That's The Way It Is - 50th Anniversary Collector's Edition

 

Die ersten Dreharbeiten fanden am 14. Juli 1970 zwischen 12 und 18 Uhr auf der MGM Soundstage 1 in Culver City/Kalifornien statt. Man koordinierte sich, hörte Demo-Aufnahmen an und probte ein paar Songs. Vermutlich war der Termin grundsätzlich als ein erstes "Beschnuppern" angelegt, denn MGM nahm die Rehearsal-Session gar nicht komplett auf und beschränkte sich auch im Audio-Bereich auf ein 2 Track-Equipment mit sehr rudimentärem SetUp.

Erst am zweiten Tag, man traf sich am 15. Juli am selben Ort zur selben Zeit, nutzte MGM ein Gerät mit vier Tonspuren und kümmerte sich um einen zumindest rudimentären Mix. Einen Hörgenuss stellt allerdings auch der nicht dar, denn Elvis' Mikrophon ist viel zu laut eingestellt und sorgt für konstante Übersteuerungen.

Die eigentlichen Proben an diesem zweiten Tag dauerten  länger, man könnte sogar sagen, Elvis und seine Jungs legten erst hier so richtig mit den Vorbereitungen los. Bei den "Jungs" handelt es sich übrigens um James Burton (Lead-Gitar), John Wilkinson (Rhythmus-Gitarre), Charlie Hodge (Akustik-Gitarre und Harmony-Gesang), Jerry Scheff (Bass), Ronnie Tutt (Schlagzeug) und Glen D. Hardin (Klavier).

Das Konzept der Vorbereitungen bestand darin, dass Elvis mit seiner Band eine Vielzahl von Songs ausprobierte und einübte. Was davon für die Show infrage kam, gab er an die Hintergrundsänger und das Orchester weiter. Die übten dann zunächst separat diese Titel ein, bevor dann mit der kompletten Mannschaft am Feinschliff gearbeitet wurde. Aus diesem Vorgehen erklärt sich auch der Umstand, dass Elvis hier und dort mal auf Zuschauerwünsche einging und Lieder vortrug, die ansonsten gar nicht in der Show vorkamen. Nummern wie Return To Sender, Young And Beautiful oder Such A Night hatte er halt irgendwann mal mit seiner Band geprobt und konnte die Lieder, zumindest in grober Form, jederzeit abrufen.

 

MGM Soundstage, 14.07.1970 

Words

Im Kinofilm ist Elvis' Eintreffen auf der Tonbühne, die Begrüßung ("Good morning Hollywood-Camera") und seine Anmerkungen zur Band ("These are the backbone of my whole show") zu sehen. Die CD enthält diese Sequenzen nicht, ebensowenig wie die Persormance von Baby What You Want Me To Do.

Glen Hardin spielt ein paar Takte von Words und diskutiert mit Elvis. Dann steigt dieser mit ein und auch die übrigen Musiker nehmen ihre Tätigkeit auf. Der King bricht dann aber ab und sagt "My fault". Elvis versucht, das Lied aus dem Gedächtnis zu singen, scheitert aber am Text. MGM schnitt damals nicht gesamte Sequenz mit, immer wieder sind Unterbrechungen der Aufnahme auszumachen.

 

You Don't Have To Say You Love Me

Elvis und seine Musiker hören sich nun Demos von Bridge Over Troubled Water und You Don't Have To Say You Love Me, zwei der Aufnahmen vom Juni, an. Im ReCut von That's The Way It Is sind Ausschnitte daraus auch zu sehen, die CD springt allerdings gleich zum nächsten Song der Probe-Session.

Dabei handelt es sich um den ersten Versuch, das gerade gehörte You Don't Have To Say You Love Me zu spielen. Die Perforamnce klingt alles andere als rund, auch die Schlechte Tonqualität fällt nun deutlicher auf. Die Stimme des Kings ist übersteuert, insgesamt klingt alles recht dumpf.

Im Anschluss wird die Nummer diskutiert, Elvis möchte, dass Glen Hardin "big chords" spielt.

 

Polk Salad Annie

Als nächster Song wird Polk Salad Annie, eine Nummer der aktuellen Live-LP On Stage - February 1970, geprobt. Dabei kommt es darauf an, dass die Musiker den Bewegungen des Kings folgen.

Während Elvis noch ein paar Demos mit möglichen Songs für die Show durchsieht, singt er kurz Sweet Caroline an.

 

Bridge Over Troubled Water

Mit Bridge Over Troubled Water ist nun wieder einer der gerade in Nashville eingespielten Songs an der Reihe. Elvis klingt streckenweise unsicher und auch die Musiker wissen nicht, so recht, was sie spielen sollen.

 

You Don't Have To Say You Love Me

Während der tatsächlichen Rehearsal-Session hörten sich Elvis und die Band eine Aufnahme von I've Lost You an. Die Ballade stellte die A-Seite der aktuellen Single dar und sollte natürlich ebenfalls in die Live-Show aufgenommen werden.

Die Tonaufnahme setzt jedoch erst wieder ein, als der King und seine Jungs zum zweiten Mal You Don't Have To Say You Love Me in Angriff nehmen. Elvis albert ein wenig herum, im Gegensatz zum vorangegangenen Song wissen hier alle, was zu tun ist. Nach dem ersten Durchlauf werden Tonfolgen diskutiert, dann folgt eine weitere Performance.

 

The Next Step Is Love

Nachdem Elvis kurz It's Over angesungen hat, springt die Aufnahme zu The Next Step Is Love, einem weiteren Song der Nashville-Sessions. Die Nummer wird aber nicht ganz ausgespielt. Im Anschluss sind Gespräche und Gags zu hören, unter anderem singt Elvis Mary In The Morning an.

Dann springt die Aufnahme zu einem weiteren Durchlauf von The Next Step Is Love, der sich schon ziemlich rund anhört und den letzten Track der Session vom 14.07.1970 darstellt.

Die reale Session währe mit einem Instrumentalstück sowie Proben von Patch It Up und Mystery Train weitergegangen. Zum Abschluss lauschten der King und seine Mannen dann noch einem Demo von The Next Step Is Love.

 

 

MGM Soundstage, 15.07.1970

Stagger Lee

Die Audo-Aufnahme beginnt mit einem Jam von Stagger Lee, tatsächlich haben Elvis und seine Jungs zuvor aber bereits Just Pretend und Stranger In The Crowd geprobt.

Das Tonband wird eingeschaltet, als die Performance schon in vollem Gang ist. Elvis albert mit den Zeilen herum, singt "I have three hungry kids, a horny wife" oder "Screw, Stagger Lee". Zwischdurch singt er auch kurz Love Me Tender an.

 

I Got My Mojo Working

Wie kurz zuvor im RCA Studio B beginnt der King einfach mit I Got My Mojo Working. Ebenso wie Stagger Lee dürfte die Nummer nicht ernsthaft für die Show vorgesehen gewesen sein. Elvis singt einfach drauflos, wenn er den Text nicht kennt, singt er irgendwas oder nuschelt sich ein paar Worte in den nicht vorhanden Bart.

 

I've Lost You

Jetzt probt Elvis seine aktuelle Single I've Lost You. Hier und dort passt sein Timing nicht so ganz, dafür singt er aber denselben Text wie bei der Studio-Aufnahme. Bei der auf dem That's The Way It Is-Album zu hörenden Live-Version beschränkt er sich auf eine Version des Refrains.

Weil er mit dem Ende nicht zufrieden war, lässt er die Band das Finale wiederholen. Dann macht er sich über seine Gewohnheit lustig, im Takt mit den Armen zu rudern und kommentiert "Like a damn spastic".

 

Stranger In The Crowd

In dieser frühen Phase der Vorbereitungen scheint Stranger In The Crowd noch als Kandidat für die Live-Show gehandelt worden zu sein, denn nun übt der King das Lied ein zweites Mal. Dabei singt er allerdings teilweise recht übertrieben und legt auch hier und dort eine komische Note in seine Betonungen.

 

The Next Step Is Love

Nach einigen Gesprächen folgt eine Probe von The Next Step Is Love. Zunächst einigt man sich auf ein Intro, dann geht es los. Als sich Glen D. Hardin verspielt, fragt Elvis "Where do you go, Glen?". Wirklich ernst nimmt der King das Lied nicht. So singt er über den "cake we are getting up your ass" (statt "...we've been baking with the past"), verwandelt den Titel in "the next step is sex" oder macht zwischendurch merkwürdige Geräusche.

 

You Don't Have To Say You Love Me

Weiter geht es mit der kommenden Single. Elvis singt nicht wirklich sauber und albert viel herum. Nach nicht einmal einer halben Minute bricht die Performance zusammen. Es wird mehrfach gestoppt und neu angesetzt. Schlussendlich bekommen der King und seine Jungs aber eine vollständige Performance zusammen.

Weil Elvis mit dem Stückwerk unzufrieden ist, geht er die Nummer ein weiteres Mal an. Auch dabei kann er zwar das Herumalbern nicht lassen, aber insgesamt läuft es deutlich flüssiger als beim ersten Versuch.

 

Sweet Caroline

Der Neil Diamond-Hit Sweet Caroline kam während des Vegas-Gastspiels im Januar und Februar in jeder Show vor und stellt niemanden vor größere Herausforderungen. Selbst Schlagzeuger Ronnie Tutt, der seinerzeit nicht dabei war, hat keine Probleme mit dem Song. Elvis kaspert mal wieder mit dem Text rum und singt "how can I cum when holding you" (statt "how can I hurt...").

 

Yesterday

Glen Hardin spielt am Klavier ein wenig mit Yesterday herum. Der King und die übrigen Musiker steigen darauf ein und singen den Signature Song von Paul McCartney. Weil das Lied vor einem Jahr im Standardprogramm der Show war, stellt auch diese Ballade kein Problem dar.

 

Hey Jude

Im Anschluss imitiert Elvis bölkend den NaNaNa-Part des Songs, Ronnie Tutt haut wild auf das Schlagzeug. Dann sieht es so aus, als würde der King die Ballade ernsthaft angehen. Schnell albert er aber wieder herum und ändert den Text in "let it out in shove it in". Nach dieser kleinen Anzüglichkeit (wie man bereits desöfteren bemerken konnte, neigte Elvis dazu) wird das Unterfangen abgebrochen.

 

I Can't Stop Loving You

Auch dies ist ein Song vergangener Spielzeiten. Bevor es losgeht, singt der King seinem Pianisten das Intro vor. Der setzt das Gehörte sofort um und schon folgt eine bühnenreife Performance von I Can't Stop Loving You. Keine Frage, die Nummer sitzt.

 

It's Your Baby You Rock It

Die eigentliche Probe ging mit Twenty Days And Twenty Nights, Tomorrow Never Comes, Guitar Man und einem Instrumental weiter. Das alles wurde leider nicht mitgeschnitten. Bei Guitar Man bezweifel ich alerdings, dass es sich um einen auch nur ansatzweise ausgearbeiteten Durchlauf handelt. Es dürfte eher ein Jam mit ein paar Textfragmenten gewesen sein.

Der jüngst in Nashville eingespielte Country-Pop It's Your Baby You Rock It wird von Elvis lediglich angesungen. Die Band hat allerdings keine Ahnung, was zu tun ist, so dass der Meister nach wenigen Zeilen das Vorhaben beendet.

 

Crying Time

Jetzt kaspern Elvis und seine Jungs mit Crying Time herum. Ihr Gesang, oder vielmehr ihr Gekreische, wurde nur rudimentär aufgezeichnet, weil sich die Truppe offenbar abseits der Reichweite der Mikrophone befand.

 

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte am Cover bei Follow That Dream Records / Sony Music Entertainment.