Elvis-Las Vegas Hilton 1973

 

Also Sprach Zarathustra

Die erste Show des Sets wurde am 20.08.1973, einem Montag aufgenommen. Es handelt sich um die Mitternachtsvorstellung, Elvis hatte also bereits einen Auftritt hinter sich.

Das Vorprogramm ist zuende, die Kronleuchter werden nach oben gefahren und der Showroom Internationale verdunkelt sich. Das Orchester spielt Also Sprach Zarathustra, dann geht die Band in das Opening Riff über und Elvis betritt die Bühne. Von Charlie Hodge nimmt er seine schwarze Gitarre entgegen und begibt sich in medias res.

 

See See Rider

Die Musiker geben Vollgas und auch Elvis liefert eine dynamische Performance. Zum Ende irritiert der King seine Band, indem er nach dem ruhigeren Teil vorgibt, wieder loslegen zu wollen, es schlussendlich aber doch nicht tut.

 

I Got A Woman / Amen

Jetzt singt Elvis ein paar Mal das Wort "well" und kommentiert "That's about it, folks!". Aber natürlich war es das noch lange nicht, denn das Wort bildet den Einstieg in I Got A Woman. Selbstredend fügt er wieder den Gospel Amen an und lässt JD Sumner zum Finale seine Bass-Stimme demonstrieren. Das Ergebnis kommentiert er mit "I think he can do better" und wiederholt das Prozedere. Dann kehrt er zu I Got A Woman zurück und reicht seine Gitarre wieder an Mr. Hodge.

Jetzt begrüßt Elvis sein Publikum und hofft, dass sich alle gut unterhalten. Nach eigenen Angaben möchte er ein paar Lieder singen, auf der Bühne herumlaufen und so aussehen, als wüsste er, was er da tue.

 

Love Me

Dann steigt er in die Ballade Love Me ein, bei der er erstmals Kontakt mit dem Publikum aufnimmt und ein paar Halstücher in die ersten Reihen wirft. Jedes einzelne davon stellt natürlich eine Sensation dar und wird mit entsprechender Hysterie gewürdigt.

 

Steamroller Blues

Mit dem Steamroller Blues trägt der King nun eines der neuen Lieder aus seinem TV-Konzert Aloha From Hawaii Via Satellite vor. Seine Performance hat mehr Drive als damals in Honolulu, man merkt, dass ihm die Nummer Spaß macht.

 

You Gave Me A Mountain

Das nächste Lied stammt ebenfalls vom Aloha-Soundtrack, diesmal handelt es sich um die Power-Ballade You Gave Me A Mountain. Beim Intro spielt einer der Blechbläser hörbar unsauber, ansonsten hat die Performance jedoch die gewohnte Qualität.

 

Trouble

Der King kündigt nun ein Medley aus einigen seiner Schallplatten an. Den Anfang macht Trouble aus dem Film King Creole. James Burton spielt ein vergleichsweise hartes Gitarren-Solo, Elvis hält sich jedoch etwas zurück und zieht beim Wort "misery" die Stimme nicht nach oben.

 

Blue Suede Shoes

Es folgt der Rock'n'Roll-Klassiker Blue Suede Shoes. Die Nummer wird eine Minute lang kurz und schmerzlos runtergespielt und ist in etwa mit der Fassung aus der Aloha-Show vergleichbar.

 

Rock'n'Roll Medley

Jetzt singt Elvis tatsächlich ein Medley. Dabei verknüpft er Long Tall Sally, Whole Lotta' Shakin' Goin' On, Mama Don't Dance, Flip Flop & Fly, Jailhouse Rock und Hound Dog zu einem unterhaltsamen Einheitsbrei. Dabei geht er auch auf seinen prominentesten Zuschauer an diesem Abend ein und singt "I saw Bob Hope with bald headed Sally" (statt "I saw uncle John...").

 

Love Me Tender

Während er das Titellied seines ersten Leinwandabenteuers singt, begibt sich der King an den Bühnenrand und küsst ein paar hörbar begeisterte Damen. Am Ende teilt er den ungeküssten Zuschauerinnen mit, dass er später nochmal im Showroom die Runde machen werde.

 

Fever

Während Fever lässt Elvis die Beine rhythmisch zucken und verwandelt dadurch Ladys zwischen 30 und 40 in kreischende Teenager. Als kleinen Gag am Rande macht er auch der Zeile "When her daddy tried to kill him" ein "...tried to kiss him".

 

What Now My Love

Nach all dem Scherz und Schabernack wird der King nun aber wieder ernst und präsentiert mit What Now My Love ein weiteres Exemplar der neuen Songs vom Aloha-Soundtrack. Hier werden wieder Band, Orchester und Chor involviert und auch der Lead Vocalist kann seine Qualitäten voll ausspielen.

 

Suspicious Minds

Der Show Stopper Suspicious Minds darf natürlich nicht im Programm fehlen. Als Elvis zu der dramatischen Zeile "I dry the tears from your eyes" kommt, deutet er an, statt "eyes" lieber "shit" singen zu wollen und muss über seinen eigenen Gag lachen. Und natürlich bringt er auch wieder die Zeile "I hope the suit don't tear up, baby".

 

Introductions

Nun stellt der King erstmal seine Mitstreiter vor. Dabei erwähnt er auch, dass das Joe Guercio Orchestra gerade zum Orchester des Jahres gewählt wurde.

Selbstverständlich wird auch der unter den Zuschauern sitzende Komiker Bob Hope erwähnt. Nach der Show trafen sich Elvis und Bob, zudem wollte der Comedian den Sänger für seine kommende, vom Automobilhersteller Buick gesponsorte TV-Show gewinnen. Als Colonel Parker klarstellte, dass jeder Song von Elvis 25.000 US-Dollar und zwei Buick-Fahrzeuge kosten würden, überlegte es sich Mr. Hope allerdings anders und verzichtete auf das Presley-Engagement.

 

My Boy

Der Bandvorstellung folgt die Ballade My Boy. Die Zuschauer kennen das Lied noch nicht von Elvis, erst im Dezember wird er es im Studio aufnehmen und es sollte bis zum März des folgenden Jahres dauern, ehe es auf einem Album veröffentlicht werden würde.

 

Release Me

Zwar kennen die Fans Release Me von der LP On Stage - February 1970, aber seit dem für dieses Projekt aufgezeichneten Gastspiel hatte der King das Lied nur noch selten zum Einsatz gebracht. Während des Elvis Summer Festival 1973 trug er die Nummer jedoch öfter mal vor. Das Tempo hatte der Meister deutlich angezogen, hier wäre weniger sicherlich mehr gewesen.

Heute warf eine Frau das ihr zugedachte Halstuch mehrfach zu Elvis zurück, was dieser scheinbar mit Humor nimmt und mehrfach "Don't throw anymore" sagt. Nach der Show soll der King jedoch seinen Bodyguard (Red West) zur Rede gestellt haben, da er seiner Meinung nach die Dame von ihrem Tun hätte abhalten müssen. Wie gesagt, auf der Bühne ließ sich Elvis von dieser absurden Vorstellung nichts anmerken und machte gute Miene zu dem seiner Meinung nach bösen Spiel.

 

An American Trilogy

Das Medley aus drei uramerikanischen Traditionals hingegen war ein fester Bestandteil der Show und zählte zu den Highlights im Programm des Kings. Auch heute wieder liefern Elvis und seine Truppe voll ab und beeindrucken auf der ganzen Linie.

 

Mystery Train / Tiger Man

Mit der Kopplung von Mystery Train und Tiger Man zieht der King das Tempo wieder an. Die Band spielt mit ordentlich Drive und Elvis' Bewegungen im Stroboskoplicht tun ein übriges, den Saal zum Kochen zu bringen.

 

Help Me Make It Through The Night

"Give me an e-chord" verlangt Elvis. Als James Burton die entsprechende Note spielt, fängt der King an, die Country-Ballade Help Me Make It Through The Night zu singen. Ähnlich wie Release Me, so stellt auch dieser Song keine echte Rarität dar, gehört aber ebenfalls nicht zum Standardprogramm.

Während er singt, nimmt Elvis wieder Kontakt zu den Fans auf und kaspert ein wenig mit den Damen am Bühnenrand herum.

 

How Great Thou Art

Die Gospel-Hymne How Great Thou Art widmet der Meister Bob Hope. Was folgt, ist eine weitere Demonstration des Könnens von Band, Chor, Orchester und Lead-Sänger.

 

Can't Help Falling In Love

"Thank you, ladies and gentlement, you're a fantastic audience, thank you". Mit diesen Worten verabschiedet sich der King und beginnt sofort mit seiner üblichen Schlussnummer Can't Help Falling In Love.

Nahtlos geht die Band zum Closing Riff über. Elvis verbeugt sich noch einmal und schreitet nochmals die Bühne ab. Natürlich stellt er dabei sicher, sich im passenden Moment hinter dem langsam herabsinkenden Vorhang zu befinden und dahinter zu verschwinden.

Die Aufnahme endet mit dem Hinweis des Saalsprechers, dass am Ausgang des Showrooms noch Merchandising-Artikel erhältlich sind.

 

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte am Cover bei Sony Music Entertainment / Follow That Dream Records.