Double Trouble

 

Obwohl Paramount erst im Vormonat das Presley-Musical Easy Come, Easy Go in die Kinos gebracht hat, lässt MGM im April 1967 Double Trouble landesweit anlaufen. In der Jahresauswertung von Variety kommt der Film über Rang 58 nicht hinaus, denn er bringt dem Studio lediglich Verleihgebühren von 1,6 Millionen US-Dollar ein, was bestenfalls einem Bruttoumsatz von 3,5 Millionen entspricht. In der Gegenwart wären an den Kinokassen rund 46 Millionen zusammengekommen, der Anteil des Filmstudios hätte sich auf etwa 23 Millionen belaufen.

Da MGM auf dem Heimatmarkt gegenüber Spinout einen Einbruch der Verleihgebühren um nahezu 47% hinnehmen muss, verzichtet das Studio in vielen anderen Ländern auf den Kinoeinsatz. In Deutschland findet die Premiere am 9. Januar 1986 im Bayrischen Rundfunk statt. Speziell für das Fernsehen hat man den Film in deutscher Sprache synchronisiert und nennt ihn Zoff Für Zwei.

 

Handlung

Die minderjährige Jill verliebt sich in den Sänger Guy Lambert und reist ihm auf seiner Europa-Tournee hinterher. Doch als Juwelendiebe auf der Überfahrt nach Belgien ihre Beute ausgerechnet in seinem Koffer verstecken, hat Guy nicht nur das Mädchen, sondern auch noch die Gangster am Hals.

Zu allem Überfluss versucht Gerald Waverly, der Onkel von Jill, die junge Dame noch vor ihrem 18. Geburtstag umzubringen. Denn das Mädchen ist vermögend und Gerald benötigt das Geld für seine kostspielige Geliebte.

 

Stab

Judd Bernard und Irwin Winkler (Produzent), Norman Taurog (Regie), Jo Heims (Drehbuch, nach einer Vorlage von Marc Brandel), Jeff Alexander (Musik), Daniel L. Fapp (Kamera), John McSweeney (Schnitt).

 

Besetzung

Elvis Presley (Guy Lambert), Annette Day (Jill Conway), John Williams (Gerald Waverly), Yvonne Romain (Clair Dunham), The Wiere Brothers (sie selbst), Chips Rafferty (Archie Brown) und Norman Rossington (Arthur Babcock). Die Synchronisation der Presley-Rolle übernahm Peter Kirchberger.
 

Produktion

Double Trouble  war der letzte Spielfilm, der gemäß Elvis' Vertrag mit MGM aus dem Jahr 1964 gedreht wurde. Die Gage des Kings betrug 750.000 US-Dollar sowie 40% des um diese Summe reduzierten Reingewinns. Als reine Garantiegage hätte Elvis heute ca. 9,75 Millionen USD kassiert.

Die Dreharbeiten dauerten vom 11. Juni bis zum 15. September 1966, dabei filmte ein Team auch vor Ort in Belgien. Elvis selbst kam  natürlich nicht nach Europa, seine Aufnahmen entstanden ausschließlich in den MGM Studios in Culver City. Dort baute man auch Straßen und Plätze nach, die allerdings extrem künstlich aussahen.

 Mit Double Trouble wollte MGM offenkundig einen modernen Elvis-Film in die Kinos bringen. Schon der Vorspann will mit Impressionen aus London (dem damaligen Zentrum der Popkultur), tanzenden Jugendlichen, ein paar Farbeffekten und "wilder" Musik beweisen, dass man auf der Höhe der Zeit ist. Auch tritt Guy Lambert (Elvis) vor allem in Diskotheken auf und wird von einer Band begleitet, die verdächtig nach den Beatles aussieht.

Elvis selbst wirkt mit seiner perückenhaften Frisur allerdings wie ein Relikt aus vergangenen Tagen und auch seine Songs passen nicht wirklich in die angesagten Clubs und Diskotheken des Jahres 1967.

 

Soundtrack

Dieser Umstand schlägt sich auch in den Verkaufszahlen nieder. In der Hitparade kommen die Tonträger über die Plätze 63 und 47 nicht hinaus und verkaufen sich zusammengerechnet nur 2,1 Millionen Mal.

Über die jeweiligen Cover gelangt ihr zu detaillierten Beschreibungen der beiden Schallplatten. Dort findet sich auch die Umrechnung in Streams.

 

Home Entertainment

Zum 30sten Todestag bringt Warner Brothers im Jahr 2007 eine DVD-Serie mit allen MGM-Filmen des Kings auf den Markt. In dieser Version ist der Film auch als Stream und Download erhältlich.

Über das Cover kommt ihr auch hier zu einer Review.

 

Sammler-Box

Vierzig Jahre nach der Premiere des Films präsentiert der niederländisch-belgische Fanclub ElvisMatters die Sammler-Box Inside Double Trouble.

Auch hier führt das Cover zu einer näheren Beschreibung.

 

Trailer

 

Fazit & Bewertung

Der kommerzielle Misserfolg lässt ein wenig stutzen, denn die Story um den mordlüsternen Onkel nebst Juwelenraub hebt sich angenehm von den üblichen Presley-Vehikeln ab und auch die Gags sitzen überraschend gut. Zudem sorgen die hochgradig künstlich wirkenden Kulissen für einen schon fast surrealen Effekt.

Soweit bekannt liegen die Bildrechte am Plakat bei MGM, am DVD-Cover bei Warner Brothers, an der Sammler-Box bei ElvisMatters und an den Schallplatten-Covers bei RCA Victor.