Speedway

 

Aufgrund der stetig nachlassenden Erfolge der Musicals hatte MGM in den USA zunächst den später gedrehten Western-Klamauk Stay Away, Joe anlaufen lassen. In Thailand, Australien, Dänemark, Neuseeland und Finland hingegen wird Speedway bereits im April und Mai gezeigt, Stay Away Joe  ist dort im Spätsommer 1968 zu sehen.

Am 12. Juni 1968 feiert Speedway in Charlotte/North Carolina seine US-Premiere, vom nächsten Tag an ist der Film landesweit in den Kinos zu sehen. Das Branchenblatt Variety notiert das Rennfahrer-Musical auf dem 40sten Platz der Jahreshitliste, MGM nimmt auf dem Heimatmarkt (USA und Kanada) zwei Millionen US-Dollar an Verleihgebühren ein, was einem Kassenumsatz von etwa vier Millionen USD entspricht. Das Geschäft mit den Kinokarten läge heute bei ca. 52 Millionen USD, MGM würde etwa 26 Millionen kassieren. Damit ist Speedway zwar der erfolgreichste Presley-Film seit Spinout (1966), aber nichtsdestotrotz fallen die Einnahmen im direkten Vergleich um ein sattes Drittel geringer aus.

In Deutschland soll der Film zunächst ebenfalls gezeigt werden, MGM hat sogar schon ein Programmheft drucken lassen. In letzter Minute entscheidet man sich dann aber doch gegen einen Kinoeinsatz, so dass die hiesige Premiere am 8. Dezember 1976 im Bayrischen Rundfunk stattfindet.

 

Handlung

Der singende Rennfahrer Steve Grayson lebt in einem Luxus-Wohnmobil, mit dem er von einer Veranstaltung zur nächsten zieht. Er ist erfolgreich, doch weil sein Manager Kenny die Einnahmen nicht korrekt gemeldet hat, schickt ihm das Finanzamt die schöne Steuerfahnderin Susan Jacks auf den Hals.

Steve soll alle Siegprämien zur Tilgung der Steuerschuld abführen und sich mit dem Existenzminimum begnügen. Dadurch leidet auch die obdachlose Familie Esterlake, der Steve eigentlich finanziell helfen wollte.

Natürlich kommen sich der Rennfahrer und die Dame vom Finanzamt näher, so dass nach vielen Irrungen und Wirrungen am Ende alles gut wird.

 

Stab

Douglas Laurence (Produzent), Norman Taurog (Regie), Philip Shuken (Drehbuch), Jeff Alexander (Musik), Joseph Ruttenberg (Kamera), Richard Farrell (Schnitt).

 

Besetzung

Elvis Presley (Steve Grayson), Nancy Sinatra (Susan Jacks), Bill Bixby (Kenny Donford), Gale Gordon (R. W. Hepworth), William Schallert (Abel Esterlake), Victoria Meyerink (Ellie Esterlake), Ross Hagen (Paul Dado) und Carl Ballantine (Birdie Kebner). Die Synchronisation der Presley-Rolle übernahm Thomas Piper.

 

Produktion

Im Januar 1967 hatte Elvis einen neuen Vertrag mit Metro-Goldwyn-Mayer geschlossen, der ihn zu weiteren vier Filmen verpflichtete. Für jedes Leinwandabenteuer erhielt der King eine Gage von 850.000 US-Dollar sowie eine Beteiligung am Reingewinn von 50%. Neben Speedway  entstanden unter diesem Vertrag auch Stay Away, Joe (1967), Live A Little, Love A Little (1968) und The Trouble With Girls (And How To Get Into It) (1968). Elvis bekäme heute für seinen Einsatz 11 Millionen USD.

Zunächst plante MGM den Film Speedway als Vehikel für das Gesangsduo Sonny & Cher. Die Idee, das Projekt in einen Presley-Film zu verwandeln, kam erst später auf. Um die schwindende Popularität des Hauptdarstellers zu kompensieren, sollte für die Rolle der Leading Lady die Sängerin Petula Clark engagiert werden. Als sie ablehnte, bot man die Rolle der nicht minder bekannten Nancy Sinatra an.

Die Dreharbeiten dauerten vom 26. Juni bis zum 18. August 1967, gearbeitet wurde in den MGM Studios in Los Angeles und am RIR (Riverside International Raceway) in Riverside, Kalifornien. Zudem wurde auch das Charlotte 500-Rennen in Concord, North Carolina gefilmt.

Wie auch schon bei Double Trouble, so achtete man auch bei diesem Projekt wieder darauf, Elvis möglichst modern wirken zu lassen. Bei den Sets und Kostümen kamen daher oft kräftige Farben zum Einsatz, was dem Film -aus heutiger Sicht- einen wunderbaren Retro-Look verleiht.

Der King präsentierte sich ebenfalls in guter Form und wirkte deutlich fitter als noch wenige Monate zuvor in Clambake.

Unter den Filmschlagern sticht vor allem He's Your Uncle, Not Your Dad hervor. Zu patriotischer Musik singen Steve (Elvis) und Donnie (Bill Bixby) im Wartesaal des Finanzamtes ein Loblied auf die Steuermoral und man könnte fast meinen, einen klassischen Musical-Film aus den 1940ern zu sehen. Eine absolut großartige Production-Number, von denen ich gerne mehr in Elvis' Filmen gesehen hätte.

 

Soundtrack

Die Soundtrack-Veröffentlichungen markieren einen neuen Tiefpunkt in der Karriere des Kings.  Das Album stagniert in den Billboard Charts auf Rang 82, die Single schafft es gerade einmal bis zur Nummer 71. Zusammengerechnet gehen die Scheiben etwa zwei Millionen Mal über die Ladentheken.

Mit einem Click auf die jeweiligen Cover gelangt ihr zu detaillierten Beschreibungen der beiden Schallplatten.

 

Home Entertainment

Zum 30sten Todestag bringt Warner Brothers im Jahr 2007 eine DVD-Serie mit allen MGM-Filmen des Kings auf den Markt. In dieser Version ist der Film auch als Stream und Download erhältlich.

Über das Cover gelangt ihr auch hier zu einer Review.

 

Trailer

 

Fazit & Bewertung

Mit Speedway lieferte Elvis ein unterhaltsames, gut gemachtes Rennfahrer-Musical ab. Auch die Mitwirkung der damals populären Nancy Sinatra dürfte dazu beigetragen haben, die Einnahmen wieder zu stabilisieren - wenn auch auf einem geringen Niveau.

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte am Plakat bei MGM, am DVD-Cover bei Warner Brothers und an den Schallplatten-Covers bei RCA Victor und Follow That Dream Records.