Fun In Acapulco

 

Am 27. November 1963 bringt Paramount mit Fun In Acapulco den 13. Spielfilm des Kings in die Kinos. Unglück bringt diese Zahl nicht, denn die Produktion erwirtschaftet allein innerhalb der USA und Kanada Verleihgebühren von drei Millionen US-Dollar. Das Publikum dürfte an der Kinokasse also etwa sechs Millionen ausgegeben haben, was Fun In Acapulco in den Wochen-Charts von Variety den fünften Platz einbringt. Heute wäre von einem Einspielergebnis von 78 Millionen und Verleihgebühren von 39 Millionen USD auszugehen. Kommerziell ist das Leinwandabenteuer also erfolgreicher als die Vorgänger Girls! Girls! Girls! (Paramount) und It Happened At The World's Fair (MGM).

Die deutschen Fans kommen ab dem 20. Dezember 1963 in den Genuss des Leinwandabenteuers. Hierzulande heißt das Werk schlicht und einfach Acapulco.

 

Handlung

Mike Windgren ist ein ehemaliger Trapezkünstler mit Höhenangst. Auf der Suche nach einem Job freundet er sich mit dem kleinen Raoul an, der ihm auch prompt Arbeitsstellen als Sänger und stellvertretender Bademeister verschafft.

Mit der rassigen Dolores und der blonden Marguerita umgarnen ihn gleich zwei Schönheiten, was natürlich zu allerhand Verwicklungen führt. Zu allem Überfluss hat es auch Moreno, der erste Bademeister des Hotels, auf Marguerita abgesehen.

Weil Mike seinen Nebenbuhler während einer Schlägerei verletzt und dieser nicht wie angekündigt von den Klippen springen kann, überwindet Mike seine Höhenangst und führt den Sprung für Moreno aus. Dass er auch das Herz der stolzen Marguerita gewinnt, versteht sich natürlich von selbst.

 

Stab

Hal B. Wallis (Produzent), Richard Thorpe (Regie), Allan Weiss (Drehbuch), Joseph J. Lilley (Musik), Daniel L. Fapp (Kamera), Stanley E. Johnson (Schnitt).

 

Besetzung

Elvis Presley (Mike Windgren), Ursula Andress (Marguerita Dauphin), Elsa Cardenas (Dolores Gomez), Paul Lukas (Maximilian Dauphin), Larry Domasin (Raoul Almeido) und Alejandro Rey (Moreno). Die Synchronisation der Presley-Rolle übernahm Claus Wilcke.

 

Produktion

Nachdem Paramount die ersten drei Presley-Musicals in Deutschland und auf den Hawaii-Inseln angesiedelt hatte, entschied man sich nun für die sonnigen Strände Mexikos. Tatsächlich flog jedoch nur ein vergleichsweise kleines Filmteam nach Acapulco, Elvis selbst drehte ausschließlich auf dem Studiogelände in Los Angeles.

Die aus dem James Bond-Film Dr. No bekannte Ursula Andress gab hier übrigens ihr US-Debut. Ihr Ehemann John Derrek war angeblich dermaßen eifersüchtig auf Elvis, dass er permanent unangekündigt am Set erschien und den King sogar von einem Privatdetektiv beschatten ließ.

Hatte mit It Happened At The World's Fair der junge Kurt Russel seinen Einstand ins Filmgeschäft gefeiert, so ist in Fun In Acapulco der spätere Kiss-Frontmann Gene Simmons zu sehen. Er tritt in einer Szene im Hintergrund als Klippenspringer auf.

Fun In Acapulco war übrigens der dritte von fünf Spielfilmen, für die Elvis im Jahre 1961 bei Paramount unterschrieben hatte. Demnach erhielt er eine Gage von 175.000 US-Dollar (bei einer verdreizehnfachung der Bezahlung wären das heute 2,3 Millionen USD) und dürfte sich wieder einmal unterbezahlt vorgekommen sein.

 

Soundtrack

Als Begleitmaterial zum Film brachte RCA Victor die Single Bossa Nova Baby und das Album Fun In Acapulco auf den Markt. Beide Tonträger werden von Billboard in den Top10 ihrer jeweiligen Hitparaden geführt und verkaufen sich millionenfach.

Über die jeweiligen Cover gelangt ihr zu detaillierten Beschreibungen der beiden Schallplatten. Hier findet sich auch die Umrechnung in Streams.

 

Home Entertainment

Zum 30sten Todestag des Kings veröffentlicht Paramount den Film im Rahmen der Elvis - 8 Movies Collection auf einer DVD. In dieser, digital restaurierten Fassung wurde der Streifen auch auf einem einzelnen Datenträger herausgebracht und ist als Stream oder Download erhältlich.

Über das Cover kommt ihr auch hier zu einer Review.

 

Trailer

 

Fazit & Bewertung

Einmal mehr hielt sich Hal B. Wallis an das von ihm erarbeitete Konzept für Presley-Musicals. Eine exotische Kulisse, schöne Frauen, jede Menge Musik und mindestens eine Schlägerei. Weil die kleine Sue-Lin aus It Happened At The World's Fair so gut beim Publikum angekommen war, inkludierte nun auch der Paramount-Producer ein Kind als Sympathieträger. Das Ergebnis: Perfekte Unterhaltung...und eine Umsatzsteigerung von einer Million US-Dollar.

 

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte an den Plakaten und am DVD Cover bei Paramount, an den Schallplatten-Covern bei RCA Victor.