphis entgiftet. Wie wir heute wissen, ließ er aber auch dieses Mal keine weiteren Maßnahmen folgen und kehrte schon bald wieder zu seinen alten Gewohnheiten zurück.

 

Tonaufnahmen