Elvis In Stateline: Mai 1973

Nach dem großen Erfolg des 1971er Gastspiels buchte das Management des Del Webb's Sahara Tahoe Hotels in Stateline, Nevada den King im Mai 1973 für eine weitere Spielzeit. Vom 4. bis zum 20. des Monats sollte Elvis zweimal täglich auf der Bühne stehen. Während der 20:00 Uhr-Vorstellung wurde ein Abendessen serviert, während der Midnight Show um 24:00 Uhr reichte man Getränke.

 

Musiker

James Burton (Gitarre), John Wilkinson (Gitarre), Charlie Hodge (Gitarre & Harmonie-Gesang), Emory Gordy (Bass), Ronnie Tutt (Schlagzeug) und Glen D. Hardin (Klavier), Al Tronti Orchestra (unter der Leitung von Joe Guercio), The Sweet Inspirations (Myrna Smith, Sylvia Shemwell & Estelle Brown, Hintergrundgesang), J.D. Sumner & The Stamps Quartet (Donnie Sumner, Bill Baize, Ed Enoch, Richard Sterban & Ed Weideman, Hintergrundgesang) und Kathy Westmoreland (Hintergrundgesang).

 

Ablauf & Ereignisse

Die Nachfrage war so groß, dass zeitweise die Telefonverbindungen zusammenbrachen und die Bell Telephone Company keinen anderen Ausweg mehr sah, als einen gewissen Prozentsatz der Ferngespräche zum Area-Code 588 zu blockieren. Das Hotelmanagement hatte mit dem Ansturm der Massen ebenfalls seine liebe Not, denn wie üblich war man im Vorfeld davon ausgegangen, dass maximal 90% der Reservierungen tatsächlich in Anspruch genommen würden.

Und so wurde guten Kunden (sprich: regelmäßigen Besuchern der Casinos) auch ohne Vorbestellung Zutritt zum Showroom gewährt. Als sich dann aber nahezu alle angekündigten Besucher tatsächlich am Ticket-Schalter einfanden, mussten einige Gäste trotz Pre-Order abgewiesen werden. Teilweise kam es zu heftigen Auseinandersetzungen, so dass das völlig überforderte Hotelpersonal schließlich die Polizei rief.

Elvis selbst reagierte auf das Chaos, indem er am 13. Mai um 3:00 Uhr morgens eine zusätzliche Vorstellung gab und den Erlös dem örtlichen Krankenhaus spendete. Wirklich ernst nahm Elvis diese Show nicht, aber die Besucher waren um diese Zeit selbst in Party-Laune und amüsierten sich köstlich.

Insgesamt hinterließ der King während dieses Gastspiels jedoch keinen allzu motivierten Eindruck und auch die Presse merkte an, dass er sich nicht gerade in Hochform befand: Elvis is neither looking or sounding good. Some 30 pounds overweight, he's puffy, white faced and blinking against the light. His voice sounds weak, delivery is flabby with occasional dynamic great effort and no enthusiasm.

Wie schon in Las Vegas, so waren auch die Konzerte in Stateline ein wenig zu sehr von Routine getragen. Das Repertoire hingegen war recht aktuell, neben den typischen Oldies enthielt die Show zumeist Songs der Alben Aloha From Hawaii Via Satellite  (1973), Now  (1972), Elvis Country - I'm 10,000 Years Old  (1971), That's The Way It Is  und On Stage - February 1970  (beide 1970).

Zu den von Elvis genutzten Bühnenanzügen gehörten der Fire Suit & Red Cape, der Snowflake Suit & Turquise Cape, der Nail Studded Suit & Gold Cape  sowie einige Kostüme vom Januar/Februar-Gastspiel in Las Vegas.

Wie lustlos und unprofessionell der King tatsächlich war, zeigte sich am 17. Mai 1973. Gemäß den im Buch Elvis And The Memphis Mafia  nachzulesenden Aussagen von Marty Lacker teilte der Sänger seinen Leuten aus dem Blauen heraus mit, dass sein Gesundheitszustand keine weiteren Auftritte mehr zuließe. Beide Shows wurden abgesagt, am nächsten Tag begab sich Elvis zur Bestätigung seiner Aussagen ins Krankenhaus. Dort wurde ihm tatsächlich eine Infektion des Brustkorbes und damit verbundene Atembeschwerden bescheinigt, so dass auch die verbleibenden sechs Konzerte abgesagt werden konnten ohne dass Elvis regresspflichtig wurde.

Scheinbar fühlte sich das Management des Hotels jedoch hintergangen, denn im Gegensatz zum Las Vegas Hilton - wo Elvis im Februar ebenfalls einige Shows hatte ausfallen lassen - bestand man auf Nachholtermine im Oktober des folgenden Jahres.

 

Tonaufnahmen

 

Dia-Show & Tonbeispiel (Elvis singt A Big Hunk O' Love  am 13.05.1973)