Konzerte

 

Obwohl Elvis erst nach der Veröffentlichung seiner ersten Schallplatte vor zahlendem Publikum sang, war er der geborene Live-Entertainer. Wie kein anderer verstand er es, die Zuschauer für sich einzunehmen und mit seiner ganz speziellen Art zu unterhalten.

Vom Sommer 1954 an trat Elvis zusammen mit Scotty Moore (Gitarre) und Bill Black (Bass) auf. Ende 1955 stieß D.J. Fontana (Schlagzeug) zu der Truppe, später waren teilweise auch die Jordanaires als Hintergrundsänger mit dabei. 

Zwischen 1954 und 1956 gab Elvis pro Jahr mehr als einhundert Konzerte, 1957 fuhr er die Zahl der Shows deutlich zurück und 1958 trat er gar nicht mehr live auf.

Während seiner Armeezeit war der Rock'n'Roll-König beruflich gar nicht aktiv, nach seinem Comeback im März 1960 verzichtete er zunächst auf Live-Shows. Im folgenden Jahr gab Elvis drei Wohltätigkeitskonzerte, bei denen er von seinen Studio-Musikern aus Nashville begleitet wurde.

1962 hätte eigentlich eine große Tournee stattfinden sollen, doch Elvis und sein Manager forderten vom Hauptsponsor eine vorab zu zahlende Garantie-Gage von einer Million US-Dollar. Als sich RCA Victor weigerte, wurde das Projekt kurzerhand fallengelassen. Da sich Elvis ab 1963 nahezu vollständig auf die Produktion von Film-Musicals konzentrierte, standen weitere Konzertreisen gar nicht erst zur Debatte.

Ab 1969 gastierte Elvis regelmäßig in Las Vegas, ein Jahr später nahm er auch das Tourneegeschäft wieder auf und gastierte überdies regelmäßig in Stateline am Lake Tahoe. Die Show wurde nun natürlich in größerer Besetzung präsentiert, die elektrische Band bestand aus einem Lead- und einem Rhythmusgitarristen, einem Bassisten, einem Pianisten und einem Schlagzeuger. Hinzu kam ein Orchester sowie zahlreiche Harmoniesänger.

Kommerziell waren die Auftritte des Kings höchst erfolgreich. Die Engagements in den großen Casino-Resorts waren immer ausverkauft und auch bei den Tournee-Konzerten waren freihe Plätze eher die Ausnahme.

Inhaltlich gab es in den letzten Jahren jedoch etliche Ermüdungserscheinungen und Ausfälle zu verzeichnen. Nicht nur, dass Elvis die aktuellen Trends in Sachen Bühnenbild, Licht- und Pyrotechnik verschlief, auch seiner Set List verpasste er immer seltener echte Updates. Bedingt durch seine Medikamentenabhängigkeit und den sich stetig verschlechternden Allgemeinzustand mussten zudem auch Konzerte abgesagt oder verschoben werden.

Der Zuneigung seines Publikums tat das alles jedoch keinen Abbruch und es sei hier noch einmal klar und deutlich festgestellt, das die meisten der mehr als 1.000 Live-Auftritte des Kings solide, wenn nicht gar hervorragend waren.

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Konzertreisen

Wie bereits geschrieben, ging Elvis zwischen 1954 und 1957 regelmäßig auf Tournee. Dann jedoch gab es eine lange Pause, in der er mit Außnahme der drei Benefiz-Shows im Frühjahr 1961 gar nicht mehr live auftrat.

Ende 1970 gab es dann wieder zwei kurze Tourneen, im Herbst des folgenden Jahres dann eine längere. Ab 1972 ließ Elvis dann den Vegas-Gastspielen im Januar/Februar und August/September jeweils eine Tour folgen, im Sommer gab es eine weitere Konzertreise.

Anno 1976 änderte sich das Prozedere, denn Elvis trat jetzt nur noch im Dezember in Las Vegas auf. Weil er aufgrund seines sich stetig verschlechternden Allgemeinzustands aber auch keine langen Tourneen mehr durchhielt, buchte Colonel Parker jetzt nur noch kurze Konzertreisen, die dafür aber nahezu monatlich stattfanden. Nach zehn bis fünfzehn Tagen auf Tour gab es eine zwei- bis dreiwöchige Ruhepause. Dann ging das Spielchen wieder von vorne los.

Aus finanziellen Gründen beschränkten sich Elvis und sein Manager mit dem Tourneegeschäft auf die USA. Ein Grund dafür war, dass Elvis nur ungern in riesigen Stadien auftrat und daher auch im Ausland in den üblichen Mehrzweckhallen gastieren musste. Die waren damals aber vielfach sogar kleiner als ihre amerikanischen Gegenstücke und generierten somit auch geringere Einnahmen. Ei zweiter Grund war, dass man es mit unterschiedlichen Gesetzgebungen, Steuersystemen, Währungen und Sprachen zu tun hatte und somit in jedem Land Rechtsanwälte, Steuerberater und Übersetzer benötigt hätte. Von den erhöhten Reisekosten durch größere Entfernungen und individuelle Sicherheitsmaßnahmen ganz zu schweigen. Von Sponsoring durch große Firmen oder direkter Vermarktung von Film- und Tonaufnahmen an die Konzertbesucher war man damals noch weit entfernt. Kurz und gut: Eine Auslandstournee wäre erheblich teurer gewesen als eine Konzertreise innerhalb der USA und hätte vermutlich sogar außerdem noch weniger Geld eingebracht. Es gab also keinen wirtschaftlichen Grund, das Heimatland zu verlassen, solange man dort Elvis noch sehen wollte.

Im August 1997, zwanzig Jahre nach seinem Tod, erlebte der King auf der Konzertbühne ein Comeback. Die Musiker spielten live , Elvis wurde per Video-Aufzeichnung (die nur das Bild und die Tonspur mit seinem Gesang enthielt) zugeschaltet. Zwei Jahre später ging die Show erstmals auf Tournee - diesmal weltweit und auch in großen Stadien. Inzwischen ist diese Show länger unterwegs, als Elvis selbst überhaupt im Musikgeschäft tätig war.

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Las Vegas

Anno 1829 entdeckte Rafael Rivera eine blühende Oase in der Wüste und nannte sie Las Vegas (Die Wiesen). Wenige Jahre später errichteten die Mormonen ein Fort, das Reisenden zwischen Salt Lake City und Los Angeles Unterschlupf und Rast gewährte. 1844 wurde Nevada der 36. Staat der USA, Funde von Gold und Erzen trieben die Besiedlung ebenso voran wie der Bau des Hoover Damms im Jahre 1931. Schnell entdeckte auch die Mafia die liberale Gesetzgebung des Staats für sich und errichtete Hotels und Casinos. Mit dem Engagement bekannter Stars gewannen die Resorts schnell an Renommee und zogen Besucher aus dem ganzen Land an.

Mit dem heutigen Las Vegas hatte die Stadt damals freilich noch wenig zu tun, statt Themen-Hotels und familiengerechten Shows fand man dort vor allem Glücksspiel, Prostitution, Alkohol und Drogen. Den Namen Sin City hatte sich Vegas hart erarbeitet.

Gerade deshalb hatte Colonel Parker aber bereits 1955, also bevor er überhaupt das Management offiziell übernommen hatte, mit dem Gedanken gespielt, Elvis in Las Vegas zu buchen. Denn dort fand sich ein ausschließlich erwachsenes Publikum und Parker wollte herausfinden, ob man auch diesem den Newcomer verkaufen konnte.

Den ersten Vegas-Vertrag schloss Elvis mit dem New Frontier Hotel ab. Für 15.000 US-Dollar trat er zwischen dem 23. April und dem 6. Mai 1956 dort 30 Mal auf. Das Echo war jedoch nicht positiv, denn den Besuchern des Resorts ging so ziemlich jedes Verständnis für das Gebotene ab. Elvis war ein Teenager-Idol, mit dem die Erwachsenen nichts anzufangen wussten.

Dreizehn Jahre später sah die Welt jedoch ganz anders aus. Die Teenager der 1950er waren inzwischen selbst erwachsen geworden, zudem hatte sich Elvis durch seine Hollywood-Filme ein altersmäßig breiter gefächertes Publikum erarbeitet. Der Colonel und sein Klient wollten es nochmal wissen und das Bühnencomeback des Meisters in Las Vegas stattfinden lassen. Für ein vierwöchiges Engagement wurden 500.000 US-Dollar gefordert, eine zweiwöchige Buchung sollte für 300.000 US-Dollar zu haben sein. Für diese Gagen wollte Elvis täglich einmal auftreten, an den beiden Wochenendtagen jeweils zweimal. Der Montag sollte im Gegenzug ein Ruhetag sein.

Das Management International Hotels bot als Reaktion darauf an, für ein vierwöchiges Gastspiel 400.000 US-Dollar zu bezahlen. Von dieser Summe würde Elvis seine Musiker allerdings selbst entlohnen müssen, zudem wurden an allen sieben Wochentagen zwei Shows erwartet. Wie zum Nachweis, dass die Forderungen des Kings vollkommen überzogen waren, erklärte sich das Hotelmanagement jedoch zur Zahlung einer Konventionalstrafe von 50.000 US-Dollar bereit, wenn ihm ein anderes Hotel in der Stadt binnen 12 Monaten ein besseres Angebot vorlegen konnte. Diese Klausel gab offenbar den Ausschlag zur Unterschrift, so dass Elvis nun vom 31. Juli bis zum 28. August 1969 für 57 Auftritte in dem neu erbauten Mega-Ressort gastierte.

Schlussendlich unterzeichneten Elvis und sein Manager noch während des laufenden Engagements einen langfristigen Vertrag mit dem Hotel. Von 1970 bis einschließlich 1973 sollte der King jeweils von Mitte Januar bis Mitte Februar und noch einmal von Anfang August bis Anfang September nach dem aktuellen Prinzip im International Hotel auftreten. Als Gage erhielt er insgesamt 5 Millionen US-Dollar.

Mitte 1971 wurde das International Hotel von der Hilton-Gruppe übernommen. Obwohl der Vertrag eine Ausstiegsklausel enthielt, einigten sich die Parteien darauf, das Arrangement ohne jede Änderung beizubehalten.

Als der Ursprungsvertrag auslief, war Elvis der Vegas-Routine müde geworden. Weil diese Routine aber sowohl ihm, als auch dem Hotel viel Geld einbrachte, einigte man sich schließlich auf einen Kompromiss: Der King stand dem Ressort für zwei weitere Jahre zur Verfügung, die Dauer der Gastspiele wurde jedoch auf zwei Wochen festgesetzt und somit halbiert. Die Bezahlung wurde auf 1,2 Millionen US-Dollar festgelegt.

Nachdem der King das Elvis Summer Festival 1975 nach nur fünf Konzerten aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste, einigte man sich für die Nachholtermine im Dezember, vermarktet als Pre-Holiday Jubilee, auf eine Show pro Tag und zwei Auftritte am Freitag und Samstag. Eine Reduktion der Gage erfolgte allerdings nicht.

Letzteres hängt damit zusammen, dass Las Vegas damals im Dezember quasi tot war und viele Hotels ihre Showrooms sogar schlossen. Im Hilton Hotel jedoch füllte der King auch in dieser Zeit den größten Saal der Stadt bis auf den letzten Platz und sorgte somit auch für entsprechende Umsätze in den Casinos, Restaurants und bei der Zimmervermietung. Kein Wunder also, dass das Management des Ressorts Elvis auch 1976 für ein Pre-Holiday Jubilee buchen wollte. Angeblich forderte Colonel Parker dafür 100% der Einnahmen aus den Ticket-Verkäufen, was seinem Klienten bei 15 Auftritten in einem Saal mit 2.000 Plätzen und einem Eintrittspreis von 29 US-Dollar eine Summe von 870.000 US-Dollar eingebracht hätte.

Als Elvis im August 1977 starb, führten Colonel Parker und das Management des Hilton-Hotels bereits erste Gespräche über ein weiteres Presley-Gastspiel. Im Herbst sollte das neue Convention Center mit 7.000 Plätzen fertiggestellt werden und das Hilton wollte den den Anbau mit einem weiteren Pre-Holiday Jubilee einweihen.

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Stateline (Lake Tahoe)

Der Lake Tahoe befindet sich auf der Grenze zwischen Nevada und Kalifornien und wurde im Jahr 1844 von Kit Carson und John Fremont entdeckt. Dort fanden sie drei Stämme der Washoe-Indianer, die seit Generationen an den Ufern des Sees siedelten und die Gegend Da-Ow-A-Ga (Der Rand Des Sees) nannten. Da den beiden Pionieren die Sprache der Indianer nicht geläufig war, interpretierten sie den ersten Teil der Ortsbezeichnung als Tahoe und gaben dem See so den heute bekannten Namen.

Die Entdeckung von Edelmetallen zog rasch eine große Anzahl von Siedlern in dieses Gebiet, 1944 eröffnete auf der Nevada-Seite des Gewässers Harvey's Wagon Wheel Saloon And Gambling Hall. Es folgten zahlreiche Konkurrenzunternehmen und schon bald entstand ein zweites großes Spielerparadies im Bundesstaat Nevada. Die kalifornische Seite des Sees, auf der das Glücksspiel untersagt war, wurde in späteren Jahren als Ski-Gebiet erschlossen.

Nach Elvis' großen Erfolgen in Las Vegas buchte auch das im Jahr 1965 eröffnete Del Webb's Sahara Tahoe Hotel den King. Der High Sierra Showroom bot ursprünglich 1.200 (Dinner Show) bzw. 1.400 (Cocktail Show) Personen Platz und wurde zur Mitte der 1970er auf eine Kapazität von 1.800 Plätzen erweitert. Ab 1983 wurde der Komplex unter dem Namen Del Webb's High Sierra Hotel betrieben, zwischen 1990 und seiner Schließung im Jahr 2009 hieß er Horizon Casino Resort.

Weil Elvis in Vegas zum absoluten Publikumsmagneten aufgestiegen war und den Ruf des International Hotels als Mega-Ressort nachhaltig gestärkt hatte, wollte das Management des Del Webb's Sahara Tahoe Hotels den Sänger unbedingt ebenfalls verpflichten. Trotz des deutlich kleineren Showrooms bot man Elvis sogar 25.000 US-Dollar mehr pro Woche, als er im International bekam. Und so verpflichtete sich der King für den Zeitraum vom 20. Juli bis zum 2. August 1971 zu 27 Auftritten und kassierte dafür 300.000 US-Dollar.

Vom 4. bis zum 20. Mai 1973 fand eine weitere Spielzeit zu denselben Konditionen statt. Die letzten acht Konzerte fielen allerdings aus gesundheitlichen Gründen aus.

Deshalb fanden im folgenden Jahr zwei Gastspiele im Del Webb's Sahara Tahoe statt. Zwischen dem 16. und 27. Mai gastierte Elvis abermals zu den bekannten Konditionen, vom 11. bis zum 14. Oktober holte er die ausgefallenen 1973er Konzerte nach. Für die Shows im Mai kassierte Elvis die üblichen 300.000 US-Dollar, die Nachholtermine waren logischerweise bereits mit der Zahlung im Vorjahr abgegolten.

Das letzte Engagement lief vom 30. April bis zum 9. Mai 1976 und beinhaltete 14 Shows. Im Vergleich zu den vorherigen Auftrittsreihen konnte Colonel Parker die Gage für seinen Klienten signifikant erhöhen, denn obwohl sich die Anzahl der Konzerte nahezu halbiert hatte und die Laufzeit des Gastspiels deutlich kürzer war, steigerte sich die Gage auf 315.000 US-Dollar.

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