Tickle Me

 

Im Mai 1965 kommt Tickle Me in die Kinos.  In den USA und Kanada erwirtschaftet der Streifen Verleihgebühren von 3,4 Millionen US-Dollar, so dass man von einem Kassenumsatz von etwa sieben Millionen USD ausgehen kann. Weil sich die Ticketpreise inzwischen verdreizehnfacht haben, hätte Tickle Me heute mehr als 90 Millionen USD eingespielt und für das Filmstudio ca. 45 Millionen USD erwirtschaftet.

Inzwischen wird der Film von vielen Presley-Fans übersehen, tatsächlich stellt er aber einen der einträglichsten Elvis-Filme dar und belegt in der Statistik der erfolgreichsten Produktionen von Allied Artists Rang drei.

Elvis bekam auch künstlerische Anerkennung für den Film, denn er wurde mit dem Golden Laurel Award als Bester männlicher Musical-Darsteller ausgezeichnet. Zu seinen direkten Konkurrenten gehörten damals auch The Beatles, die mit ihrem zweiten Landwandabenteuer Help nominiert waren.

In Deutschland heißt Elvis' neustes Leinwandabenteuer übrigens Cowboy Melodie und ist ab dem 27. Januar 1966 in den Kinos zu sehen.

 

Handlung

Der singende Rodeo-Reiter Lonnie Beale arbeitet bis zum nächsten Auftritt vorübergehend auf einer Beauty-Farm. Dort verguckt er sich in die schöne Pam, mit der er gemeinsam den Schatz ihres Großvaters sucht.

In einer verlassenen Western-Stadt werden sie fündig, doch auch ein paar Ganoven haben es auf das Gold abgesehen. Zusammen mit Lonnies Kumpel Stanley überwältigen sie die Diebe, danach wird mit einem zünftigen Fest geheiratet.

 

Stab

Ben Schwalb (Produzent), Norman Taurog (Regie), Elwood Ullman und Edward Bernds (Drehbuch), Walter Scharf (Musik), Loyal Griggs (Kamera), Archie Marshek (Schnitt).

 

Besetzung

Elvis Presley (Lonnie Beale), Jocelyn Lane (Pam Merritt), Julie Adams (Vera Radford), Jack Mullaney (Stanley Potter), Merry Anders (Estelle Penfield), Connie Gilchrist (Hilda) und Edward Faulkner (Brad Bentley). Die Synchronisation der Presley-Rolle übernahm Rainer Brandt. 

 

Produktion

Aufgrund der finanziellen Schieflage von Allied Artists entschloss sich das Management des Filmstudios zu einem außergewöhnlichen Rettungsplan. Man engagierte Elvis Presley und hoffte, mit den Gewinnen das Unternehmen sanieren zu können.

Billig war die Aktion nicht, denn Colonel Parker handelte für seinen Klienten eine Garantiegage von 600.000 US-Dollar und eine Kostenpauschale von 150.000 US-Dollar aus. Zudem musste das Studio die Hälfte des um diese Zahlungen bereinigten Gewinns an den King abführen. Damit erhielt der Hauptdarsteller allein schon durch die Garantiezahlungen die Hälfte des Gesamtbudgets von 1,5 Millionen US-Dollar. Durch einen straffen Drehplan und allerlei Sparmaßnahmen gelang es Ben Schwalb jedoch, die geplanten Kosten sogar noch um 4.000 US-Dollar zu unterschreiten.

Man kann diese Werte nicht eins zu eins umrechnen, denn die Gagen der Filmstars sind stärker gestiegen als die Durchschnittspreise. Daher muss man das Gesamtbudget um die Zahlung an den King reduzieren und diesen Wert mit dem Faktor 9 umrechnen. Der Produktion standen demnach 6,75 Millionen USD zur Verfügung. Elvis' Gage hingegen hätte sich wohl verdreizehnfacht, so dass Parker heute etwa 9,75 Millionen US-Dollar für seinen Klienten verlangt hätte. Insofern hätte Allied Artists 16,5 Millionen für den Film aufwenden müssen.

Gedreht wurde vom 12. Oktober bis zum 24. November 1964, die meisten Aufnahmen entstanden im Studio. Da Allied Artists über keine eigenenen Räumlichkeiten verfügte, mietete sich die Firma auf dem Paramount-Gelände ein.

Um Kosten zu sparen, verzichtete man auf die Produktion eines eigenständigen Soundtracks und bediente sich stattdessen an den Alben Elvis Is Back! (1960), Something For Everybody (1961), Pot Luck With Elvis (1962) und Fun In Acapulco (1963).

Als Leading Lady sollte zunächst Brigitte Bardot verpflichtet werden. Als diese jedoch kein Interesse zeigte, ging der Part schlussendlich an Jocelyn Lane. Als kleinen Gag am Rande verpflichtete Norman Taurog allerdings Jack Mullaney, der große Ähnlichkeit mit dem Komiker Jerry Lewis hatte und hier für Elvis als Sidekick fungierte. Zwei Jahre später engagierte übrigens auch MGM Mullaney für eine ähnliche Rolle im Film Spinout.

 

Soundtrack

Dass alle Tracks bereits veröffentlicht waren, hielt RCA Victor natürlich nicht davon ab, die Songs im Zusammenhang mit dem Film ein zweites Mal auf den Markt zu bringen. Das Ergebnis waren weitere 2,8 Millionen verkaufte Tonträger sowie zwei Nummer 1-Hits in der Adult Contemporary Chart.

Über die jeweiligen Cover gelangt ihr zu den Reviews der Veröffentlichungen, dort finden sich auch die Umrechnungen in bezahlte Streams.

 

Home Entertainment

Im August 2016 veröffentlicht Koch Media den Streifen im BluRay-Format.

Über das Cover gehts auch hier zu einer Review.

 

Trailer

 

Fazit & Bewertung

Dass der Streifen billig produziert wurde, sieht man in jeder Szene. Trotzdem macht der Film Spaß, denn die Story ist amüsant, die Gags sitzen und die Songs können sich hören lassen. Damit ist Tickle Me den meisten anderen Leinwandabenteuern des Kings haushoch überlegen.

Soweit bekannt liegen die Bildrechte an den Plakaten bei Allied Artists, am BluRay-Cover bei Explosive Media und an den Schallplatten-Covers bei RCA-Victor.