Elvis-Las Vegas Hilton 1973

 

Also Sprach Zarathustra

Aufgrund des großen Andrangs hatte Elvis einem Sonderkonzert zugestimmt, so dass er am 01.09.1973 wie gehabt um 20:30 Uhr und 24:00 Uhr auftrat und dann nochmal um 03:00 Uhr -inzwischen war es logischerweise der zweite September- auf die Bühne ging.

Wie gewohnt spielt das Orchester einen Ausschnitt aus Also Sprach Zarathustra und die Band übernimmt mit dem Opening Riff. Zur allgemeinen Überraschung kommt Elvis dann aber nicht per pedes auf die Bühne, sondern sitzt auf dem Rücken von Lamar Fike - und auf Elvis' Rücken sitzt wiederum ein Stoff-Gorilla!

 

See See Rider

Mit dem am Stehkragen seines Jumpsuits befestigten Plüschtier hat der King ein paar Schwierigkeiten mit dem Umhängen der Gitarre und kann sich auch während seines typischen Openers hier und dort ein Lachen nicht verkneifen.

Anschließend erwähnt er, dass es sich bei dem Träger um seinen Freund Lamar Fike handelt. Offenbar rechnet Elvis damit, dass Lamar noch einmal auf die Bühne kommt, aber der ist, wie der King bemerkt, schon wieder "up in the rafters" (Lamar betreute die Licht-Technik). 

 

I Got A Woman / Amen

Während des Spielchens mit dem Wort "well" haben der King und seine Fans noch immer Spaß, so dass der erste Einstieg in I Got A Woman misslingt. Auch als die Nummer bereits in vollem Gange ist, kann Elvis noch immer nicht ernst bleiben. Erst in der zweiten Hälfte fängt er sich wieder.

Wie üblich hängt der King ein paar Takte des Gospels Amen an und JD Sumner darf seine Bass-Stimme demonstrieren. Dann kehrt Elvis zu I Got A Woman zurück und entledigt sich seiner Gitarre sowie des Stofftiers.

Das Publikum begrüßt er mit "Good morning, evening...whatever it is" und ergänzt, vermutlich um das Trio vollzumachen "We hope you enjoy our show this afternoon". Anschließend gibt er JD Sumner noch einen mit, indem er seine -in Anbetracht der späten Urzeit und des vergleichsweise hohen Alters- Leistungen während Amen explizit lobt.

 

Love Me

Die Ballade Love Me wird wie üblich durchgesungen, als Elvis dann aber ein erstes Halstuch in den Zuschauerraum wirft, gibt es ein großes Hallo.

 

Steamroller Blues

Jetzt folgt die Top20-Single vom Frühjahr, eine Auskopplung aus dem Top-Seller Aloha From Hawaii Via Satellite. Heute geben Elvis und seine Jungs etwas mehr Gas als damals in Honolulu, was der Nummer gut bekommt.

 

You Gave Me A Mountain

Der King bleibt beim Repertoire des TV-Konzertes. Hier fordert er erstmals an diesem Abend seine Stimme so richtig und auch das Orchester und der Chor beweisen, was sie können.

 

Trouble

Nach zwei aktuellen Songs geht es mit Trouble zurück ins Jahr 1958. James Burton spielt ein schönes Solo, während des Wortes "mystery" zieht Elvis seine Stimme nach oben. Insgesamt ein sehr gelungener Vortrag.

 

Rock'n'Roll Medley

Während der Show auf der ersten Disc hatte Elvis zwischen Trouble und dem Medley noch Blue Suede Shoes gesungen, das lässt er heute allerdings ausfallen. Als Gag ändert der King während Long Tall Sally den Text und sieht statt Uncle John seine Bühnenkumpanen Charlie Hodge und JD Sumner. Neben dem erwähnten Song kommen in der Zusammenstellung auch Whole Lotta' Shakin' Goin' On, Mama Don't Dance, Flip Flop & Fly und Hound Dog vor.

 

Love Me Tender

Mit der Schnulze Love Me Tender folgt jetzt ein absoluter Favorit der Damenwelt, denn hier nimmt der Meister wieder Kontakt zu eben jener auf und verteilt Halstücher und Küsschen. "A tough way to make a living" bemerkt Elvis dabei ironisch, einen von Mr. Hodge gereichten, weißen Schal lehnt er ab und möchte lieber ein blaues Exemplar. Den Ladies dürfte die Färbung des Souvenirs vermutlich egal gewesen sein.

 

Fever

"OK, let's do this other silly song" sagt Elvis, woraufhin Emory Gordy sofort mit dem Bass-Intro von Fever beginnt. Während der King rhythmisch die Beine zucken lässt und die Damen hysterisch kreischen, kommentiert er ironisch "They pay me to do this stuff!" und singt als Gag ein paar Zeilen von Polk Salad Annie. Der Meister und sein Publikum haben hörbar ihren Spaß.

 

What Now My Love

Offenbar steht nun Bridge Over Troubled Water auf der Setlist, aber Elvis meint, es sei zu früh am Morgen, um diesen Song zu singen. Die Zuschauer applaudieren, weil sie noch immer den Simon & Garfunkel-Hit erwarten. Aber dem King ist es ernst, "I'm running this damn show, I do what I want" stellt er klar.

Aber wirklich ernst geht es auch jetzt nicht zu, denn statt "turning my dreams into ashes" singt er "...asses" und lacht sich anschließend über seinen eigenen Gag kaputt. Bei den Worten "...tumbling around me" lässt sich Elvis schließlich auf den Boden fallen. Anschließend entschuldigt er sich dafür, das schöne Lied ruiniert zu haben...und spritzt Charlie Hodge mit Wasser nass.

 

Suspicious Minds

Auch der Mega-Hit Suspicious Minds wird nicht wirklich seriös dargeboten. Als er zum dramatischen "Oh let our love survive"-Part kommt, teilt er den Sweet Inspirations mit, sie sollen sich emotional nicht so mitnehmen lassen, später ändert er den Text in "Please don't let a good show die" und hofft singend, während er einen Knee Bend vollführt, dass seine Hose nicht reißt.

 

Introductions

Kurioserweise zieht Elvis die Bandvorstellung straight durch, lediglich Charlie Hodge stellt er als den Typen, der mit ihm lacht vor. Anschließend erwähnt der King auch die Anwesenheit des britischen Fanclubs, was natürlich zu entsprechenden Reaktionen führt.

 

Release Me

Normalerweise wäre nun die dramatische Ballade My Boy an der Reihe gewesen, doch Elvis möchte direkt mit Release Me weitermachen. Während des Intros bemerkt der King in Richtung seines Orchesters "drop the arrangement" und tatsächlich spielen die Musiker dann auch merklich anders als während der Show auf der ersten CD dieses Sets!

Fast schon logisch, dass Elvis auch hier wieder Scherz und Schabernack produziert. Er kaspert mit dem Publikum rum oder verändert den Text, indem er auf "I have found a new love, dear" gemünzt auf seinen Orchester-Chef "and I can't help if Guercio's queer" reimt.

 

An American Trilogy

Bevor er die American Trilogy beginnt, weist Elvis seinen Beleuchter an, die amerikanische Flagge diesmal nicht auf den Hintergrund zu projezieren, da das Lied auch allein für sich spräche. Im Anschluss trägt der King die patriotische Nummer ernsthaft und stimmgewaltig vor.

 

Mystery Train / Tiger Man

"Let's do...ah...Mystery Train" sagt Elvis und schon legt die Band los. Die Nummer hat ordentlich Drive und während der Breaks lässt der King bei Tiger Man seinen Körper zum Stroboskop-Licht zucken.

 

The First Time Ever I Saw Your Face

Offenbar möchte sich Elvis nach dem ganzen Scherz und Schabernack zum Schluss der Show dann doch noch als ernsthafter Sänger präsentieren, denn er kündigt eines seiner Lieblingslieder an und hofft, dass es auch dem Publikum gefalle.

Ähnlich wie An American Trilogy besteht auch dieser Song aus ruhigen und stimmgewaltigen Passagen und auch hier haben Chor und Orchester wieder die Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen.

 

How Great Thou Art

Jetzt legt Elvis mit einem Lied ähnlicher Machart nach, nur dass es sich diesmal um eine Gospel-Hymne handelt. Und auch diese wird, wie sollte es anders sein, absolut beeindruckend abgeliefert.

 

Can't Help Falling In Love

Mit knappen Worten verabschiedet sich Elvis, dann steigt er in seinen typischen Show-Closer Can't Help Falling In Love ein. Dann beginnt sich der goldene Vorhang des Showroom Internationale zu senken, Lamar Fike erscheint und transportiert den King genauso wieder ab, wie er ihn angeliefert hat - auf seinem Rücken!

 

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte am Cover bei Sony Music Entertainment / Follow That Dream Records.